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Full text of "Sonntagschulbuch für Evangelisch-Lutherische Gemeinden"

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FROM THE LIBRARY OF 


REV. LOUIS FITZGERALD BENSON, D. D. 


BEQUEATHED BY HIM TO 
THE LIBRARY OF 


FRINCETON THEOLOGICAL SEMINARY 


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Jonntagſchu 


für 


Lvangeliſch - Tutheriſche Gemeinden. 


Herausgegeben von der Allgemeinen Berfammlung der Evangeliſch-Lutheriſchen 


Kirche in Nordamerika. 


Bu * 
— 


Philadelphia, Pa. Allentown, Pa. 
J. Kohler, No. 202 N. 4te Str. S. K. Brobſt und Co. 
1876. 1876. 


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Entered, according to Act of Congress, in the year 1876, by the Bu 
GENERAL COUNCIL OF THE EVANGELICAL LUTHERAN CHURCH- 


IN AMERICA, 


in the Office of the Librarian of Congress, at Washington. 


— 


J. M. ARMSTRONG, i 
MUSIC TYPOGRAPHER, 441 CHESTNUT ST. 
PHILADELPHIA, PA. 


SHERMAN & Co., 
Printers, Phila. 


DIEBE LT. 


1. Gottesdienſt⸗Ordnung. Seite 
Eröffnung der Sonntagſchule 2 e 9-21 
Schluß der Sonntagſchule .....ueenee.. eee eee. 22 
r ˙ů w %ܳdWW ˙ t- Ä 23, 24 
Tabelle der Epiſteln und Evangelien. ———————ͤbͤn -pͥ ͤAIaͤ 2 25, 26 

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III. Namensfeſt Jeſu und Neujahr —ͥᷣ 99-102 
Eu. Epiphanias. und Miſſion . eee e det 105-109 
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amen. Denen 126-135 
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XII. Taufe und Eonfirmation.......ccccencccceneceeeeeennneennnnn 161-169 
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%%% // 0 0 de 216-23 
XVII. Gottes Herrlichkeit in der Natur 231-249 
XVIII. Morgen⸗Tiſch⸗ Abendlieder 250-264 
XIX. Abſchied vom Leben und Ewigkeit ꝛ 265-279 
TEEN . VOR A TERN RER EEE 279, 280 
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Zee 2 Be 345-352 


Bemerkungen. 


Die muſikaliſchen Quellen-Angaben beziehen ſich nur auf die Melodien der 
betreffenden Nummern. Die Harmoniſirung iſt durchweg eine ganz felbit- 
ſtändige Arbeit des muſikaliſchen Redakteurs, John Endlich, Esg. (Reading, Pa.), 
mit Rückſicht auf das Bedürfniß und die Leiſtungs fähigkeit unſrer Sonntagſchulen 
und Familien beſorgt. i 


7. Die mit einem Kreuz (1) bezeichneten Lieder eignen ſich zum vierſtim⸗ 
migen Chorgeſang. 


*. Die mit einem Stern (*) bezeichneten Nummern find die ein fachſten, 
auch für die jüngſten Schüler ſingbar. 


H. Die mit dem Buchſtaben H bezeichneten Lieder und Melodien find aus der 
vortrefflichen Sammlung: Geiſtliche Volkslieder aus alter und neuerer 
Zeit von Fridrich Hommel, Leipzig 1871, mit Bewilligung des Herausgebers, 
dem an dieſer Stelle für fein freundliches Entgegenkommen und feinen wohlwollen- 
den Rath herzlicher Dank geſagt wird. 


Sröffnung der Sonntagſchule. 


T Alle erheben ſich, und der Pfarrer oder Superintendent beginnt mit einem der folgenden 
Eingangsſprüche: 
Der Eingangsſpruch. 
I. Unſre Hilfe ſteht im Namen des Herrn, 
Der Himmel und Erde gemacht hat. 
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5 Der Himmel und Erde ge- macht hat. 
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II. Der Herr iſt hoch über alle Heiden, 
Seine Ehre gehet, ſo weit der Himmel iſt. 
III. Danket dem Herrn, denn Er iſt freundlich, 
Und Seine Güte währet ewiglich. 
IV. Dies iſt der Tag, den der Herr macht; 
Laſſet uns freuen und fröhlich darinnen ſein. 
Kommet vor Sein Angeſicht mit Frohlocken, 
Gehet ein zu Seinen Vorhöfen mit Loben. 
V. Die Augen des Herrn ſehen auf die Gerechten, 
Und Seine Ohren auf ihr Gebet. 
VI. Er wird Seine Heerde weiden, wie ein Hirte, 


Er wird die Lämmer in Seine Arme ſammeln und in Seinem Buſen tragen. 
5 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


Darauf ſpricht der Pfarrer oder Superintendent 


Die Verſikel: 


Herr, thue meine Lippen auf. 


Die Schule antwortet: 


Daß un ⸗ fer Mund Dei- nen Ruhm ver - fün - di - ge. 


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T Hierauf wird ein Lied geſungen. 
Das Lied. 


T Der Pfarrer oder Superintendent und die Schule ſprechen wechſelsweiſe einen der folgenden 
Pſalmen mit einander. 


Der Pſalm ſchließt immer, außer in der Paſſionszeit, mit dem Gloria Patri. 


I. Beatus Vir. Pfſalm 1. 


1. Wohl dem, der nicht wandelt im] Rath der Gott- | Iofen, |] 

Noch tritt auf den Weg der Sünder, noch ſitzet, da die | Spötter] ſitzen. 
2. Sondern hat Luft zum Ge- ſetz des | Herrn, 

Und redet von Seinem Ge⸗ ſetz | Tag und Nacht. 
3. Der iſt wie ein Baum, gepflanzet an den | Waffer- | bächen, || 

Der ſeine Frucht bringet zu ſeiner Zeit; und ſeine Blätter verwelken nicht, 

und was er macht, | das ge- räth wohl. 

4. Aber fo | find die | Gottlofen nicht, 

Sondern wie Spreu, die der [Wind ver- | ftreuet, 
5. Darum bleiben die Gottloſen] nicht im Ge- | richte, || 

Noch die Sünder in der Gemeine | der Ge- rechten. 
6. Denn der Herr kennet den Weg der Ge- rechten, 

Aber der Gottloſen | Weg ver- | gebet. 

Ehr ſei dem Vater, und dem Sohn, 
Und dem [heiligen] Geiſt; 
6 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, 
Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 


II. Domine, Dominus Noster. Pſalm 8. 
1. Herr, unſer Herrſcher, wie herrlich iſt Dein Name in | allen ] Landen, 
Da man Dir danket im] Himmel. 
2. Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge haſt Du eine Macht 
zuge⸗ richtet 
Um Deiner Feinde willen; daß Du vertilgeſt den Feind] und den Rach⸗ 
gierigen. 
3. Denn ich werde ſehen die Himmel, Deiner | Finger Werk: 
Den Mond und die Sterne, die | Du bes reiteſt. 
4. Was iſt der Menſch, daß Du | fein ge⸗ denkeſt, 
Und des Menſchen Kind, daß Du | Dich fein | annimmſt? 
5. Du wirft ihn laſſen eine kleine Zeit von] Gott ver⸗laſſen fein, || 
Aber mit Ehren und Schmuck wirft | Du ihn krönen. 
6. Du wirft ihn zum Herrn machen über | Deiner Hände Werk; 
Alles haft Du unter | feine | Füße gethan. 
7. Herr, | unfer-| Herricher, || 
Wie herrlich ift Dein Name in | allen Landen. 
Ehr ſei dem Vater . 


III. Coeli Enarrant. Pſalm 19. 
1. Die Himmel erzählen die | Ehre | Gottes, 
Und die Veſte verfündiget | Seiner Hände Werk. 
2. Ein Tag | fagts dem | andern, || 
Und eine Nacht thuts | Fund der andern. 
3. Es iſt feine | Sprache noch | Rede, 
Da man nicht ihre Stimme höre. 
Ihre Schnur gehet aus in | alle | Lande, 
Und ihre Rede | an der Welt Ende. 
5. Das Geſetz des Herrn iſt ohne Wandel und er- quickt die | Seele; 
Das Zeugniß des Herrn iſt gewiß und macht die | Albernen weiſe. 


6. Die Befehle des Herrn find richtig | und er- freuen das Herz; 
Die Gebete des Herrn find lauter und er- leuchten die | Augen. 
7 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


7. Die Furcht des Herrn iſt rein und bleibt | ewiglich; 
Die Rechte des Herrn find wahrhaftig | alle ſammt gerecht. 
8. Sie find köſtlicher denn Gold und viel feines | Goldes, 
Sie find ſüßer denn | Honig und JHonigſeim. 
9. Auch wird Dein Knecht durch | fie er- | innert, || 
Und wer fie hält,] der hat | großen Lohn. 
Ehr ſei dem Vater ic. 


IV. Dominus Regit Me. Pſalm 23. 

1. Der Herr | ift mein Hirte, || 

Mir | wird nichts mangeln. 
2. Er weidet mich auf einer | grünen] Auen 

Und führet mich zum | frifchen | Waſſer. 
3. Er erquidet | meine | Seele, || 

Er führet mich auf rechter Straße um Seines Namens | willen. 
4. Und ob ich ſchon wandert im finftern Thal, fürchte ich Fein | Unglück, denn] Du 

biſt bei mir, 

Dein Stecken und Stab tröſten mich. 
5. Du bereiteſt vor mir einen Tiſch gegen meine | Feinde, || 

Du ſalbeſt mein Haupt mit Oel und ſchenkeſt mir | voll ein. 
6. Gutes und Barmherzigkeit werden mir | folgen mein Leben lang, 

Und werde bleiben im Haufe des | Herrn | immerdar, 
Ehlr ſei dem Vater ıc. 


V. Ad Te, Domine. Pſalm 25. 


1. Nach Dir, Herr, ver- langet mich; 
Mein Gott, ich hoffe auf Dich. 
2. Herr, zeige mir | Deine Wege 
Und lehre mich | Deine | Steige. 
3. Leite mich in Deiner Wahrheit und lehre mich, denn Du | bift der Gott, | der 
mir hilft, 
Täglich harre ich Dein. 
4. Gedenke, Herr, an Deine Barmherzigkeit und an | Deine | Güte, || 
Die von der | Welt her ge- mweien ift. 
8 


Ordnung des Gottes dienſtes. 


5. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretung, gedenke 
aber mein nach | Deiner Barm- herzigkeit 
Um Deiner | Güte | willen, 
6. Die Wege des Herrn find eitel | Güte und Wahrheit 
Denen, die Seinen Bund und | Zeugniß | halten, 
Ehr ſei dem Vater ꝛc. 
VI. Benedicam Domino. Pſalm 34. 
1. Ich will den Herrn | loben allezeit, 
Sein Lob ſoll immerdar in | meinem [Munde fein, 
2. Meine Seele ſoll ſich rühmen des Herrn, 
Daß die Elenden hören und ſich | freuen. 
3. Preiſet mit] mir den | Herrn 
Und laſſet uns mit einander Seinen | Namen er- höhen. 
4. Der Engel des Herrn lagert ſich um die her, | fo Ihn | fürchten, || 
Und hilft | ihnen aus. 
5. Schmecket und ſehet, wie | freundlich der [Herr iſt, 
Wohl dem, der | auf Ihn | trauet. 
6. Fürchtet den Herrn, ihr | Seine | Heiligen, || 
Denn die Ihn fürchten, haben | feinen | Mangel. 
7. Kommt ber, | Kinder, | höret mir zu: 
Ich will euch die Furcht des Herrn | lehren. 
8. Behüte deine Zunge vor | Böſem, 
Und deine Lippen, daß fie nicht falfch | reden. 
9. Laß vom Böſen] und thue] Gutes; 
Suche | Frieden und | jage ihm nach. 
10. Die Augen des Herrn fehen | auf die Ge- | rechten, || 
Und Seine Ohren | auf ihr | Schreien, 
11. Der Herr erlöjet die Seele | Seiner Knechte, 
Und Alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld | haben, 
Ehr ſei dem Vater ꝛc. 
VII. Levavi Oculos. Pſalm 121. 
1. Ich hebe meine Augen auf zu den | Bergen, || 


Von | welchen mir | Hilfe kommt. 
9 


— 
* 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


2. Meine Hilfe | kommt vom | Herrn, 


Der Himmel und | Erde ge⸗ macht hat. 


. Er wird deinen Fuß nicht | gleiten | laſſen; || 


Und der dich be= | hütet, ſchläft nicht. 


. Siebe, der | Hüter Israels 


Schläft noch | jchlummert nicht, 


Der | Herr be- hütet dich; 


Der Herr iſt dein Schatten über | deiner | rechten Hand. 


Daß dich des Tages die [Sonne nicht | fteche, || 


Noch der | Mond des Nachts. 


Der Herr behüte dich vor allem | Uebel; 
Er behüte deine | Seele. 


.Der Herr behüte deinen | Ausgang und | Eingang, || 


Von nun an | bis in Ewigkeit. 
Ehr ſei dem Vater ꝛc. 
VIII. De Profundis. Pſalm 130. 


Aus der | Tiefe rufe ich, 
Herr, zu Dir. 


. Herr, höre] meine | Stimme; 


Laß Deine Ohren merken auf die Stimme | meines | Flehens. 


„So Du willft, Herr, | Sünde zu | rechnen, || 


Herr, wer | wird be- ſtehen? 


Denn bei Dir ift | die Ver- „gebung, 


Daß | man Dich fürchte. 


„Ich harre des Herrn, meine | Seele | harret; 


Und ich | hoffe auf Sein Wort. 


Meine Seele wartet | auf den | Herrn || 


Von einer Morgenwache | big zur | andern. 


. Serael hoffe | auf ven | Herrn, 


Denn bei dem Herrn ift die Gnade, und | viel Er- | löfung bei Ihm. 


.Und Er wird Israel er- löſen 


Aus allen | feinen | Sünden. 


Ehr ſei dem Vater ꝛc. 
10 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


IX. Exaltabo Te. Pfſalm 145. 
1. Ich will Dich erhöhen, mein | Gott, Du | König, || 
Und Deinen Namen loben | immer und ewiglich. 
2. Ich will Dich täglich loben 
Und Deinen Namen rühmen | immer und ewiglich. 
3. Der Herr ift | groß und fehr löblich, 
Und Seine Größe ift | unaus- ſprechlich. 
4. Kindeskind werden | Deine Werke | preifen || 
Und von | Deiner Gewalt | jagen. 
5. Daß man preiſe Deine | große | Güte 
Und Deine Ge- | rechtigfeit | rühme. 
6. Gnädig und barm- | herzig iſt der Herr, 
Geduldig und von | großer [Güte. 
7. Der Herr ift | Allen | gütig 
Und erbarmet ſich aller | Seiner Werke. 
8. Es follen Dir danken, Herr, | alle | Deine Werke 
Und Deine | Heiligen Dich | loben, 
9. Und die Ehre Deines | Königreiches rühmen 
Und son Deiner Gewalt reden. 
10. Daß den Menſchenkindern Deine Ge- walt Fund | werde 
Und die ehrliche Pracht | Deines Königreichs. 
11. Dein Reich iſt ein | ewiges Reich, 
Und Deine Herrſchaft] währet | für und für. 
12. Der Herr erhält Alle, | die da | fallen, 
Und richtet auf Alle, die niederge- | fchlagen find, 
13. Aller | Augen | warten auf Dich, 
Und Du gibt ihnen ihre | Speife zu | feiner Zeit. 
14. Du thuft | Deine | Hand auf || 
Und erfülleſt Alles, was lebet, mit | Wohlge- fallen. 
Ehr ſei dem Vater ꝛc. 


11 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


Advent. 
X. Confitebor Tibi. Pſalm 111. 

1. Ich danke dem Herrn von | ganzem | Herzen, || 
Im Rath der Frommen und | in der | Gemeine, 

2. Groß find die | Werke des | Herrn; 
Wer ihrer achtet, der hat | eitel | Luft dran. 

3. Was Er ordnet, das iſt | löblich und herrlich, 
Und Seine Gerechtigkeit | bleibet | ewiglich. 

4. Er hat ein Gedächtniß geftiftet | Seiner | Wunder 
Der gnädige] und barm= herzige Herr. 

5. Er giebet Speiſe denen, jo Ihn fürchten; 
Er gedenket ewig⸗ lich an | Seinen Bund. 

6. Er läſſet verkündigen Seine gewaltigen | Thaten | Seinem Volk, 
Daß Er ihnen gebe das | Erbe der [Heiden. 

7. Die Werke Seiner | Hände find | Wahrheit und Recht; 
Alle Seine Gebote | find recht- ſchaffen. 

8. Sie werden erhalten | immer und ewiglich, 
Und gefchehen | treulich und redlich. 

9. Er ſendet eine Erlöſung Seinem Volk, Er verheißet, daß Sein Bund | ewig- 

lich | bleiben ſoll. 

Heilig und | hehr ift Sein | Name, 

10. Die Furcht des Herrn ift der Weisheit Anfang; das it eine feine | Klugheit, 

wer] darnach thut, 
Des Lob | bleibet | ewiglich. 
Ehr ſei dem Vater ꝛc. 


Meihnacht. 
XI. Surge Domine. Pſalm 132, 
1. Herr, mache Dich auf zu | Deiner | Ruhe, 
Du und die | Lade Deiner Macht. 
2. Deine Prieſter laß ſich kleiden] mit Ge- | rechtigfeit || 
Und Deine Heili- | gen ſich freuen. 
12 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


3. Nimm nicht weg das Regiment Deines Ge- | falbten, || 
Um Deines Knechtes Davids willen. 
4. Der Herr hat David einen wahren Eid geſchworen, davon wird Er | fich 
nicht | wenden: 
Ich will dir auf deinen Stuhl fegen die Frucht | deines Leibes. 
5. Werden deine Kinder Meinen Bund halten und Mein Zeugniß, das Ich ſie 
lehren | werde, 
So ſollen auch ihre Kinder auf deinem Stuhl | fiten | ewiglich, 
6. Denn der Herr hat | Zion er- | wählet |] 
Und hat Luft da- ſelbſt zu | wohnen, 
7. Dies ift Meine Ruhe ewiglich; 
Hie will Ich wohnen, denn es ge⸗ fällt Mir wohl. 
8. Ich will ihre | Speife | ſegnen 
Und ihren Armen Brots gnug | geben, 
9. Ihre Prieſter will | Ich mit Heil | kleiden, 
Und ihre Heiligen ſollen fröhlich fein, 
Ehr ſei dem Vater c. 


Epiphanien⸗Teſt. 
XII. Deus, Judicium Tuum. Pſalm 72. 
1. Gott, gieb Dein Ge- | richt dem] Könige 
Und Deine Gerechtigkeit des | Königes Sohne. 
2. Daß Er Dein Volk bringe | zur Ge- | rechtigfeit || 
Und Deine | Elenven rette. 
3. Laß die Berge den Frieden bringen | unter das Volk, 
Und die Hügel | die Ge- rechtigkeit. 
4. Er wird das elende Volk bei Recht erhalten und den | Armen helfen 
Und die Läſterer zer⸗ ſchmeißen. 
5. Man wird Dich fürchten, fo lange die Sonne | und der Mond währet, 
von Kind zu | Kindeskindern. 


6. Er wird herabfahren wie der Regen auf das Fell, 
Wie die Tropfen, die das Land feuchten. 
13 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


7. Zu Seinen Zeiten wird blühen der Ge- rechte, 
Und großer Friede, bis | daß der Mond | nimmer ſei. 
8. Er wird herrſchen von einem] Meer bis ans | ander, 
Und von dem Waſſer an | bis zur Welt Ende. 
9. Die Könige am Meer und in den Inſeln werden Ge- ſchenke] bringen; 
Die Könige aus Reich Arabien und Seba werden | Gaben zu- führen. 
10. Alle Könige werden | Ihn an= | beten; 
Alle Heiden] werden Ihm dienen. 
11. Denn Er wird den Armen erretten, | der da | fchreiet, || 
Und den Elenden, ver | feinen | Helfer hat. 
12. Er wird gnädig fein den Ge- | ringen und | Armen, || 
Und den Seelen der Armen } wird Er | helfen. 
13. Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel er- löfen, || 
Und ihr Blut wird theuer ge- achtet] werden vor Ihm. 
14. Er wird leben, und man wird Ihm vom Gold aus Reich A-rabien] geben, 
Und man wird immerdar vor Ihm beten; täglich] wird man Ihn | loben. 
Ehr ſei dem Vater ꝛc. 


Paſſionszeit. 
XIII. Miserere mei, Deus. Pſalm 51. 


1. Gott ſei mir gnädig nach | Deiner | Güte || 

Und tilge meine Sünden nach Deiner | großen Barm- herzigkeit. 
2. Waſche mich wohl von | meiner Miſſethat, 

Und reinige mich von meiner Sünde. 
3. Denn ich erkenne meine Miſſethat, 

Und meine | Sünde ift immer vor mir. 
4. Schaffe in mir, | Gott, ein | rein Herz, 

Und gib mir einen | neuen, ge- | willen Geiſt. 
5. Verwirf mich nicht von Deinem | Ange- | fichte, || 

Und nimm Deinen heiligen | Geift nicht | von mir. 
6, Tröfte mich wieder mit | Deiner Hilfe, || 

Und der freudige | Geift ent- | halte mich. 

14 


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Ordnung des Gettesdienſtes. 


7. Die Opfer, die Gott gefallen, find ein ge- | äugfteter Geiſt; 
Ein geängſtet und zerſchlagen Herz wirſt Du, Gott, ie, ver= | achten. 


Ehr ſei dem Vater ır. 


Oſtern. 
XIV. Confitemini Domino. Pſalm 118. 


1. Danket dem Herrn, denn | Er iſt | freundlich, || 
Und Seine Güte | währet | ewiglich. 

2. Es ſagen nun, die den | Herrn | fürchten: |] 
Seine Güte | währet | ewiglich. 

3. Der Herr ift | meine Macht und mein Pſalm, 
Und | ift | mein Heil. 

4. Man finget mit Freuden vom Sieg in den Hütten | der Ge= rechten; 
Die Rechte des | Herrn be- | hält den Sieg. 

5. Die Rechte des Herrn | ift er= | höhet, 
Die Rechte des | Herrn be= hält den Sieg. 

6. Ich werde nicht ſterben, ſondern leben, 

Und des Herrn Werk ver- kündigen. 

7. Der | Herr | züchtiget mich wohl, 
Aber Er | gibt mich dem Tode nicht. 

8. Thut mir auf die Thore | der Ge- | rechtigfeit, || 
Daß ich da hineingehe und dem | Herrn danke. 

9. Das ift das Thor des | Herrn; 
Die Gerechten werden | da hinein- gehen. 

10. Der Stein, den die Bau- leute ver- | worfen, | 
Sit zum Eckſtein worden. 

11. Das iſt vom | Herrn ge- ſchehen, 
Und iſt ein Wunder vor | unſern | Augen. 

12. Dies iſt der Tag, den der | Herr macht; 
Laſſet uns freuen und | fröhlich drinnen fein, 

13. O Herr, hilf; 
O Herr, laß] wohl ge= lingen. 

15 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


14. Gelobet ſei, der da kommt im Namen des Herrn; 

Wir ſegnen euch, die ihr vom | Haufe des Herrn ſeid. 
15. Der Herr iſt Gott, der | ung er- leuchtet; 

Schmücket das Feſt mit Maien bis an die | Hörner] des Altars. 
16. Du biſt mein Gott, | und ich | danke Dir; 

Mein Gott, ich will Dich | preifen. 
17. Danket dem Herrn, denn | Er ift | freundlich, || 

Und Seine Güte | währet-| ewiglich, 

Ehr ſei dem Vater ꝛc. 


Himmelfahrt. 
XV. Domini est Terra. Pſalm 24. 
1. Die Erde ift des Herrn | und was | drinnen ift, || 
Der Erdboden und | was drauf | wohnet. 
2. Denn Er hat ihn an die | Meere ge- gründet 
Und an den | Waffern be- reitet. 
3. Wer wird auf des | Herrn Berg | gehen? 
Und wer wird ſtehen an Seiner | heiligen | Stätte? 
4. Der unſchuldige Hände hat und | reines Herzens iſt; 
Der nicht Luft hat zu loſer Lehre und | ſchwöret nicht!] fälſchlich. 
5. Der wird den Segen vom] Herrn em- pfangen, 
Und Gerechtigkeit von dem | Gott | feines Heils. 
6. Das ift das Geſchlecht, das nach Ihm | fraget, |] 
Das da ſuchet Dein Antlitz, Jacob. 
7. Machet die Thore weit und die Thüren | in der | Welt hoch, 
Daß der König der | Ehren ein- ziehe. 
8. Wer iſt derſelbe König der] Ehren? | 
Es ift der Herr ftarf und mächtig, der Herr | mächtig im | Streit, 
9. Machet die Thore weit und die Thüren | in der | Welt hoch, 
Daß der König der | Ehren ein- ziehe. 
10. Wer iſt derfelbe | König der | Ehren? 
Es iſt der Herr Zebaoth; Er iſt der [König der | Ehren, 
Ehr ſei dem Vater ꝛc. 
16 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


Pfingſten. 


XVI. Benedic, Anima mea. Pfſalm 104. 


1. Lobe den Herrn, meine Seele; 
Herr, mein Gott, Du biſt ſehr herrlich; Du bift | ſchön und | prächtig ge- 
ſchmückt. 
2. Licht ift Dein Kleid, | das Du | anhaſt; 
Du breiteſt aus den Himmel, wie | einen | Teppich. 
3. Du macheſt Deine Engel zu | Winden 
Und Deine Diener zu | Feuer- flammen. 
4. Herr, wie find Deine Werke jo groß und viel! Du haft fie alle | weislich ge- | 
ordnet, 
Und die Erde iſt voll | Deiner | Güter. 


5. Du läſſeſt aus Deinen Odem, fo werden | fie ge- | fchaffen 5 || 
Du erneuerft die Ge- ſtalt der | Erde, 


6. Die Ehre des Herrn ift | ewig; 
Der Herr hat Wohlgefallen an | Seinen Werken. 


7. Ich will dem Herrn | fingen mein Leben lang, 
Und meinen Gott loben, ſo lange ich bin. 


8. Meine Rede müſſe Ihm] wohlge⸗ fallen; 
Ich freue | mich des | Herrn. 
Ehr ſei dem Vater c. 


Nun ſprechen Alle zuſammen: 


Die Zehn Gebote. 
1. Du ſollſt nicht andere Götter haben. 
2. Du ſollſt den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen. 
3. Du ſollſt den Feiertag heiligen. 
4. Du ſollſt deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe, 
und du lange lebeſt auf Erden. 
5. Du ſollſt nicht tödten. 
6. Du ſollſt nicht ehebrechen. 
2 17 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


7. Du ſollſt nicht ſtehlen. 
8. Du ſollſt nicht falſch Zeugniß reden wider deinen Nächſten. 
9. Du ſollſt nicht begehren deines Nächſten Haus. 
10. Du ſollſt nicht begehren deines Nächſten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder 
was ſein iſt. 


T Darauf mag der folgende Vers geſungen werden: 


e 


Ver⸗wirf uns nicht von Dei⸗ nem An ⸗ ge = ficht, 


* + „ — 
Und nimm 3 e - li- gen Geiſt nicht von uns. 


Dann ſprechen Alle mit einander: 


Das Apoſtoliſche Glaubensbekenntniß. 


Ich glaube an Gott den Vater allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. 

Und an Jeſum Chriſtum, Seinen einigen Sohn, unſern Herrn; der empfangen 
iſt von dem heiligen Geiſte, geboren von der Jungfrau Maria; gelitten unter 
Pontio Pilato, gekreuziget, geſtorben und begraben; niedergefahren zur Höllen; am 
dritten Tage wieder auferſtanden von den Todten; aufgefahren gen Himmel, ſitzend 
zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen Er kommen wird, zu 
richten die Lebendigen und die Todten. 

Ich glaube an den heiligen Geiſt; Eine heilige chriſtliche Kirche, die Gemeine der 
Heiligen; Vergebung der Sünden; Auferſtehung des Fleiſches; und ein ewiges 
Leben. Amen. 

18 


Ordnung des Gottesdienftes. 


T Run folgt eines oder mehrere der folgenden Gebete, oder ſonſt ein paſſendes Gebet. Wird 
mehr als Ein Gebet gebraucht, ſo werden die Worte „Der mit Dir und dem heil. Geiſt ꝛc.“ 
erſt beim letzten geſprochen; aber auf jedes einzelne Gebet ſpricht die Schule Amen. 


Das Gebet. 
I. 


O Herr Jeſu Chrifte, Du großer Prophet und Lehrer der Einfältigen, der Du 
ſelber in Deiner Jugend, da Du zwölf Jahre alt wareſt, geſeſſen biſt im Tempel 
mitten unter den Lehrern, daß Du ihnen zuhöreteſt und fie frageteſt, wir find all— 
hier in Deinem Haus verſammelt, zu hören nicht allein den Grund des Glaubens 
und die Lehre von der Gottſeligkeit, ſondern auch, daß wir darüber befraget und in 
Deiner Erkenntniß heilſamlich erbauet werden. Gib uns zu dieſem Vorhaben die 
Gnade des heiligen Geiſtes; öffne uns die Augen, daß wir ſehen die Wunder in 
Deinem Geſetz; thue uns Allen das Herz auf; öffne uns das Verſtändniß, daß 
wir Dein heiliges Wort je mehr und mehr verſtehen lernen, damit wir als erbauet 
auf den Grund der Apoſtel und Propheten, da Du, o Herr Jeſu, der Eckſtein biſt, 
und feſtiglich verwahret vor aller Verführung des Satans und der Welt, dermal— 
eins das Ende des Glaubens davon bringen, nämlich der Seelen Seligkeit, der 
Du mit dem Vater in Einigkeit des heiligen Geiſtes lebeſt und regiereſt in Ewig— 
keit. Amen. 

II. 


Herr Gott, himmliſcher Vater, wir bitten Dich, Du wolleſt durch Deinen heili⸗ 
gen Geiſt uns alſo regieren und führen, daß wir mit ganzem Herzen Dein Wort 
hören und annehmen und den Feiertag recht heiligen, damit wir durch Dein Wort 
auch geheiligt werden, auf Jeſum Chriſtum, Deinen Sohn, all unſer Vertrauen 
und Hoffnung ſetzen und darnach unſer Leben nach Deinem Wort auch beſſern, vor 
allem Aergerniß uns behüten, bis wir durch Deine Gnade in Chriſto ewig ſelig 
werden, durch denſelbigen Deinen Sohn Jeſum Chriſtum unſern Herrn, der mit 
Dir und dem heiligen Geiſte lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 


III. 


Allmächtiger, barmherziger Gott Vater, der Du haft Deine heiligen Engel den 
Kindern zu Schutz und Beſchirmung väterlich verordnet, und Dein lieber Sohn 
Jeſus Chriſtus unſer Herr ſich ſelbſt der Kinder hat freundlich angenommen und 
geſprochen: Laſſet die Kinder zu mir kommen, denn ſolcher iſt das Himmelreich, 
und: Sehet zu, daß ihr dieſer Geringen Keinen ärgert noch verachtet: wir bitten 
Dich, Du wolleſt uns Deine väterliche Barmherzigkeit reichlich widerfahren laſſen, 

19 


Ordnung des Gottesdienftes, 


und Gnade geben, daß wir nicht geärgert werden, ſondern durch Dein heiliges Ein- 
geben lernen gedenken und behalten, was recht und gut iſt, daſſelbe auch durch 
Deine Kraft des heiligen Geiſtes vollbringen mögen durch Jeſum Chriſtum unſern 
Herrn, der mit Dir ic. Amen. 


IV. 

O Herr Jeſu Chriſte, Du himmliſcher Lehrmeiſter, der Du uns nicht allein die 
reine Lehre Deines Worts zu erkennen gegeben, ſondern auch vor der falſchen Lehre 
treulich gewarnt haſt: ach, laß Deinen heiligen Geiſt allezeit bei uns ſein, daß wir 
durch Seine Leitung und Regierung die Wahrheit von den Lügen, und das Böſe 
von dem Guten unterſcheiden, auch unſer Leben alſo anſtellen, daß wir als gute 
Bäume gute Früchte bringen und nicht als faule Bäume ausgehauen und in die 
Hölle geworfen werden. Davor behüte uns um Deines Blutes und Todes willen 
immer und ewiglich, der Du mit dem Vater und dem heiligen Geiſt lebeſt und 
regiereſt in Ewigkeit. Amen. 


T Diefes und die folgenden Gebete find auch am Schluß vor dem Vaterunſer zu gebrauchen. 


14 


O Herr Jeſu Chriſte, Du Gottes und Marien Sohn, der Du durch Deinen 
Gehorſam allen Menſchen, inſonderheit der Jugend und den Kindern, ein Exempel 
gegeben, ihren Obern, Eltern und Vorgeſetzten geziemenden Gehorſam zu leiſten, 
wir bitten Dich, gib uns Allen Deine Gnade, daß wir nicht nach der Welt ver— 
führeriſchen Exempeln eigenſinnig und widerſpenſtig, ſondern nach Deinem heiligen 
Exempel thätig und gehorſam uns bezeigen und allezeit erkennen und thun, was 
unſre Schuldigkeit iſt, Dir zu Lob und Preis, der Du mit dem Vater und dem 
heiligen Geiſt lebeſt und regiereſt in Ewigkeit. Amen. 


VI. Zum erſten Hauptſtück. 


Allmächtiger, ewiger und gerechter Gott, wir danken Dir herzlich, daß Du uns 
Deinen heiligen Willen, was wir thun und laſſen ſollen, im Geſetz geoffenbaret 
haſt, und bitten Dich demüthiglich, Du wolleſt um Jeſu Chriſti vollkommnen Ge— 
horſams willen uns alle dawider begangnen Sünden gnädiglich verzeihen und mit 
Deinem heiligen Geiſte uns ſtärken und leiten, daß wir hier in neuem Gehorſam 
Dir zu dienen anfangen, bis wir vollkommen heilig in jenem Leben vor Dir wan— 
deln: durch Jeſum Chriſtum, Deinen lieben Sohn, unſern Herrn, der mit Dir ze. 
Amen. 

20 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


VII. Zum zweiten Hauptſtück. 


Allmächtiger, ewiger Gott, der Du uns gelehret haſt in rechtem Glauben zu wiſ— 
ſen und zu bekennen, daß Du, Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt, ein einiger, 
ewiger Gott biſt voller Gnade und Erbarmen, der Du uns geſchaffen, erlöſet und 
geheiligt haſt nach Deiner unendlichen Liebe und Barmherzigkeit: wir bitten Dich, 
Du wolleſt uns bei ſolchem Glauben allezeit feſt erhalten und uns Gnade ver— 
leihen, daß wir Dich allezeit ehren, loben und preiſen, der Du lebeſt und regiereſt 
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 


VIII. Zum dritten Hauptſtück. 


Herr Gott, himmliſcher Vater, der Du uns durch Jeſum Chriſtum, Deinen lie— 
ben Sohn, ſelbſt gelehret haſt, daß wir getroſt und mit aller Zuverſicht Dich bitten 
ſollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater: wir bitten Dich, Du wolleſt unſer 
Gebet und Flehen allezeit gnädiglich annehmen und erhören, auf daß wir Dich her— 
nach loben und Dir danken mögen immerdar: durch denſelben Deinen lieben Sohn, 
unſern Herrn, der mit Dir c. Amen. 


IX. Zum vierten Hauptſtück. 


Hilf, lieber Herre Gott, daß wir an unſre ſelige Taufe allezeit gedenken, uns 
derſelben wider alle Anfechtung tröſten, und darnach chriſtlich leben, Dir uns mit 
Seele und Leib ganz und gar ergeben, Dein eigen ſein und in Ewigkeit bleiben um 
Chriſti Jeſu willen, der mit Dir und dem heiligen Geiſte lebet und regieret in 
Ewigkeit. Amen. 


X. Zum fünften Hauptſtück. 


Gnädiger Gott, lieber himmliſcher Vater, wir danken Dir von Herzen, daß Du 
durch Deinen lieben Sohn, Jeſum Chriſtum, das heilige hochwürdige Abendmahl 
uns zu gut haſt eingeſetzet, darinnen Er uns wahrhaftig unter dem geſegneten Brot 
und Wein mit Seinem Leib und Blut zur Vergebung unſrer Sünden ſpeiſet und 
tränket: und wir bitten Dich, verleihe auch uns die Gnade, daß wir zu Deiner Zeit 
wohl bereitet dazu kommen und ſolcher herrlichen Gabe würdiglich gebrauchen und 
unſer Leben hernach heilig anſtellen, bis wir endlich ſelig werden durch denſelben 
Deinen lieben Sohn Jeſum Chriſtum unſern Herrn, der mit Dir c. Amen. 


21 


Schluß der Sonntagſchule. 


Zum Schluß wird ein Lieb geſungen. Darauf ſprechen Alle zuſammen: 


Das Vaterunſer. 


Vater unſer, der Du biſt im Himmel. Geheiliget werde Dein Name. Dein 
Reich komme. Dein Wille geſchehe wie im Himmel, alſo auch auf Erden. Unſer 
täglich Brod gib uns heute. Und vergib uns unſre Schuld, als wir vergeben un— 
ſern Schuldigern. Und führe uns nicht in Verſuchung. Sondern erlöſe uns von 
dem Uebel. Denn Dein iſt das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewig⸗ 
keit. Amen. 


T Paſtor oder Superintendent: 


Laſſet uns benedeien den Herren. 


Schule: 


Gott fi e: wig- lich Dank. 


ä —— — 


e — — — — 


Darauf mag der Apoſtoliſche Segen geſungen werden. Siehe S. 280. 


22 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


Beſondere Gebete. 


Für Miſſion. 
I. 

Allmächtiger, ewiger Gott, der Du nicht willft den Tod der Sünder, ſondern daß 
ſie ſich bekehren und leben, nimm gnädiglich an unſer Gebet, und errette die Heiden 
von ihren gräulichen Abgöttereien, und verſammle ſie zu Deiner heiligen chriſtlichen 
Kirche, zu Lob und Ehren Deines Namens, durch unſern Herrn Jeſum Chriſtum, 
welcher mit Dir und dem heiligen Geiſt lebt und regieret in Ewigkeit. Amen. 


II. 


Allmächtiger Herr und Gott, der Du willſt, daß allen Menſchen geholfen werde 
und ſie zur Erkenntniß der Wahrheit kommen, der Du Deinen lieben Sohn, unſern 
Heiland Jeſum Chriſtum in die Welt geſendet haſt, alle Verlornen zu ſuchen und alle 
armen Sünder felig zu machen: wir bitten Dich, gib uns und allen Deinen Gläu- 
bigen Deinen Geiſt und Gnade, daß Dein Wort unter uns laufe und wachſe und 
ſein Schall gehe in alle Lande, auf daß aller Creatur das Evangelium gepredigt und 
viele Seelen bekehrt und errettet werden zum Preiſe Deines heiligen Namens, und 
alle Völker Dir danken, und alle Könige Dich anbeten, und alle Heiden Dir dienen 
in heiligem Schmuck durch Jeſum Chriſtum, Deinen lieben Sohn unſern Herrn, 
der mit Dir und dem heiligen Geiſte lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 


Gebet der Lehrer. 


Herr Gott, lieber Vater im Himmel, wir ſind wohl unwürdig des Amtes und 
Dienſtes, darin wir Deine Ehre verkündigen und der lieben Jugend pflegen und 
warten ſollen. Aber weil wir nun zu Lehrern an dieſer Schule berufen ſind, die 
Kinder auch der Lehre und des Unterrichts bedürfen, ſo ſei Du unſer Helfer und 
laß Deine heiligen Engel bei uns ſein. Gefällt es Dir dann, durch uns etwas 
auszurichten zu Deinen Ehren und nicht zu unſer oder der Menſchen Ruhm, ſo 
verleihe uns auch aus lauter Gnade und Barmherzigkeit den rechten Verſtand Dei— 
nes Wortes und vielmehr, daß wirs auch thun mögen. O Jeſu Chriſte, Sohn 
des lebendigen Gottes, Hirte und Biſchof unſrer Seelen, ſende Deinen heiligen 
Geiſt, der mit uns das Werk treibe, ja der in uns wirke das Wollen und Voll— 
bringen durch Deine göttliche Kraft, der Du mit dem Vater und dem heiligen 
Geiſte lebeſt und regiereſt in Ewigkeit. Amen. 


23 


Ordnung des Gottesdienſtes. 


Für eine Lehrerverſammlung. 


Allmächtiger, barmherziger Gott, durch deſſen Gabe allein Deine Gläubigen Dir 
recht und löblich dienen können, ſiehe in Gnaden herab auf Deine Knechte, die Du 
zu Lehrern in der Sonntagſchule berufen haſt, und verleihe uns, daß wir das Werk, 
das Du uns gegeben, treulich ausrichten mögen. Gib uns Weisheit und Er- 
kenntniß, Luſt und Eifer zu unſrer Arbeit, daß wir darin ausharren und Frucht 
ſchaffen. Laß die Liebe Chriſti uns dringen zu thun, was wir können, auf daß die 
uns anvertrauten Seelen in der heilſamen Erkenntniß unterrichtet, im rechten 
Glauben geheiliget und erhalten und durch Chriſti Kraft zur Seligkeit errettet wer⸗ 
den. Gib, daß ſie das Wort der Unterweiſung mit aller Sanftmuth und Liebe 
annehmen und fleißig und treulich thun, was von ihnen gefordert iſt. Laß ſie zu 
tüchtigen und brauchbaren Menſchen heranwachſen, die die Lehre Gottes, ihres 
Heilandes, zieren, verleugnen das ungöttliche Weſen und die weltlichen Lüſte, und 
züchtig, gerecht und gottjelig leben in dieſer Welt. Laß fie im wahren Glauben er- 
bauet und lebendige und thätige Glieder der Kirche werden, damit ſie einſt als 
fromme und getreue Knechte eingehen mögen zu ihres Herrn Freude. Solches 
Alles und was uns ſonſt nöthig und dienlich iſt, bitten wir demüthiglich in dem 
Namen und durch das Verdienſt Jeſu Chriſti, unſres einigen Heilandes und Er- 
löſers, der mit Dir in Einigkeit des heiligen Geiſtes lebet und regieret in Ewigkeit. 
Amen. 


Verzeichniß 


der 


Epiſteln und Lvangelien des Kirchenjahres. 


Namen der Sonn⸗ u. Feſttage. Epiſteln. en Evangelien. 
— 

RR? U nn nnncsonee] -MOMMEL. 13, TE Dr en 21, 1—9. 
dr e :. Lucä 21, 236. 
HER — ä Korinther 4, 15 . . Matthäi 11, 2-10. 

ne -Philipper 4, 4—7 - .-Jobannis 1, 19—28. 

Gore 225 .. Tit. 2. 11—14 oder Jeſ. 9, a hasssensse Luca 2, 114. 
2ter Chriſtfctertag. Denne ee Luca 2, 15—2. 
Sonntag nach dem m Shriffeit 22 [Galater 4 1-7. 3 Luca 2, 3—40. 
Syiyeiterabenv... .. . II. Timotheum 4, 1-8. RER Luca 12, 35—40. 
Neujahrstag. . ———. Galater 3 899 Lucä 2, 21. 
Sonntag nach Neujahr . .J. Petri 4, 12— 19. e Matthäi 2, 13—23. 
Epiphanias | Jeſajas 60, 1-6 ————— —ͤ—ũ—O—“ .. Matthäi 2, 1—12. 
Sonntage nach Epiphanias. : 
r [Vömer 12. 16. Fe Luca 2, 41—52. 
e Römer 12, 716. . . al Johannis 2, 1—11. 
3. . ... . . ..... Römer 12, 1721 . aer Matthäi 8. 1—13. 
4. ...... .. .. . . . . . .. Römer 13, 8-10... . 22242525 Matthäi 8. 23—27. 
. T lier D lr Matthäi 13. 24—30. 
5. een dl. Petri 1, 1621 Ra Matthäi 17, 1—9. 
Sonntag Septuageſtmä 7 Korinther 9, 210,5. 2 Matthäi 20, 1—16. 
Sonntag Serageſim II. Korinther 11, 19—12, 9—— Luca 8. 4—15. 
Sonntag Quinquageſimd ...... I. Korinther 13, 113. eneennn Luca 18, 31—43. 
2 
1 Invoca vit... ...... ... . II. Korinther 6, 110. . Matthäi 4, 1—11. 
2 Neminiscere .J. Theſſalonicher 4, 17 . Matthäi 15, 21—28. 
3 Oculi—— .. . -Eyheſer 5, 119. es Lucä 11, 14-8. 
4 Latare ...... Galater . BE Jobannis 6, 1—15. 
—— ——— — Hebräer, 9, 11—15. . . 3 Johannis 8, 46—59. 
5 — nen -Philipper 2, 5—11 . Ph Matthäi 21. 1—9. 
1 ——————õ -I. Korinther 11, 3—32......... Fe Johannis 13, 1—15. 
Charfreitag ..... . .. Zeſajas 52, 1333. 12... e-. Paſſionsgeſchichte. 
— . = eher 8 RENATE 7 9 Marci 16. 1—8. 
eee eee eee „, Oſte 1 hi 5. 
. | poft eſchichte 10, 34—41 Lucä 2, 13—35 
1 Quaſimodogeniti . 1. Johannis 5, 4—12. | A 2 Johannis 20 19-31. 
2 Miſericordias Domini... .. I. Petri 2, 1225 Johannis 10, 12—16. 
. % Johannis 16, 16—23a. 
H r / » FREIRADERE. Johannis 16. 5—15. 
r Jakobi . A ee Johannis 16, 23—305. 


r 
a bis: werdet ihr mich nichts fragen. 
5 von: Wahrlich, wahrlich, ich ſage euch. 


25 


Epiſteln und Evangelien. 


Namen der Sonn⸗ u. Feſttage. Epiſteln. Evangelien. 
Feſt der Himmelfahrt |. b an „a. Marci 16, 14—20. 
r LE 3 BER SAN DERROEAANE Johannis 15, 26—16, 4. 
Pfingſtfeſt. n Apoſtel⸗ Geſchichte 2, 1—13...... . Johannis 14, 3—31. 
Dringitmontag... 1 Apoſtel-Geſchichte 10, 42186. 22... Jobannis 3, 16—21. 
— n r Bi A Johannis 3, 1—15. 
— nach Trinitatis. 
eren ohannis 4, 16— 21d... . .. Lucd 16, 19—31. 
ee A c I Ideas? „ Lucä 14, 16—24. 
n re] a I. Petri 5, —— 3 Lucä 15, 1—10. 
P Römer . R Luca 6, 36—42. 
EEE BE denn .J. Petri s „ kant: Luca 5, 1—11. 
6 P 3 r ra Matthäi 5, 2—28. 
. Ä nr, on Be: . Marci 8. 1—9. 
. r ( WERT RER Matthäi 7, 15—23. 
. EEE TRUE J. Korinther 10, 6—13. | 220.0... Luca 16. 1—9. 
R J. Korinther 12, 111. Luca 19, 41—48. 
1 ˙—ͥ-ᷣ̃ — IT Korinther 15, 1—10.......... | 200200... Luca 18, 9—14. 
TE Ve A II. Korinther 3, 4—11.......... 3 Marci 7, 31—37. 
B. A A Be 7 Gala 1 Tannen Luca 10, 3—37. 
: ß ME 6 Galater 5, 1624. | oanonunee Lucd 17, 11—19. 
I. Deu a. Galater 5, 5—6, 10............. |ornsen.e. Matthäi 6, 2a—3, 
BE A ai TE Epheſer 3, 13— 21. 3 Luca 7, 1117. 
P Epbeſer 4. 16. se Luca 14,1—11. 
18. SB 2 a L. Krise de Matthäi 22, 34—46. 
1 „ Epheſer 4. 228. | enneneene Matthäi 9, 1—8. 
. Epbeſer 5, 121. .. Matthäi 22. 114. 
P BE GIRECHREEEN -Epheſer 6, 10—17. .. . sonne Johannis 4, 47—54. 
BE Dina -Philipper 1, Il ernennen. DEE Matthäi 18, 23—35. 
5 -Philipper 3, 1721 n Matthäi 22, 15—22. 
% „ \-Roloffer . Matthäi 9, 18— 28. 
. 5. J. Theſſalonicher 4. 13—18.—— Matthäi 24, 15—28. 
PPP II. Pet. 3,314 0. II. Theſſ. 13-10 Mattbäi 25, 31—46. 
— K I. Theſſalonicher 5, 1—11...... Mat. 25, 113 od. Mat. 5, 1-12, 


e bis: in dem Namen des Herrn. 
d von: Gott iſt die Liebe. 
e bis: Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. 


26 


Der kleine Katechismus. 


I. Die Zehen Gebote, 


wie ſie ein Hausvater ſeinem Geſinde einfältiglich vorhalten ſoll. 


Das erſte Gebot. 
Du ſollſt nicht andere Götter haben. 
Was iſt das? 
Wir ſollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. 


Das andere Gebot. 
Du ſollſt den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen. 
Was iſt das? 
Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei Seinem Namen nicht fluchen, 
ſchwören, zaubern, lügen oder trügen; ſondern denſelbigen in allen Nöthen an- 
rufen, beten, loben und danken. 


Das dritte Gebot. 
Du ſollſt den Feiertag heiligen. 
Was iſt das? 
Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und Sein Wort nicht 
verachten; ſondern daſſelbige heilig halten, gerne hören und lernen. 


Das vierte Gebot. 

Du ſollſt deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohl gehe, und du 
lange lebeſt auf Erden. 

Was iſt das? 

Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſere Eltern und Herren nicht 
verachten noch erzürnen; ſondern ſie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, 
lieb und werth haben. 

27 


Der kleine Katechismus. 


Das fünfte Gebot. 

Du ſollſt nicht tödten. 

Was iſt das? 

Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſerem Nächſten an ſeinem Leibe 
keinen Schaden noch Leid thun; ſondern ihm helfen und fördern in allen Leibes- 
nöthen. 

Das ſechste Gebot. 

Du ſollſt nicht ehebrechen. 

Was iſt das? f 

Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir keuſch und züchtig leben in Worten 
und Werken, und ein jeglicher ſein Gemahl lieben und ehren. 


Das ſiebente Gebot. 
Du ſollſt nicht ſtehlen. 
Was iſt das? 
Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſers Nächſten Geld oder Gut 
nicht nehmen, noch mit falſcher Waare oder Handel an uns bringen, ſondern ihm 
ſein Gut und Nahrung helfen beſſern und behüten. 


Das achte Gebot. . 


Du ſollſt nicht falſch Zeugniß reden wider deinen Nächſten. 

Was iſt das? 

Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſern Nächſten nicht fälſchlich be⸗ 
lügen, verrathen, afterreden oder böſen Leumund machen; ſondern ſollen ihn ent- 
ſchuldigen, Gutes von ihm reden, und Alles zum Beſten kehren. 


Das neunte Gebot. 


Du ſollſt nicht begehren deines Nächſten Haus. 

Was iſt das? 

Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſerm Nächſten nicht mit Liſt 
nach ſeinem Erbe oder Hauſe ſtehen und mit einem Schein des Rechten an uns 
bringen; ſondern ihm daſſelbige zu behalten förderlich und dienſtlich ſein. 


Das zehnte Gebot. 
Du ſollſt nicht begehren deines Nächſten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder was 
ſein iſt. 
28 


Der kleine Katechismus. 


Was iſt das? 

Wir ſollen Gott fürchten und lieben, daß wir unſerm Nächſten nicht ſein Weib, 
Geſinde, oder Vieh abſpannen, abdringen oder abwendig machen; ſondern die— 
ſelbigen anhalten, daß fie bleiben und thun, was ſie ſchuldig find, 


Was ſagt nun Gott von dieſen Geboten allen? ö 

Er ſagt alſo: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, ſo 
Mich haſſen, die Sünde der Väter heimſucht an den Kindern bis ins dritte und 
vierte Glied; aber denen, ſo Mich lieben und Meine Gebote halten, den'n thue 
Ich wohl in tauſend Glied. 


Was iſt das? 

Gott dräuet zu ſtrafen Alle, die dieſe Gebote übertreten; darum ſollen wir uns 
fürchten vor Seinem Zorn, und nicht wider ſolche Gebote thun. Er verheißt aber 
Gnade und alles Gute Allen, die ſolche Gebote halten; darum ſollen wir Ihn auch 
lieben und vertrauen, und gerne thun nach Seinen Geboten. 


II. Ber Glaube, 


wie ein Hausvater denſelbigen ſeinem Geſinde auf das einfältigſte vor— 
halten ſoll. 


Der erſte Artikel. Bon der Schöpfung. 


Ich glaube an Gott den Vater allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden. 


Was iſt das? 

Ich glaube, daß mich Gott geſchaffen hat ſammt allen Creaturen, mir Leib und 
Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft, und alle Sinne gegeben hat, 
und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Eſſen und Trinken, Haus und Hof, 
Weib und Kind, Acker, Vieh, und alle Güter; mit aller Nothdurft und Nahrung 
dieſes Leibes und Lebens reichlich und täglich verſorget, wider alle Fährlichkeit be- 
ſchirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret; und das alles aus lauter 
väterlicher, göttlicher Güte nnd Barmherzigkeit, ohne alle mein Verdienſt und 
Würdigkeit; des alles ich Ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen, und 
gehorſam zu ſein ſchuldig bin. Das iſt gewißlich wahr. 

29 


Der kleine Katechismus. 


Der andere Artikel. —Von der Erlöſung. 


Und an Jeſum Chriſtum, Seinen einigen Sohn, unſern Herrn, der empfangen 
iſt von dem heiligen Geiſt, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio 
Pilato, gekreuziget, geſtorben und begraben; niedergefahren zur Höllen, am dritten 
Tage wieder auferſtanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, ſitzend zur 
Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen Er kommen wird, zu richten 
die Lebendigen und die Todten. 

Was iſt das? 

Ich glaube, daß Jeſus Chriſtus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit ge⸗ 
boren, und auch wahrhaftiger Menſch, von der Jungfrau Maria geboren, ſei mein 
Herr, der mich verlornen und verdammten Menſchen erlöſet hat, erworben, und ge— 
wonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit 
Gold oder Silber, ſondern mit Seinem heiligen, theuren Blut und mit Seinem un— 
ſchuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich Sein eigen ſei und in Seinem Reich 
unter Ihm lebe, und Ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unſchuld und Seligkeit, 
gleichwie Er iſt auferſtanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das iſt 
gewißlich wahr. 


Der dritte Artikel. — Von der Heiligung. 


Ich glaube an den heiligen Geiſt, Eine heilige chriſtliche Kirche, die Gemeine der 
Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferſtehung des Fleiſches, und ein ewiges 
Leben. Amen. 


Was iſt das? 

Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jeſum Chriſtum, 
meinen Herrn, glauben oder zu Ihm kommen kann; ſondern der heilige Geiſt hat 
mich durchs Evangelium berufen, mit Seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben 
geheiliget und erhalten, gleichwie Er die ganze Chriſtenheit auf Erden beruft, ſamm— 
let, erleuchtet, heiliget und bei Jeſu Chriſto erhält im rechten, einigen Glauben, in 
welcher Chriſtenheit Er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich ver— 
gibt, und am jüngſten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir 
ſammt allen Gläubigen in Chriſto ein ewiges Leben geben wird. Das iſt gewiß— 
lich wahr. . 


Der kleine Katechismus. 


III. Das Vater Anſer, 


wie ein Hausvater daſſelbige ſeinem Geſinde auf das einfältigſte vor— 
halten ſoll. 


Vater unſer, der Du biſt im Himmel. 

Was iſt das? 

Gott will uns damit locken, daß wir glauben ſollen, Er ſei unſer rechter Vater, 
und wir Seine rechten Kinder, auf daß wir getroſt und mit aller Zuverſicht Ihn 
bitten ſollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. 


Die erſte Bitte. 

Geheiliget werde Dein Name. 

Was iſt das? 

Gottes Name iſt zwar an ihm ſelbſt heilig; aber wir bitten in dieſem Gebet, 
daß er bei uns auch heilig werde. 

Wie geſchieht das? 

Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die 
Kinder Gottes darnach leben. Des hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber 
anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den 
Namen Gottes. Da behüt uns vor, himmliſcher Vater! 


Die andere Bitte. 

Dein Reich komme. 

Was iſt das? 

Gottes Reich kommt wohl ohn unſer Gebet von ihm ſelbſt, aber wir bitten in 
dieſem Gebet, daß es auch zu uns komme. 

Wie geſchieht das? 

Wenn der himmliſche Vater uns Seinen heiligen Geiſt gibt, daß wir Seinem 
heiligen Wort durch Seine Gnade glauben, und göttlich leben, hie zeitlich und dort 
ewiglich. 

Die dritte Bitte. 


Dein Wille geſchehe, wie im Himmel, alſo auch auf Erden. 
Was iſt das? 
Gottes guter gnädiger Wille geſchieht wohl ohn unſer Gebet; aber wir bitten in 
dieſem Gebet, daß er auch bei uns geſchehe. 
31 


Der kleine Katechismus. 


Wie geſchieht das? 

Wenn Gott allen böſen Rath und Willen bricht und hindert, ſo uns den Namen 
Gottes nicht heiligen und Sein Reich nicht kommen laſſen wollen, als da iſt des 
Teufels, der Welt und unſers Fleiſches Wille; ſondern ſtärket und behält uns 
feſte in Seinem Wort und Glauben bis an unſer Ende. Das iſt Sein gnädiger 
guter Wille. 

Die vierte Bitte. 

Unſer täglich Brot gib uns heute. 

Was iſt das? 

Gott gibt täglich Brot auch wohl ohn unſre Bitte allen böſen Menſchen; aber 
wir bitten in dieſem Gebet, daß Er uns erkennen laſſe und mit Dankſagung em- 
pfahen unſer täglich Brot. 

Was heißt denn täglich Brot? 

Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehört, als Eſſen, Trinken, 
Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme 
Kinder, fromm Geſinde, fromme und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, 
Friede, Geſundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. 


Die fünfte Bitte. 

Und vergib uns unſre Schuld, als wir vergeben unſern Schuldigern. 

Was iſt das? 

Wir bitten in dieſem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht anſehen wolle unſre 
Sünde, und um derſelbigen willen ſolche Bitte nicht verſagen; denn wir ſind der 
keines werth, das wir bitten, habens auch nicht verdienet; ſondern Er wolls uns 
Alles aus Gnaden geben; denn wir täglich viel ſündigen, und wohl eitel Strafe 
verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohl- 
thun denen, die ſich an uns verſündigen. ö 


Die ſechste Bitte. 

Und führe uns nicht in Verſuchung. 

Was iſt das? 

Gott verſucht zwar Niemand, aber wir bitten in dieſem Gebet, daß uns Gott 
wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unſer Fleiſch 
nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweifeln und andere große Schande 
und Laſter; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen 


und den Sieg behalten. 
32 


Der kleine Katechismus. 


Die ſiebente Bitte. 


Sondern erlöſe uns von dem Uebel. 

Was iſt das? 

Wir bitten in dieſem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel 
von allerlei Uebel Leibs und Seele, Guts und Ehre erlöſe, und zuletzt, wenn unſer 
Stündlein kommt, ein feliges Ende beſcheere, und mit Gnaden von dieſem Jammer- 
thal zu ſich nehme in den Himmel. 

i Schluß. 

Denn Dein iſt das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. 
Amen. 

Was iſt das? 

Daß ich ſoll gewiß ſein, ſolche Bitten ſind dem Vater im Himmel angenehm und 
erhöret; denn Er ſelbſt hat uns geboten alſo zu beten, und verheißen, daß Er uns 
will erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es ſoll alſo geſchehen. 


2 


IV. Jas Sacrament der heiligen Taufe, 
wie daſſelbige ein Hausvater ſeinem Geſinde ſoll einfältiglich vorhalten. 


I. Was iſt die Taufe? 

Die Taufe iſt nicht allein ſchlecht Waſſer, ſondern ſie iſt das Waſſer in Gottes 
Gebot gefaſſet und mit Gottes Wort verbunden. 

Welches iſt denn ſolch Wort Gottes? 

Da unſer Herr Chriſtus ſpricht, Matthäi am letzten: Gehet hin in alle Welt, 
lehret alle Heiden, und taufet ſie im Namen des Vaters, und des Sohns, und des 
heiligen Geiſtes. 

II. Was gibt oder nützet die Taufe? 

Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöſet vom Tod und Teufel, und gibt die 
ewige Seligkeit Allen, die es glauben, wie die Wort und Verheißung Gottes 
lauten. 

Welches ſind ſolche Wort und Verheißung Gottes? 

Da unſer Herr Chriſtus ſpricht, Marci am letzten: Wer da glaubet und getauft 
wird, der wird ſelig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. 

3 33 


Der kleine Katechismus. 


III. Wie kann Waſſer ſolche große Dinge thun? 

Waſſer thuts freilich nicht, ſondern das Wort Gottes, fo mit und bei dem Waſſer 
ift, und der Glaube, fo ſolchem Wort Gottes im Waſſer trauet. Denn ohne Got- 
tes Wort iſt das Waſſer ſchlecht Waſſer, und keine Taufe; aber mit dem Wort 
Gottes iſts eine Taufe, das iſt ein gnadenreich Waſſer des Lebens und ein Bad der 
neuen Geburt im heiligen Geiſt, wie St. Paulus ſagt zu Tito am 3. Cap.: 

Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geiſtes, welchen 
Er ausgegoſſen hat über uns reichlich, durch Jeſum Chriſtum, unſern Heiland, auf 
daß wir durch deſſelben Gnade gerecht, und Erben ſeien des ewigen Lebens nach der 

Hoffnung. Das iſt je gewißlich wahr. 

IV. Was bedeutet denn ſolch Waſſertaufen? 

Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reu und Buße ſoll erſäuft 
werden und ſterben mit allen Sünden und böſen Lüſten, und wiederum täglich 
herauskommen und auferſtehen ein neuer Menſch, der in Gerechtigkeit und Reinig⸗ 
keit vor Gott ewiglich lebe. 

Wo ſteht das geſchrieben? 

St. Paulus zu den Römern am ſechsten ſpricht: Wir ſind ſammt Chriſto durch 
die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Chriſtus iſt von den Todten aufer- 
wecket durch die Herrlichkeit des Vaters, alſo ſollen wir auch in einem neuen Leben 
wandeln. 


Wie man die Einfältigen ſoll lehren beichten. 

Was iſt die Beichte? 

Die Beichte begreift zwei Stücke in ſich: eines, daß man die Sünden bekenne; 
das andre, daß man die Abſolution oder Vergebung von dem Beichtiger empfahe, 
als von Gott ſelbſt, und ja nicht daran zweifele, ſondern feſte glaube, die Sünden 
ſeien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. 

Welche Sünde ſoll man denn beichten? 


Vor Gott ſoll man aller Sünden ſich ſchuldig = auch die wir nicht erfennen, 
wie wir im Vaterunſer thun; aber vor dem Beichtiger follen wir allein die Sünden 
bekennen, die wir wiſſen und fühlen im Herzen. 

Welche ſind die? 

Da ſiehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, 
Tochter, Herr, Frau, Knecht ſeieſt, ob du ungehorſam, untreu, unfleißig geweſen 
ſeieſt, ob du Jemand leide gethan haſt mit Woͤrten oder Werken, ob du geſtohlen, 
verſäumet, verwahrloſt, Schaden gethan haſt. 

34 


Der kleine Katechismus. 


V. Das Sacrament des Altars, 
wie ein Hausvater daſſelbige ſeinem Geſinde einfältiglich vorhalten ſoll. 


Was iſt das Sacrament des Altars? 

Es iſt der wahre Leib und Blut unſers Herrn Jeſu Chriſti, unter dem Brot und 
Wein, uns Chriſten zu eſſen und zu trinken, von Chriſto ſelbſt eingeſetzt. 

Wo ſtehet das geſchrieben? N 

So ſchreiben die heiligen Evangeliſten Matthäus, Marcus, Lucas, und St. 
Paulus: 

Unſer Herr Jeſus Chriſtus in der Nacht, da Er verrathen ward, nahm Er das 
Brot, dankte und brachs und gabs ſeinen Jüngern, und ſprach: Nehmet hin, eſſet, 
das iſt Mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches thut zu Meinem Gedächt— 
niß. 

Deſſelben gleichen nahm Er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab 
ihnen den, und ſprach: Nehmt hin und trinket Alle daraus. Dieſer Kelch iſt das 
neue Teſtament in Meinem Blut, das für euch vergoſſen wird zur Vergebung der 
Sünden. Solches thut, ſo oft ihrs trinket, zu Meinem Gedächtniß. 


Was nützet denn ſolch Eſſen und Trinken? 

Das zeigen uns dieſe Worte: „Für euch gegeben und vergoſſen, zur Vergebung 
der Sünden,“ nämlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben 
und Seligkeit durch ſolche Worte gegeben wird. Denn wo Vergebung der Sünden 
iſt, da iſt auch Leben und Seligkeit. 

Wie kann leiblich Eſſen und Trinken ſolche große Dinge thun? 

Eſſen und Trinken thuts freilich nicht, ſondern die Worte, ſo da ſtehen: „Für 
euch gegeben und vergoſſen zur Vergebung der Sünden;“ welche Worte ſind neben 
dem leiblichen Eſſen und Trinken als das Hauptſtück im Sacrament, und wer den— 
ſelben Worten glaubet, der hat, was fie ſagen und wie fie lauten, nämlich Ver- 
gebung der Sünden. a 


Wer empfähet denn ſolch Sacrament würdiglich? 

Faſten und leiblich ſich bereiten iſt wohl eine feine äußerliche Zucht, aber der iſt 
recht würdig und wohlgeſchickt, wer den Glauben hat an dieſe Worte: „Für euch 
gegeben und vergoſſen, zur Vergebung der Sünden.“ Wer aber dieſen Worten 
nicht glaubet oder zweifelt, der iſt unwürdig und ungeſchickt; denn das Wort „Für 
euch“ fordert eitel gläubige Herzen. 

35 


Der kleine Katechismus. 


Wie ein Hausvater ſein Geſinde ſoll lehren Morgens und Abends ſich 
ſegnen. 


Der Morgenſegen. 


T Des Morgens, fo du aus dem Bette fährſt, ſollſt du dich ſegnen mit dem heiligen Kreuz und 8 
ſagen: 


Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt! Amen. 


Darauf knieend oder ſtehend den Glauben und Vaterunſer. Willſt du, ſo magſt du 
dies Gebetlein dazu ſprechen: 

Ich danke Dir, mein himmliſcher Vater, durch Jeſum Chriſtum, Deinen lieben 
Sohn, daß Du mich dieſe Nacht vor allem Schaden und Fahr behütet haſt, und 
bitte Dich, Du wolleſt mich dieſen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, 
daß Dir alle mein Thun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, mein Leib und 
Seele und Alles in Deine Hände. Dein heiliger Engel ſei mit mir, daß der böſe 
Feind keine Macht an mir finde! Amen. 8 


Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied geſungen, als die zehn 
Gebote, oder was deine Andacht gibt. 


Der Abendſegen. 


Des Abends, wenn du zu Bette gehſt, ſollſt du dich ſegnen mit dem heiligen Kreuz und ſagen: 
Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geiſt! Amen. 


Darauf knieend oder ſtehend den Glauben und Vaterunſer. Willſt du, ſo magſt du 
dies Gebetlein dazu ſprechen: 

Ich danke Dir, mein himmliſcher Vater, durch Jeſum Chriſtum, Deinen lieben 
Sohn, daß Du mich dieſen Tag gnädiglich behütet haft, und bitte Dich, Du wol⸗ 
leſt mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich dieſe 
Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, mein Leib und Seele und Alles 
in Deine Hände. Dein heiliger Engel ſei mit mir, daß der böſe Feind keine Macht 
an mir finde! Amen. N 


T Und alsdann flugs und fröhlich geſchlafen. 


36 


Der kleine Katechismus. 


Wie ein Hausvater ſein Geſinde ſoll lehren das Benedicite und Gratias 
ſprechen. 
T Die Kinder und Geſinde ſollen mit gefalten Händen und züchtig vor den Tiſch treten und 
ſprechen: 


Aller Augen warten auf Dich, Herr, und Du gibſt ihnen ihre Speiſe zu ſeiner 
Zeit. Du thuſt Deine milde Hand auf und ſättigeſt Alles, was lebt, mit Wohl— 
gefallen. 


Darnach das Vaterunſer und dies folgende Gebet: 


Herr Gott, himmliſcher Vater, ſegne uns und dieſe Deine Gaben, die wir von 
Deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn! 
Amen. | 


Das Gratias. 


T Alfo auch nach dem Eſſen jollen ſie gleicher Weiſe thun, züchtig und mit gefalten Händen 
ſprechen: 

Danket dem Herrn, denn Er iſt freundlich, und Seine Güte währet ewiglich, der 
allem Fleiſche Speiſe gibt, der dem Vieh ſein Futter gibt, den jungen Raben, die 
Ihn anrufen. Er hat nicht Luft an der Stärke des Roſſes, noch Gefallen an Je- 
mandes Beinen. Der Herr hat Gefallen an denen, die Ihn fürchten, und die auf 
Seine Güte warten. 


Darnach das Vaterunſer und dies folgende Gebet: 


Wir danken Dir, Herr Gott Vater, durch Jeſum Chriſtum, unſern Herrn, für 
alle Deine Wohlthat, der Du lebeſt und regiereſt in Ewigkeit! Amen. 


Die Haustafel etlicher Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, 
dadurch dieſelbigen, als durch eigene Lection ihres Amts und Dienſts, 
5 zu vermahnen. 


Den Biſchöfen, Pfarrherren und Predigern. 


Ein Biſchof ſoll unſträflich ſein, Eines Weibes Mann, nüchtern, ſittig, mäßig, 
gaſtfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinſäufer, nicht beißig, nicht unehrliche Handthie— 
rung treiben, ſondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der ſeinem eigenen 

37 


Der kleine Katechismus. 


Hauſe wohl vorſtehe, der gehorſame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein 
Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß iſt und lehren kann, auf daß er mäch— 
tig ſei, zu ermahnen, durch die heilſame Lehre, und zu ſtrafen die Widerſprecher. 
1 Timoth. 3. 


Was die Gemeine ihren Lehrern und Seelſorgern zu thun ſchuldig iſt. 


Der Herr hat befohlen, daß die, ſo das Evangelium verkündigen, ſollen ſich vom 
Evangelio nähren. 1 Cor. 9: 14. 

Der unterrichtet wird mit dem Worte, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn 
unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läſſet ſich nicht ſpotten. Gal. 6: 6, 7. 

Die Aelteſten, die wohl vorſtehen, halte man zwiefacher Ehren werth, ſonderlich, 
die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es ſpricht die Schrift: Du ſollſt 
dem Ochſen, der da driſchet, nicht das Maul verbinden; und: Ein Arbeiter iſt 
feines Lohnes werth. 1 Tim. 5 : 17, 18. 

Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch 
vorſtehen in dem Herrn, und euch ermahnen. Habet ſie deſto lieber um ihres 
Werks willen, und ſeid friedſam mit ihnen. 1 Theſſ. 5: 12, 13. 

Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, denn ſie wachen über eure Seelen, als 
die da Rechenſchaft dafür geben ſollen; auf daß ſie das mit Freuden thun, und 
nicht mit Seufzen, denn das iſt euch nicht gut. Heb. 13: 17. 


Von weltlicher Obrigkeit. 


Jedermann ſei unterthan der Obrigkeit, denn die Obrigkeit, ſo allenthalben iſt, iſt 
von Gott geordnet. Wer aber der Obrigkeit widerſtrebt, der widerſtrebt Gottes 
Ordnung; wer aber widerſtrebet, wird ſein Urtheil empfahen. Denn ſie trägt das 
Schwert nicht umſonſt, ſie iſt Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über die, 
ſo Böſes thun. Röm. 13. 


Was die Unterthanen der Obrigkeit zu thun ſchuldig ſind. 


Gebet dem Kaiſer, was des Kaiſers iſt, und Gott, was Gottes iſt. Matth. 22 
21. 

So ſeid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, ſondern 
auch um des Gewiſſens willen. Derohalben müſſet ihr auch Schoß geben, denn es 
ſind Gottes Diener, die ſolchen Schutz ſollen handhaben. So gebet nun Jeder— 
mann was ihr ſchuldig ſeid: Schoß, dem Schoß gebühret; Zoll, dem Zoll ge— 
bühret; Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 
13: 5-7. 

38 


Der kleine Katechismus. 


So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerſt thue Bitte, Gebet, Für— 
bitte und Dankſagung für alle Menſchen, für die Könige und für alle Obrigkeit, 
auf daß wir ein ruhiges und ſtilles Leben führen mögen, in aller Gottſeligkeit und 
Ehrbarkeit. Denn ſolches iſt gut, dazu auch angenehm vor Gott unſerm Heilande. 
1 Tim. 2: 1-3. Erinnere fie, daß fie den Fürſten und der Obrigkeit unterthan 
und gehorjam ſeien. Tit. 3: 1. 


Den Ehemännern. 


Ihr Männer, wohnet bei euern Weibern mit Vernunft, und gebet dem weib— 
lichen, als dem ſchwächſten Werkzeug, ſeine Ehre, als Miterben der Gnade des 
Lebens, auf daß euer Gebet nicht gehindert werde. 1 Petr. 3. Und ſeid nicht bitter 
gegen ſie. Coloſſ. 3. 


Den Eheweibern. 


Die Weiber ſeien unterthan ihren Männern als dem Herrn, wie Sara Abra— 
ham gehorſam war und hieß ihn Herr. Welcher Töchter ihr worden ſeid, ſo ihr 
wohl thut und nicht ſo ſchüchtern ſeid. 1 Petr. 3. 


Den Eltern. 


Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, daß ſie nicht ſcheu werden, ſondern 
ziehet fie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem Herrn. Epheſ. 6. 


Den Kindern. 


Ihr Kinder, ſeid gehorſam euren Eltern in dem Herrn, denn das iſt billig. 
Ehre Vater und Mutter. Das iſt das erſte Gebot, das Verheißung hat, näm— 
lich daß dirs wohl gehe, und lange lebeſt auf Erden. Epheſ. 6. 


Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern ꝛc. 


Ihr Knechte, ſeid gehorſam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in 
Einfältigkeit eures Herzens als Chriſto ſelbſt, nicht mit Dienſt allein vor Augen, 
als Menſchen zu gefallen, ſondern als die Knechte Chriſti, daß ihr ſolchen Willen 
Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Laßt euch dünken, daß ihr dem Herrn 
und nicht den Menſchen dienet, und wiſſet: was ein Jeglicher Gutes thut, das wird 
er empfahen, er ſei Knecht oder frei. 


Den Hausherren und Hausfrauen. 
Ihr Herren, thut auch daſſelbige gegen ihnen, und laßt euer Dräuen, und wiſſet, 
39 


Der kleine Katechismus. 
daß ihr auch einen Herrn im Su habt, und iſt bei Ihm kein Anſehen der Per- 
ſon. Epheſ. 6. 
Der gemeinen Jugend. 


Ihr Jungen, ſeid den Alten unterthan, und beweiſet darin die Demuth; denn 
Gott widerſtehet den Hoffärthigen, aber den Demüthigen gibt Er Gnade. So de— 
müthigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß Er euch erhöhe zu ſeiner 
Zeit. 1 Petri 5. 

Den Wittwen. 


Welche eine rechte Wittwe und einſam iſt, die ſtellt ihre Hoffnung auf Gott und 
bleibt am Gebet Tag und Nacht. 
Welche aber in Wollüſten lebt, die iſt lebendig todt. 1 Timoth. 5 


Der Gemeine. 


Liebe deinen Nächſten als dich ſelbſt. In dem Wort ſind alle Gebot verfaſſet. 
Röm. 13. Und haltet an mit Beten für alle Menſchen. 1 Tim. 2. 


Ein Jeder lern ſein Lection, 
So wird es wohl im Hauſe ſtehn. 


40 


Titurgiſche Geſänge. 


No. 1. Gloria Patri. 


e 


1557. 


Wie es * im An⸗ fang, jetzt und Im = = - merbar, 


se: —— 
„„ 


und von E- wig - ei zu - mwig= keit. A⸗ men. 


5 


Herr, er⸗barm Dich un = ſer; Ehri - fi, er⸗ 


Ch - re fi Gott in der Hö - - he, und auf 
2 1 m 2. 
De | 


= > 
1 
Er - den Fried, und den Menſchen ein Wohl- ge- fal - len. 


.—- 2 — 


42 


No. 4. Offertorium. 


Mel. G. Winer. 1648. 


E 

— u u a 2 
1. Schaffe in mir, Gott, ein rei-nes Her⸗ze, und gib mir ei- nen 
2. Trö⸗ ſte mich wie -der mit Deiner Hil- fe, und Er, der freudi-ge 


I -- | 2 — m 2 . 
—.— — — — 2 
5 See . 
1 = 


neu = en, ge-mwif- fen Geiſt. Ver- wirf mich nicht, Ver⸗wirf mich 
Geiſt, ent = hal- te mich. Wa ⸗ ſche mich wohl, Wa⸗ſche mich 


N 5 8 


B 


. 
— 


wohl von mei- ner Miſ⸗-ſe - that, Von mei- ner Mif- je- 


J | | 
nicht von Dei⸗nem An-ge - ſicht, Von Dei-nem At = ge- 


ſicht, Und nimm Dei- nen bei ⸗li⸗ gen Geiſt nicht von mir. 
that, Und rei - ni - ge mich von mei- ner Sün⸗ de. 


No. 5. Te Deum. 


Vorreformatoriſch. 


Erſter Chor. Zweiter Chor. 


zen =, (ee 1 


Herr Gott, Dich lo- ben wir, 


re ee 


Dich, Va⸗ter in E = wig⸗keit, Ehrt die Welt weit und breit. 
— 832 


All En⸗gel und Himmelsheer Und was die- net Deiner Ehr. 


Auch Ehesru-bim und Sera⸗phim 


Erſter Chor. Zweiter Chor. 


= 
Hei - lig it un=jer Gott, Hei = lig iſt un⸗ ſer Gott, 
Beide Chöre. 


un⸗ fer Gott, der wg re Ze-bn - uh. 


4 


Erſter Chor. Zweiter Chor. 
eg] r 
= „2525 -I En 
— | = le =: 
Dein göttlich Macht und Herrlichkeit Geht über Himm ! u. Er⸗den weit. 
Der hei⸗li⸗gen zwölf Boten Zahl Und die lie-ben Prophe⸗ten all, 
Die theuren Märtrer allzumal Loben Dich, Herr, mit großem Schall. 
Die ganze werthe Chriſtenheit Rühmt Dich auf Erden al-le Zeit. 
Dich, Gott Vater, im höchſten Thron, Deinen rechten und ein-gen Sohn, 
Den heilgen Geiſt und Tröſter werth Mit rechtem Dienſt ſie lobt und ehrt. 


re 


Du König der Ehren, Jeſu Chriſt, 
Der Jungfrau Leib nicht haſt verſchmäht, 


Gott Vaters ewger Sohn Du biſt; 
Z3au rlöſen das menſchlich Geſchlecht. 
Du haft dem Tod zerſtört fein Macht] And all Chriſten zum Himmelbracht. 
| 
\ 


Du ſitzſt zur Rechten Gottes gleich 


Mit al⸗ler Ehr ins Vaters Reich. 
Ein Rich⸗ter Du zukünftig biſt 


m 2 das todt er lebend in 


2 . Eee 


45 


Erſter Chor. 
Nun hilf uns, Herr, den 
Zweiter Chor. 
Die mit Deim theurn Blut 
. ——— a I 
7 wer zu www. zu we IE —— nn En U am 
se ͤ a 
Erſter Chor. 
or I 
ee: 


Laß uns im Himmel ha-ben Theil 


Die - nern Dein, 


er - 16 et 


Zweiter Chor. 


e 


Hilf Deinem Volk, Herr Jeſu Chriſt, 


Se 


Wart u. pfleg ihr zu al-ler Zeit 


Erſter Chor. Zweiter Chor. 


r 


— Pr u — 
— — 
A om — ur 
Be⸗hüt uns heut, o treuer Gott, Vor al⸗ler Sünd und Miſſe⸗that. 
Sei uns gnädig, o Her-re Gott, Sei uns gnädig in al- ler Noth. 
Zeig uns Deine Barmherzig⸗keit, | Wie unf-re Hoffnung zu Dir ſteht. 
. 2 2. 
— — — 
ä 
— 2 2 2 — 
Auf Dich hoffen wir, lieber Herr, In Schanden laß uns nimmermehr. 


=2j2. 72 zei 


Beide Chöre. 


No. 6. | Gloria in Excelsis. 


(Mit LAUDAMUS.) 
Straßburger Kirchenordnung. 1525. 


See 


des in der Hö- be, Und auf Er⸗ den 


Wir lo⸗ ben 


Men⸗ſchen ein Wohl - ge = fal = len. 


be- ne⸗ dei⸗ en Dich; Wir be-ten Dich an; | 


Wir preisfen Dich, Wir fa-gen Dir Dank um Dei⸗ ner 


GLORIA IN EXCELSIsS. 


pn @ 
gro- ßen Eh-re mil ⸗ len, 


ä 


all⸗ mad = ti - ger Ba = ter, Herr, ein - ge 


bor=ner Sohn 


— 


- ſu Chri- fi, Herr Gott, Lamm Got - teg, 


29 9 —— 
— — 


-Ezzz zz 


der Du binsnimmit die 


GLORIA IN ExcCELSIS. 


| Sünd der Welt, Er - barm Dich un - ſer; Der Du hin⸗ 


e e 
1 —— 


nimmſt die Sünd der Welt, nimm auf un = ſer Ge⸗ 
2 = — Sr: 2 
. — = | 
Era: — x = — 


bet; Der Du ſitz - et zur Rech- ten des Da - ters, 


555 


5 sa 555 


er ⸗barm Dich un ſer. Denn Du al- = biſt 


— Ze = > 


GLORIA IN EXCELSIS. 


+ en ja ef m: 
—— — —̃ͤ Y — — 
2— == 


—— 
hei = lig, Du biſt al- lein der Herr, Du biſt al⸗ 


der Höch⸗ ſte, Je⸗ ſu Chri- ſte, mit dem hei- li⸗ gen 


| | 
| Geiſt, in der Herr- lich - fit Got- tes des Da ters. 
E * * 


No. 7. Sanctus. 


Sees bel ee 


Hei = lig, nn lig, hei = lig iſt Gott der 3 


meer 


| Ze⸗ ba- oth, Al- le Lan - de find Sei- ner Eh- re voll. 


Be ee 


Ho⸗ fi- an⸗ na in der Hö - he! Se - lo- bet ſei 


e 


der da kommt im Na- men des Herrn, Ho- ſi- an- na in der Hö- be! 


e 


der Du trägſt die 


Welt, 


Sünd der gib uns Dei ⸗ nen 
| 


Nune Dimittis. 


2 * 
es 
ker er mn _ 
— 


5 
Du ge⸗ſagt 


x | I jr — 

— .— — 42 

R 
-- 

haſt; Denn mei- ne Au - gen 


E — 


NUN c DIMITTIs 


Ehr ſei dem Va⸗ ter, und dem Sohn, und dem hei- li- gen Geiſt; 


Wie es war im An- fang, jetzt und Im - = = mer-ar, 


+ — 
zu E- wig- keit. A - men. 


No. 10. Deus Misereatur. (Bi. 67.) 
Erſter Pſalmton.“ 


2. Daß wir auf Erden er⸗ [kennen] Seinen Weg, 
Unter allen | Heiden Sein Heil. 


3. Es danken Dir, | Gott, die Völker, 
Es danken Dir | alle Völker. 

4. Das Land gibt | fein Gewächs; 
Es | jegne uns Gott, unſer Gott. 

5. Es | jegne uns | Gott, || 
Und | alle Welt | fürchte Ihn. 

Ehr ſei dem Vater, und dem] Sohne, 

Und dem heiligen | Geiſte; 


Wie es war im Anfang, jetzt und | immerbar, || 
Und von Ewigkeit zu | Ewigkeit. Amen. 


No. II. Zweiter Pfalmton. 


*Nach den hier folgenden Pſalmtönen können auch die oben (S. 6 ꝛc.) ſtehenden Pfalmen, 
ſowie alle andern geſungen werden. 


56 


No. 12. Benedie, Anima mea. (Pf. 103.) 
Dritter Pſalmton. 


u} 
Sees — 


Und mas ee 
iſt, Seinen § hei- liegen PTamen. 


2. Lobe den Herrn, meine | Seele, 
Und vergiß nicht, was Er dir | Gutes ge= than hat. 

3. Der dir alle | deine] Sünde vergibt 

Und heilet alle | deine Ge⸗ brechen. 

4. Der dein Leben vom Ver⸗ derben er⸗löſet, 
Der dich krönet mit Gnade] und Barmherzigkeit. 

5. Lobet den Herrn, ihr] Seine | Engel, 
Ihr ſtarken Helden, die ihr Seinen Bef ausrichtet, daß man höre die 

Stimme Seines Worts. 

6. Lobet den Herrn, alle | Seine Heer- | ſchaaren; 
Seine Diener, die ihr | Seinen Willen thut. 

7. Lobet den Herrn, alle Seine Werke, an allen Orten | Seiner Herrſchaft; 
Lobe den Herrn, meine Seele. 


No. 13. Vierter Pſalmton. 
| 


No. 14. Jubilate Deo. (Si. 100.) 
Fünfter Pſalmton. 


1 3 dem Herrn, alle Welt. 
Dienet dem Herrn mit Freuden, Kommt vor Sein f 
Angeſicht / mit Froh-lock- en. 


2. Erkennet, daß der | Herr Gott iſt; 
Er hat uns gemacht, und nicht wir ſelbſt, zu Seinem Volk und zu Scha- 
fen] Seiner Weide. 
3. Gehet zu Seinen Thoren ein mit Danken, zu Seinen Vor- höfen mit 
Loben; 
Danket Ihm, lobet] Seinen | Namen, | 
4. Denn der Herr ift freundlich, und Seine Gnade | währet | ewig, |] 
Und Seine | Wahrheit | für und für, 


No. 15. Bonum est Confiteri. (Pf. 92.) 
Sechster Pſalmton. 


. | un. | a perngend AR 
Des 2: 


, Das iſt ein köſtlich } Und lobſingen * - a 
Ding / dem Herrn danken, Deinem Namen, Du Höchſter. 


2. Des Morgens Deine Gnade 
Und des Nachts Deine [Wahrheit ver- kündigen. 
3. Auf den zehn Saiten und | Pfalter || 
Mit Spielen | auf der | Harfen. 
4. Denn, Herr, Du läſſeſt mich fröhlich fingen von | Deinen | Werfen, || 
Und ich rühme die Gejchäfte | Deiner [Hände. 
58 


No. 16. Cantate Domino. (Pf. 98.) 
Siebenter Pſalmton. f 
zz 
— 


— 6 — 


Er thut Wun⸗der; 


„Der Herr läſſet Sein | Heil ver- kündigen, 
Vor den Völkern läſſet Er Seine Gerechtigkeit] offen- baren. 


.Er gedenket an Seine Gnade und Wahrheit dem] Haufe Israel; 
Aller Welt Enden ſehen das Heil | unſres Gottes. 


Jauchzet dem Herrn, | alle Welt, 
Singet, rühmet und lobet. 


. Lobet den | Herrn mit | Harfen, || 
Mit | Harfen und mit | Pfalmen, 


Die Waffer- ſtröme froh⸗ locken, 
Und alle Berge b jeien | fröhlich. 


x Bor dem Herrn, denn Er kommt das Erdreich zu richten; Er wird den Erd— 
boden richten | mit Ge- rechtigkeit 
Und die | Völker mit Recht. 


59 


No. 17. Venite Exultemus Domino. (Pf. 95.) 
Achter Pſalmton. 


Und jauchzen dem Hort ———-—22 — res Heils. 


2. Laſſet uns mit Danken vor Sein | Angefichte | kommen 
Und mit | Pſalmen Ihm | jauchzen, 


3. Denn der Herr | ift ein | großer Gott, 

Und ein großer König über | alle | Götter, 
4. Denn in Seiner Hand ift, was die | Erde | bringet, || 

Und die Höhen der | Berge find | auch Sein. 
5. Denn Sein ift das Meer, | und Er | hats gemacht, 

Und Seine Hände haben dag Trockne be- | reitet, 
6. Kommt, laſſet uns an- | beten und | fnieen, || 

Und niederfallen vor dem Herrn, der | ung ge- | macht hat. 
7. Denn Er ift | unfer [Gott, 

Und wir das Volk Seiner Weide und | Schafe | Seiner Hand. 
8. Kommt herzu, laßt uns dem | Herrn froh- locken, 

Und jauchzen dem Hort | unfres Heils. 


60 


No. 18. / Magnificat. 
Pilgerton. 


11 — — 
Be ee 00 ur 
+ 


= 2 - ne Seele er⸗ - - „hebt den Herrn, 


Und mein Geiſt freuet ſich Gottes mei- nes Hei- lands. 


2. Denn Er hat Seine elende Magd | ange- | ſehen; 
Siehe, von nun werden mich ſelig preiſen | alle | Kindskind. 
3. Denn Er hat große Ding an mir gethan, der da | mächtig iſt, 
Und des] Namen (heilig iſt. 
4. Und Seine Barmherzigkeit währet immer | für und für 
Bei denen, | die Ihn fürchten. 
5. Er übet Ge- walt mit | Seinem Arm, 
Und zerſtreuet die hoffärtig find in | ihres] Herzens Sinn. 
6. Er ſtößet die Ge- | walti- | gen vom Stuhl 
Und er⸗ hebt die Elenden. 
7. Die Hungrigen füllet | Er mit | Gütern || 
Und läßt die Reichen leer. 
8. Er venfet | der Barnı= herzigkeit 
Und hilft Seinem | Diener Israel auf. 
9. Wie Er geredt hat | unfern | Vätern 
Abraham und feinem | Samen | emwiglich, 
61 


No. 19. Benedictus. 81 


Giovanni Guidetti. 1587. 


— 


1. Gelobet ſei der Herr der Gott Israels, Denn Er hat — 
ſucht und er- lö-ſet Sein Volk. 


2. Und hat aufge- richtet ein | Horn des Heils 
In dem Haufe Seines Dieners | David. 
3. Als Er vor | Zeiten ge- | redt hat 
Durch den Mund Seiner heili= | gen Pro- | pheten. 
4. Daß Er uns errettete von | unfern | Feinden, || 
Und von der Hand Aller, | die uns haſſen. 
5. Und die Barmherzigkeit erzeigete | unſern ][ Vätern, 
Und gedächte an | Seinen heiligen Bund. 
6. Und an den Eid, den Er ehen hat unfrem | Vater | Abraham, 
Ung zu | geben, 
7. Daß wir erlöfet aus der Hand | unfrer Feinde 
Ihm dieneten ohn Furcht] unfer Leben lang. 
8. In Heilig- keit und Ge- | rechtigfeit, || 
Die [Ihm ge- fällig iſt. 
9. Und Du Kindlein wirft ein Prophet des Höchſten heißen ; |] 
Du wirft vor dem Herrn hergehen, daß Du Seinen | Weg be⸗ reiteſ. 
10. Und Erkenntniß des Heils | gebeit | Seinem Volk, 
Die da iſt Vergebung] ihrer [Sünden. 
11. Durch die herzliche Barmherzigkeit unfres | Gottes, 
Durch welche uns beſucht hat der Aufgang | aus der [Höhe. 
12. Auf daß Er erſcheine denen, die da ſitzen im Finſterniß und | Schatten des 
Todes, 
Und richte unſre Füße auf den | Weg des Friedens. 


62 


IA COM 


I. Advent. 


No. 20. *Es kommt ein Schiff geladen. 


16. r H. 


W 


1. Es Wann ein Shift - la = den Bis an fein höchſten Bord; 


+ 
Es trägt Gotts Sohn voll Gna - en, Des Va⸗-ters e- wig Wort. 


2 Das Schiff geht ſtill im Triebe, 4 Zu Bethlehem geboren 
Es trägt ein theure Laſt; Im Stall ein Kindelein, 
Das Segel iſt die Liebe, Gibt Sich für uns verloren; 
Der heilge Geiſt der Maſt. Gelobet muß Es ſein. 
3 Der Anker haft auf Erden, 5 Möcht ich das Kindlein küſſen 
Und das Schiff iſt am Land; An Sein lieblichen Mund, 
Gotts Wort thut uns Fleiſch werden, Und wär ich krank, für gwiſſe, 
Der Sohn iſt uns geſandt. Ich würd davon geſund. 


Nach Joh. Tauler. f 1361. 
Daniel Sudermann. 1626. 


63 


Advent. 


No. 21. Hoſianna. 
a * Stimme. 
A a ne ee nr — = 
55 
Get * + 5 
yeD 


ſei, der da kommt in dem 


Eine Stimme. 


; Alle. 
— we — 
— ze, — 
| Der da kommt in dem Na 


Herrn, Der da 


. > 
kommt in dem Na- men des Herrn, 


— 


Advent. 


Eine Stimme. Alle. 


| 
an-na, Ho⸗ſi⸗ an-na in der Höh! Ho=-fi - an⸗na in der Höh! 


» nu 9 M Pr ] 
1 ra | 5— 8 
55 
| 
No. 22. Macht hoch die Thür. 


Mel. : S. Choralbuch. 
1 Macht hoch die Thür, die Thor macht Er iſt die rechte Freudenſonn, 


weit, Bringt mit Sich lauter Freud und 
Es kommt der Herr der Herrlichkeit; Gelobet ſei mein Gott, Wonn. 
Ein König aller Königreich, Mein Tröſter früh und ſpat. 


Ein Heiland aller Welt zugleich, 5 
Der Heil und Leben mit ſich bringt; 4 Macht — die Thür, die Thor macht 


Derhalben jauchzt, mit Freuden ſingt: E f 
e ur Herz zum Tempel zubereit; 
Gelobet ſei mein Gott, Die Zweiglein der Gottſeligkeit 


Mein Schöpfer, reich von Rath. Steckt auf mit Andacht, Luſt und Freud. 
2 Er iſt gerecht, ein Helfer werth, So kommt der König auch zu euch, 

Sanftmüthigkeit iſt ſein Gefährt, Ja Heil und Leben mit zugleich. 

Sein Königskron iſt Heiligkeit, Gelobet ſei mein Gott, 

Sein Scepter iſt Barmherzigkeit. Voll Rath, voll That, voll Gnad. 


All unſre Noth zum End Er bringt, Komm a mein Helau Jef 

N a 5 6 nd Jeſu ( ! 
Derhalben jauchzt, mit Freuden fingt: |” Meins Herzens Thür Dir ofen in: 
Gelobet ſei mein Gott, Ach, zeuch mit Deiner Gnade ein, 


Mein Heiland groß von That. Dein Freundlichkeit auch uns erſchein: 
3 O wohl dem Land, o wohl der Stadt, Dein heilger Geiſt uns führ und leit 

So dieſen König bei ſich hat! Den Weg zur ewgen Seligkeit. 

Wohl allen Herzen insgemein, Dem Namen Dein, o Herr, 

Da dieſer König ziehet ein! Sei ewig Preis und Ehr. 

Georg Weiſſel. 1633. 
No. 23. O Jeſu, heilges Kindelein. 
Mel. : S. No. 185. 

1 O Jeſu, heilges Kindelein, Bei Dir allein find ich allzeit 

Schließ auf das junge Herze mein, Gewiſſen Troſt und Seljgkeit. 


Setz Dich mit Deinem Geiſte drein, 3 Dein warte ich mit Freud und Wonn 
Und laß mich Deine Wohnung ſein. Mit Deinen Gaben zu mir komm. 
2 Verlaß mich nicht, Du treuer Gaſt, Bleib bei mir bis ans Ende mein 
Wie Du im Wort verſprochen haſt; Und führ mich in den Himmel ein! 
Leipz. Hofgeſangbuch. 1673. 
5 65 


Advent. 


u 


No. 24. Tochter Zion, freue dich. 


Georg Friedrich Händel. 1746. 


| — 
Jauch ⸗ - ze laut, Je ⸗ ru pſa⸗ lem! 
| . 


| 
— 5 = 
Ja, Er kommt, der Pre - -=- de⸗fürſt. 
„ 


Advent. 


2 Boftanna, Davids Sohn 
Sei geſegnet Deinem Volk! 
Gründe nun Dein ewges Reich; 
Hoſianna in der Höh! 
Tochter Zion, freue dich! 
Jauchze laut, Jeruſalem! 


3 Sieh, Er kommt demüthiglich, 
Reitet auf dem Eſelein; 
Tochter Zion, freue dich! 

Hol Ihn jubelnd zu dir ein. 
Tochter Zion, freue dich! 
Jauchze laut, Jeruſalem! 


4 Hoſianna, Davids Sohn! 
Sei gegrüßet, König mild! 
Ewig ſteht Dein Friedensthron, 
Du des ewgen Vaters Kind! 
Tochter Zion, freue dich! 
Jauchze laut, Jeruſalem! 


No. 25. 


Wie ſoll ich Dich empfangen. 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Wie ſoll ich Dich empfangen? 
Und wie begegn ich Dir? 
O aller Welt Verlangen: 
O meiner Seelen Zier! 

O Jeſu, Jeſu, fepe 
Mir ſelbſt die Fackel bei, 
Damit, was Dich ergötze, 

Mir kund und wiſſend ſei. 


2 Dein Zion ſtreut Dir Palmen 

Und grüne Zweige hin, 

Und ich will Dir in Pſalmen 
Ermuntern meinen Sinn; 

Mein Herze ſoll Dir grünen 
In ſtetem Lob und Preis, 

Und Deinem Namen dienen, 
So gut es kann und weiß. 


3 Was haſt Du unterlaſſen 
Zu meinem Troſt und Freud, 
Als Leib und Seele ſaßen 
In ihrem größten Leid, 
Als mir das Reich genommen, 
Da Fried und Freude lacht, 
Da biſt Du, mein Heil, kommen, 
Und haſt mich froh gemacht. 


4 Ich lag in ſchweren Banden, 

Du kommſt und machſt mich los; 
Ich ſtund in Spott und Schanden, 

Du kommſt und machſt mich groß, 
Und hebſt mich hoch zu Ehren, 

Und ſchenkſt mir großes Gut, 
Das ſich nicht läßt verzehren, 

Wie irdiſch Reichthum thut. 


5 Nichts, nichts hat Dich getrieben 

Zu mir vom Himmelszelt, 

Als das geliebte Lieben, 
Damit Du alle Welt 

In ihren tauſend Plagen 
Und großer Jammerlaſt, 

Die kein Mund kann ausſagen, 
So feſt umfangen haſt. 


6 Das ſchreib dir in dein Herze, 

Du hochbetrübtes Heer, 

Bei denen Gram und Schmerze 
Sich häuft je mehr und mehr; 

Seid unverzagt, ihr habet 
Die Hilfe vor der Thür, 

Der eure Herzen labet 
Und tröſtet, ſteht allhier. 


Paul Gerhardt. 1653. 


67 


Ad vent. 


No. 26. Gott ſei Dank durch alle Welt. & 
Mel.: S. Choralbuch. 

1 Gott ſei Dank durch alle Welt, Richte Du auch eine Bahn 
Der Sein Wort beſtändig hält Dir in meinem Herzen an. 

Und der Sünder Troſt und Rath 
Zu uns her geſendet hat. 5 Zeuch, Du Ehrenkönig, ein, 
Es gehöret Dir allein; 

2 Was der alten Väter Schaar Mach es, wie Du gerne thuſt, 
Höchſter Wunſch und Sehnen war, Rein von aller Sünden Wuſt. 
Und was ſie geprophezeit, 

Iſt erfüllt nach Herrlichkeit. 6 Tritt den Schlangenkopf entzwei, 
Daß ich, aller Aengſten frei, 

3 Zions Hilf und Abrams Lohn, Dir im Glauben um und an 

Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, Selig bleibe zugethan; 

Der wohl zweigeſtammte Held 

Hat Sich treulich eingeſtellt. 7 Daß, wenn Du, Du Lebens fürſt, 
Prächtig wiederkommen wirft, 

4 Sei willkommen, o mein Heil, Ich Dir mög entgegen gehn 
Dir Hoſanna, o mein Theil. Und vor Dir gerecht beſtehn. 


Heinrich Held. 1659. 


No. 27. Lob ſei dem allmächtigen Gott. 


Mel. : S. No. 230. 


1 Lob ſei dem allmächtigen Gott, Was darf unſer das höchſte Gut, 
Der Sich unſer erbarmet hat, Daß es ſo unſerthalben thut? 
Geſandt Sein allerliebſten Sohn, 

Aus Ihm geborn im höchſten Thron. 5 O weh dem Volk, das Dich veracht, 
Der Gnad ſich nicht theilhaftig macht, 


2 Auf daß Er unſer Heiland würd, Nicht hören will des Sohnes Stimm, 
Uns freiet von der Sünden Bürd Denn auf ihm bleibet Gottes Grimm. 
Und durch Seine Gnad und Wahrheit 
Führet zur ewigen Klarheit. 6 Sein erſte Zukunft in der Welt 

Iſt in ſanftmüthiger Geſtalt; 
3 O große Gnad und Gütigkeit! Die andre wird erſchrecklich ſein, 
O tiefe Lieb und Mildigkeit! Den Gottloſen zur großen Pein. 
Gott thut ein Werk, deß Ihm kein 
Mann, 7 Drum nimm Ihn heut mit Freuden 


Auch kein Engel verdanken kann. an, . 
Bereit Ihm Deines Herzens Bahn, 
4 Was iſt der Menſch, was iſt ſein Thun, Auf daß Er komm in dein Gemüth 
Daß Gott für ihn gibt Seinen Sohn? Und du genießeſt Seiner Güt. 
Michael Weiß. 1531. 


68 


II. Weihnachten. 


No. 28. Ein Kindelein jo lübelich. 
Mel.: S. Choralbuch. 
Ein Kindelein ſo löbelich 
Iſt uns geboren heute 
Von einer Jungfrau ſäuberlich 
Zu Troſt uns armen Leuten. 
Wär uns das Kindlein nicht geborn, 
So wärn wir allzumal verlorn, 
Das Heil iſt unſer Aller. 
Ei Du ſüßer Jeſu Chriſt, 
Daß Du Menſch geboren biſt, 
Behüt uns vor der Hölle. 
15. Jahrhundert. 
No. 29. Gelobet ſeiſt Du, Jeſu Chriſt. 
Mel.: S. Choralbuch. 
1 Gelobet ſeiſt Du, Jeſu Chriſt, 4 Das ewig Licht geht da herein, 
Daß Du Menſch geboren biſt Gibt der Welt ein neuen Schein, 
Von einer Jungfrau, das iſt wahr, Es leucht wohl mitten in der Nacht 
Deß freuet ſich der Engel Schaar. Und uns des Lichtes Kinder macht. 
Kyrieleis. Kyrieleis. 
2 Des ewgen Vaters einig Kind 5 Der Sohn des Vaters, Gott von Art, 
Jetzt man in der Krippen findt, _ Ein Gaſt in der Welt hie ward, 
In unſer armes Fleiſch und Blut Und führt uns aus dem Jammerthal, 
Verkleidet ſich das ewig Gut. Er macht uns Erben in Seim Saal. 
Kyrieleis. Kyrieleis. 
3 Den aller Welt Kreis nie beſchloß, 6 Er iſt auf Erden kommen arm, 
Der liegt in Marien Schooß, Daß Er unſer ſich erbarm 
Er iſt ein Kindlein worden klein, Und in dem Himmel mache reich 
Der alle Ding erhält allein. Und Seinen lieben Engeln gleich. 
Kyrieleis. Kyrieleis. 


7 Das hat Er Alles uns gethan, 


Sein groß Lieb zu zeigen an. 
Deß freu ſich alle Chriſtenheit 
Und dank Ihm deß in Ewigkeit. 

Kyrieleis. 5 
Martin Luther. Vor 1524. 
69 


Weihnachten. 


Jo. 30. iſt ein Reis entſprungen. 

No 30 Es ſt R tip ng 1 15. 0 
1 : 
UV AU: [u — EI Ba ET 8 
Keszzmarerserss 

. 2,385 — =. 

N 1 ( iſt ein Reis ent-ſprun⸗gen Aus ei ner Wur⸗ zel zart, 

Als uns die Al-ten ſun- gen, Von Jeſ⸗ſe kam die Art, 
2 — = 

9. 23 

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Und bat ein 
> 


3 Den Hirten auf dem Felde 

Verkündt das engliſch Heer, 
Wie zur ſelbigen Stunde 
Chriſtus geboren wär 
D Bethlem in der Stadt, 
Da ſie das Kindlein finden, 
Wie ihn' der Engel gſagt. 

4 Ein Stern mit hellem Scheine 
Drei König führt geſchwind 
Aus Morgenland mit Eile 
Zum neugebornen Kind. 

Dem bracht'n ſie reichen Sold, 
Und ſchenkten Ihm mit Freuden 
Myrrhen, Weihrauch und Gold. 


Blümlein bracht 


Mit⸗ten im kal⸗ ten Win⸗ 


2 Das Reislein, das ich meine, 
— Davon Jeſajas ſagt, 
Iſt Maria, die reine, 
Die uns das Blümlein bracht: 
Aus Gottes ewgem Rath 
Hat ſie ein Kind geboren, 
Die heilig reine Magd. 


5 Wir bitten Dich von Herzen, 
O Heiland, edles Kind, 
Durch alle Deine Schmerzen, 
Wann wir fahren dahin 

Aus dieſem Jammerthal, 
Du wolleſt uns geleiten 
Bis in der Engel Saal. 


6 So ſingen wir All Amen, 
Das heißt, nun werd es wahr 
Das wir begehrn allſamen: 
O Jeſu, hilf uns dar 

In Deines Vaters Reich, 
Drin wollen wir Dich loben, 
O Gott, uns das verleih. 
70 15. Jahrhundert. Trier. 


Weihnachten. 
No. 31. Vom Himmel hoch da komm ich her. 


| Mel.: S. Choralbuch. 
1 Vom Himmel hoch da komm ich her, 8 Bis willekomm Du edler Gaſt, 


Ich bring euch gute neue Mähr, Den Sünder nicht verſchmähet haſt, 
Der guten Mähr bring ich ſo viel, Und kommſt ins Elend her zu mir, 
Davon ich ſingn und ſagen will. Wie ſoll ich immer danken Dir? 

2 Euch iſt ein Kindlein heut geborn, 9 Ach Herr, Du Schöpfer aller Ding, 
Von einer Jungfrau auserkorn, Wie biſt Du worden ſo gering, 

Ein Kindelein ſo zart und fein, Daß Du da liegſt auf dürrem Gras, 
Das ſoll eur Freud und Wonne ſein. Davon ein Rind und Eſel aß! 

3 Es iſt der Herr Chriſt unſer Gott, 10 Und wär die Welt vielmal ſo weit, 
Der will euch führn aus aller Noth, Von Edelſtein und Gold bereit, 

Er will eur Heiland ſelber ſein, So wär ſie doch Dir viel zu klein, 
Von allen Sünden machen rein. Zu ſein ein enges Wiegelein. 

4 Er bringt euch alle Seligkeit, 11 Der Sammet und die Seiden Dein, 
Die Gott der Vater hat bereit, Das iſt grob Heu und Windelein, 
Daß ihr mit uns im Himmelreich Darauf Du Kön'g ſo groß und reich 
Sollt leben nun und ewiglich. eic als wärs Dein Himmel- 

reich. 


5 So merket nun das Zeichen recht, 12 Das hat al len Di 
Die Krippen, Winddlein fo (dicht, |” Cie Mabrhei anzuzeigen mir 
Da findet ihr das Kind gelegt, ‚ 


1 5 Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut 
Das alle Welt erhält und trägt. Vor Dir nichts gilt, nichts hilft noch 
6 Deß laßt uns Alle fröhlich ſein 3 
Und mit den Hirten gehn hinein, 13 Ach mein herzliebes Jeſulein, 
Zu ſehn was Gott uns hat beſcheert, Mach Dir ein rein ſanft Bettelein, 
Mit Seinem lieben Sohn verehrt. Zu ruhen in meins Herzens Schrein, 


Daß ich nimmer vergeſſe Dein. 
7 Merk auf, mein Herz, und ſieh dort 


hin: 14 Davon ich allzeit fröhlich ſei, 
Was liegt dort in dem Krippelein, Zu ſpringen, ſingen immer frei, 
Was iſt das ſchöne Kindelein? Das rechte Sufaninne* ſchon 
Es iſt das liebe Jeſulein. Mit Herzensluſt den ſüßen Ton. 


15 Lob, Ehr ſei Gott im höchſten Thron, 
Dien uns ſchenkt Seinen eingen Sohn, 
Deß freuen ſich der Engel Schaar 
Und ſingen uns ſolchs neues Jahr. 
Martin Luther. 1535. 


* Schlaf Kindelein. 
71 


Weihnachten. 
No. 32. Freut euch, ihr lieben Chriſten. 


L. Schröter. 1587. 


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#5 * e 


11 


Gar lieb- lich thun fie fin - gen, Für-wahr, ein ſü- ßen Ton; 


Weihnachten. 


Pr 


Gar lieb- lich thun fie fin - gen, Fürwahr, ein fü= ßen Ton. 


2 Alſo thun fie nun fingen: 3 Tod, Teufel, Sünd und Hölle 
Das Kindlein iſt euch hold, Haben den Sieg verlorn, 
Es iſt des Vaters Wille, Das Kindlein thut ſie fällen, 
Der hats alſo gewollt; Nicht viel gilt jetzt ihr Zorn; 
Es iſt euch dargegeben, Ihr Macht, die iſt gewendet, 
Dadurch ihr ſolltet han Da iſt kein Zweifel dran, 
Des Vaters Gunſt und Segen, Das Kindlein thut ſie fällen, 
Sein Gnad iſt aufgethan. Das ſei euch kund gethan. 
1540. 


No. 33. Lobt Gott, ihr Chriſten alle gleich. 
Mel.: S. Choralbuch. 
1 Lobt Gott, ihr Chriſten alle gleich 5 Das aus Seim Stamm entſprießen 


In Seinem höchſten Thron, ſollt 
Der heut ſchleußt auf Sein Himmel⸗ In dieſer letzten Zeit, 
reich, Durch welchen Gott aufrichten wollt 
Und ſchenkt uns Seinen Sohn. Sein Reich, die Chriſtenheit. 
2 Er kommt aus Seines Vaters Schooß 6 Er wechſelt mit uns wunderlich: 
Und wird ein Kindlein klein, Fleiſch und Blut nimmt Er an, 
Er liegt dort elend, nackt und bloß Und gibt uns in Seins Vaters Reich 
In einem Krippelein. Die klare Gottheit dran. 
3 Er äußert Sich all Seiner Gwalt, 7 Er wird ein Knecht und ich ein Herr, 
Wird niedrig und gering, Das mag ein Wechſel ſein! 
Und nimmt an Sich eins Knechts Ge-] Wie könnt Er doch fein freundlicher, 
ſtalt, Das herze Jeſulein? 


Der Schöpfer aller Ding. 
8 Heut ſchleußt Er wieder auf die 


4 Er liegt an Seiner Mutter Bruſt, Thür 
Ihr Milch die iſt Sein Speis, Zum ſchönen Paradeis, 
An dem die Engel ſehn ihr Luſt, Der Cherub ſteht nicht mehr dafür, 
Denn Er iſt Davids Reis, Gott ſei Lob, Ehr und Preis! 


Nicolaus Herrmann. 1560. 


73 


Weihnachten. 
No. 34. Singet friſch und wohlgemuth. 


(RESONET IN LAUDIBUS.) 
Vorreformatoriſch. 


Gut, Der fo gro- ße Wun -der thut Und ſchi- det Sei⸗ nen 


- den, Daß wir durch Ihn fol - len 
2 22 


je - lig wer - den. 


— Ya 
N 
— — 


U | 0 * 
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N * 
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mo 
— 
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risa iſt Gott 


Weihnachten. 


z — 
ge⸗ born, Got- tes Güt hat fah- ren laſ-ſen 


— 
— 
* 

HS 
— 
2 


er von ei⸗ ner Jung⸗frau⸗ en ge⸗ 
— = 


m 
— 


el, Wie das hat ver-fündt der En - gel Ga- bri- el. 


75 


Weihnachten. 


2 Kinder, ſinget alle gleich, 

Lobet Gott vom Himmelreich, 

Der unſer Noth hat erkannt 

Und Seinen lieben Sohn geſandt von oben, 

Daß wir Ihn auf Erden ſollen loben! 
Eia! Eia! 

Loben Ihn mit Lieb und Dank, 

Singen Ihm ein neu Geſang, dem Herren! 

Preiſen Ihn von Herzensgrund, 

Mit gleichem Mund und hoffen frei, 

Daß Ihm unſer Dienſt ein Wohlgefallen ſei! 
Groß iſt ꝛc. 


0 


Schaut die lieben Engel an, 
Thut alſo, wie ſie gethan, 
Singt mit ihn' das ſchöne Lied 
Von Gottes Gnad und neuem Fried mit Schallen 
Und habt dran ein herzlichs Wohlgefallen. 

Eia! Eia! 
Wünſchet Glück dem Chriſtkindlein, 
Sprechet allzugleich in ein mit Freuden: 
Ehre ſei Gott in der Höh! 
Auf Erden Fried und große Freud 
Bei uns Alln von nun an bis in Ewigkeit. 

Groß iſt ꝛc. 

Johann Geletzki. 1566. 


No. 35. Der Menſchen Heil ein kleines Kind. 


»(EccE NOVA GAUDIA.) 


1621. 


1. Er Men - fchen Heil, ein klei = nes Kind, In ei ⸗ nem 
Das Kin - de- lein iſt Got- tes Sohn, Uns füh- ren 


2. 


Weihnachten. 


will zu Sei⸗ nem Thron. Der - hal- ben laßt uns zu⸗ 
535 
— 8— 8 e—— 9 — 
— 1 — 


— Zt 


- nig ⸗ keit, Mit 


Luſt⸗ barkeit, mit Her - zensfreud Dem Kind⸗lein fin - gen. 


EL: ee 4 4 — 
ä — 
E 


2 Sein Mutter iſt ein Jungfrau zart, 3 Das Kind iſt Gott und Menſch zugleich, 


Das Kindelein von Wunderart, O Menſchheit, o wie gnadenreich! 

Ein kleines Kind, das alle Welt Die Gottheit aus der Menſchheit blitzt, 

Auf Seinem kleinen Finger hält. Gleichwie die Sonn durch Wolken glitzt. 
Derhalben laßt ꝛc. Derhalben laßt ꝛc. 


4 Ei freuet euch, all Land und Leut, 
Weil uns das Kind geboren heut! 
O gülden Tag! o gülden Jahr! 
Kein Tag, kein Jahr nie beſſer war. 

Derhalben laßt ꝛc. 


77 


1621. H. 


Weihnachten. 
No. 36. Ein Kind geborn zu Bethlehem. 


(PER NaTuS IN BETHLEHEM.) 


Vorreformatoriſch. 


1. ein Kind ge⸗ born zu Beth le = hem, zu 


2 5 fd — 

I; ° 5 

Bez = — a en 
— An 

. 

esse rar: 

2 — = Fe — 5 — 
Beth = = le⸗ hem, Dep freu - et ſich Je ⸗ ru ⸗ fa 
. — en 

Pr + = tz — 

5 . . 7 ÄBIRERTEN.S: 


2 Hier liegt Es in dem Krippelein, dem Krippelein, g 
Deß Herrſchaft wird kein Ende ſein. Hallelujah! Hallelujah! 


3 Er iſt uns gar gleich nach dem Fleiſch, gleich nach dem Fleiſch, 
Der Sünd nach iſt Er uns nicht gleich. Hallelujah! Hallelujah! 


4 Damit Er Ihm uns machte gleich, uns machte gleich, i 
Und wiederbrächt zu Gottes Reich. Hallelujah! Hallelujah! 


5 Für ſolche gnadenreiche Zeit, ja reiche Zeit ü 
Sei Gott gelobt in Ewigkeit. Hallelujah! Hallelujah! 


78 


1545. 


Weihnachten. 
No. 37. Laßt uns das Kindlein grüßen. 


Fü = ßen! Laßts uns de- mü⸗ thig eh - ren Als un- fern 


Gott und Her - ren! O Je- ſu⸗-lein ſüß! O 


2 Laßt uns dem Kindlein neigen, 3 Laßt uns dem Kindlein ſingen, 
Ihm Lieb und Dienſt erzeigen! Ihm unſre Opfer bringen, 
Laßt uns doch jubiliren Ihm alle Ehr beweiſen 
Und geiſtlich triumphiren! Mit Loben und mit Preiſen. 


O Jeſulein ſüß!: 


O Jeſulein ſüß!: 


4 Laßt uns Sein Diener werden, 
Weil wir hie lebn auf Erden! 
Es wird uns wohl belohnen 
Mit der himmliſchen Kronen. 

O Jeſulein ſüß!: 


79 


1604. H. 


Weihnachten. 


No. 38. Nun ſinget und ſeid froh. 
(In Dorer J — Re 


= 1. Run fin = get 2 Zu froh, Jauchzt Al = le und jagt 


* 5 = =: Seren: 


| bloß Und leuch-tet als die Son - ne In Gei-ner Mut-ter 


as 
Du biſt A und O; 


Weihnachten. 


2 Sohn Gottes in der Höh, 3 Groß iſt des Vaters Huld, 
Nach Dir iſt mir ſo weh! Der Sohn tilgt unſre Schuld. 
Tröſt mir mein Gemüthe, Wir waren all verdorben 
O Kindlein zart und rein, Durch Sünd und Eitelkeit, 
Durch alle Deine Güte, So hat Er uns erworben 
O liebſtes Jeſulein, Die ewge Himmelsfreud. 
Zeuch mich hin nach Dir! Eia, wärn wir da! 


Wo iſt der Freuden Ort? 
Nirgend mehr denn dort, 

Da die Engel ſingen 

Mit den Heilgen all 

Und die Pſalmen klingen 

Im hohen Himmelsſaal. 

Eia, wärn wir da! 


No. 39. O heilige Nacht. 


= Fri 5 Erz: 


| | 
1. O hei⸗ li- gelacht Voll himmliſcher Pracht! In Lüften fich ſchwingen Die 


— = | 
| | un 


2 Gott wird nun geehrt, 3 Seht, Menſchen, das Kind! 
Der Frieden vermehrt; Nun kommet geſchwind 
Die Schatten verſchwinden, Zur Krippe der Gnaden! 
Wies Engel verkünden. Der euch eingeladen 
Die Rettung iſt nah, Iſt ewiger Gott, 
Der Heiland iſt da! Der Herr Zebaoth. 


6 81 


Weihnachten. 
No. 40. Ihr Kinderlein, kommet. 


J. A. P. Schulz. f 1800. 


1 Ihr Kin ⸗ der- lein, kom- met, o kom- met doch all, 
Zur Krip- pe her- kom- met in Beth - le- hems Stall, 
— 


Und ſeht, was in die - fer hoch- hei - li - gen Nacht 
| 5 


| 
Der Va- ter im Him- mel für Freu de uns macht. 


2 O ſeht in der Krippe, im nächtlichen Stall, 
Seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl 
In reinlichen Windeln das himmliſche Kind, 
Viel ſchöner und holder, als Engel es ſind. 


3 Da liegt Es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh, 
Maria und Joſeph betrachten Es froh; 
Die redlichen Hirten knien betend davor, 
Hoch oben ſchwebt jubelnd der Engelein Chor. 


4 O beugt, wie die Hirten, anbetend die Knie, 
Erhebet die Händlein und danket, wie ſie; 
Stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt ſich nicht freun? 
Stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein. 
82 


Weihnachten. 


5 O betet: Du liebes, Du göttliches Kind, 
Wie leideſt Du Alles für unſere Sünd! 
Ach, hier in der Krippe ſchon Armuth und Noth, 
Am Kreuze dort gar noch den bitterſten Tod! 


6 Was geben wir Kinder, was ſchenken wir Dir, 
Du beſtes, Du liebſtes der Kinder, dafür? 
Nichts willſt Du von Schätzen und Reichthum der Welt, 
Ein Herz nur voll Glauben allein Dir gefällt. 


7 O nimm unſre Herzen zum Opfer denn hin, 
Wir geben ſie froh Dir in kindlichem Sinn; 
O mache ſie ſelig und heilig wie Deins, 
Und mach ſie auf ewig mit Deinem in eins. 
Chriſtoph v. Schmidt. + 1854. 


Alle Jahre wieder. 


1 u 2 — — — 
— jenen 
l 


Auf die Er de nie - der, Wo wir Men-fchen find. 


2 Kehrt mit Seinem Segen 3 Iſt auch mir zur Seite 
Ein in jedes Haus, Still und unerkannt, 
Geht auf allen Wegen Daß Es treu mich leite 
Mit uns ein und aus. An der lieben Hand. 


Georg Friedrich Kayſer. 1855. 


Weihnachten. 
No. 42. Herbei, o ihr Gläubigen. 


(ADESTE FIDELES.) Portugieſiſch. 


kom⸗ met, o kom⸗met nach Beth-le - hem! Se- het das Kindlein, 


| 8 7 4 2 2 2 
ER —-— | . — — 
* 5 rn er ee ana 


Einzelne. 


uns zum Heil ge- bo = ren! O laſ-ſet uns an- be⸗ ten, o 


Alle. N 
Bern 
| — I ̃ — — 


| laf-fet uns an- be⸗ ten, O laſ⸗ſet uns an⸗be⸗ ten den Kö- nig! 


Weihnachten. 


2 O König der Ehren, Du Herrſcher der Heerſchaaren, 
Verſchmähſt nicht zu ruhen in Marien Schooß, 
Du wahrer Gott von Ewigkeit geboren! 
O laſſet uns anbeten, o laſſet uns anbeten, 
O laſſet uns anbeten den König! 


3 Kommt, ſinget dem Herren, o ſingt Ihm, Engelschöre! 
Frohlocket, frohlocket, ihr Seligen: 
Ehre ſei Gott im Himmel und auf Erden! 
O laſſet uns anbeten, o laſſet uns anbeten, 
O laſſet uns anbeten den König! 


No. 43. Du lieber, heilger, frommer Chriſt. 


1. Du lie- ber, heil⸗ger, frommer Chriſt, Der für uns Kinder kom⸗men iſt, 


2 Du Licht vom lieben Gott geſandt 
In unſer dunkles Erdenland, 
Du Himmelskind und Himmelſchein, 
Damit wir ſollen himmliſch ſein. 


4 O ſegne mich, ich bin noch klein, 
O mache mir den Buſen rein! 
O bade mir die Seele hell 
In Deinem reichen Himmelsquell! 


3 Du lieber, heilger, frommer Chriſt, 5 Daß ich wie Engel Gottes ſei, 
Weil heute Dein Geburtstag iſt, | In Demuth und in Liebe treu, 
Drum iſt auf Erden weit und breit Daß ich Dein bleibe für und für, 
Bei allen Kindern große Zeit. Du heilger Chriſt, das ſchenke mir! 

Ernſt Moritz Arndt. 1840. 
85 


Weihnachten. | 
No, 44. Der Chriſtbaum ift der ſchönſte Baum. 


Volksweiſe. 


ken ⸗ nen, Im Gar- ten klein, im eng- ſten Raum, Wie 


Einzelne. 
8 


| lieb - lich blüht der Wun-der-baum, Wenn fei- ne Blümchen 


Weihnachten. 


2 Denn ſieh, in dieſer Wundernacht 3 Doch nun iſt Freud und Seligkeit, 


Iſt einſt der Herr geboren, Iſt jede Nacht voll Kerzen; 
Der Heiland, der uns ſelig macht; Auch dir, mein Kind, iſt das bereit, 
Hätt Er den Himmel nicht gebracht, Dein Jeſus ſchenkt Dir Alles heut, 
Wär alle Welt verloren,: Gern wohnt Er dir im Herzen,: 
Verloren. Im Herzen. 


4 O laß Ihn ein, es iſt kein Traum, 
Er wählt dein Herz zum Garten, 
Will pflanzen in dem engen Raum 
Den allerſchönſten Wunderbaum, 
Und ſeiner treulich warten,: 
Ja warten. 


No. 45. „Wenn ich in Bethlem wür. 
— „UORaTa 
| 
= 


1. Wenn ich in Beth⸗lem wär, Du Chri⸗ ftus - kind, 


=” 
Tief ich zur Srip=- pe her O wie ge = ſchwind! 


2 Drinnen Du liegſt auf Heu, 4 Kann ich denn nicht zu Dir, 
Auf hartem Stroh, Zur Krippe gehn, 
Blickſt uns doch an ſo treu, Kommſt Du doch gern zu mir, 
So lieb und froh. Kannſt hier mich ſehn. 
3 Und wer nur recht Dich liebt, 5 Sieh in mein Herz hinein, 
Groß oder klein, Obs recht Dich liebt, 
Der iſt nie mehr betrübt, Mit allen Kräften ſein 
Soll ſtets ſich freun. Sich Dir ergiebt. 


Wilhelm Hey. f 1854. 
87 


Weihnachten. 
No. 46. O ihr Himmel, ſchauet an. 


| 3 a 
Be Be 


oz | 


1. O ihr Him- mel, ſchau-et an, Was die Lieb doch 


er EN 


Se fen kann! Schaut, ein en = mün = dig 885. Sich an⸗ Ts in 


— 


Beth- lem findt. Wie a ar der Streu 15 Es auf dem 


: 5555 essen: 
Eee 


e 


Stroh und Heu; Vol- ler Schmerz Iſt Sein Herz. Wer iſt Er? 
| 


Weihnachten. 


Alle. 
men — — 
— — 1 1 — — 
— — . — — — 2 — 0 
A * * err 


Er, Gott und Menſch zu - gleich iſt Er. 


Fo — e Fa, 


2 Kommt, ihr Engel, kommet all, Se D ihr aha groß 15 klein, 
Kommt nach Bethlem in den Stall; Bleibt nicht aus! euch iſt allein 
Kommt und ſaget ohne Scheu, Heut geborn ein Kindlein zart, 
Weſſen Sohn dies Kindlein ſei! Deſſen Erd und Himmel ward. 
Wie ein Bettler liegts alldort, Euer Heiland liegt allhier, 
Glaubt, es iſt doch Gottes Wort. Himmel und der Erden Zier, 

Ohne Kron, Arm und bloß 

Ohne Thron, Auf dem Schooß. 

Wer iſt Er? Wer iſt Er? 

Menſch iſt E Gott iſt Er, 
Gott und Menſch Lugleich iſt Er. Gott und Menſch zugleich iſt Er. 

1708. H. 
No. 47. Seht, hier in der Krippen. 
Mel. : S. No. 222. 
1 Seht, hier in der Krippen Und die Freude theilen 
Liegt ein holdes Kind, Mit dem Engel-Heer! 
Deſſen zarte Lippen 
Noch geſchloſſen ſind. 5 Knieen vor dem Kinde, 
Das ihr Heiland iſt; 

2 Eingehüllt in reine Predigen geſchwinde 
1 jo groß, — In der Nacht den Chrift. - 
Liegt Er da ſo kleine 
In der Mutter Schooß. 6 Der im Stall gelegen, 

Iſt der Herr der Welt; 

3 Aber Engel künden Iſt auch uns zum Segen 
Es mit frohem Schall, Auf den Thron geſtellt. 

Dort ſei Er zu finden 5 
In dem armen Stall. 7 Beuge deine Kniee, 
Kehre bei Ihm ein, 

4 Wie die Hirten eilen Liebes Kind, denn ſiehe! 

Von dem Felde her, Jeſus iſt auch dein. 


89 Chriſtian Gottlob Barth. 1842. 


Weihnachten. 
No. 48. TGeborn iſt der Immanuel. 


(EN Narus EST EMANUEL.) Vorreformatoriſch. 


+ 2 
| 1. Ge- born it der Im⸗ ma - m >= el, Der Herr 


| 
| Chriſt Un = fer Hei- land und Se =» lig - ma- cher iſt. 
| 


2 Hier liegt Er in dem Krippelein, 3 Es leuchtet uns ein heller Schein, 
Der Herr Chriſt; Der Herr Chriſt, 
Doch iſt Gott dies Kindelein. Von Maria der Jungfrau rein. 
Der Herr Chriſt Der Herr Chriſt 
Unſer Heiland und Seligmacher iſt. Unſer Heiland und Seligmacher iſt. 


4 Gott Vater, Sohn gelobet ſei, 
Der Herr Chri 
Und zugleich der heilig Geiſt. 
Der Herr Chriſt 
Unſer Heiland und Seligmacher iſt. 
1605. 
90 


Weihnachten. 
No. 49. Kommt und laßt uns Chriſtum ehren. 


Mel.: Quem pastores laudavere. Vorreformatoriſch. 
b | 
"m — — — wi 
v LED —ę— 7 — BE iu TU em „rs BEE Alien. 
| 22 — — En ar Er — wi 


1. Kommt und laßt uns Chri- ſtum eb ren, Herz und 


Sin ⸗ nen zu Ihm keh⸗ ren; Sin - get früh - lich, 
— 
laßt euch hö- ren, Wer- thes Volk der Chri- ften- heit. 


C 
Sen 


2 Sehet, was hat Gott gegeben! 4 O du benedeite Stunde, 
Seinen Sohn zum ewgen Leben. | Da wir das von Herzensgrunde 
Dieſer kann und will uns heben Glauben und mit unſerm Munde 
Aus dem Leid ins Himmels Freud! Danken Dir, o Jeſulein! 


3 Jakobs Stern iſt aufgegangen, 8 Schönſtes Kindlein in dem Stalle! 
Stillt das ſehnliche Verlangen, Sei uns freundlich, bring uns Alle 
Bricht den Kopf der alten Schlangen Dahin, da mit ſüßem Schalle 

Und zerſtört der Höllen Reich. Dich der Engel Heer erhöht. 
Paul Gerhardt. 1666, 


91 


Weihnachten. 
No. 50. Kripplein, o Weihnachtskripplein. 


1. Kripplein, o Weihnachtskripp⸗-lein, Dich hat uns Gott ge- bau = et, 


N — = M 
e 
5 


= 2 
5 - — 4 
Froh dich mein Herz an- schall et; Du biſt das Himmelg-bett - lein, 


2 


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5 „ 
BR e 
7 5 — — Du 
um m: — —— — 5 WINE mn Mi 
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| 


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Dar- in Ma-ri- as Se- gen, Chriſtkindlein hat ge= le - gen. 


v 

2 Du bift das Gnadenkäſtlein, Du bift das Munderzeichen, 

Das mir den Schatz umſchließet, Das mit dem Kreuz zuſammen 

Den meine Seele grüßet. Auslöſcht der Hölle Flammen. 

Du biſt das Rettungsſchifflein, . 
Das kann gen Himmel tragen, 4 Herr Jeſu, der ins Kripplein 
Ob auch die Wogen ſchlagen. Zu uns herabgekommen 
Und dann das Kreuz genommen, 

3 Kripplein, o Weihnachtskripplein, Hilf uns durch Kreuz und Kripplein, 

Darin der Welten Segen, Daß wir aus Noth der Erden 

Unſer Heil hat gelegen! All mögen ſelig werden. 


92 


Weihnachten. 
No. 51. Stille Nacht, heilige Nacht! 


Volksweiſe. 


N 
Seesen 


Nur das hei = li-ge El⸗ tern⸗paar, Das im Stal = le zu 


2 mmgerss 


r u: 
| = = SS 


| Beth - le - hem 2 Bei dem himm = li - fchen Min, 


Er —— — 
— SE = ä — of 


unn 2 Stille Nacht, heilige Nacht! 
je — aa = Fam Hirten erſt kund gemacht; 


| — REIN TEE — 2 Durch der Engel Hallelujah 
| | * Be Tönt es laut von fern und nah: 
! 
den bemm k⸗ſchem Sinn: Chriſt der Retter iſt da! :“ 
b enen 3 Stille Nacht, heilige Nacht! 
0 Gottes Sohn, o wie lacht 
= . 0 Deinem göttlichen Mund, 


zur Da uns ſchläget die rettende Stund, 
—+— Chriſt, in Deiner Geburt! : 
93 


Weihnachten. 


No. 52. Jeſu, hochwillkommner Gaſt. 
1 


N , — — 
— Ri Br 2 
S u I, Beet 


Aach, wie trieb es Dich zu mir! Dank ſei Dir! Dank ſei Dir! 


2 Kamſt vom hohen Himmelsthron, 3 Sei geſegnet, enger Stall! 


Ließeſt alle Herrlichkeiten, Sei geſegnet, harte Krippe! 


Wollteſt, was die Väter ſchon Frohe Hirten allzumal, 

Sahen, endlich vollbereiten. Laſſet meine ſchwachen Lippen 
Drum die Deinen für und für Mit euch jauchzen: Chriſt iſt da! 
Danken Dir, danken Dir. | Gloria! Gloria! 1 


4 Mache mich, Du Himmelskind, 
Auch zu einem ſelgen Kinde; 
Ich bin elend, nackt und blind, 
Und ein Knecht der alten Sünde. 
Deine Liebe kann allein 
Mich erneun, mich erneun. 


94 


Weihnachten. 
No. 53. Die ſchönſte Zeit, die liebſte Zeit. 


Joh. Friedr. Reichardt. f 1814. 


2 Das beſte Kind, das liebſte Kind, 
So viele rings auf Erden ſind, 
Kommt her und hört, damit ihrs wißt, 
Das iſt der liebe Jeſus Chriſt. 


iſt der lie - be Weihnachtstag. 3 Zur Weihnachtszeit, zur Weihnachts- 
zeit, 

Da kam Er von dem Himmel weit 

Zu Seinen armen Menſchen her, 

In einer Krippe ſchlummert Er. 


4 Vom Himmel hoch, vom Himmel hell, 6 Die Engelein, die Engelein, 


Da gehet auf ein Glanz gar ſchnell, Die ſingen alle froh darein 
Der ſcheinet in der Mitternacht Den Hirten zu herab aufs Feld: 
Viel heller als der Sonne Pracht. Geboren iſt der Herr der Welt. 

5 Und in den Lüften überall 7 Geboren iſt das Chriſtuskind, 
Ertönt ein lauter Freudenſchall, Durch das die Menſchen ſelig ſind, 
Da hören ſies wohl fern und nah: Das Alle ſo von Herzen liebt 
Das liebe Chriſtuskind iſt da. Und ihnen Himmelsgaben gibt. 


Wilhelm Hey. f 1854. 
95 


Weihnachten. 


No. 54. | Zu Ai: geboren. 

| — 

& SEE 
1. Zu Beth - le- hem ge - bo - ren Iſt ung m 


Kin ⸗ de = lein, Das hab ich aus -er - F- 
— 7 
— 2 rs 


Sa Pe Tee 


era = m — 
8 — Zur. Asa 
ren, Sein ei - gen will ich fein, Gi - a! 


Ei - a! Sein ei - gen will ich ſein! 


Weihnachten. 


2 In Seine Lieb verſenken 4 Dazu Dein Gnad mir gebe, 
Will ich mich gar hinab; Bitt ich aus Herzensgrund, 
Mein Herz will ich Ihm ſchenken Daß ich allein Dir lebe, 
Und Alles, was ich hab, Jetzt und zu aller Stund, 
Eia! Eia! Eia! Eia! 
Und Alles, was ich hab. Jetzt und zu aller Stund. 
3 O Kindelein, von Herzen 5 Dich wahren Gott ich finde 
Dich will ich lieben ſehr, In meinem Fleiſch und Blut, 
In Freuden und in Schmerzen, Darum ich denn mich binde 
Je länger mehr und mehr, An Dich, mein höchſtes Gut, 
Eia! Eia! Eia! Eia! 
Je länger mehr und mehr. An Dich, mein höchſtes Gut. 


6 Laß mich von Dir nicht ſcheiden, 
Knüpf zu, knüpf zu das Band 
Der Liebe zwiſchen Beiden, 
Nimm hin mein Herz zu Pfand, 
Eia! Eia! 
Nimm hin mein Herz zu Pfand. 
1638. 


No. 55. Der heilge Chriſt ift kammen. 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Der heilge Chriſt iſt kommen, 3 Verwaiſet ſind die Kinder 
Der ſüße Gottesſohn, c Nicht mehr und vaterlos, 
Deß freun ſich alle Frommen Gott rufet ſelbſt die Sünder 
Am höchſten Himmelsthron; In Seinen Gnadenſchooß; 
Auch was auf Erden iſt Er will, daß Alle rein 
Muß preiſen hoch und loben Von ihren alten Schulden, 
Mit allen Engeln droben Vertrauend Seinen Hulden, 
Den lieben heilgen Chriſt. | Gehn in den Himmel ein. 
2 Das Licht iſt aufgegangen, 4 Drum freuet euch und preiſet, 
Die lange Nacht iſt hin, Ihr Kindlein fern und nah! 
Die Sünde iſt gefangen, | Der euch den Vater weiſet, 
Erlöſet iſt der Sinn. Der heilge Chriſt iſt da; 
Die Sündenangſt iſt weg, Er ruft ſo freundlich drein 
Und Liebe und Entzücken Mit ſüßen Liebesworten: 
Baun weite Himmelsbrücken Geöffnet ſind die Pforten, 
Aus jedem ſchmalſten Steg. | Ihr Kinder, fommt_herein ! 


Ernſt Moritz Arndt. 1819. 


Weihnachten. 
No. 56. O du fröhliche. 


Sicilianiſche Weiſe. 
* 


freu⸗ e dich, o 


2 O du fröhliche, o du ſelige, 
Gnadenbringende Weihnachtszeit! 
Chriſt iſt erſchienen, 
Uns zu verſühnen: 
Freue, freue dich, o Chriſtenheit! 


3 O du fröhliche, o du ſelige, 
Gnadenbringende Weihnachtszeit! 
Himmliſche Heere 
Jauchzen dir Ehre: 
Freue, freue dich, o Chriſtenheit! 
V. 1. Johannes Falk. f 1826. 


III. Neujahr und Namensfeſt Jeſu. 


No. 57. Wir wollen loben und preiſen. 


1. Wir wol⸗ len lo- ben und prei- fen Für 


2 Wir laſſen den Herren walten 3 Wir bitten um Seinen Segen 
Am gutn und böſen Tag; Und gehen durch die Zeit 
Der wird uns wohl erhalten, Auf Seinen heilgen Wegen 
Der alle Ding vermag, Zu Seiner Herrlichkeit, 
Der alle Ding vermag. Zu Seiner Herrlichkeit. 


Neujahr und Namens feſt Jeſu. 


No. 58. Das Jeſulein ſoll doch mein Troſt. 


Bartholomäus Helder. T 1635. 


— * 
1 2 Je = fu - lein ſoll doch mein Troſt, Mein 
Der mich ge - lie - bet und er - löſt, Kein 
— 


—— 
Hei⸗ land fein und blei - ben, a 
Gwalt ſoll mich ab -trei - ben.) Ihm thu ich mich Ganz 


5 


N 
— EIER 2 I 
Gere — 
7!! ET er ee BE 
wil lig lich Von Her-zensgrund er - ge ben, Es mag mir 


8 * — ass ii — 
55 
| 


— 


WW 


| fein weh o- der fein, Mag ſter- ben o- der le - ben. 
| 


Neujahr und Namensfeſt Jeſu. 


2 Mit meinem lieben Jeſulein 3 Auf dies mein liebes Jeſulein, 
Will ich gar wohl beſtehen, Will ich vor Gott ſelbſt treten, 
Wenn ich mitten durch Noth und Pein Vor allen Feinden ſicher fein, 
Nach Gottes Willn ſoll gehen. Mein Seele wohl zu retten. 
Was will mir dann Zum Leben fein 
Wohl haben an Zu gehen ein 
Welt, Teufel, Tod und Sünde? Und lieblich anzuſchauen 
Beim Jeſulein, Den Heiland ſchön, 
Dem Heiland mein, Den ich geſehn 
Ich allzeit Rettung finde. Allhier allein im Glauben. 
N Bartholomäus Helder. 1614. 
No. 59. Jeſus ſoll die Loſung ſein. 
1 Jeſus ſoll die Loſung ſein, 3 Unſre Wege wollen wir 
Da ein neues Jahr erſchienen; Nur in Jeſu Namen gehen; 
Jeſu Name ſoll allein Geht uns dieſer Leitſtern für, 
Denen zum Paniere dienen, So wird Alles wohl beſtehen, 
Die in Seinem Bunde ſtehn Und durch Seinen Gnadenſchein 
Und auf Seinen Wegen gehn. Alles voller Segen ſein. 
2 Jeſu Name, Jeſu Wort 4 Alle Sorgen, alles Leid 
Soll bei uns in Zion ſchallen; Soll der Name uns verſüßen; 
Und ſo oft wir an den Ort, So wird alle Bitterkeit 
Der nach Ihm genannt iſt, wallen, Uns zu Honig werden müſſen. 
Mache Seines Namens Ruhm Jeſu Namen, Sonn und Schild, 
Unſer Herz zum Heiligthum. Welcher allen Kummer ſtillt. 


Benjamin Schmolk. 1727. 


No. 60. Wir danken Gott dem Sohne. 


Mel.: Aus meines Herzens Grunde. S. Choralbuch. 


1 Wir danken Gott dem Sohne Durch Sein Barmherzigkeit 
Zu dieſem neuen Jahr, All Sünde uns vergeben 
Dem eingen Gnadenthrone, Und uns nach dieſem Leben 
Daß in Noth und Gefahr Schenken die ewge Freud. 

Er Alle uns behüt, 

Die Großen mit den Kleinen, 3 Er woll uns auch beiſammen 

Und thuts noch ſtets gut meinen An dieſem Ort und Gmein 

Mit uns aus lauter Güt. Bewahrn vor Sünd und Schande, 
Die wir Sein Diener ſein, 

2 Wir bitten All zuſammen Bis wir von dieſer Welt 
Mit Herzen und mit Mund, In Seinem Fried abſcheiden 
Er wolle Sich erbarmen Zur ewgen Ruh und Freuden, 
Unſer zu jeder Stund; Wann und wies Ihm gefällt. 


16. Jahrhundert. 
101 


Neujahr und Namensfeit Jeſu. 


No. 61. Das neugeborne Kindelein. 
Melchior Vulpius. 1609. 


2 Deß freuen ſich die Engelein, 3 Iſt Gott verſöhnt und unſer Freund, 
Die gerne um und bei uns ſein; Was mag uns thun der arge Feind? 
Sie ſingen in den Lüften frei, Trotz Teufel und der Höllenpfort, 
Daß Gott mit uns verſöhnet ſei. Das Jeſulein iſt unſer Hort. 


4 Er bringt das rechte Jubeljahr, 
Was trauern wir denn immerdar? 
Friſch auf! es iſt jetzt Singenszeit, 
Das Jeſulein wendt alles Leid. 
Cyriacus Schneegaß. f 1579. 


102 


IV. Epiphanias und Miſſion. 


No. 62. Die armen Heiden jammern mich. 


Schottiſcher Pſalmton. 
an 


1. Die ar⸗men Hei-den jammern mich, Denn groß iſt ih- re Noth; 


Ach, lie ⸗ ber Gott, er- bar- me Dich! Sie find in Sünden tobt. 


2 Sie beten ſtumme Götzen an, 5 Ihr Elend ſchreit ſo laut zu Dir, 
Sie knien vor Holz und Stein, Und Deine Kinder flehn: 
Und wiſſen nicht in ihrem Wahn, Ach, öffne bald der Heiden Thür 
Daß Du biſt Gott allein. Und laß ſie Jeſum ſehn! 
3 Sie kennen auch den Heiland nicht, 6 Sie ſind ja auch Sein Erb und Gut, 
Der ihre Sünden trug; Sein theurer Schmerzens lohn; 
Sie leben ohne Troſt und Licht Wir bitten durch Sein Kreuz und Blut: 
Und liegen unterm Fluch. O gib ſie Deinem Sohn! 
4 O Vater der Barmherzigkeit, 7 Daß ſie durch Ihn mit uns zugleich 
O Herr voll Lieb und Macht, Und Deiner ganzen Schaar 
Wann iſt erfüllt der Heiden Zeit? Auf Erden und im Himmelreich 
Wann endet ihre Nacht? Dich preiſen immerdar! 
G. Knak. 


103 


Epiphanias und Miſſion. 
No. 63. Jeſus, voller Gnad und Wahrheit. 


| | 
us, vol - ler Gnad und Wahr⸗-heit, Lieb- ſter Hei - land 
sen gibſt Du, Licht und Klar- heit, Wo Dein theu- res 


— — 


| Al - Im Völkern fort und fort, Laß auch in der 


+ 
— . r˙Ü—ẽ-̃ aa - KORE 
SZ: 


RE ER EEE a a Ui N 
8 S2 0 
—— — — 
. —— — — ͤ ͤ—-h—— Mine = 


Hei- den Grän-zen Hell Dein Gna = den = licht er-glän = zen. 


| und Pro = phet, 
Wort bin = geht; O ſo en de 1 Dein Wort 


Epiphanias und Miſſion. 


2 Hoherprieſter, Heil und Leben, Und biſt bei uns doch zugleich, 
Der Du auf dem Kreuzaltar Breite aus Dein Gnadenreich, 
Dich zum Opfer hingegeben, Daß Dein Name werd erhoben 
Da die Welt verloren war; Und Dich alle Heiden loben. 
Dein für uns vergoßnes Blut 
Komm der ganzen Welt zu gut, 4 Jeſus Chriſtus, geſtern, heute, 
Allen Völkern aller Enden Und derſelb in Ewigkeit, 
In dem Wort und Sacramenten. Unſrer Seele Licht und Freude, 
Leben und Gerechtigkeit: 
3 Ehrenkönig, ſtark und prächtig, Komm in Deines Reiches Macht 
Gottes und Marien Sohn, Voller Herrlichkeit und Pracht, 
Der Du ſitzeſt herrlich, mächtig, Daß Dir Aller Knie ſich beugen, 
Auf des Vaters ewgem Thron, Alle Dich als Herrn bezeugen. 
G. C. Dieffenbach. 1868. 
No. 64. Er er uns geboren. 
2 2 a 
8 
BEE Ban 


1. Se = ſus iſt uns ge - bo- ren In ei- nem Stal— 10 klein,: 


FE m ze 
— 5 Se 
Zum Heil uns aus-er - fo - ren Lag Er im Krip- pe- lein. : 


2 Drei König zu Ihm kamen Maria war in Nöthen, 
Gar fern aus fremdem Land, : Sie heimlich zog davon.: 
Gold, Weihrauch, Myrrhen nahmen, 
Das brachten ſie zuhand.:“ 4 Tröſt uns unſer Gemüthe, 
Du liebes, holdes Kind! :“ 
3 Da wollt Herodes tödten Nach Deiner Gnad und Güte 
Der reinen Jungfrau Sohn; : Vergib uns unſer Sünd.: 
1638. H 


105 


Epiphanias und Miſſion. 
No. 65. Der Du zum Heil erſchienen. 


Den fie mit fre- chem Stol - ze Verhöhnt für Sei- ne Huld, 


zei: 
r .... 10 a man vn 4 5 
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Als Du am Mar-ter - hol - ze Ber-fühn-teft ih- re Schuld. 


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Epiphanias und Miſſion. 


2 Damit wir Kinder würden, 
Gingſt Du vom Vater aus, 
Nahmſt auf Dich unſre Bürden 
Und bauteſt uns ein Haus. 
Von Weſten und von Süden, 
Vom Morgen ohne Zahl 
Sind Gäſte nun beſchieden 
Zu Deinem Abendmahl. 


3 Im ſchönen Hochzeitkleide, 

Von allen Flecken rein, 

Führſt Du zu Deiner Freude 
Die Völkerſchaaren ein; 

Und welchen nichts verkündet, 
Kein Heil verheißen war, 

Die bringen nun entſündigt 
Dir Preis und Ehre dar. 


No. 66. 


4 Es kann nicht Ruhe werden, 
Bis Deine Liebe ſiegt, 
Bis dieſer Kreis der Erden 
Zu Deinen Füßen liegt; 
Bis Du im neuen Leben 
Die ausgeſöhnte Welt 
Dem, der ſie Dir gegeben, 
Vors Angeſicht geſtellt. 


5 Wir rufen, Du willſt hören; 
Wir faſſen, was Du ſprichſt; 
Dein Wort muß ſich bewähren, 
Womit Du Felſen brichſt. 
Wie viele ſind zerbrochen! 
Wie viele ſinds noch nicht! 
O Du, ders uns verſprochen, 
Werd aller Heiden Licht! 


Albert Knapp. f 1864. 


Auf, Seele, auf! und ſäume nicht. 


Mel.: Lobt Gott, ihr Chriſten. S. Choralbuch. 


1 Auf, Seele, auf! und ſäume nicht, 
Es bricht das Licht herfür, 
Der Wunderſtern gibt dir Bericht, 
Der Held ſei vor der Thür. 


2 Gib Acht auf dieſen hellen Schein, 
Der dir aufgangen iſt, 
Er führet dich zum Kindelein, 
Das heißet Jeſus Chriſt. 


3 Er iſt der Held aus Davids Stamm, 
Die theure Saronsblum, 
Das rechte, ächte Gotteslamm, 
Israels Preis und Ruhm. 


4 Gib dich Ihm ſelbſt zum Opfer dar 
Mit Geiſte, Leib und Seel 
Und ſinge mit der Engel Schaar: 
Hier iſt Immanuel! 


Michael Müller. 1697. 


Epiphanias und Miſſion. 


No. 67. O ſüßer Herre Jeſu Chriſt. 


(JESU SALVATOR OPTIXE.) 
eng Brüder. 1566. 


Pr „ßer N - - u Chriſt, Der 


| Du un = fer Er - lö - fer bil, Nimm heut an 
| “ 
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2 Du haſt angeſehn unſre Noth, 4 O Chriſte, ſammle Du Dein Heer 
Da wir waren in Sünden todt, Und regier es mit treuer Lehr 
Und biſt vom Himmel geſtiegen Deinem Namen zu Lob und Ehr 

Aus Genaden. Aus Genaden. 

3 Den Heiden haſt Du bald Dein Heil 5 Hilf durch Deine Müh und Arbeit, 
Und ſonſt Vielen in Israel Daß es erlang die Seligkeit, 
Offenbart und angezeiget Lob zu ſingen in Ewigkeit 

Aus Genaden. Deiner Gnaden. 


Michael Weiße. 1531. 
108 


Epiphanias und Miſſion. 
No. 68. Morgenſtern auf finſtre Nacht. 


\ * * „ * 
Je = fu, komm ins Herz hin- ein, Laß es licht und hei- ter fein, 


ee, 


2 Deines Glanzes Herrlichkeit Wo Du leuchteſt, wird die Nacht 
Uebertrifft die Sonne weit; Schnell zum Freudentag gemacht. 
Tauſend Sonnen geben nicht A Nun. D 2 

— Zr un, Du wahres Seelenlicht, 
Was Dein mildes Gnadenlicht. Komm herein und ſäume nicht! 

3 Du erleuchteſt Alles ganz, Jeſu, komm ins Herz hinein, 

Was ſich nahet Deinem Glanz; Laß es ewig heiter ſein. 


No. 69. O Jeſu Chriſte, wahres Licht. 
i Mel.: S. Choralbuch. 
1 O Jeſu Chriſte, wahres Licht, 4 Den Tauben öffne das Gehör, 


Erleuchte, die Dich kennen nicht, Die Stummen richtig reden lehr, 
Und bringe ſie zu Deiner Heerd, Die nicht bekennen wollen frei, 
Daß ihre Seel auch ſelig werd. Was ihres Herzens Glaube ſei. 

2 Erfülle mit dem Gnadenſchein, 5 Erleuchte, die da find verblendet, 
Die in Irrthum verführet ſein, Bring her, die ſich von uns getrennt, 
Auch die, ſo heimlich fichtet an Verſammle, die zerſtreuet gehn, 

In ihrem Sinn ein falſcher Wahn. Mach feſte, die im Zweifel ſtehn. 

3 Und was ſich ſonſt verlaufen hat 6 So werden ſie mit uns zugleich 
Von Dir, das ſuche Du mit Gnad, Auf Erden und im Himmelreich, 
Und ſein verwundt Gewiſſen heil; Hier zeitlich und dort ewiglich, 
Laß ſie am Himmel haben Theil. Für ſolche Gnade preiſen Dich. 


Johann Heermann. 1630. 
109 


V. Paſſion. 


No. 70. A eſu mein. 
Pt f c, 3 f 17. Jahrhundert. 
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1. Ach, Je- fu mein, Was gro - Be Pein Halt Du. für 


uns ge ⸗ lit „ten! In Angſt und Noth Bis 


2 Des Kreuzes Laſt 3 Drei ganze Stund, 
Erdrückt Dich faſt, Bloß und verwundt, 
Fällſt oft darunter nieder; Hängſt Du in größten Schmerzen. 
Da heftet man Ach, Jeſu mein, 
Mit Nägeln an Wie muß dem ſein, 
Dir Deine heilgen Glieder. Der dies nimmt recht zu Herzen! 


110 


Paſſion. 
No. 71. Herr, was ſind das für Wunden. 
3 


Bartholomäus Geſius. 1605. 


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A= n ur we 8 Fo 
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| 1. Herr, was ſind das 5 u” den ei 3 


Hän⸗ den zart? „Das ha- ben eu - re Sün - ten Ge⸗ 


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macht, daß ich „so hart Und ſehr ge - ſchla- gen ward.“ 
2. > 2 


2 Dacht ich doch, Herr, wir wären 
Als Deine lieben Leut, 


Die Du liebſt jeder Friſt, 
Als 0 Verwundt und gſchlagen biſt. 
Die Dich ſtets thäten ehren 5 „Ja, Mir habt ihr Arbeite 


Und Dir zu keiner Zeit Und große Müh gemacht; 
Zufügten einig Leid. Für eure Sünd Ich leide, 

3 „Ich kann nicht anders ſagen: N Daß der nicht werd gedacht. 
Im Haus der Lieben Mein Solchs nehmt in gute Acht.“ 

Bin Ich alſo geſchlagen; 6 Lob ſei Dir, Herr, geſungen 
Seht an die Striemen Mein, Für alle Schmerzen D Dein, 
Ob ſie nicht von euch ſein.“ Daß Dich Dein Lieb gezwungen 

4 Ach, das iſt zu beweinen, Für uns in ſolche Pein. 

Süßer Herr Jeſu Chriſt, Ehr ſei dem Namen Dein. 

Daß Du ſo von den Deinen, 1631. Nürnberg. H. 


111 


Paſſion. 


No. 72. Preis und Dank wir jagen. 
(Laus TıBıI, CHRISTE.) Vorreformatoriſch. 
(„Ach, du armer Judas.“) 

‚zes 

35 
— Bam" Tri 
| Preis und Dank wir fa - gen, Herr, für Dein Mar-ter 2 
| 
Der Du biſt ge - Wasen Ans Kreuz gar nackt und 


bloß. Jetzt herr-ſcheſt Du dort o - ben In Dei ⸗ nes 
2 + — — 
1 — — — 2 
Sr „ — n we — 
1 SS e me 
. 5. 
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| Da - ters Reich: Bhüt uns vors Fein-des To - ben Und 
| 


Paſſion. 


0 > a — 
mach uns e⸗ wig reich. Ky⸗ ri-⸗ e E- lei - fon! 


> m 45 
. —— — 


1600. Conſtanz. H. 


No. 73. Lob und Dank wir ſagen. 
(Lars TıeI, CHRISTE.) 
1 Lob und Dank wir fagen Läſſeſt Dich ſchmählich tödten 

Dir, Chriſte, Gottes Sohn, Als einen ſchnöden Mann, 
Der Du haſt getragen - Wie ſolches Dein Propheten 

Für uns viel Spott und Hohn, Zuvor gezeiget an. Kyrie Eleiſon. 
Und haſt dazu erduldet 

Am Leibe große Pein; 3 Danket nun von Herzen 
Was wir haben verſchuldet, Dem treuen, milden Gott, 


Haft Du gebüßt allein. Kyrie Eleiſon. Der der Hölle Schmerzen 
Von uns genommen hat, 


2 Weil Du große Schmerzen Und hat für uns gelitten 
Für uns gelitten haſt, Den Tod ſo jämmerlich; 
Williglich von Herzen Er ſchafft uns Heil und Frieden 
Uns ſolche Liebe thuſt, Im Himmel ewiglich. Kyrie Eleiſon. 


1555. (Bei Valentin Triller.) 


No. 74. O Lamm Gottes unſchuldig. 
5 Mel.: S. Choralbuch. 


1 O Lamm Gottes unſchuldig 
Am Stamm des Kreuzes geſchlachtet, 
Allzeit erfunden geduldig, 
Wiewohl Du wareſt verachtet. 
All Sünd haſt Du getragen, 
Sonſt müßten wir verzagen, 
Erbarm Dich unſer, o Jeſu! 


V. 2 (wie V. 1). 


3 O Lamm Gottes unſchuldig ꝛc. 
Gib uns Dein Frieden, o Jeſu! 
Nikolaus von Hofe. (Decius.) 1531. 
8 113 


Paſſion. 


No. 75. O heiligs Kreuz. 
(CRUx FIDEILIS.) J. Endlich. 
| Far ra — zz — . BI url — 
| 1. O heilige Kreuz, dar-an Chri- ſtus ſtarb, Und das Le- ben 
| — — 


—— 


| | | 
| uns er- warb, Sin- gen wolln wir Dein Kampf und Streit, 


| Herr⸗lich - feit Rühmt man in der Welt weit und breit. 
| an 


Paſſion. 
2 Kein Wald hat auf dem ganzn Erdreich 4 O du holdſelger Kreuzesſtamm, 


Einen Baum, der ſich dir vergleich; Der zu ſolchen Ehren kam, 

Du grünſt und blühſt lieblich und fein, Daß du trugeſt der ganzen Welt 

Holdſelig Deine Blätter ſein; Einigs Opfer und Löſegeld, 

Preiſen muß man auch deine Zweig, Und dich färbet mit Seinem Blut 

Kein Baum trägt Früchte deinen gleich. Das Lamm Gottes, das höchſte Gut. 
3 O wie gar eine holdſelge Laſt 5 Ehr ſei Gott Vater im Himmelsthron, 

An Deim Stamm getragen haſt! Und Chriſto, Seim eingen Sohn, 

O wie theuer ſind deine Aeſt, Sammt dem heilgen Geiſt, der gleich iſt 

Dran Sich Gotts Sohn hängen läßt] Gott Vater und Dir, o Herr Chriſt, 

Und Seine Arm an dir ausſpannt, Von nun an bis in Ewigkeit, 


Daß Alles zu Sich zieh Sein Hand. O Du heilge Dreifaltigkeit! 


Nicolaus Hermann. 1562. 


No. 76. Kommt, o liebe Kinder. 


1. Kommt, o lie ⸗ be Kin ⸗ der, Kommt zum Kreuz her- an; 


2 Seht, ach ſeht Ihn hangen, Sagts Ihm: wir ſind Deine, 
Seht an Seinem Blut, Gnädger Gottesſohn. 
Was Er für Verlangen 
Nach den Sündern thut! 5 Preiſet Seine Wunden, 
Seinen bittern Tod, 
3 Gebt dem Lamm das Seine, Seine Marterſtunden, 
Seinen ſauern Lohn! Seine Angſt und Noth. 


Ernſt Gottlieb Woltersdorf. 1767. 
115 


Paſſion. 
No. 77. Da Jeſus in den Garten ging. 


Schleſiſche Volksweiſe. 


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| 1. Da Se-fus in den Gar ⸗ ten ging, Und ſich Sein 
| 


| | | 
bit - ter Lei⸗den an - fing, Da trau ert Al - les, 


das da war, Da trau-ert Laub und grü- nes Gras. 


2 Er hat alſo geſtritten hart, Bis Er ans Krenz geſchlagen ſtarb 
Daß Sein Schweiß wie Blutstropfen. Und uns den Himmel dadurch erwarb. 
ward, 
Vom Leib bis auf die Erde rann. 4 Die hohen Bäum die bogen ſich. 
O Menſch, gedenk allzeit daran. Die harten Felſen zerriſſen ſich; 
Die Sonn verlor all ihren Schein, 
3 Darnach Er viel gelitten hat Die Vöglein ließen ihr Rufn und 
Mit Streichen, Geißeln und mit Spott, Schrein. 


116 


Paſſion. 
5 Den Todten öffnet ſich die Thür, 6 Derhalben ſagen wir ewig Dank, 


Sie gingen aus dem Grab herfür; O Gott, Dir, unſer Leben lang; 

Die Erd riß auf vor großer Pein, O laß Dein bittre Leidenspein 

Das mocht ihr ein groß Herzleid fein, | An uns doch nicht verloren ſein. 
1590. H. 


No. 78. Herzliebſter Jeſu, was haſt Du verbrochen. 
Mel.: S. Choralbuch. 


1 Herzliebſter Jeſu, was haſt Du verbrochen, 
Daß man ein ſolch ſcharf Urtheil hat geſprochen? 
Was iſt die Schuld? in was für Miſſethaten 
Biſt Du gerathen? 


2 Du wirſt gegeißelt und mit Dorn gekrönet, 
Ins Angeſicht geſchlagen und verhöhnet, 
Du wirſt mit Eſſig und mit Gall getränket, 
Ans Kreuz gehenket. 


3 Was iſt doch wohl die Urſach ſolcher Plagen? 
Ach, meine Sünden haben Dich geſchlagen! 
Ach Herre Jeſu, dies hab ich verſchuldet, 
Was Du erduldet. 


4 Wie wunderbarlich iſt doch dieſe Strafe: 
Der gute Hirte leidet für die Schafe, 
Die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, 
Für Seine Knechte. 


5 O große Lieb, o Lieb ohn alle Maaße, 
Die Dich gebracht auf dieſe Marterſtraße. 
Ich lebte mit der Welt in Luſt und Freuden, 
Und Du mußt leiden. | 


6 Ach großer König, groß zu allen Zeiten, 
Wie kann ich gnugſam ſolche Treu ausbreiten? 
Keins Menſchen Herz vermag es auszudenken, 
Was Dir zu ſchenken. 


7 Wenn Herre Jeſu dort vor Deinem Throne 
Wird ſtehn auf meinem Haupt die Ehrenkrone: 
Da will ich Dir, wenn Alles wird wohl klingen, 
Lob und Dank ſingen. 


Johann Heermann. 1630. 


117 


Paſſion. 


No. 79. THohes, heilges Marterbild. 
A 2 = ER . zemN ern FRTmEN Dr = 
Sum Z—I-hS 2 55 — 


ter⸗ bild, Sei in al = ler 


1. Ho - hes, heil - ges Mar - 


Noth mein Schild; Wenn die Sün- de mich ver ⸗ klagt, 


Noth mein Schild, Ho - hes, heil - ges Mar- ter- bild. 


Paſſion. 


2 Eigne Werke retten nicht, Hilflos, ach, erbarme Dich! 
Wenn Du kommſt und hältſt Gericht; ; Anrein,—waſch mich durch Dein Blut, 
Ob der Eifer brennend iſt, Ich bin arm, ſei Du mein Gut! 
Aus dem Aug die Thräne fließt: : 
Alles das tilgt nicht die Schuld, 4 Hohes, 7 ne 
err, es hilft nur Deine Huld. Sum aller Ron mem Schu! 
® hilf ® Wenn mich Trübſal hier anficht, 
3 Wie ich bin, flieh ich zu Dir; Wenn der letzte Schweiß ausbricht: 
Neig Dich gnadenreich zu mir! Sei in aller Noth mein Schild, 
Ich bin nackt, Du kleide mich, Hohes, heilges Marterbild. 


Nach dem Engliſchen: Rock of Ages. 


No. 80. O Haupt voll Blut und Wunden. 


el.: S. Choralbuch. 


1 O Haupt voll Blut und Wunden, Schau her, hie ſteh ich Armer, 
Voll Schmerz und voller Hohn, Der Zorn verdienet hat, 
O Haupt, zum Spott gebunden Gib mir, o mein Erbarmer, 
le einer Dornenkron! Den Anblick Deiner Gnad. 
Haupt, ſonſt ſchön gezieret f 
Mit banner Ahr 2 5 5 Ich danke Dir von Herzen, 
. Fir Beines Todes Scheer 
ö f — ‚ 
BEBpUpeL ER OR-U Da Dus fo gut gemeint. 
2 Du edles Angefichte, Ach gib, daß ich mich halte 
Davor ſonſt ſchrickt und ſcheut Zu Dir und Deiner Treu, 
Das große Weltgewichte, Und wenn ich nun erkalte, 
ae 2 Du 8 In Dir mein Ende ſei. 
ie biſt Du ſo erbleichet! g 
ef Dein Augenlicht, 6 Wenn ich einmal ſoll ſcheiden, 
Dem ſonſt kein Licht nicht gleichet, a 4 ur = 8 6 
So ſchändli ericht? ich den Tod ſoll leiden, 
earn So tritt Du dann herfür. 
3 Die Farbe Deiner Wangen, Wenn mir am allerbängſten 
Der rothen Lippen Pracht Wird um das Herze ſein, 
Iſt hin und ganz vergangen: So reiß mich aus den Aengſten, 
Des blaſſen Todes Macht Kraft Deiner Angſt und Pein. 
Hat Alles hingenommen, 
Hat Alles hingerafft, 7 Erſcheine mir zum Schilde, 
Und daher biſt Du kommen Zum Troſt in meinem Tod, 
Von Deines Leibes Kraft. Und laß mich ſehn Dein Bilde 
In Deiner Kreuzesnoth. 
4 Nun, was Du, Herr, erduldet, Da will ich nach Dir blicken 
St alles meine Laſt, Da will ich glaubensvoll 
Ich hab es ſelbſt verſchuldet, Dich feſt an mein Herz drücken. 
Was Du getragen haft. Wer ſo ſtirbt, der ſtirbt wohl. 


Paul Gerhardt. 1653. 
119 


Paſſion. 
No. 81. Um deinetwillen bin Ich hier. 


Prätorius. 1609. 


1. ae Um dei - net - wil len bin Ich hier Und trag dein 
Solch gro - ße Lieb hab Ich zu dir, Das glaub du 
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Sünde ſchwer. 


| Mir 5 - wahr. 2 Mein Tod kommt dir zu gu⸗ 
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te Und al- les ei - den Mein: Dein Herz, o 
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Paſſion. 


2 um deinetwillen komm Ich her, 3 Um deinetwilln fahr Ich von hinn', 

O Menſch, du zu Mir komm. Daß Ich dein Fürſprech ſei, 
Ein großen Schatz bring Ich mit Mir, Da Ich zuvor geweſen bin 

Das Evangelium, Und bleib dennoch bei dir. 
Dadurch Ich dir verkünde: Deß zum gewiſſen Pfande 

Du haſt durchs Leiden Mein Send Ich dir meinen Geiſt, 
Den wahren Gott zu Freunde, Im Kreuze mancherhande 

Biſt frei vor höllſcher Pein. | Er Stärk und Troſt Dir leift, 


4 Um deinetwillen komm zu Mir 
Und merk, was Ich dich lehr: 
All Sünd und Bosheit leg von dir, 
Zu Mir dich recht bekehr, 
Und ſäum damit nicht lange; 
Das iſt Mein treuer Rath, 
Daß dir nicht werde bange 
Ewig in höllſcher Gluth. 
Niederdeutſch 1571 (H. Veſpaſius). 
Hochdeutſch 1609 (M. Prätorius). H. 


No. 82. Jeſu, Deine Paſſion. 
Mel.: Schwing dich auf zu deinem Gott. S. Choralbuch. 


1 Jeſu, Deine Paſſion 

Iſt mir lauter Freude, 

Deine Wunden, Kron und Hohn 
Meines Herzens Weide. 

Meine Seel auf Roſen geht, 
Wenn ich dran gedenke: 

In dem Himmel eine Stätt 
Mir deswegen ſchenke. 


2 Jeſu, der Du wareſt todt, 

Lebeſt nun ohn Ende: 

In der letzten Todes Noth 
Nirgend hin mich wende 

Als zu Dir, der mich verſühnt, 
O mein trauter Herre! 

Gib mir nur, was Du verdient, 
Mehr ich nicht begehre. 


Paulus Stockmann. f 1636. 


121 


Paſſion. 
No. 83. Geduldigs Lämmlein. 


J. Endlich. 


| 1. Ge⸗ dul⸗digs Lämmlein Fe = fu Chriſt, Der Du all Angſt und Pla = gen, 


All Un⸗ge⸗mach zu je- der Friſt Ge-dul- dig haft ge- tra- gen, 


Ver⸗leih mir auch zur Lei-dens⸗zeit Ge⸗duld und al- le Ta⸗pfer⸗keit. 
| | 


. 2 2 2 on 


2 Du haft gelitten, daß auch ich Verwundt und hart geſchlagen, 
Dir folgen ſoll und leiden, Laß aber auch in aller Pein 
Daß ich mein Kreuze williglich Mich ein geduldigs Lämmlein ſein. 


Ertragen ſoll mit Freuden; 
Ach, möcht ich doch in Kreuz und Pein 4 Ich weiß, man kann ohn Kreuz und Leid 


Geduldig wie ein Lämmlein ſein. Zur Freude nicht gelangen, 
Weil Du in Deine Herrlichkeit 
3 Laß kommen alles Kreuz und Pein, Selbſt biſt durchs Kreuz gegangen: 
Laß kommen alle Plagen; Wer nicht mit Dir leidt Kreuz und Pein, 
Laß mich veracht, verſpottet ſein, Kann auch mit Dir nicht ſelig ſein. 


Johann Scheffler. 1657. 
122 


Paſſion. 


No. 84. 


TO hochheiliges Kreuze. 


1. O hoch- hei- li = ges Kreu- ze, Daran der Welt Ver-lan - gen, 
| 


2 Du biſt die grade Leiter, 
Daran man ſteigt fein eben 
: Zum unſterblichen Leben. 


3 Du biſt die ſtarke Brücke, 
Darüber alle Frommen 
: Wohl durch den Strudel kommen.: 


4 Du biſt der Pilgerſtabe, 
Daran ſich Jung und Alte 
: Vor dem Fall thun erhalten.: 


5 Du biſt des Himmels Schlüſſel, 
Das Leben thuſt aufſchließen, 
: Dem Tod den Riegel vorſchießen.: 


6 Du biſt der Helm und Schilde, 
Daran die Pfeil der Schlangen 
I: All werden aufgefangen.: 


123 


7 Du biſt das ſiegreich Zeichen, 
Darob der Feind erſchricket, 
i Wann er es nur anblicket.: 


8 Du biſt der ſchrecklich Hammer, 
Der du der Schlangen Ziſchen 
I: Thuſt legen, den Kopf zerknirſchen.: 


9 Durch Dein heiliges Kreuze 
Laß Dich, o Herr, erbarmen 
: Die große Noth der Armen.: 


10 Erzeig Dein Kraft und Stärke, 
Beſchütz uns alleſammen 
: Durch Dein heiligen Namen.: 


11 Damit wir, Deine Kindlein, 

Im Frieden mögen ſterben, 

: Das ewig Leben ererben. :|| 
1600. Conſtanz. H. 


Paſſion. 
No. 85. Ach hilf uns, o Herr Jeſu Chriſt. 1634. 


8 
1. Ach hilf uns, o Herr Je- fu Chriſt, KH - ri -e E⸗lei⸗ ſon! 


BE rn ee Eis re 
nes ge eg 82 zer == 


Hilf nun und hilf zu al- ler Friſt, Chri- ſte E = lei - fon! 


. ar 
„5. 


Hilf nun und hilf zu al- ler Friſt, Ky - ri e E- lei- fen! 


2 Durch Deinen Blutſchweiß ſteh uns bei,“ 
: In Aengſten unſer Tröſter ſei.: 
3 Herr, hilf durch Deine Geißelung, 
: Durch Deine Kron und Kreuzigung. : 
4 Wir bitten durch Dein Kreuz und Pein, 
: Du wolleſt unſer Schirmer ſein.: 
5 Wir bitten durch Dein theures Blut, 
: Halt uns, o Herr, in guter Hut.: 
6 Ach hilf uns, Herr, aus aller Noth, 
: Das bitten wir durch Deinen Tod. : 
1634. Cöln. H. 
* Das „Kyrie Eleiſon, Chriſte Eleiſon, Kyrie Eleiſon“ jedesmal, wie im erſten Verſe. 
12⁴ 


Paffion. 
No. 86. Denk, Menſch, wie dich dein Heiland liebet. 


4. Jahrhundert. 


BEZ > r ra an me. "7m 

Sam 3 2— ar 3 — ar}; 2 ii 

2 . ne 2 2 
* #6 * — 


1. Denk, Menſch, wie dich dein Hei-land lie - bei, Daß Er Sich 


Und wil - 


für dich ftir - bet, Dir das Le- ben ai EN er = wir = bet, 


= EB Dee = 


2 Den ſchmählichſten Tod Er zwar 4 Wir ſind All mit Chriſto geftorben, 


ſchmecket Durch die Tauf in Seim Tod begraben, 
Und Sein Leben für All darſtrecket, Daß wir ſollen ruhen von Sünden, 
Er wird aber herrlich begraben Den ſündlichen Leib überwinden. 
Und zum neuen Leben erhaben. 

r 5 Herr Chriſt, laß Dein Tod und Be— 
3 Sein heiliger Leib nicht verweſet, gräbniß 

Daß er uns von Todsfurcht erlöſet Stets ſein unſer Bild und Gedächtniß, 
Und heiligt damit unſern Abſchied, Daß wir allen Sünden abſterben, 


Auf daß wir von hinn' fahren im Fried. Das ewige Leben ererben. 
Petrus Herbert. 1566. 
125 


VI. Oſtern. 


No. 87. Laßt uns erfreuen herzlich ſehr. 1630. 


1 1251 uns er⸗ freuen herz⸗lich ſehr, Hal- le- In - 1491 
Ma ri a ſeufßzt und weint nicht mehr, Hal- le - lu - jah! 


Verſchwunden al -le Ne- bel ſein, Hal- le - lu = nt 
| Jetzt leucht der lie- ben Son- nen Schein. Hal= le - lu = jah! 


. Re ra 
ee 


— 
Hal- le- In - jah, Hal- le⸗ lu ⸗ jah, Hal⸗ le- lu ⸗ jah! 


2 Wo iſt, o freudenreiches Herz, Hallelujah! 
Wo jetzt, wo iſt dein Weh und Schmerz? Hallelujah! 
Wie wohl iſt dir, o Herz, wie wohl! Hallelujah! 
Jetzt Freuden, Freuden, Freuden voll. Hallelujah! 
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 


126 


Oſtern. 


3 Sag, o Maria, Jungfrau ſchon, Hallelujah! 
Kommt das nicht her von deinem Sohn? Hallelujah! 
Ach ja, dein Sohn erſtanden iſt; Hallelujah! 
Kein Wunder, daß du fröhlich biſt. Hallelujah! 
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 


4 Dein Herz nun da in Freuden ſchwimmt, Hallelujah! 
Und zu und zu die Freude nimmt; Hallelujah! 
Ach Gott, vergiß doch unſer nicht, Hallelujah! 
Und theil uns auch ein Tröpfchen mit. Hallelujah! 
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 


1630. H. 
No. 88. Chriſt iſt erſtanden. 
Mel.: S. Choralbuch. 

1 Chriſt iſt erſtanden 2 Wär Er nicht erſtanden, 

Von der Marter alle: Die Welt die wär vergangen: 

Deß ſolln wir Alle froh ſein. Seit daß Er erſtanden iſt, 

Chriſt ſoll unſer Troſt ſein. So lobn wir den Vater Jeſu Chriſt. 

Kyrieleis. Kyrieleis. 


3 Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! 
eß ſolln wir Alle froh ſein, 
Chriſt ſoll unſer Troſt ſein. 


Kyrieleis. 
V. 1 im 12. Jahrhundert. 
V. 2 u. 3. 1530. 
No. 89. O du fröhliche. 
Mel.: S. No. 56. 
1 O du fröhliche, o du ſelige, 2 O du fröhliche, o du ſelige, 
Gnadenbringende Oſterzeit! Gnadenbringende Oſterzeit! 
Welt lag in Banden, Tod iſt bezwungen, 
Chriſt iſt erſtanden, Leben errungen, 
Freue, freue dich, o Chriſtenheit! Freue, freue dich, o Chriſtenheit! 


3 O du fröhliche, o du ſelige, 
Gnadenbringende Oſterzeit! 
Kraft iſt gegeben, 
Laßt uns Ihm leben, 
Freue, freue dich, o Chriſtenheit! 
V. 1. Johannes Falk. f 1826. 


127 


O ſt e rn. 
No. 90. Wir wollen Alle fröhlich ſein. 1578. 


Einzelne. 


1. Wir wol- len A - le fröh- lich fein In die = fer 


Dit = er - li chen Zeit, Denn un = fer Heil hat Gott be- reit. 


Hal⸗ le ⸗ lu⸗ jah, Hal- le- lu- jah, Hal- le ⸗ lu⸗ jah, Hal⸗ 


le - lu⸗- jah! Ge— 5 - bet ſei Chri⸗ſtus, Ma- ri - en Sohn! 


Oſtern. 


2 Es iſt erſtanden Jeſus Chriſt, 3 Er hat zerſtört der Höllen Pfort 
Der an dem Kreuz geſtorben iſt, Und all die Seinen herausgeführt, 
Dem ſei Lob, Ehr zu aller Friſt. Und uns erlöſt vom ewgen Tod. 

Hallelujah, ꝛc. Hallelujah, ꝛc. 


4 Es freu ſich alle Chriſtenheit 
Und lob die heilge Dreifaltigkeit 
Von nun an bis in Ewigkeit. 


Hallelujah, ꝛc. 
1568. 


No. 91. Früh Morgens, da die Sonn aufgeht. 


Mel. : S. Choralbuch. 
1 Früh Morgens, da die Sonn aufgeht, 4 Lebt Chriſtus, was bin ich betrübt? 


Mein Heiland Chriſtus auferſteht: Ich weiß, daß Er mich herzlich liebt: 
Hallelujah, Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah! 

Vertrieben iſt der Sünden Nacht, Wenn mir gleich alle Welt ſtürb ab, 

Licht, Heil und Leben wiederbracht. Gnug daß ich Chriſtum bei mir hab. 
Hallelujah, Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah! 


2 Nicht mehr denn nur drei Tage lang 5 Er nährt, Er ſchützt, Er tröſtet mich, 
Bleibt mein Heiland ins Todes Zwang, Sterb ich, ſo nimmt Er mich zu Sich, 
Hallelujah, Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah! 
Am dritten Tag durchs Grab Er dringt, Wo Er jetzt lebt, da muß ich hin, 
Mit Ehren Seine Siegsfahn ſchwingt. Weil ich ein Glied Seins Leibes bin. 
Hallelujah, Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah! 


3 O Wunder groß, o ſtarker Held! 6 Für dieſen Troſt, o großer Held, 
Wo iſt ein Feind, den Er nicht fällt? Herr Jeſu, dankt Dir alle Welt: 
Hallelujah, Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah! 
Kein Angſtſtein liegt ſo ſchwer auf mir, Dort wollen wir mit größerm Fleiß 
Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Erheben Deinen Ruhm und Preis. 
Hallelujah, Hallelujah! Hallelujah, Hallelujah! 


Johann Heermann. 1630. 


No. 92. Iſt denn der liebe Heiland todt. 


Mel. : S. No. 227. 


1 Iſt denn der liebe Heiland todt, 2 Sterb ich nun auch, wer weiß wie bald, 
Und iſt Er gar begraben? Und nimmt der Tod mein Leben; 
O hörts, wir dürfen keine Noth Mein Heiland hat noch mehr Gewalt, 
Um Seinetwillen haben. Der wird mirs wiedergeben; 
Heut iſt das liebe Oſterfeſt, Der weckt mich aus des Grabes Nacht 
Wo lebend Er das Grab verläßt. Und führt mich in des Himmels Pracht. 


Wilhelm Hey. f 1854. 
9 129 


Oſtern. 
No. 93. Gott ſei gedankt durch Jeſum Chriſt. 


Bartholomäus Helder. + 1635. 
| 


| — — — 
1 — 
| | 
1. : Gott fei ge = dankt durch Je- ſum Chriſt, Der Him-mel 
| 
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— — 
TI, 4 
| 2 9 
| 
mir er- wor⸗ ben iſt; :] Denn Chriſtus Teu⸗ - 
ar 


| 
fel, Sünd und Tod Be-zwungen und ge = til - get hat; 


r ara hr hun 3 22 
5 


2 ||: Und aus dem Grab mit großer Macht 
ried, Freud und Leben mit Sich bracht,: 
Drum Ihm allein ich mich befehl, 
Mein Leben, Sterben, Leib und Seel. 


3 : Mein Troſt, Herr Chriſt, Du biſt allein, 
Dazu der einig Heiland mein; : 
Laß mich ſelig zu Grabe gehn 
Und fröhlich wieder auferſtehn. 
130 


Dftern, 
No. 9. fErſtanden iſt der heilge Chriſt. 1578. 


Es — 


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3 


1. Er⸗ſtan⸗den iſt der heil- ge Chriſt, Hal- le ⸗lu⸗- jah, Hal = le = lu⸗ 


* 8 


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jah! Der al - ler Welt ein Trö⸗ſter iſt. Hal-le = = lu⸗ jah! 
— 


| | 
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2 Es gingen drei heilige Fraun, 5 Er iſt erſtanden aus dem Grab, 
I: Hallelujah! 0 I: Hallelujah! : 
Des Morgens frühe hin im Thaun. Heut an dem heilgen Oſtertag. 
Hallelujah! Hallelujah! 
3 Sie ſuchten den Herrn Jeſum Chriſt, 6 Habt Dank, ihr lieben Engel fein, 
I: Hallelujah! : Hallelujah! : 
Der von dem Tod erſtanden iſt. Nun wolln wir Alle fröhlich ſein. 
Hallelujah! Hallelujah! | 
4 Ach Engel, lieber Engel fein! 7 Nun ſinget All zu dieſer Friſt: 
Ih Hallelujah!: : Hallelujah! : 
Wo find ich denn den Herren mein? Erſtanden iſt der heilge Chriſt. 
Hallelujah! Hallelujah! 
8 Deß ſolln wir Alle fröhlich ſein, 
I: Hallelujah!: 
Und Chriſt ſoll unſer Tröſter ſein. 
Hallelujah! 5 


131 


Oſtern. 


No. 95. Freut euch, ihr Heilgen im Himmelreich. 10, 


I | N 
FFT 
1 ———— 1 — — ER De 2. 


1. Freut euch, ihr Heil⸗gen im Him-mel - reich, Ihr auf Erd auch 


Sees 


2 Der von dem Tod erſtanden ift, 3 Bitt für uns, o Du Gottes Sohn, 


Das iſt der Herr Jeſus Chriſt, Daß Gott uns ins Himmels Thron 

Der um unſre Schulden Aus Gnad wolle geben 

All Marter und Tod hat wolln erdulden. Die Freude und Wonn im ewgen Leben. 
Lobt Gott mit uns, Hallelujah! Bitt Gott für uns, Hallelujah! 


4 Freu dich, du liebe Chriſtenheit! 
Lobe Gott in Ewigkeit! 
Der am Kreuz gehangen, 
Der iſt von den Todten auferſtanden. 
Lobt Gott mit uns, Hallelujah! 
1573. V. 1-3. 1600. H. 
132 


Dftern. 
No. 96. Gelobt jei Gott im höchſten Thron. 


Melchior Vulpius. 1609. 
— — 2 2 — 5 mu = 
2 3 =. 


23° 4 — — — a — mu 


1. Ge-lobt ſei Gott im höch⸗- ften Thron Sammt Seinem ein = ge- 


bor - nen Sohn, Der für uns hat ge=-nug ge⸗ than. 


Hal⸗le⸗ lu jah! Br le- lu - jah! Hal⸗le⸗ Iu - jah! 


2 Des Morgens früh am dritten Tag, 4 Nun bitten wir Dich Jeſu Chriſt, 
Weil noch der Stein am Grabe lag, Weil Du vom Tod erſtanden biſt, 


Erſtund Er frei ohn alle Klag. Verleihe, was uns ſelig iſt. 
Hallelujah! ꝛc. Hallelujah! ꝛc. 
3 Er iſt erſtanden von dem Tod, 5 O mache unſer Herz k bereit, 
Hat überwunden alle Noth, Damit wir von der Sünd befreit, 
Verſöhnet Sünd und Miſſethat. Dir mögen ſingen allezeit: 
Hallelujah! ꝛc. Hallelujah! ꝛc. 


Bayr. Gſgb. nach Michael Weiße. 1531. 
133 


Oſtern. 
No. 97. Nicht ruhen 1 konnt. 1634. 


1; gc 8 Pf Mag- da - 2 na ah Bis ſie den Her = ren 


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— — 3 — = — . 


4 =E = — Bee 


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Sie lief Fr Grab und von dem Grab 
Hal- le- - jah, Hal ⸗ le - lu⸗ jah, 


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Viel hin und her, viel auf und ab; Mit Wei- nen fie her 
Hal⸗le⸗ lu⸗ jah, Hal- le - lu⸗ Inh! Hal ⸗ le - Iu- En Hal⸗ 


um - her ſah, Im Grab, im Gar - ten, fern und nah. 
i - lu⸗ jah, Hal- le - lu⸗ jah, Hal- le- lu ⸗ jah! 


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Ditern. 


2 Als fie fich bückt zum Grab hinein, 
Zween Engel ſah fie hübſch und fein; 
Die Engel fröhlich fragten beid, 
Was ſie bewein mit ſolchem Leid; 
Zugleich kam Jeſus auch hinzu, 
Fragt auch, warum ſie weinen thu. 

Hallelujah, ꝛc. 


3 Sie ſah Ihn an und weinet ſehr, 
Vermeint, daß Er ein Gärtner wär. 
Ach, ſprach ſie, der Herr Jeſus Chriſt, 
Mein Herr, hinweg genommen iſt. 
Ach, wo haſt Du Ihn hingethan? 
Sag an, daß ich Ihn holen kann. 

Hallelujah, ꝛc. 


4 Der Herr ſie bald mit Namen nennt, 
Darauf geſchwind ſie Ihn erkennt. 
Sich ließ der Herr mit Freuden ſehn 
Und hieß ſie zu den Jüngern gehn. 

Alſo verſchwand all Weh und Schmerz, 
Ward fröhlich das betrübte Herz. 


Hallelujah, ꝛc. 


No. 98. 


1634. H. 


Auf, auf, mein Herz, mit Freuden. 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Auf, auf, mein Herz, mit Freuden, 

Nimm wahr, was heut geſchieht: 

Wie kommt nach großem Leiden 
Nun ein ſo großes Licht! 

Mein Heiland war gelegt 

Da, wo man uns hinträgt, 

Wenn von uns unſer Geiſt 

Gen Himmel iſt gereiſt. 


2 Er war ins Grab geſenket, 

Der Feind trieb groß Geſchrei; 
Eh ers vermeint und denket, 

Iſt Chriſtus wieder frei 
Und ruft Victoria, 
Schwingt fröhlich hie und da 
Sein Fähnlein als ein Held, 
Der Feld und Muth behält. 


3 Das iſt mir anzuſchauen 
Ein rechtes Freudenſpiel. 
Nun ſoll mir nicht mehr grauen 
Vor Allem, was mir will 
Entnehmen meinen Muth 
Zuſammt dem edlen Gut, 
So mir durch Jeſum Chriſt 
Aus Lieb erworben iſt. 


4 Ich hang und bleib auch hangen 

An Chriſto als ein Glied: 

Wo mein Haupt durch iſt gangen, 
Da nimmt Er mich auch mit. 

Er reißet durch den Tod, 

Durch Welt, durch Sünd und Noth, 

Er reißet durch die Höll, 

Ich bin ſtets Sein Geſell. 


5 Er bringt mich an die Pforten, 
Die in den Himmel führt, 
Daran mit güldnen Worten 
Der Reim geleſen wird: 
Wer dort mit wird verhöhnt, 
Wird hier auch mit gekrönt; 
Wer dort mit ſterben geht, 
Wird hier auch mit erhöht. 


Paul Gerhardt. 
135 


VII. Himmelfahrt. 


No. 99. Gen Himmel aufgefahren ift. 


(COELOS ASCENDIT HODIE.) Melchior Frank. 1627. 


1. Gen Him-mel auf = ge= fah- ren if, Hal- le- lu - jah! 


2 Er 750 zur rechten Gottes Hand, Hallelujah! 


Herr 


3 Nun iſt erfüllt, was gſchrieben iſt, Hallelujah! 
In Pſalmen von dem Herren Chriſt. Hallelujah! 


cht über Himml und alle Land. Hallelujah! 


4 Nun ſitzt beim Herren Davids Herr, Hallelujah! 
Wie zu ihm gſprochen hat der Herr. Hallelujah! 


5 Nun dankt dem Herren Jeſu Chriſt, Hallelujah! 
Der heut zum Himmel gfahren iſt. Hallelujah! 


6 Lob ſei der heilgen Dreifaltigkeit, Hallelujah! 
Von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah! 
16. Jahrhundert. 
136 


Himmelfahrt. 


No. 100. Himmelfahrt iſt heut. 


8 1 
vers 


| Him mel hell hin-an, Sehn die Pfor-ten auf-ge- than; 


2 Weil ja Jeſus Chriſt, 
Der vom Himmel iſt, 
Heute wieder ziehet ein, 
Will bei Seinem Vater ſein. 


3 Und die Englein all 
Gehn mit lautem Schall 
Froh entgegen ihrem Herrn, 
Daß Er nun nicht mehr ſo fern. 


4 Und wir Kinder ſtehn, 
Wollens auch mit ſehn, 
Weil ja der Herr Jeſus Chriſt 
Unſer lieber Bruder iſt. 


5 Will vom Himmel nun 
Uns viel Gutes thun, 
Nimmt uns einſt zu rechter Zeit 
Auf in Seine Seligkeit. 
Wilhelm Hey. f 1854. 


137 


Himmelfahrt. 
No. 101. Gott fähret auf gen Himmel. 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Gott fähret auf gen Himmel Der Heiland geht voran, 
Mit frohem Jubelſchall, Will uns nicht nach Sich laſſen, 
Mit prächtigem Getümmel Er zeiget uns die Straßen, 
Und mit Poſaunenhall. Er bricht uns ſichre Bahn. 
Lobſingt, lobſinget Gott! 
Lobſingt, lobſingt mit Freuden 4 Wir ſollen himmliſch werden, 
Dem Könige der Heiden, Der Herre macht uns Platz, 


Wir gehen von der Erden 


Dem Herren Zebaoth! a 
Dorthin, wo unſer Schatz. 


2 Der Herr wird aufgenommen, Ihr Herzen, macht euch auf! 

Der ganze Himmel lacht, Wo Jeſus hingegangen, 

Um Ihn gehn alle Frommen, Dahin ſei das Verlangen, 

Die Er hat frei gemacht. Dahin ſei euer Lauf. 

Es holen Jeſum ein 

Die lauten Cherubinen, f 5 Laßt uns zum Himmel dringen 

Den hellen Seraphinen Mit herzlicher Begier, 

Muß Er willkommen ſein. Laßt uns zugleich auch ſingen: 
Dich, Jeſu, ſuchen wir, 

3 Wir wiſſen nun die Stiege, Dich, o Du Gottes Sohn, 
Die unſer Haupt erhöht, Dich Weg, Dich wahres Leben, 
Wir wiſſen zur Genüge, Dem alle Macht gegeben, 

Wie man zum Himmel geht. a Dich, unſers Hauptes Kron. 


Gottfried Wilhelm Sacer. 1661. 


No. 102. Nun freut euch Gottes Kinder all. 
Mel.: S. Choralbuch. 


1 Nun freut euch Gottes Kinder all, 3 Der Herr hat uns die Stätt bereit, 
Der Herr fährt auf mit großem Schall. Da wir ſolln bleibn in Ewigkeit: 


Lobſinget Ihm, lobſinget Ihm, Lobſinget Ihm, lobſinget Ihm, 
Lobſinget Ihm mit lauter Stimm. Lobſinget Ihm mit lauter Stimm. 
2 Die Engel und all Himmelsheer 4 Es hat mit uns nun nimmer Noth, 
Erzeigen Chriſto göttlich Ehr Der Satan, Sünd und ewger Tod 
Und jauchzen Ihm mit frohem Schall, —Allſammt zu Schanden worden find 
Das thun die lieben Engel all. Durch Gottes und Marien Kind. 


5 So danket nun dem lieben Herrn 
Und lobet Ihn von Herzen gern, 
Lobſinget mit der Engel Chör, 

Daß man es in dem Himmel hör. 
Erasmus Alberus. 1549. 


138 


VIII. Pfingſten. 


No. 103. Nun bitten wir den heiligen Geiſt. 
Mel. : S. Choralbuch. 


1 Nun bitten wir den heiligen Geiſt 
Um den rechten Glauben allermeiſt, 
Daß er uns behüte an unſerm Ende, 
Wenn wir heim fahrn aus dieſem Elende. Kyrieleis. 


2 Du werthes Licht, gib uns Deinen Schein, 
Lehr uns Jeſum Chriſt kennen allein, 
Daß wir an Ihm bleiben, dem treuen Heiland, 
Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis. 


3 Du ſüße Lieb, ſchenk uns Deine Gunſt, 
Laß uns empfinden der Liebe Brunſt, 
Daß wir uns von Herzen einander lieben 
Und im Frieden auf Einem Sinn bleiben. Kyrieleis. 


4 Du höchſter Tröſter in aller Noth, 
Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, 
Daß in uns die Sinnen nicht verzagen, a 
Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis. 


V. 1. 13. Jahrhundert. 
V. 24. Martin Luther. 1524. 


No. 104. Komm, heiliger Geiſt, Herre Gott. 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Komm, heiliger Geiſt, Herre Gott, O Herr, behüt vor fremder Lehr, 
Erfüll mit Deiner Gnaden Gut Daß wir nicht Meiſter ſuchen mehr, 
Deiner Gläubigen Herz, Muth und Denn Jeſum mit rechtem Glauben, 

Sinn, Und Ihm aus ganzer Macht vertrauen. 
Dein brünſtig Lieb entzünd in ihn'. I: Hallelujah. 


O Herr, durch Deines Lichtes Glaſt 
Zu dem Glauben verſammelt haſt 3 Du heilige Brunft, ſüßer Troſt, 


Das Volk aus aller Welt Zungen; Nun hilf uns fröhlich und getroſt 
Das ſei Dir, Herr, zu Lob geſungen. In Deim Dienſt beſtändig bleiben, 
Hallelujah. Die Trübſal uns nicht abtreiben! 
O Herr, durch Dein Kraft uns bereit 
2 Du heiliges Licht, edler Hort, Und ſtärk des Fleiſches Blödigkeit, 
Laß uns leuchten des Lebens Wort, Daß wir hie ritterlich ringen, 
Und lehr uns Gott recht erkennen, Durch Tod und Leben zu Dir dringen. 
Von Herzen Ihn Vater nennen. : Hallelujah. 


Martin Luther. 1524. 
139 


Pfingſten. 
No. 105. JO heiliger Geiſt, o heiliger Gott. 1650. 


1. O hei - li- ger Geiſt, o hei ⸗ li- ger Gott, Du 
= En 


| 5 
Ban 
88 


Iro = fter wertb in al - ler Noth: Du biſt ge-ſandt vons 


JE | E 7 
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Him - mels Thron Von Gott dem Va- ter und dem 


| 
Sohn, O hei- li- ger Gef, o hei- li- ger Gott! 


Pfingſten. 
2 O heiliger Geiſt, o heiliger Gott, 4 O heiliger Geiſt, o heiliger Gott, 


Gib uns die Lieb zu Deinem Wort, Erleucht uns durch Dein göttlich Wort! 
Zünd an in uns der Liebe Flamm, Lehr uns den Vater kennen ſchon, 
Darnach zu lieben alleſamm. Dazu auch Seinen lieben Sohn. 
O heiliger Geiſt, o heiliger Gott. O heiliger Geiſt, o heiliger Gott. 

3 O heiliger Geiſt, o heiliger Gott, 5 O heiliger Geiſt, o heiliger Gott, 
Mehr unſern Glauben immerfort! Du zeigſt die Thür zur Himmelspfort, 


An Chriſtum Niemand glauben kann, Laß uns hie kämpfen ritterlich 
Es ſei denn durch Dein Hilf gethan. Und zu Dir dringen ſeliglich. 
O heiliger Geiſt, o heiliger Gott. O heiliger Geiſt, o heiliger Gott. 


6 O heiliger Geiſt, o heiliger Gott, 
Verlaß uns nicht in Noth und Tod, 
Wir ſagen Dir Lob, Ehr und Dank 
Jetzund und unſer Leben lang. 

O heiliger Geiſt, o heiliger Gott. 
1663. 


No. 106. O heilger Geiſt, kehr bei uns ein. 
Mel.: S. Choralbuch. 
1 O heilger Geiſt, kehr bei uns ein 3 Du ſüßer Himmelsthau, laß Dich 


Und laß uns Deine Wohnung ſein, In unſre Herzen kräftiglich 
O komm, Du Herzensſonne! Und ſchenk uns Deine Liebe, 
Du Himmelslicht, laß Deinen Schein | Daß unſer Sinn verbunden ſei 
Bei uns und in uns kräftig ſein Dem Nächſten ſtets mit Liebestreu 
Zu ſteter Freud und Wonne! Und ſich darinnen übe. 
Sonne, Wonne, Kein Neid, Kein Streit 
Himmliſch Leben willſt Du geben, Dich betrübe, Fried und Liebe müſſen 
wenn wir beten. ſchweben, 
Zu Dir kommen wir getreten. Fried und Freude wirſt Du geben. 
2 O ſtarker Fels und Lebenshort, 4 Gib, daß in reiner Heiligkeit 
Laß uns Dein himmelſüßes Wort Wir führen unſre Lebenszeit, 
In unſern Herzen brennen. Sei unſres Geiſtes Stärke, 
Daß wir uns mögen nimmermehr Daß uns forthin ſei unbewußt 
Von Deiner weisheitreichen Lehr Die Eitelkeit, des Fleiſches Luſt 
Und treuen Liebe trennen. Und ſeine todten Werke. 
Fließe, Gieße - Rühre, Führe 
Deine Güte ins Gemüthe, daß wir Unſer Sinnen und Beginnen von der 
können Erden, 
Chriſtum unſern Heiland nennen. Daß wir Himmelserben werden. 


Michael Schirmer. 1640. 
141 


Pfingſten. 
No. 107. Der Heiland hoch erhaben. 


Joachim (Müller) von Burgk. 1585. 


1 2.2.2: 2 


E 22: 
2 


= u 2— 2 Br | 
583 si= ee, r 


= 


Ba. 
Bi 
2 


ben, Sein Pre - di- ger zu rü ſten, zu rü n- ſten, Aus 


Hei⸗ den will Er Chri- ſten, Aus Sei den will Er Chri = ften. 


| 13 3 . 2 —#TZ 122 — ZF 
wi N . 227 . 2 Arten B 
| | | 
2 Sein Nam geheiligt werde, 3 Was Abram iſt geſchworen, 
So weit die menſchlich Erde, Kein Wort iſt dran verloren: 
Durch Gottes Geiſt geſtrafet, geſtrafet, Der Geiſt, zum Amt gegeben, gegeben, 
: Allein auf Chriſtum hoffet.: : Breitet weit aus den Segen.: 


4 Amen, Gott ſei gepreifet, 
Der Geiſt auf Chriſtum weiſet, 
Bringt alle Sprach zuſammen, zuſammen, 
: In Einem Glauben. Amen.: 
Ludwig Helmbold. 1594. 
142 


Pfingſten. 
No. 108. Sei ewig gepreift. 


| 
1. Sei e⸗ wig ge= preift, Gott hei = li- ger Geiſt, Der A-them und 


2 Wir kannten Ihn nicht, 3 Wir opfern Dir Dank 
Bis daß uns Dein Licht Mit Lob und Geſang; 
Im Herzen erſchien Ach, heilge uns Ihm, [rühm, 


Und unfere Augen hinlenkte auf Ihn. Daß Geift, Leib und Seele Ihn preiſe und 
Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. f 1760. 


No. 109. O du fröhliche. 
Mel. : S. No. 56. 
1 O du fröhliche, o du ſelige, 2 O du fröhliche, o du ſelige, 
Gnadenbringende Pfingſtenzeit! Gnadenbringende Pfingſtenzeit! 
Chriſt, unſer Meiſter, Führ, Geiſt der Gnade, 
Heiligt die Geiſter. Uns deine Pfade! 
Freue, freue dich, o Chriſtenheit! Freue, freue dich, o Chriſtenheit! 


3 O di fröhliche, o du ſelige, 
Gnadenbringende Pfingſtenzeit! 
Uns, die Erlöſten, 
Geiſt, wollſt Du tröſten. 
Freue, freue dich, o Chriſtenheit! 
V. 1. Johannes Falk. f 1826. 


143 


IX. Trinitatis. 


No. 110. Heilig, heilig, heilig iſt Gott. 


5 
= 825 a 


Hei ⸗ lig, hei - lig, hei - lig iſt Gott der Herr 


Lan ⸗ de find Sei- ner 


Eh- re voll, ſind Sei- ner Eh re voll. 


Trinitatis. 


No. III. Wir loben Dich, Gott Zebaoth. 


„ nen Gott. Hal ⸗le⸗ 
a 


Br 2 


2 Gott Vater in dem höchſten Thron, 3 Gott heiliger Geiſt gleicherweis, 


Kyrie Eleiſon. Kyrie Eleiſon. 

Dich loben wir ſammt Deinem Sohn. Dich ehren wir mit Ehr und Preis. 
Hallelujah. g Hallelujah. 

Gelobet ſeiſt Du ohn Ende. Gelobet ſeiſt Du ohn Ende. 


4 O heiligſte Dreifaltigkeit, 
Kyrie Eleiſon. 
Beſchütz die ganze Chriſtenheit. 
allelujah. 


Gelobet ſeiſt Du ohn Ende. 
1630. H. 
10 145 


Trinitatis. 


No. 112. Heilig, heilig, heilig. 


Uns hat Sei⸗nes Wortes Macht Aus dem Nichts her- vor- ge- bracht. 


2 Heilig. heilig, heilig, Der uns durch der Taufe Bad 
Singt dem Sohne heilig: Von der Sünd befreiet hat. 
Da das Heil verloren war, 

Gab Er Sich zum Opfer dar. 4 Heilig, heilig, heilig, 
Unausſprechlich heilig, 

3 Heilig, heilig, heilig, Unſer Gott, Dreieinigkeit; 

Singt dem Geiſte heilig: Hochgelobt in Ewigkeit. 


Kleine Miſſionsharfe. 


No. 113. Wir glauben All an Einen Gott. 


Mel.: S. Choralbuch. i 


1 Wir glauben All an Einen Gott, Und uns führt ins Himmels Thron, 
Vater, Sohn und heilgen Geiſt, Der uns durch Sein Blut und Tod 
Den der Cherubinen Chor Hat erlöſt aus aller Noth. 

Und die Schaar der Engel preiſt, 
Der durch Seine große Kraft 3 Wir glauben an den heilgen Geiſt, 
Alles wirket, thut und ſchafft. Der von Beiden gehet aus, 

Der uns Troſt und Beiſtand leiſt 

2 Wir glauben auch an Jeſum Chriſt, Wider alle Furcht und Graus. 
Gottes und Marien Sohn, Heilige Dreifaltigkeit, 

Der vom Himmel kommen iſt Sei gepreiſt zu aller Zeit. 


a Tobias Clausnitzer. 1671. 
146 


/ 


X. Kirche und Reformation. 


No. 114. 


Ein feſte Burg. 


Mel.: S. Choralbuch. 


6 1 Ein feſte Burg iſt unſer Gott, 


Ein gute Wehr und Waffen, 
Er hilft uns frei aus aller Noth, 
Die uns jetzt hat betroffen. 
Der alt böſe Feind, 
Mit Ernſt ers jetzt meint, 
Groß Macht und viel Liſt 
Sein grauſam Rüſtung iſt, 
Auf Erd iſt nicht ſeins Gleichen. 


2 Mit unſrer Macht iſt nichts gethan, 
Wir ſind gar bald verloren: 

Es ſtreit für uns der rechte Mann, 
Den Gott hat ſelbſt erkoren. 
Fragſt du, wer der iſt? 

Er heißt Jeſus Chriſt, 

Der Herr Zebaoth, 

Und iſt kein ander Gott, 
Das Feld muß Er behalten. 


No. 115. O Herre Gott, 


3 Und wenn die Welt voll Teufel wär 
Und wollt uns gar verſchlingen, 
So fürchten wir uns nicht ſo ſehr, 

Es ſoll uns doch gelingen. 

Der Fürſt dieſer Welt, 

Wie ſaur er ſich ſtellt, 

Thut er uns doch nicht, 

Das macht, er iſt gericht, 
Ein Wörtlein kann ihn fällen. 


4 Das Wort ſie ſollen laſſen ſtahn, 


Und kein Dank dazu haben: 
Er iſt bei uns wohl auf dem Plan 

Mit Seinem Geiſt und Gaben. 
Nehmen ſie den Leib, 
Gut, Ehr, Kind und Weib, 
Laß fahren dahin, 
Sie habens kein Gewinn, 

Das Reich muß uns doch bleiben. 


Martin Luther. 1529. 


wir Kindlein klein. 


Mel.: S. No. 185. 


1 O Herre Gott, wir Kindlein klein, 


Die wir auch ſind von Deiner Gmein, 


Wir rufen jetzt an allem Ort: 


Erhalt nns, Herr, bei Deinem Wort! 


2 Denn Dich bekennet unſer Mund: 


So weißt Du unſres Herzens Grund; 


Wir wiſſen, daß Du Vater biſt, 
Haſt uns erlöſt durch Jeſum Chriſt. 


Aus der Reformationszeit nach 


147 


3 Gott, dieſen Troſt nicht von uns wend; 
Nimm Leib und Seel in Deine Händ! 
Nimm uns, Herr Ebrift, in Deine Arm, 
Aus Gnaden unſer Dich erbarm! 


4 Vor Deiner Feinde Liſt und Mord 
Bewahr uns, Herr, erhalt Dein Wort; 
Barmherzig iſt der Name Dein, 

In Deim Schutz laß uns ſicher ſein. 
Pfälz. Gſgbuch. 
einer Heidelberger Handſchrift. 


Kirche und Reformation. 


No. 116. Lobt Gott, ihr kart Chriſten. 


era 


Chri- ften, Freut euch und 
fi - ſten, Sein Wahr- heit 


Lobt Gott, ihr from - men 
Gott will Sein Kir - che 


1.4 


Se a Erin 


ju ⸗ bi⸗ lirt! 5 
tri = um⸗ phirt. Die Har-fen hört man klin - gen In 


— — 


Deut - ſcher Na - ti - on, 


. ee Er 


drin- gen Zum Ev - an - ge⸗ li - on. 


HZ HE 0 a 


Kirche und Reformation. 


2 Von Mitternacht iſt kommen 5 Ein Jeder ſoll auch hören, 
Ein evangeliſch Mann, Wer unſer Hauptmann iſt: 
Hat Gottes Wort genommen Der König aller Ehren, 
Aus der Sophiſten Bann. Unſer Herr Jeſus Chriſt. 
Menſchenlehr iſt gefallen, Der will uns helfen ſtreiten 
Gotts Wort iſt auf dem Plan; In aller unſrer Noth 
Das Heil leuchtet uns Allen, Jetzt und zu allen Zeiten, 
Niemand es wehren kann. Als Er verſprochen hat. 
3 Lebendig Waſſer quillet 6 Gottes geliebte Ritter, 
Aus Gottes Brünnlein klar, Seid mannlich in dem Streit! 
Die Durſtgen labt und ſtillet, Das grauſam Ungewitter 
Heilt alles Volk fürwahr. Währt nnr ein kleine Zeit. 
Der Herr hat angeſchauet Thut nur beſtändig bleiben, 
Die ſaßen im Elend; Seid treu bis in den Tod; 
Sein Reich Er wieder bauet Laßt euch zurück nicht treiben, 
Durchs Wort und Sakrament. Vertrauet unſerm Gott. 
4 Herzu, ihr lieben Brüder, 7 Amen! Es wird geſchehen! 
Nehmt eures Heiles war! In Einem Augenblick 
Zum Fähnlein tracht ein Jeder Wird Gottes Macht man ſehen 
In aller Gläubgen Schaar. Wider der Welte Tück. 
Ob auch der Feind uns ſchrecket Wir werden bei Ihm erben 
Mit Grimm und Uebermuth, Die herrlich Kron und Freud, 
Gott hat Sein Hilf erwecket Sieg und Triumph erwerben 
In unſrem Hauptmann gut. Durch Ihn in Ewigkeit. 


Ludwig Hailmann. 1517. H. 


No. 117. Chriſte, Du Beiſtand Deiner Kreuzgemeine. 
Mel.: S. Choralbuch. 
1 Chriſte, Du Beiſtand Deiner Kreuzgemeine, 
Eile, mit Hilf und Rettung uns erſcheine! 
Steure den Feinden: ihre Blutgedichte 
Mache zu nichte! 
2 Streite doch ſelber für uns arme Kinder, 
Wehre dem Teufel, ſeine Macht verhinder: 
Alles, was kämpfet wider Deine Glieder, 
Stürze darnieder! 
3 Friede bei Kirch und Schulen uns beſcheere; 
Friede zugleich der Obrigkeit verehre; 
Friede dem Herzen, Friede dem Gewiſſen 
Gib zu genießen. 
4 Alſo wird zeitlich Deine Güt erhoben, 
Alſo wird ewig und ohn Ende loben 
Dich, o Du Wächter Deiner armen Heerde, 
Himmel und Erde. 
Matthäus Apelles von Löwenſtern. 1644. 
149 


Kirche und Reformation. 


No. 118. Es kennt der Herr die Seinen. 


= elix Mendelsſohn Bartholdy. + 1847. 


W 
Die en 05 und die Klei- nen * je = dem Volk und Land; 


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Er läßt fie nicht ver - 5 - ben, Er führt fie aus n l 
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Im Le ben und 15 eh ben Sind 5 — 55 ben Ks 


Kirche und Reformation. 


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— 2 * Be De aa ar 
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Im Le = ben und im Ster- ben Sind fie und blei- ben Sein. 


2 Er kennet Seine Schaaren 4 Er kennt ſie an der Liebe, 
Am Glauben, der nicht ſchaut, Die Seiner Liebe Frucht, 
Und doch dem Unſichtbaren, Und die mit lauterm Triebe 
Als ſäh er Ihn, vertraut; Ihm zu gefallen ſucht; 
Der aus dem Wort gezeuget, Die Andern ſo begegnet, 
Und durch das Wort ſich nährt, Wie Er das Herz bewegt, 
Und vor dem Wort ſich beuget, Die ſegnet, wie Er ſegnet, 
Und mit dem Wort ſich wehrt. | Und trägt, wie Er fie trägt, 
3 Er fennt fie als die Seinen 5 So kennt der Herr die Seinen, 
An ihrer Hoffnung Muth, Wie Er ſie ſtets gekannt, 
Die fröhlich auf dem Einen, Die Großen und die Kleinen 
Daß Er der Herr iſt, ruht, In jedem Volk und Land 
In Seiner Wahrheit Glanze Am Werk der Gnadentriebe 
Sich ſonnet frei und kühn, Durch Seines Geiſtes Stärk, 
Die wunderbare Pflanze, An Glauben, Hoffnung, Liebe, 
Die immerdar iſt grün. Als Seiner Gnade Werk. 


C. J. Ph. Spitta. 1843. 


No. 119. Gott Vater in des Himmels Thron. 
ö Mel.: S. No. 185. 


1 Gott Vater in des Himmels Thron 3 Laß dieſe Schul Dein Gärtlein gleich 
Durch Jeſum Chriſtum, Deinen Sohn, An ſchönen Reislein ſein ſo reich, 


Der dieſe Schul allhier erhalt Die Setzling gebn in alle Ständ 
Und über ſie mit Gnaden walt, Und Nutzen bringen aller End. 

2 Damit hier ſei ein Werkſtatt fein, 4 So wird dann Deinen Namen fein 
Darin die Jugend groß und klein Der unmündigen Kindelein 
Zu Dir gezogen werde recht, Ihr Mund ſtets preiſen überall 


Und werden draus neu Gottes Knecht,, Zu Deinem Lob und Wohlgefall. 


151 


Kirche und Reformation. 


No. 120. Die Sach iſt Dein, Herr Jeſu Chriſt. 


Michael Haydn. 


ER | 

1 Tun Sach iſt Dein, Herr Je- ſu Chriſt, Die Sach, an der wir 

Und weil es Dei- ne Sa- che iſt, Kann fie nicht un = ter- 
g f 


ſtehn; } 
gehn. 


Al - lein das Wei- zen korn, be- vor Es 


Kirche und Reformation. 


Ster = ben los, 


2 Du gingſt, o Jeſu, unſer Haupt, 3 Du ſtarbeſt ſelbſt als Weizenkorn 
Durch Leiden himmelan, Und ſankeſt in das Grab; 
Und führeſt Jeden, der da glaubt, Belebe denn, o Lebensborn, 
Mit Dir die gleiche Bahn. Die Welt, die Gott Dir gab. 
Wohlan, ſo nimm uns allzugleich Send Boten aus in jedes Land, 


. — Theil am Leiden und am Reich; Daß bald Dein Name werd bekannt, 
ühr uns durch Deines Todes Thor Dein Name voller Seligkeit; 
Sammt Deiner Sach zum Licht empor !| Auch wir ſtehn Dir zum Dienſt bereit 
Durch Licht empor, In Kampf und Streit, 
Durch Nacht zum Licht empor. Zum Dienſt in Kampf und Streit. 


S. Preiswerk, V. 1 u. 2. 1844. 
F. Zaremba, V. 3. 


No. 121. Du lieber Herre Jeſus Chriſt. 


Mel.: Herr Gott, Dich loben Alle wir. S. Choralbuch. 


1 Du lieber Herre Jeſu Chriſt, 
Des Vaters ewig Wort Du biſt, 
Du haſt aus Seinem Schooß gebracht 
Das Wort, welches uns ſelig macht. 


2 Du haſt erwählt und ausgeſandt 
Deine Diener in alle Land, 
Auch zu uns noch auf dieſen Tag, 
Dir ſei drum Lob und Preis geſagt. 


3 Wir bitten Dich, nach Deinem Wort, — 
Du biſt beim Vater ſtets gehört — 
Gib, daß ſie in der Wahrheit Dein, 
Wie Du mit Ihm ſtets einig ſein. 


4 Lehr uns kommen zur wahren Buß, 
Durch Dich werden von Sünden los, 
Regier uns All mit Deinem Geiſt, 
Und ſei in Ewigkeit gepreiſt. 

Ludwig Helmbold. 1885. 
153 


XI. Mort Gottes. 


No. 122. Treuer Heiland, wir find hier. 


Konrad Kocher. 1838. 


535 


1 ae Hei-land, wir find hier In der An-dacht ee 
"\ Un=fre Sin-nen und Be- gier Len- fe ſanft Dein Wil -le. 


| 
Dei-nes Wortes bel = ler Schein Strahl in un- fer Herz bin - ein, 


: en a ee nn 
| 


#--: ö u 
22 ä 2 Kehr, o Jeſu, bei uns ein, 
— Ti Komm in unſre Mitte, 


67 
| | u E: Wolleſt unfer Lehrer fein, 
| Uns mit Licht er = fül -le. Hör der Sehnſucht Bitte: 
| "ie N Deines Wortes ftille Kraft, 
55 ICH — Sie, die neue Menſchen ſchafft, 
| ep — mE: —.— Bilde Herz und Sitte. 
F , Eu a 
3 Zeige Deines Wortes Kraft 4 O wie ſelig iſt es, Dir 
An uns armen Weſen, Kindlich zu vertrauen! 
Zeige, wie es neu uns ſchafft, Unerſchüttert können wir 
Kranke macht geneſen. Auf Dich Felſen bauen. 
Jeſu, Dein allmächtig Wort Herr, wir glauben in der Zeit, 
Fahr in uns zu ſiegen fort, Bis die ſelge Ewigkeit 
Bis wir ganz geneſen. Uns erhebt zum Schauen. 


Chriſtian Heinrich Zeller. 1837. 
154 


Wort Gottes. 


No. 123. Auf einem Berg ein Bäumlein ſtand. 


Man konn⸗zte es im gan⸗zen Land Er-blick- en weit um = her. 


Es ka⸗ men Vie⸗ le ſpät und früh, Die ed - les Gold ge- ſucht; 


g | 
v 
Sie ſchütteln dran mit ern-ſter Müh Und ſam⸗-meln f = fle Frucht. 


2 Doch nimmt der Reichthum nimmer ab; Wie heißt das Bäumlein und wo ſtehts 
Das Bäumlein wird nicht leer; Auf dieſer Erde Raum? 
Fällt gleich ſo manche Frucht herab, Wer hats geſehn? Und wer erraths?— 
Es wachſen andre her. Die Bibel iſt der Baum. 
Dr. Chr. G. Barth. + 1862. 


155 


Wort Gottes. 


No. 124. In dem Dörfchen da drüben. 


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Beer Ss mais: 


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Er — 
lau - ten die Men-ſchen * Tag zu Grab; 
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a m me me; — — 
5; 4 Fa BZ —— 
———— — — | 


W. Fink. f 1846. 


Einzelne. 


— 


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Sie läu = ten, fie 


B mn — run 
7 mi. 


| Läu⸗ten zu. AR läu - ten, fie läu = ten, 


läu⸗ ten, und ich und du, Wir hö- ren gar ger- ne dem 


und ich und du, 


Wort Gottes. 


2 — — 1 — 
— — ¼—8—— e e 
ä — — 973 


Wir hös⸗ ren gar ger - ne dem Läu⸗- ten zu, 


Wir bö - ren gar ger ⸗ ne dem Lau = ten zu. 


2 Wenn ſie läuten, da ſollen wir immerdar fein 
Zum Singen und Beten gerüſtet ſein; 
: Wir ſagen der Glocke gar große Ehr, 

Denn das Läuten iſt immer bedeutungsſchwer.: 


3 Wenn ſie läuten am Sonntag, das klinget ſo ſchön, 
Da ſollen wir ſtille zur Kirche gehn, 

: Und ſollen verſammelt am heiligen Ort, 
Uns predigen laſſen des Herren Wort.: 


4 Und zur Tauf und zur Trauung da läuten ſie auch; 
Das Läuten war immer ein heiliger Brauch. 

: Und wird uns die letzte Ehre gethan, 
So fangen die Glocken zu läuten an.: 


5 Bet eifrig! Jetzt ſchlagen ſie dreimal drei, 
Bald ſind nun die Leute vom Läuten frei. 

: So ſchlagen am Ende die Chriſtenleut, 
Zu Ehren der heilgen Dreieinigkeit.: 


W. G. Fink. 


157 


Wort Gottes. 
No. 125. Ein edler Schatz der Weisheit. 


Böhmiſche Brüder. 1566. 


1. 85 ed = ler nn der Weis- heit Iſt Got- tes Wort und 
Dep freu et ſich in Wahr- heit Das gan- ze Chri⸗ſten⸗ 


Lehr; 1 
heer. “ Denn es iſt des Heils Licht, Drin al -le from- men 
—ͤ— 


| 
Her - zen Sehn Ehri - ſti An - ge = ſicht, Und 


K 


2 
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— 206. — 
1 Sein Ge- ruch zum Le- ben In al- ler Welt aus- bricht 
JH, Gem 
5 5 


N Wort Gottes. 


2 In Ewigkeit verbleibet 3 O treuer Gott vom Himmel, 
Des Herren Wort und Will, Sieh an Dein liebes Heer, 
Wer nur demſelben gläubet, Das ſitzt bei Deim Fußſchemel 
Dem zeigts das rechte Ziel; Und hört zu Deiner Lehr. 
Erleuchtet ſein Gemüth, Hilf, daß es alſo hör, 

Daß er Gott mag erkennen, Daß es dem Wort gelinge 
Sein Ernſt und große Güt, Und nicht leer wiederkehr, 
Nach Seiner Hilf ſich ſehnen, Sondern viel Früchte bringe 
Die Er reichlich ausſchütt. Zu Deinem Lob und Ehr. 


Johann Korytansky. 1566. 


No. 126. Ach bleib mit Deiner Gnade. 


Mel. : S. Choralbuch. 


1 Ach bleib mit Deiner Gnade 4 Ach bleib mit Deinem Segen 
Bei uns, Herr Jeſu Chriſt, Bei uns, Du reicher Herr: 
Daß uns hinfort nicht ſchade Dein Gnad und alls Vermögen 
Des böſen Feindes Liſt. In uns reichlich vermehr. 
Ach bleib mit Deinem Worte 5 Ach bleib mit Deinem Schutze 
Bei uns, Erlöſer werth, Bei uns, Du ſtarker Held, 


Daß uns beid hier und dorte 


Daß uns der Feind nicht trutze, 
Sei Güt und Heil beſcheert. 


Und fäll die böſe Welt. 


3 Ach bleib mit Deinem Glanze 6 Ach bleib mit Deiner Treue 
Bei uns, Du werthes Licht, Bei uns, mein Herr und Gott; 
Dein Wahrheit uns umſchanze, Beſtändigkeit verleihe, 
Damit wir irren nicht. Hilf uns aus aller Noth! 


Joſua Stegmann. 1629. 


No. 127. Liebſter Jeſu, wir ſind hier. 


Eig. Mel. S. Choralbuch. 


1 Liebſter Jeſu, wir ſind hier, 2 Unſer Wiſſen und Verſtand 
Dich und Dein Wort anzuhören, Iſt mit Finſterniß verhüllet, 
Lenke Sinnen und Begier Wo nicht. Deines Geiſtes Hand 
Auf die ſüßen Himmelslehren, Uns mit hellem Licht erfüllet. 
Daß die Herzen von der Erden Gutes Denken, Thun und Dichten 
Ganz zu Dir gezogen werden. Mußt Du ſelbſt in uns verrichten. 


3 O Du Glanz der Herrlichkeit, 

Licht vom Licht aus Gott geboren, 
Mach uns alleſammt bereit, 

Oeffne Herzen, Mund und Ohren; 
Unſer Bitten, Flehn und Singen 
Laß, Herr Jeſu, wohl gelingen. 

Tobias Clausnitzer. 1671. 
159 


Wort Gottes. 
No. 128. Ach bleib bei uns, Herr Jeſu Chriſt. 


Mel.: Erhalt uns, Herr. S. Choralbuch. 


1 Ach bleib bei uns, Herr Jeſu Chriſt, Viel Sekten und groß Schwärmerei 
Weil es nun Abend worden iſt, | Auf einen Haufen kommt herbei. 
Dein göttlich Wort, das helle Licht, 6 Den ſtolzen Geiſtern wehre doch, 

Laß ja bei uns erlöſchen nicht. Die ſich mit Gwalt erheben hoch 

2 In dieſer ſchwern betrübten Zeit Und bringen ft ſtets was Neues her, 
pe ung, 4 85 Beſtändigkeit, Zu fälſchen Deine rechte Lehr. 

a wir Dein ort und Sakrament 7 Die Sa und Ehr, Herr Jeſu C ri * 
Rein behalten bis an das End. Nicht ae ſondern ja Dein iſt; vr 
3 Herr Jeſu, hilf, Dein Kirch erhalt, Darum ſo ſteh Du denen bei, 


= re = Wr und { Die ſich auf Dich verlaſſen frei. 

ib Glück und Heil zu Deinem Wort, 8 Dein Wort iſt unſers Herzens Tru 

Gib, daß es ſchall an manchem Ort. Und Deiner Kirche a 5 

4 Erhalt uns nur bei Deinem Wort Dabei erhalt uns, lieber Herr, 
Und wehr des Teufels Trug und Mord. Daß wir nichts anders ſuchen mehr. 
Gib Deiner Kirche Gnad und Huld, 9 Gib, daß wir leben in Deim Wort 
Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. Und darauf ferner fahren fort 

5 Ach Gott, es geht gar übel zu, Von binnen aus dem Jammerthal ® 
Auf dieſer Erd iſt keine Ruh: Zu Dir in Deinen Himmelsſaal. 

V. 1 u. 2 Nürnb. Gigb. 1611. V. 3-9 N. Selnecker. 1578. 


No. 129. Herr Jeſu Chriſt, Dich zu uns wend. 
Eig. Mel.: S. Choralbuch. 

1 Herr Jeſu Chriſt, Dich zu uns wend, 3 Bis wir ſingen mit Gottes 96527 
Dein heilgen Geiſt Du zu uns ſend; Heilig, heilig iſt Gott der Herr, 
Mit Hilf und Gnad Er uns regier Und ſchauen Dich von Angeſicht 
Und uns den Weg zur Wahrheit führ. In ewger Freud und ſelgem Licht. 

2 Thu auf den Mund zum Lobe Dein, 4 Ehr ſei dem Vater und dem Sohn, 
Bereit das Herz zur Andacht fein; Dem heilgen Geiſt in Einem Thron, 
Den Glauben mehr, ſtärk den Verſtand, Der heiligen Dreifaltigkeit 

Daß uns Dein Nam werd wohl bekannt. Sei Lob und Preis in Ewigkeit. 
Wilhelm II., Herzog zu Sachſen⸗Weimar. 1638. 


No. 130. Herr Gott, erhalt uns für und für. 


Mel.: Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort. S. Choralbuch. 


1 Herr Gott, erhalt uns für und für 3 Dich unſern Vater rufen an, 

Die reine Katechis muslehr, Der Allen helfen will und kann, 
Der jungen einfältigen Welt Daß wir als Kinder nach der Tauf 
Durch Deinen Luther vorgeſtellt. Chriſtlich vollbringen unſern Lauf; 

2 Daß wir lernen die zehn Gebot, 4 So Jemand fällt, nicht liegen bleib, 
Beweinen unſre Sünd und Noth, Sondern zur Veichte komm und gläub: 
Und doch an Dich und Deinen Sohn Zur Stärkung nehm das Sakrament; 
Glauben im Geiſt erleuchtet ſchon; Amen, Gott geb ein ſeligs End! 


Ludwig Helmbold. 1594. 
160 39 


XII. Taufe und Confirmation. 


No. 131. Gott ſprach zu dir, du Kindlein klein. 


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1. Gott ſprach zu dir, du Kind- lein klein: Ich will dein 


fein; Ruf du zu 


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5 Be er 2 n 7 
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Da - ter mein, Ich will Dein treu -es Kind auch fein. 
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Bere — — — — u ua wo ı 
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2 Gott ſprach zu dir, du Kindlein klein: Ruf du zu Ihm: O Tröſter mein, 
Ich will dein Herr und Heiland ſein; Ich will Dein heilge Wohnung ſein. 
Ruf du zu Ihm: O Heiland mein, 
Ich will Dein Knecht und Diener ſein. 4 So ſprach Gott in der Taufe dein, 
So ruf du ſtets im Leben dein, 
3 Gott ſprach zu dir, du Kindlein klein:] Betracht es wohl, du Kindlein klein, 
Ich will dein Licht und Tröſter ſein; Wann zum Verſtand wirft kommen fein. 
Hänel. 


11 161 


Taufe und Confirmation. 


No. 132. Hab ich recht und wahr vernommen. I. endlich. 


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Hält fie dann fo feſt An Sein Herz ge- preßt, Schenket ih- nen 


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Sei-nen Se⸗gen, Der fie führt auf al - - - len We>-gen. 
8 
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3 zer mnane | 
2 TE ; nr £ 
2 Sieh, geſchwinde will ich kommen, Jeſu, laß mich Dein 
Bin ja auch ein Kind, Nun auf ewig ſein; 
Weil ſo freundlich aufgenommen Dein im Leben, Dein im Sterben, 
Doch die Kindlein ſind. Deinen Himmel laß mich erben. 5 
162 


„ „ 


Taufe und Confirmation. 


No. 133. 


Mir iſt ein kleines Kirchelein. 


(MIHI SACELLUM ÜOELICUM.) 
Mel.: S. No. 185. 


1 Mir iſt ein kleines Kirchelein 
Erbauet in dem Herzen mein, 
Welchs allerſeits gefärbet iſt 


Vom Blut des Lämmleins Jeſu Chriſt. 


2 In dieſem kleinen Kirchelein 

Hat ihren Sitz und wohnet drein 
Die heilige Dreifaltigkeit, 

Gott Vater, Sohn, heiliger Geiſt. 


3 Dies Kirchlein iſt zwar gring und klein, 


Weil aber die Drei wohnen drein, 
Es groß genug und herrlich iſt 
Und Gottes königlicher Sitz. 


4 Dies Häuslein und dies Kirchelein 


Laß Dir, o Gott, befohlen ſein, 

Behüts vor Fall und Herzeleid, 

Wohn drin jetzt und in Ewigkeit. 
Johann Pomarius. 1583. 


No. 134. Ich bin getauft auf Deinen Namen. 


Mel.: O daß ich tauſend Zungen hätte. 


1 Ich bin getauft auf Deinen Namen, 

Gott Vater, Sohn u und heilger Geiſt! 

Ich bin gezählt zu Deinem Samen, 

Zum Volk, das Dir geheiligt heißt. 
Ich bin in Chriſtum eingeſenkt; 

Ich bin mit Seinem Geiſt beſchenkt. 


2 Du haſt zu Deinem Kind und Erben, 4 


Mein lieber Vater, mich erklärt. 


Du haſt die Frucht von Deinem Sterben, 


Mein treuer Heiland, mir gewährt. 
Du willſt in aller Noth und Pein, 
O guter Geiſt, mein Tröſter ſein. 


No. 135. 


S. Choralbuch. 


3 Mein treuer Gott, auf Deiner Seite 


Bleibt dieſer Bund wohl feſte ſtehn; 
Wenn aber ich ihn überſchreite, 

So laß mich nicht verloren gehn: 
Nimm mich, Dein Kind, zu Gnaden an, 
Wenn ich hab einen Fall gethan. 


Ich gebe Dir, mein Gott, aufs Neue 
Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; 
Erwecke mich zu neuer Treue 


Und nimm Beſitz von meinem Sinn. 


Es ſei in mir kein Tropfen Blut, 
Der nicht, Herr, Deinen Willen thut. 
Johann Jakob Rambach. 1735. 


Jeſu, laß mich ja nicht fallen. 


Mel.: Werde munter, mein Gemüthe. 


S. Choralbuch. 


1 Jeſu, laß mich ja nicht fallen, 
Halte mich in Deiner Hand; 
Laß beſtändig mich in Allen 
An Dir bleiben unverwandt. 
Laß mich alle Angſt und Noth, 
Alle Furcht, ja ſelbſt den Tod 
Durch Dich fröhlich überwinden 
Und des Glaubens Ende finden! 
Johann Gottfried Olearius. 1686. 


163 


Taufe und Confirmation. 


No. 136. Ich glaub an Gott. 


1573. 


” 


| 
1 holauban Gott in al ⸗ ler Noth, Auf Gott mein 
a 1300 lie- be Gott bis in den Tod, Auf Sei- ne 


Hoff ⸗ nung bau = ez; } 
Lieb ver - trau -e. Se = ſu, Dir leb ER Je⸗ 


i | = 2 1. - 4 
5: Bere 3 22 wen 
— — ee 

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* * I 
mar: — — . S 
Gm nr u 2 u ZT am Tu 8 


| 
fu, Dir ſterb ich, Dein bin ich todt und le- ben - dig. 


2 Das Heil allein kann ſicher ſein 3 Ein büßend Herz, in Reu und Schmerz, 
In meines Jeſu Wunden, Soll nimmermehr verzagen: 
In Deinem Tod, o liebſter Gott, Im Glauben treu, von Sünden frei, 
Das Leben wird gefunden. Darf ich zu Jeſu ſagen: 
Jeſu, Dir leb ich ꝛc. Jeſu, Dir leb ich ꝛc. 


164 


Taufe und Confirmation. 


4 Geh fort, o Welt, was dir gefällt, 5 Am letzten End in Deine Händ 


Das macht mich jetzt verdroſſen, Will ich mein Seel aufgeben! 
In Gott allein mein Ruh ſoll ſein, O Jeſu mein, nun bin ich Dein, 
Es iſt nun feſt beſchloſſen. Gib mir das ewge Leben! 
Jeſu, Dir leb ich ꝛc. Jeſu, Dir leb ich ꝛc. 


Aus dem Volksmund. Fränk. Volkslieder. 1855. H. 


No. 137. Alles, was man in der Welt. 


Konrad Kocher. 1837. 


3 
| 2 


1. Al⸗ les, was man in der Welt Für er-laucht und herr⸗lich hält, 


Soll dem Chriſten doch noch klein Ge- gen ſei- ne Tau- fe fein. 


2 Aus dem Tod ins Leben gehn, 4 Wenn Sich die Dreieinigkeit 


Für den Zorn in Gnade ſtehn, Selbſt ein Herz zur Wohnung weiht, 
Für die Höll in Chriſti Reich: So gilt gegen ſolchen Ruhm 
Dem iſt keine Wohlfahrt gleich! Auch kein herrlich Kaiſerthum. 

3 In dem Bunde Gottes ſein 5 Gott, dies bin ich ja nicht werth, 
Und im Blute Jeſu rein, Deine Gnade ſei verehrt! 
Und von Gott gerecht erſehn, Ewig ſei Dir Dank von mir, 


Das iſt unvergleichlich ſchön. Vater, Sohn und Geiſt, dafür. 
Philipp Friedrich Hiller. 1767. 
165 


Taufe und Confirmation. 


No. 138. *Ich bin klein. 


Friedrich Silcher. + 1860. 


| 
1. Ich bin klein, mein Herz iſt rein; Soll 


— 

Fe Sees: 

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Nie - mand drin woh - nen, als Je- ſus al- lein. 

85 — zZ — sp ir > 


2 Ich bin klein, der Heiland mein! 
Nicht Große und Starke, die Kleinen ſind Sein. 


3 Ich bin klein, der Himmel mein! 
Getauft in den Namen des Heilands hinein. 


4 Ich bin klein, der Vater mein! 
Darf bitten und klopfen, Er rufet: Herein! 


5 Ich bin klein, Sein Wort iſt mein! 
Auf Schritten und Tritten ein leuchtender Schein. 


6 Ich bin klein, Sein Geiſt iſt mein! 
Er lehrt mich und treibt mich gehorſam zu fein. 


7 Ich bin klein, klein will ich ſein, 
Bis Jeſus mich heimholt zur Himmelsgemein. 
V. 27. A. Späth. 


166 


Taufe und Confirmation. 


‚No. 139. Sei getreu bis in den Tad. 


Mel. d. Brüdergemeinde. 


. — — — . 
aa 3 1 Per — 


1. Sei ge⸗ treu bis in den Tod! See- le, laß dich kei- ne 
2. 
2 


2 2 2 


5252588 


Pla - gen Von dem Kreu⸗ ze Je ⸗ fu jagen, Lei ⸗ de 
5 2 EZ 


wil⸗ lig al -le Noth; Sei ge- treu bis in den Tod! 


2 Sei getreu bis in den Tod! 4 Sei getreu bis in den Tod! 

Wer recht kämpfet, wird gekrönet, Ankre nur in Jeſu Wunden, 
Ob ihn gleich die Welt verhöhnet; Da wird Ruh und Troſt gefunden, 
Iß getroſt dein Thränenbrot: Wenn dir Tod und Teufel droht. 
Sei getreu bis in den Tod! Sei getreu bis in den Tod! 

3 Sei getreu bis in den Tod! 5 Nun, ich will bis in den Tod 
Tritt die Eitelkeit mit Füßen, Dir, o Jeſu, treu verbleiben. 
Die dich will in Feſſeln ſchließen; Du wollſt mir ins Herze ſchreiben, 
Aller Welt Gut iſt nur Koth. Was Dein treuer Mund gebot: 
Sei getreu bis in den Tod! | Sei getreu bis in den Tod! 


167 


Taufe und Confirmation. 


No. 140. fLaſſet die Kindlein zu Mir kommn. 


Michael Altenburg. 1620. 


Laj-jet die Kind⸗lein zu Mir kommn, Spricht Je-fus Chriſtus, Gottes 
| Ei fie 1 e = = = ver- lorn, Ken bin 2 2 auch ein Kind ge- 


| + 
Sohn: 95 
born. [Ich bin ihr Troſt, ihr Schild und Lohn, Sie find meins 


Dar) Dur BI BETT» I” 2 = 
5 . Ha ek 2 — n 
Kg Es zu 20> 2 
8 ws Z > Isa Tz 


| 
Her⸗zens Freud und Wonn, Die al = ler=lieb-ften Kin- der⸗ lein. 


2 Der Herr gar freundlich küſſet ſie 
Und herzt die lieben Kinder hie, 
Bezeugt dabei mit Worten ſüß, 
Der Himmel ſoll ihr' ſein gewiß, 
Denn Sein Leib und Sein theures Blut 
Kommt ihnen allen auch zu gut, 
Erlöſt ſie aus der Höllen Gluth. 


168 


Taufe und Confirmation. 


No. 141. Eines wünſch ich mir vor allem Andern. 
Eig. Mel.: S. Choralbuch. 


1 Eines wünſch ich mir vor allem Andern, 

Eine Speiſe früh und ſpät: 

Selig läßts im Thränenthal ſich wandern, 
Wenn dies Eine mit uns geht: 

Unverrückt auf Einen Mann zu ſchauen, 

Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen 
Auf Sein Antlitz niederſank 
Und den Kelch des Vaters trank. 


2 Ewig ſoll Er mir vor Augen ſtehen, 
Wie Er als ein ſtilles Lamm 
Dort ſo blutig und ſo bleich zu ſehen, 
Hängend an des Kreuzes Stamm; 
Wie Er dürſtend rang um meine Seele, 
Daß ſie Ihm zu Seinem Lohn nicht fehle, 
Und dann auch an mich gedacht, 
Als Er rief: Es iſt vollbracht. 


3 Ja, mein Jeſu, laß mich nie vergeſſen 
Meine Schuld und Deine Huld! 
Da ich in der Finſterniß geſeſſen, 
Trugeſt Du mit mir Geduld; 
Hatteſt längſt nach Deinem Schaf getrachtet, 
Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, 
Und mit theurem Löſegeld 
Mich erkauft von dieſer Welt. 


4 Ich bin Dein! ſprich Du darauf ein Amen! 

Treuſter Jeſu, Du biſt mein! 

Drücke Deinen ſüßen Jeſusnamen 
Brennend in mein Herz hinein. 

Mit Dir Alles thun und Alles laſſen, 

In Dir leben und in Dir erblaſſen, 
Das ſei bis zur letzten Stund 
Unſer Wandel, unſer Bund. 

Albert Knapp. 1829. 


No. 142. Laß mich Dein ſein und bleiben. 


Eig. Mel. S. Choralbuch. 


1 Laß mich Dein ſein und bleiben, Herr laß mich nur nicht wanken, 
Du treuer Gott und Herr. Gib mir Beſtändigkeit, 
Von Dir laß mich nicht treiben, Dafür will ich Dir danken 
Halt mich bei Deiner Lehr. In alle Ewigkeit. 


ticolaus Selnecker. 1572. 
169 


XIII. Jeſuslieder. 


No. 143. Wohlauf, und laßt uns preifen.* 


(Urſp.: Der Maie, der Maie.) 
Heimliches Pſalterſpiel. 


ae lo — — 
2 — 3 —$ — 2 — . 
W 


1. Wohl-auf, und laßt uns prei-ſen Den Her-ren, un- ſern 


Gott, Der uns groß Treu be - wei- ſet, Hilft 
— — 
a nn ei Tee di N 
— — ...... Man — 
— er ee ñ¶ an. 


uns aus al- ler Noth, Auch von dem emw - gen Tod. 
2 


* Urſprünglich: 
1 Der Maie, der Maie | 2 Ich wills Chrifto, dem Herren, 


Bringt uns der Blümlein viel, 
Ich trag ein frei Gemüthe, 
: Gott weiß wohl, wem ichs will.: 


170 


Der unſer Heiland iſt; 
Er trug das Kreuz für unſre Sünd, 
: Ja, wie man von Ihm lieſt.: 


Jeſuslieder. 


2 Wir waren All gefangen, 
Im Tod warn wir verlorn, 
Die Sünd, die quält uns Nacht und Tag, 
: Darin wir warn geborn.: 


3 Und Niemand konnt uns helfen, 
Denn dieſer Herr allein, 
Iſt uns zu gut geboren 

: Von einer Jungfrau rein.: 


4 Und iſt für uns geſtorben 
Und auferſtanden vom Tod, 
Hat uns das Heil erworben, 
: Geholfen aus der Noth. 


5 Er hat das Gſetz erfüllet, 
Das uns ſo hart anklagt, 
Und hat das Fünklein gſtillet, 
: Das unſer Gwiſſen nagt.: 


6 Er iſt der Weg, das Licht, die Pfort, 
Die Wahrheit und das Lebn; 
Er iſt des Vaters ewigs Wort, 

: Das Er uns hat gegebn.: 


7 Hat den Tod überwunden, 
Die Höll geriſſen ein, 
Die Sünd hat Er verſchlungen, 
I: Geholfen aus der Pein.: 


8 Er will die nicht verlaſſen, 
Die an Ihn glauben rein: 
Das hat Er uns verſprochen, 
: Denn wir Sein Kinder ſein.: 


9 Drum wer Ihm kann vertrauen, 
Verläßt Er nimmermehr. 
Demſelben unſerm Herren, 
Dem ſei Preis, Lob und Ehr 
In Ewigkeit bisher. 


Jakob Klieber. 1535. H. 


171 


Jeſuslieder. 


No. 144. Von Grund des Herzens mein. 


Heimliches Pſalterſpiel. 
| — 
> + | 
1. Von Grund des Her-zens mein Hab ich mir aus- er- wäh - let Je- 
2 2 = 
5 — ä 
Ze :; p 


ſum, das Lämme- lein. Zu lo- ben Ihn Mit hel- ler Stimm Bin 


en Ihm iſt Troſt hi fin - den Im- mer ei al = le- zeit, 
Zn 


172 


mE To 


Jeſuslieder. 


2 Von Ihm laß ich nicht ab, 3 Allein Gott Ehr und Preis, 
So lang ich hab das Leben, Dem Vater aller Gnaden: 
Bis man mich legt ins re Schenkt uns das Paradeis, 

Da ruh ich fein Nach dieſer Zeit 
Sammt all den Mein', Die ewig Freud. 
Keins mich aufwecken mag, Das helf uns Allen gleich 
Denn Gott am jüngſten Tag Gott Vatr im Himmelreich, 
Zu der ewigen Freude, Daß wir Dich allzeit loben 
Da nimmt ein End mein Klag. Hier und dort ewiglich. 


1611. Nürnberg. H. 


No. 145. Wen Joeſus liebt. 


Friedrich Silcher. + 1860. 


—— 


Je - liebt, Wen Ge ſus liebt, Der 


I 


zZ 2 
kann al ⸗ lein Recht fröh- lich fein Und nie be ⸗ trübt. 


2 2% Himmel noch: 3 : Und gibt und ſchenkt: 
uf Gottes Thron Der Gnaden viel 
Liebt Gottes Sohn Ohn Maß und Ziel, 
Die Seinen doch. | Und ſorgt und denkt. 


4 ||: Und liebt . mich,: 
Gibt auf mich Acht; 
Drum Tag und Nacht, 
So froh bin ich. 
Wilhelm Hey. + 1854, 


173 


Jeſuslieder. 


No. 146. In Dir iſt Freude. 


Giovanni Giacomo Gaſtoldo. 1591. 


| — n 
| mm =: F 1 
| $ 


— 
{ In Dir it Iren- de In al⸗ lem Lei ⸗ de, O Du 
1 Durch Dich wir ha - ben Himm-li- ſche Ga- ben, Du der 


w 
2 


fü = ßer Je = fu Chin!) (94-5 von Schan⸗den, 
wah - re Hei⸗ land biſt. 


Zu Dei- ner Gü⸗ te 


Ret⸗teſt von Ban⸗ den; Wer Dir ver-trau - et, Hat wohl ge- 
Steht un- ſer Gmü- the; An Dir wir Fe - ben Im Tod und 


FTT... 
— — — == 


= — a a rn en =: F 
N ar: 2 — 
7 


bau - et, Wird e- wig blei- ben, Hal- le- lu - jah!) 
te = ben, Nichts kann uns ſchei - den, Hal- le- lu - jah! 


Ul 1 
5 


Jeſuslieder. 


2 Wenn wir Dich haben, Freuen uns Alle 
Kann uns nicht ſchaden Zu dieſer Stunde, 
Teufel, Welt, Sünd oder Tod. Hallelujah! 
Du haſts in Händen, Wir jubiliren 
Kannſt Alles wenden, Und triumphiren, 
Wie nur heißen mag die Noth. Lieben und loben 
Drum wir Dich ehren, Dein Macht dort droben 
Dein Lob vermehren Mit Herz und Munde, 
Mit hellem Schalle, Hallelujah! 


Dresden. Gſgb. 1611. 


No. 1417. Weißt du, wer dich innig liebet. 
Mel.: Weißt du, wie viel Sternlein ſtehen. S. No. 209. 


1 Weißt du, wer dich innig liebet, 
Mehr als ich nur ſagen kann? 
Wer dich immer treu umgiebet 
Auf des Lebens dunkler Bahn? 
Weißt du, wer dir gab das Leben, 
Theure Eltern dir geſchenkt? 
Wer dir, was du haſt gegeben, 
Und wer ſtets an dich gedenkt? 


2 Weißt du, wer für dich geſtorben 

Auf dem Berge Golgatha, 

Und den Himmel dir erworben, 
Als Sein Opfertod geſchah? 

Ja, du weißt Ihn, und du kenneſt 
Deinen Hirten Jeſus Chriſt, 

Deſſen Schäflein du dich nenneſt, 
Deſſen Eigenthum du biſt. 


3 Lieb Ihn auch, weil Er dich liebet; 

Dank Ihm, daß Er dich ſo liebt. 

Weine, wenn du Ihn betrübet, 
Daß Er Alles dir vergibt. 

Dann wirſt du nach dieſen Tagen 
In den Himmel zu Ihm gehn, 

Und, von Engeln ſanft getragen, 
Deinen lieben Heiland ſehn. 


175 


Jeſuslieder. 


No. 148. Wollt ihr wiſſen, was mein Preis? 


Johann Balthaſar Reimann. 1747. 


ae on: 


| 1. Wollt ihr wiſ⸗- fen, was mein Preis? Wollt ihr Ier - —— 


Do 


was ich weiß? Wollt ihr ſehn mein Ei- gen- thum? 


Een ame 
a 


| 
| Wollt ihr hö- ren mei-nen Ruhm? Je- ſus, der 


Jeſuslieder. 


2 Wer iſt meines Glaubens Grund? 4 Wer iſt meines Leidens Troſt? 


Wer ſtärkt und erweckt den Mund? Wer ſchützt, wenn mein Feind erboſt? 
Wer trägt meine Straf und Schuld? Wer erquickt mein mattes dene 
Wer ſchafft mir des Vaters Huld? Wer verbindet meinen Schmerz? 
: Jeſus, der Gekreuzigte.: ||: Sejus, der Gekreuzigte. 1 
3 Wer iſt meines Lebens Theil? 5 Wer iſt meines Todes Tod? 
Meines Geiſtes Kraft und Heil? Wer hilft in der letzten Noth? 
Wer macht mich rein und gerecht? Wer verſetzt mich in Sein Reich? 


Wer macht mich zu Gottes Knecht? Wer macht mich den Engeln gleich? 
: Jeſus, der Gekreuzigte.: | igte.: 
6 Und ſo wißt ihr, was ich weiß; 
Ihr wißt meinen Ruhm und Preis! 
Glaubt, lebt, duldet, ſterbet dem, 
Der uns Gott macht angenehm, 
: Jeſu, dem Gefreuzigten. :|| 
Johann Chriſtoph Schwedler. 1721. 


No. 149. Chriſti Blut und Gerechtigkeit. 1784. 


S eo. 


1. Chri⸗ſti Blut und Ge⸗rech⸗ 1 18 Das u und Eh- ent; i 
2 ir, e—# — mern 


2 Gelobet ſeiſt Du, Jeſu Chriſt, 
Daß Du ein Menſch geboren biſt 
Und haſt für mich und alle Welt 
Bezahlt ein ewig Löſegeld. 
Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. + 1760. 
12 177 


Jeſuslieder. 


No. 150. Weil ich Jeſu Schäflein bin. 


Mel. d. Böhmiſchen Brüder. 


1 — Br Tem > ee 2 


1. Weil ich Je- fun Schaf - lein bin, Freu ich mich nur 


E: „sszs.. Ä — 1 — 

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| 

| im = mer - hin Ue⸗ ber mei⸗ nen gu - ten Sir=-ten, 


| Der mich wohl weiß zu be ⸗ wir⸗then, Der mich lie - bet, 


N e 


der mich kennt, Und bei mei- nem Na- men nennt. 


Jeſuslieder. 


2 Unter Seinem ſanften Stab 3 Sollt ich nun nicht fröhlich ſein, 
Geh ich aus und ein und hab Ich beglücktes Schäfelein? 
Unausſprechlich ſüße Weide, Denn nach dieſen ſchönen Tagen 
Daß ich keinen Hunger leide; Werd ich endlich heimgetragen 
Und ſo oft ich durſtig bin, In des Hirten Arm und Schooß: 


Führt Er mich zum Brunnquell hin. Amen, ja mein Glück iſt groß! 
Louiſe Henriette v. Hayn. 1778. 


No. 151. Ich hab mir auserwählet. 
Alte Volksweiſe. 


55 


Da⸗ zu hat ſich ge⸗ ſel - let Das jun- ge Her-ze mein. 


2 Es grünt in meinem Herzen, 4 Er hat bei uns gewohnet 
Sein Blühn iſt mannigfalt, Auf dieſem Jammerthal; 
Es kann mir wenden Kummer, Er iſt von uns geſchieden 
Wendt all mein Leid mir bald. In bittrer Leiden Qual. 
3 Sollt ich das Blümlein meiden, 5 Er iſt von uns geſchieden 
Jeſus, das Blümelein, In großer Herrlichkeit 
Brächt meim Herzen groß Leiden Zu Seim himmliſchen Vater, 
Und meiner Seele Pein. Da wohnt Er ewiglich. 


Mitte des 16. Jahrhunderts. H. 
179 


Jeſuslieder. 


No. 152. Di eſu, mein König. 
Dich Jeſu, 1 Würzburg. 
1 a Tisch; 1 2 nn E E 
| 1 Bere 
a 2 
1. Dich Je - fu, mein Kö- nig, Ich grüß un - ter - thä- nig, Dein 
1 
im DEINER. SE. FE . 2 
SE m 2 en Pre — 
1 Te 


| | 
| Eh⸗ren zu meh⸗ ren Sol blei- ben mein Fleiß. Dich lo⸗ben, Dich 
| 


| ' 


| lie-ben, Im Gu-ten mic ü- ben, Wie ſollt ich, ſo wollt ich Auf 
4 Sr WE 


vie ler - lei Weis. Her - zensgrund, Zung und Mund, Seg - li-che 


9 3 2 BE 2 2 * =? 2 2 
2—— > 


180 


Jeſuslieder. 


2 Dein will ich verbleiben, 
Mein Seel Dir verſchreiben, 
Mein Freiheit, mein Lebzeit 
Ich treulich Dir ſchenk. 
Dein bin ich beſtändig, 

So lang ich lebendig; 

Dir ſterb ich, Du erb mich, 
Ach, meiner gedenk. 
Allbereit iſt mein Freud 
Z“ ewiger Zeit, 

Daß ich in Dich, Jeſum, 
Mein Leben verſenk. 


No. 153. 


Ja, wenn es nur füglich 

Könnt werden und möglich, 

So ſollt ich, ja wollt ich 

Gebrauchen die Wort: 

Was lautet am beſten 

In Oſten und Weſten, 

Was klinget, was ſinget 

In Süden und Nord? 

Hundertmal, tauſendmal, 

Ja, ohne Zahl 

Gott liebe und übe 

Sein Loben ſtets fort. 
1708. Würzburg. H. 


Wir wollen Alle ſingen. 


Mel. : Es kommt ein Schiff geladen. S. No. 20. 


1 Wir wollen Alle ſingen 
Dem Herrn von Ewigkeit, 
Der geb, daß es gelinge 
Zu Seiner Herrlichkeit. 


2 Er iſt auch uns zu Frommen 
In dieſe Welt geborn, 
Und uns zu Hilf zukommen, 
Zu ſtillen Gottes Zorn. 


2 Er ließ Sich willig morden, 
Litt Angſt und blutgen Schweiß, 
Und wir ſind nun frei worden 
Durch Seinen großen Fleiß. 


4 Von Todten auferſtanden 
Iſt Er am dritten Tag, 


Dem Feind zu Spott und Banden, 
Daß er nichts mehr vermag; 


5 In Himmel aufgeſtiegen 
Mit gar herrlicher Pracht, 
Nun muß Ihm unterliegen 
Des Satans Reich und Macht. 


6 Darauf wir ſollen bauen 
Als auf den gwiſſen Grund, 
Und Ihm herzlich vertrauen, 
Der uns macht ſolchen Bund. 


7 Nun laßt uns allzeit preiſen 
Den Herrn mit Innigkeit, 
Und dankbar uns beweiſen 
Für ſolche Gütigkeit. 
1609. H. 


Jeſuslieder. 


No. 154. Schönſter Herr Jeſu. 


Schleſiſche Weiſe. 


1. Schön = ſter Herr 5 „ fü, Schöpfer al- ler Din- ge, 
4 
. 


| Got- tes und Ma-ri- en Sohn, Dich will ich lie- ben, 
| 
| 


| 
| Dich will ich eh - ren, Mei- nes Her-zens Freud und Kron. 


— 
2 Alle die Schönheit | 3 Schön iſt die Sonne, 
Himmels und der Erden Schön iſt der Monden, 
Iſt verfaßt in Dir allein. Schön die Sterne allzumal: 
Keiner ſoll nimmer Jeſus iſt feiner, 
Mir lieber werden, Jeſus iſt reiner, 
Als der ſchönſte Jeſus mein. Als die Engel im Himmelsſaal. 


182 


Jeſuslieder. 


4 Schön ſind die Wälder, 5 Schön ſind die Blumen, 
Schöner ſind die Felder Schön ſind die Menſchen 
In der ſchönen Frühlingszeit: In der friſchen Jugendzeit: 
Jeſus iſt ſchöner, Sie müſſen ſterben, 

Jeſus iſt reiner, Müſſen verderben, 
Der unſer traurigs Herz erfreut. Jeſus lebt in Ewigkeit. 


Nach dem Fuldaer Gſgb. von 1695. H. 


Freud: Sü⸗ ßer Je⸗ fu, mil- der Je- fu, gu- ter Je- fu! 


. 
e nz: 


2 Jeſus, Herr Jeſus, mit Deim Blut 4 Jeſus, Herr Jeſus, bleib bei mir, 
Haſt mir erkauft das ewig Gut. Allzeit will ich anhangen Dir. 
Süßer Jeſu, ꝛc. Süßer Jeſu, ꝛc. 


3 Jeſus, Herr Jeſus, nimm mein Herz, 5 Jeſus, Herr Jeſus, Deinen Preis 
Dein ſoll es fein in Freud und Schmerz. Singt Herz und Mund mit allem Fleiß. 
Süßer Jeſu, ꝛc. Süßer Jeſu, ꝛc. 


6 Jeſu, Deins Namens Süßigkeit 
Singt man in alle Ewigkeit. 
Süßer Jeſu, ꝛc. 
1657. V. 1, 14. Jahrh. H. 


183 


Sefuslieder. 


No. 156. Der befte Freund. ö 
Schleſiſche Weiſe. 


S = 


| 
i 1. Der be - ſte Freund iſt in dem Him- mel, Auf 


5 Er - den find die Freunde rar; 958 bei dem 


fal - fhen Welt- ge - tüm⸗ mel Aa Heer - lich - keit oft 


in Se - fahr. Drum hab ichs im = mer ſo ge⸗ 


184 


Jeſuslieder. 


2 Die Menſchen ſind wie eine Wiege, 
Mein Jeſus ſtehet felſenfeſt, 
Daß, wenn ich gleich darniederliege, 
Mich Seine Freundſchaft doch nicht läßt. 
Er iſts, der mit mir lacht und weint: 
Mein Jeſus iſt der beſte Freund! 


3 Die Welt verkaufet ihre Liebe 
Dem, der am Meiſten nutzen kann, 
Und ſcheinet dann das Glücke trübe, 
So ſteht die Freundſchaft hinten an; 
Doch hier iſt es nicht ſo gemeint, 
Mein Jeſus iſt der beſte Freund! 


4 Er läßt Sich ſelber für mich tödten, 
Vergießt für mich Sein eigen Blut; 
Er ſteht mir bei in allen Nöthen, 
Er ſpricht für meine Schulden gut; 
Er hat mir niemals was verneint: 
Mein Jeſus iſt der beſte Freund! 


5 Mein Freund, der mir Sein Herze giebet, 
Mein Freund, der mein und ich der Sein; 
Mein Freund, der mich beſtändig liebet, 
Mein Freund bis in das Grab hinein. 
Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint? 
Mein Jeſus iſt der beſte Freund! 


Benjamin Schmolk. 1706. 


185 


Jeſuslieder. 


No. 157. Wie herrlich iſts, ein Schäflein. 


Chriſtian v. Palmer. f 1875. 


1 { Wie herr - lich iſts, ein Schäflein Chri- ſti wer⸗den Und in der 
Kein höh- rer Stand iſt auf der gan-zen Er- den, Als un- ver- 


| 
| Hut des treu = ften Hir = ten 8 
| rückt dem Lam - me nach- zu⸗ gehn. Was al - le Welt nicht 


| 
| ge = ben kann, Das trifft ein ſolches Schaf bei ſei- nem Hirten an. 
Bet 


80 rn 
WW — — 


2 Hier findet es die angenehmſten Auen, 
Hier wird ihm ſtets ein friſcher Quell entdeckt; 
Kein Auge kann die Gaben überſchauen, 
Die es allhier in reicher Menge ſchmeckt. 
Hier wird ein Leben mitgetheilt, 
Das unaufhörlich iſt und nie vorüber eilt. 


186 


Jeſuslieder. 


3 Wer leben will und gute Tage ſehen, 
Der wende ſich zu dieſes Hirten Stab; 
Hier wird ſein Fuß auf ſüßer Weide gehen, 
Da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. 
Hier wird nichts Gutes je vermißt, 
Dieweil der Hirt ein Herr der Schätze Gottes iſt. 
Johann Jakob Rambach. 1723. 


No. 158. Ein Gärtner geht im Garten. 


a 


2 Der gönnt Er fanften Regen Und zu den Selgen, Frommen 
Und jener Sonnenſchein: Trägt Er ſie himmelwärts. 
Das nenn ich treues Pflegen, 
Da müſſen ſie gedeihn. 5 Zu Seinem Paradieſe, 
Zu Seiner ſchönen Welt, 
3 In liebenden Gedanken Die nimmermehr, wie dieſe, 
Sieht man ſie fröhlich blühn; In Staub und Aſche fällt. 
Sie möchten mit den Ranken 
Den Gärtner all umziehn. 6 O Gärtner treu und milde, 
O laß uns fromm und fein 
4 Und wenn ihr Tag gekommen, Zum himmliſchen Gefilde, 
Legt Er ſie an Sein Herz, Zum ewgen Lenz gedeihn! 


Max v. Schenkendorf. 1814. 
187 


Jeſuslieder. 


No. 159. Das Erſte, o Jugend. 


| lern den Na-men Se = ſus, Den lie - ben Na-men Se = fus, 


Das Er- ſte, was den=Feit, Das Er - fie, was re-deſt, Denk 
| | | N — 


Je- ſus, red Je ⸗ ſus, Sprich: lie - be Dich Je- Rn 
| 


Jeſuslieder. 


| — 2 
i 8 b — — 


be Dich, 


Dich, lie - 


Lie - be 


2 Das Erſte am Morgen 
Vor allen dein Sorgen, 
So grüß den Namen Jeſus, 
Den lieben Namen Jeſus 
Ganz lieblich, ganz herzlich: 
O Jeſu, Dich grüß ich, 
Vor Allem, was fündlich, 
Heut, Jeſu, behüt mich; 

Liebe Dich, ꝛc. 


3 Wann waſcheſt dein Hände, 
So ſpreche behende: 
Ach waſche mich, o Jeſu, 
Mit Deinem Blut, o Jeſu! 
Dein Gnaden laß fließen 
Und reichlich ergießen, 
Daß all meine Sünden 
Bald mögen verſchwinden. 

Liebe Dich, ꝛc. 


4 Wann geheſt zu beten, 
Vor Gott hin zu treten, 
Der Anfang ſeie Jeſus, 
Das Ende ſeie Jeſus. 
Ihn lobe und preiſe, 
All Ehr Ihm beweiſe, 
Sprich: Jeſu, Dich lob ich, 
Sprich: Jeſu, Dich lieb ich, 

Liebe Dich, ꝛc. 


—ä— 


189 


5 


O 


I] 


| 
— — 
lie - be Dich, o Se ſus! 
9; $ 2 er — 
— — 
— — 


Wann geheſt zur Arbeit, 
So ſteh und denk allzeit, 
Daß mit dir arbeit Jeſus, 
Fang an im Namen Jeſus; 
Sprich: Jeſu mich ſtärke 
In allen mein Werken. 
Dein Ehren zu mehren 
Will nimmer aufhören, 


Liebe Dich, ꝛc. 


Wann geheſt zum Schlafen, 
So ſeie dein Waffen 
Der mächtig Namen Jeſu: 
Bewahre mich, o Jeſu! 
Von allem dem Böſen, 
Wollſt gnädig erlöſen, 
Vor Satans ſein Liſten, 
Verbotenen Lüſten; 

Liebe Dich, ꝛc. 


Wann kommeſt zum Sterben, 
So ſetze zum Erben 
Den ſüßen Namen Jeſus, 
Sprich: erbe mich, o Jeſu; 
Dir leb ich, Dir ſterb ich, 
O Jeſu, Dein bin ich, 
Mein Seele, mein Leibe 
Dir Alles verſchreibe, 

Liebe Dich, ꝛc. 

1708. Würzburg. H. 


Jeſuslieder. 
No. 160. Wie gut muß doch der Heiland ſein. 


See 


Jeſuslieder. 


2 Er kommt noch immer für und für 

Und klopft bald ſtark, bald fein 

An unſers kleinen Herzens Thür 
Und kehrt gern bei uns ein. 

Da merket Er auf unſre Bitt 
Und winkt uns freundlich zu; 

Dann theilt Er Himmelsgaben mit 
Und ſchenkt uns ſüße Ruh. 


3 Wir können zwar den Heiland nicht 

Mit unſern Augen ſehn; 

Doch finden wir im Glaubenslicht 
Sein Antlitz himmliſch ſchön. 

Das leuchtet mild auf uns herab 
Von Seines Vaters Thron, 

Und zeigt uns, wie nach Tod und Grab 
Uns winkt die ewge Kron. 


4 Du allerbeſter Kinderfreund, 
Komm jetzt zu uns herein, 
Daß Alle, die hier ſind vereint, 
Sich Deiner Liebe freun. 
Bereite Dir durch unſern Mund 

Ein Lob vor aller Welt, 
So thun wir Deine Liebe kund, 
Wie es Dir wohlgefällt. 


No. 161. O Du liebſter Jeſu Chriſt. 


Mel.: Alles, was man in der Welt. S. No. 137. 


1 O Du liebſter Jeſu Chriſt, 4 Du haſt uns erlöſt vom Tod, 
Der Du unſer Heiland biſt: Uns erworben ewge Gnad, 
Hilf, daß wir aus Herzens grund Uns von Sünd gereiniget 
Loben Dich zu aller Stund! Und mit Gott vereiniget. 

2 Denn Du biſt das ewge Wort, 5 Darauf hoffen wir und baun 
Das im Anfang war bei Gott, Mit ganz herzlichem Vertraun: 
Und durch welches alle Ding Daß dereinſt an jenem Tag 
Ueberall geſchaffen ſind. Wir entgehen aller Plag. 

3 Wir, Dein Volk, das Dich bekennt, 6 O Du edler Gottesſohn, 

Sind die Werke Deiner Händ, Unſer Kleinod, Zier und Kron: 
Du biſt unſer Herr und Gott, Laß uns Deine Herrlichkeit 
Der uns hilft aus aller Noth. Schauen in der Ewigkeit. 


Johann Horn. 1544. 
191 


Jeſuslieder. 


No. 162. Wunderſchön prächtige. 
Heimliches Pſalterſpiel. 
| von = 
| — — Je 57 Sa 


- * — 
1 Wun⸗der⸗ſchön präch - ti ⸗ ge, Gros ße und mäch - ti - ge 
(Je ⸗ſu, auf e - wig ich Ganz Dir ver- bin - de mich, 


| — 
| Son-ne der Gna⸗ den, Du himmli - fehes Licht, } 
| Ja auch mit Leib und Seel gänzlich ver- pflicht. Bil- lig mein 


| 
Le⸗ ben, Al ⸗ les bei- ne- ben, |: Al- les, ja Al-Ies, was 


— 
— 


im⸗mer ich bin, Geb ich mit Freu⸗-den, o Se = fu, Dir hin.: 


192 


Jeſuslieder. 


2 Der ganze Bau der Welt 
An Deiner Hand ſich hält, 
Ganz majeſtätiſch Du Alles regierſt; 
Du König Jeſu Chriſt 
Mächtiger Herrſcher biſt, 
Himmels und Erden den Scepter Du führſt; 
Der Engel Schaaren 
Dein Lob nicht ſparen, 
Singen, frohlocken mit fröhlichem Schall, 
Dir, ihrem Meiſter, ſie huldigen all. 


3 Doch haſt Du Kron und Reich, 
Gottheit und Macht zugleich 
Willig gelaſſen, die Menſchheit erkorn, 
Schwachheit erwählt und Noth, 
Elend, Schuld, Schmach und Tod, 
Daß Du erlöſt uns vom ewigen Zorn, 
Sünden und Schanden, 
Hölliſchen Banden. 
Gott aber hat Dich erwecket vom Tod 
Und dich erhöht als gewaltigen Gott. 


Fränk. Volkslied. 
(Sammlung des Frh. v. Ditfurth. 1855.) H. 


No. 163. Ich will Dich lieben, meine Stärke. 
Mel.: S. Choralbuch. 


1 Ich will Dich lieben, meine Stärke, 2 Erhalte mich auf Deinen Stegen 
Ich will Dich lieben, meine Zier, Und laß mich nicht mehr irre gehn; 
Ich will Dich lieben mit dem Werke Laß meinen Fuß in Deinen Wegen 


Und immerwährender Begier. Nicht ſtraucheln oder ſtille ſtehn. 
Ich will Dich lieben, ſchönſtes Licht, Erleucht mir Leib und Seele ganz, 
Bis mir das Herze bricht. Du ſtarker Himmelsglanz. 


3 Ich will Dich lieben, meine Krone, 
Ich will Dich lieben, meinen Gott; 
Ich will Dich lieben ohne Lohne, 
Auch in der allergrößten Noth; 
Ich will Dich lieben, ſchönſtes Licht, 
Bis mir das Herze bricht. 
Johann Scheffler. 1657. 


13 193 


Jeſuslieder. 


No. 164. Ich bete an die Macht der Liebe. 


Demetrius Bortniansky. f 1825. 


| 1. Ich be- te an die Macht der Lie- be, Die fih in Je - fu 
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F - fen-bart;z Ich geb mich hin dem * - en Trie - be, 
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Jeſuslieder. 


2 Für Dich ſei ganz mein Herz und Leben, 
Mein ſüßer Gott und all mein Gut: 
Für Dich haſt Du mirs nur gegeben; 
In Dir es nur und ſelig ruht. 
Herſteller meines ſchweren Falles, 
Für Dich ſei ewig Herz und Alles. 


3 Ehr ſei dem hohen Jeſus-Namen, 
In dem der Liebe Quell entſpringt, 
Von dem hier alle Bächlein kamen, 
Aus dem der Selgen Schaar dort trinkt; 
Wie beugen ſie ſich ohne Ende, 
Wie falten ſie die frohen Hände! 


4 O Jeſu, daß Dein Name bliebe 
Im Grunde tief gedrücket ein; 
Möcht Deine ſüße Jeſusliebe 
In Herz und Sinn gepräget ſein! 
Im Wort, im Werk und allem Weſen 
Sei Jeſus und ſonſt nichts zu leſen! 


Gerhard Terſteegen. 1768. 


No. 165. O Chriſte, Morgenſterne. 
Mel.: Herr, was find das für Wunden. S. No. 71. 
1 O Chriſte, Morgenſterne, 3 O Jeſu, lieber Herre, 
Leucht uns mit hellem Schein; | Du einger Gottesjohn, 
Schein uns vons Himmels Throne Von Herzen ich begehre, 
An dieſem dunkeln Ort Du wollſt mir Hilfe thun, 
Mit Deinem reinen Wort. Du biſt der Gnadenthron. 
2 O Jeſu, Troſt der Armen, 4 Du haſt für mich vergoſſen 
Mein Herz hab ich zu Dir; Dein roſenfarbes Blut, 
Du wirſt Dich mein erbarmen, Das laß mich, Herr, genießen, 
Dein Gnade ſchenken mir, Tröſt mich durch Deine Güt, 
Das trau ich gänzlich Dir. Hilf mir, das iſt mein Bitt. 


5 O Jeſu, Lob und Ehre 
Sing ich Dir allezeit; 
Den Glauben in mir mehre, 
Daß ich nach dieſer Zeit 
Mit Dir eingeh zur Freud. 
1579. 


195 


Jeſuslieder. 
No. 166. Wißt ihr, wer mich ſo bedacht. 


Aus dem Harz. (Riſche, Geiſtl. Volksl.) 


| 1. Wißt ihr, wer mich ſo be- dacht, Daß mein Herz vor Freu-den 


lacht? Wer da iſt mein fü ßes Heil, Mei- ner 


See ⸗ le Troſt und Theil? Das iſt Chri-ſtus wah- rer 


Got- tes-ſohn, Un - fer Hei-land von des Him-mels Thron. 


8 
e 


196 


Jeſuslieder. 


2 Wißt ihr, wer mich ſingen macht, 
Hellen Tags und dunkler Nacht? 
Wer da bleibt mein höchſtes Gut, 
Darin aller Friede ruht? 

Das iſt Chriſtus, wahrer Gottes-Sohn, 

Unſer Heiland mit der Dornenkron. 


3 Wißt ihr, wen ich preiſen muß 

Mit des Liedes frohem Gruß? 

Wer im Leben iſt mein Licht 

Und im Tod mein Zuverſicht? 
Das iſt Chriſtus, wahrer Gottes-Sohn, 
Unſer Heiland von des Himmels Thron. 


4 Wißt ihr Alle, was ich weiß: 
Bringet denn Gott Ehr und Preis! 
Hat Gott uns nicht ſo geliebt, 
Daß Er uns Sein Liebſtes gibt? 
Das iſt Chriſtus, wahrer Gottes-Sohn, 
Hochgelobet in des Himmels Thron! 
Aus Riſche, Geiſtl. Volkslied. 


No. 167. Von Freuden muß ich ſingen. 


Mel.: Ich hab mir auserwählet. S. No. 151. 


1 Von Freuden muß ich ſingen, 4 Ich will ſo gerne ſtreiten 
Daß ich nicht ſchweigen kann, Wohl um den Willen Sein, 
Von Jeſus, meinem Liebe, Nicht Diſteln ſcheun, noch Dornen, 
Der mich erfreuen kann. Wollt Er mein Helfer ſein. 
2 Er freut mich übermaßen, 5 Wer da der Dornen ſcheuet, 
Er iſt mir lieb und werth, Der kriegt der Roſen nicht, 
Von Ihm will ich nicht laſſen, Und wer dem Streit entfleuchet, 
Er iſt meins Herz'n Begehr. Der kriegt den Oelzweig nicht. 
3 Sein Liebe will ich kieſen 6 Ach wolltzihr Ihn wohl kennen? 
Vor all der Welt Gemach; Roth Purpurn hat Er an 
Was ich daran verliere, Und eine Dornenkrone, 
Dem frag ich nimmer nach. a Der mich erfreuen kann. 


7 Wer trauern will, der traure! 
Das Meine fahr dahin; 
Er iſt über den Engeln, 
Der mir der Liebſt ſoll ſein. 


Niederdeutſch. Vor 1588. H. 
197 


Jeſuslieder. 


No. 168. Wir haben einen Hirten. 


Chriſtian v. Palmer. + 1875. 


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lieb; Das € - lend der Ver - irr - ten Ihn 


auf die Er- de trieb, Ihn auf die Er - de trieb. 


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2 Daß wir den Heiland finden, 3 Er will uns treu bewahren, 
Ergriff uns Seine Hand; Der treue Kinderfreund; 
Sonſt ging es uns wie Blinden Wir ſollen einſt erfahren, 
: In einem fremden Land.: : Wie gut Er es gemeint.: 


4 Wir preiſen Dein Erbarmen, 
Du treues Hirtenherz! 
Halt uns in Deinen Armen 
: Und führ uns himmelwärts.: 


198 


Jeſuslieder. 


No. 169. Himmel und Erde, ſtimmet an. 1709. 


| 
| 1 (Him⸗mel und Er ⸗ de, ſtim⸗ met an Auf al = ler - be - fte Weis, 
Helft ſin - gen, was nur fin- gen kann, Dem lie- ben Gott zu Preis! 


| — = er 
Ger — 5 


| En - gel und Men⸗ſchen all- zu- gleich, Liebt Je- ſum, der ſo 


. v . . 
gnadenreich, Rühmt Ihn, dient Ihm mit Fleiß, Rühmt Ihn, dient Ihm mit Fleiß. 


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5 
2 Dem Heiland, der ſo ſegenreich, 3 Ich glaub an Dich, ich hoff auf Dich 
Der höchſten Gütigkeit, Nach Deiner wahren Lehr; 
Der ſo viel Gnaden uns erzeigt, Dich liebe ich inbrünſtiglich 
Der wahren Seelen Freud; Liebreichſter Gott und Herr. 
Wer wollte ſich nicht ganz ergebn, Denn Du, mein ſüßer Jeſu Chriſt, 
Ihm dienen durch ſein ganzes Lebn? Ja lauter Lieb und Schönheit biſt 
: Hiezu bin ich bereit.: : Ein gnadenvolles Meer.: 


1708. Würzburg. H. 
199 


No. 170. 


XIV. Engel. 


Herr Gott, Dich loben Alle wir. 
Mel. : S. Choralbuch. 
1 Herr Gott, Dich loben Alle wir 
Und ſollen billig danken Dir 


Für Dein Geſchöpf der Engel ſchon, 
Die um Dich ſchweben in Deim Thron. 


2 Sie glänzen hell und leuchten klar 


Und ſehen Dich ganz offenbar: 
Dein Stimm ſie hören allezeit 
Und ſind voll göttlicher Weisheit. 


3 Sie feiern auch und ſchlafen nicht, 
Ihr Fleiß iſt gar dahin gericht, 
Daß ſie, Herr Chriſte, um Dich ſein 
Und um Dein armes Häufelein. 


4 Am Daniel wir lernen das, 
Da er unter den Löwen ſaß: 
Desgleichen auch dem frommen Lot 
Der Engel half aus aller Noth. 


5 Dermaßen auch des Feuers Gluth 
Verſchont und keinen Schaden thut 
Den Knaben in der heißen Flamm, 
Der Engel ihn' zu Hilfe kam. 


6 Alſo ſchützt Gott noch heutzutag 
Vor Uebel und gar mancher Plag 
Uns durch die lieben Engelein, 
Die uns zu Wächtern geben ſein. 


7 Darum wir billig loben Dich 
Und danken Dir, Gott, ewiglich, 
Wie auch der lieben Engel Schaar 
Dich preiſet heut und immerdar. 


Paul Eber. 1531. 


200 


Engel, 
No. 171. Jedwedem Kindlein klein und ſchwach. 


| | 
1 { Se - we - dem Kind - lein klein und ſchwach, Im 
[Folgt leis ein En - gel Got - tes nach Und 
2 


Schloß und in der Hüt - 8 
lei ⸗tets Schritt vor Schrit = te, 


Und gibt bei Ta = ge 


und bei Nacht Treu-lie - bend auf das Kind- lein Acht. 
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————— T—ꝛ —„—r —vͤ— —ůů — 1 — 


2 Er freut ſich, wenn das Kindlein gern 3 Drum Kinder, nehmt der Engel wahr, 


Der Eltern Willen übet, Die immer euch umgeben! 
Und wenn es ſeinen Gett und Herrn Bedenket ſtets, die Engelſchaar 
Von ganzem Herzen liebet, Sieht euer ganzes Leben 


Wenn es durch Fleiß und Frömmigkeit Und will ſich ewig mit euch freun, 
Der treuen Eltern Herz erfreut. Wenn ihr wollt fromme Kinder ſein. 


Werner v. d. Recke⸗Volmerſtein. 


201 


XV. Nachfolge Christi. 


No. 172. *Aus dem Himmel ferne. 


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1. Aus dem Him-mel fer - ne, Wo die Eng-lein find, 


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| Schaut doch Gott fo ger = ne Her auf je⸗ des Kind. 


2 Höret feine Bitte 
Treu bei Tag und Nacht, 
Nimmts bei jedem Schritte 
Väterlich in Acht; 


3 Gibt mit Vaterhänden 
Ihm ſein täglich Brod, 
Hilft an allen Enden 
Ihm aus Angſt und Noth; 


4 Sagts den Kindern allen, 
Daß ein Vater iſt, 
Dem ſie wohlgefallen, 
Der ſie nie vergißt. 
Wilhelm Hey. + 1854. 


202 


Nachfolge Chriſti. 


No. 173. Geh deinen Weg. 
Heimliches Pſalterſpiel. 
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Geh dei - nen Auf rech - tem Steg, 


Fahr fort und leid, Trag kei- nen Neid, 


— ͤ——— I 


In al= ler Noth, Sei ſtill und trau, Hab 


5 1 — _ ; ne N 2 2 2 


Acht und ſchau: Groß Wun- der wirt du ſe- hen. 


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Nicolaus Selneder. 1587. 


Nachfolge Chriſti. 


No. 174. Nein, nein, nein. 


8 1. Nein, nein, nein, Du kannſt mein Freund nicht ſein, Pu 


| | 
is: die = 5 fal⸗ ar Got - tern, Du 2 3 bei * Br Bi, 


. 8858 al 


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Nur 2 Ma-ri- as Theil Sich wählt zum zb gen — 
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Wer Glau- ben hat, N it mein Ka- me- rad. 


— 


Nachfolge Chriſti. 


2 Nein, nein, nein, 4 Nein, nein, nein, 
Du kannſt mein Freund nicht ſein. Du kannſt mein Freund nicht ſein. 
Du neideſt, geizeſt, haſſeſt, Du willſt dein Haupt nicht neigen, 
Du richteſt, prahleſt, praſſeſt. Dein ſtolzes Herz nicht beugen. 
Wer mit dem Herrn verzeiht, Nur wer mit Paulus klein, 
Gern gibt, erläßt und leiht, Ganz arm und ſchwach kann ſein, 
Wer Liebe hat, Wer Demuth hat, 
Der iſt mein Kamerad. Der iſt mein Kamerad. 
3 Nein, nein, nein, 5 Nein, nein, nein, 
Du kannſt mein Freund nicht ſein. Du kannſt mein Freund nicht ſein. 
Du zweifelſt, fürchteſt, zageſt, Du hinkſt auf beiden Seiten, 
Du ſorgeſt, murreſt, klageſt. Kannſt Chriſti Schmach nicht leiden. 
Nur wer mit David feſt Nur wer die Lüſte dämpft, 
Sich auf den Herrn verläßt, Ernſt betet, ringt und kämpft, 
Wer Hoffnung hat, Wer Treue hat, 
Der iſt mein Kamerad. Der iſt mein Kamerad. 
P. Schück. 


No. 175. Ihr Kinder, lernt von Anfang gern. 
Mel.: Ach, lieber Gott, behüte mich. S. No. 185. 


1 Ihr Kinder, lernt von Anfang gern 4 So war auf Seiner Erdenbahn 
Der Weisheit Grund, die Furcht des Den Eltern Jeſus unterthan; 
Herrn! Er, deſſen Stuhl die Himmel ſind, 
Was ihr bei Zeiten lernt und thut, War einſt gehorſam als ein Kind. 


Kommt jetzt und ewig euch zu gut. 
5 Des Vaters Segen baut ein Haus, 


2 Hört die Verheißung, welche Gott Wo Kinder froh gehn ein und aus, 
Als Vater legt auf Sein Gebot, Der Fluch der Mutter reißt es ein, 
Wenn Er den Himmelsweg euch weift | Denn Gott will ſelbſt der Rächer 
Und euch gehorſam werden heißt: ſein. 


3 „Ehr deine Eltern ſpät und früh; 6 Den Vater lieb von Herzensgrund 
Dank ihnen ihre Lieb und Müh, Und ehre ihn mit That und Mund; 
Dann wirds dir wohl auf Erden gehn, Vergiß nicht, wie du lange Friſt 
Dann wirſt du Gottes Himmel ſehn.“ Der Mutter ſauer worden biſt. 


7 Gott, ſende Deinen Segensſtrahl 
Eltern und Kindern allzumal; 
Halt ſie verbunden in der Zeit, 
Verbunden in der Ewigkeit! 


Albert Knapp. 1864. 
205 


Nachfolge Chriſti. 
No. 176. Nur mit Jeſu will ich Pilger wandern. 
P. Schück. 
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—— 6— 


A — — 
| 1. Nur mit Ge - ſu will ich Pil- ger wan - dern, Nur mit 


Weg und Ziel find 


ich bei kei- nem An- dern, Er al- lein bringt Heil in Herz und 


| Haus, Er al- lein bringt Heil in Herz und Haus. 


No. 177. 


Nachfolge Chriſti. 


2 Berg und Thal und Feld und Wald und Meere 
Froh durchwall ich ſie an Seiner Hand; 
Wenn der Herr nicht mein Begleiter wäre, 
Fänd ich nie das wahre Vaterland. 


3 Er iſt Schutz, wenn ich mich niederlege, 
Er mein Hort, wenn früh ich ſtehe auf; 

Er mein Rather auf dem Scheidewege 
Und mein Troſt bei rauhem Pilgerlauf. 


4 Bei dem Herrn will ich ſtets Einkehr halten, 
Er ſei Speis und Trank und Freude mir; 
Seine Gnade will ich laſſen walten, 
Ihm befehl ich Leib und Seele hier. 


5 Bis es Abend wird für mich hienieden, 
Und Er ruft zur ewgen Heimath hin; 
Bis mit Ihm ich gehe ein zum Frieden, 
Wo Sein ſelger Himmelsgaſt ich bin. 
P. Schück. 


Warum willſt du doch ſcheiden. 


Mel.: Ich hab mir auserwählet. S. No. 151. 


1 Warum willſt du doch ſcheiden 
Von deinem lieben Gott, 
Der dich mit Seinem Leiden 
Erlöſet hat vom Tod? 


2 Und hat auf Sich genommen 
All unſer Schuld und Pein, 
Darein wir ſind gekommen, 
Und will uns gnädig ſein. 


3 Kein größern Troſt auf Erden 
Den kannſt du haben nicht. 
Willſt du nun ſelig werden, 
So weiche keinen Tritt. 


4 Sondern thue beharren 
Bei deinem lieben Gott, 
Der wird dich wohl bewahren, 
Hilft Dir aus aller Noth. 


5 Für ſolche große Güte 
Sollſt du Ihm dankbar ſein. 
Der woll uns All behüten 
Vor der ewigen Pein. 
1601. Augsburg. H. 
207 


Nachfolge Chriſti. 


No. 178. Harre, meine Seele. 


Cäſar Malan. 


Er ren 


1. Sar- re, mei⸗ ne Ge = le, har = re des Herrn, 


Al - les Ihm be- feh- le, hilft Er doch fo gern; 


Sei un = ver ⸗ zagt, bald der Mor- gen al 


Und ein neu- er Früh- ling folgt dem Win⸗ter nach. 


Nachfolge Chriſti. 


— Ir 
| — . 
— ter ö ae U RT RT Sun 
| 
In al - len Stür - men, in al ⸗ ler Noth 


Wird Er Dich be - ſchir- men, der treu -e 


2 Harre, meine Seele, harre des Herrn, 
Alles Ihm befehle, hilft Er doch ſo gern; 
Wenn Alles bricht, Gott verläßt uns nicht: 
Größer als der Helfer iſt die Noth ja nicht. 
Ewige Treue, Retter in Noth, 

Rett auch unſre Seele, Du treuer Gott. 


J. F. Räder. 
No. 179. Jeſu, geh voran. 
Mel.: S. Choralbuch. 

1 Jeſu, geh voran 3 Rühret eigner Schmerz 

Auf der Lebens bahn: Irgend unſer Herz, 
Und wir wollen nicht verweilen, Kümmert uns ein fremdes Leiden, 
Dir getreulich nachzueilen. O ſo gib Geduld zu beiden, 

Führ uns an der Hand Richte unſern Sinn 

Bis ins Vaterland. Auf das Ende hin. 
2 Solls uns hart ergehn, 4 Ordne unſern Gang, 

Laß uns feſte ſtehn, Jeſu, lebenslang, 
Und auch in den ſchwerſten Tagen Führſt Du uns durch rauhe Wege, 
Niemals über Laſten klagen; g Gib uns auch die nöthge Pflege; 

Denn durch Trübſal hier Thu uns nach dem Lauf 

Geht der Weg zu Dir. Deine Thüre auf. 


Nikolaus Ludwig von Zinzendorf. 1721. 
14 209 


Nachfolge Chriſti. 
No. 180. O Himmelsweg. 


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von au- fen, O Him-meld-wegz, o Mar=ter=fteg 


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3 


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ſollt da-vor nicht grau- ſen? Nur Stein und Fel - fen find dar⸗ 
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— * . 
* 
auf, Nur Di- ſtel, Dor - nen gehn da auf. Friſch auf, mein Seel, 


Nachfolge Chriſti. 


du mußt dar- an! Der Weg muß nur = - fen fein; Dein Je-fug 


dir ſelbſt vor- an, Sein Fuß⸗ſtapf mußt du tre=ten ein. 


353 


2 Du mußt hier nicht auf Roſen gehn, 3 Der Himmel iſt viel mehrers werth 


geht 


Wenn du willſt ſelig werden, Als Alles, was auf Erden; 
Mußt auch nicht viel in Freuden ſtehn. Das Sauer muß fein aufgezehrt, 
Auf dieſer ſchnöden Erden. Soll dir dort Süßes werden. 
All Roſenblüh auf dieſer Welt Sich freuen hie und freuen dort, 
Mit ihrer Freud gar bald abfällt. Das thut ſich nicht an beiden Ort. 
Willſt du zum Himmel ſicher fort, Friſch auf, mein Seel, du mußt nur dran!. 
Tritt in die Dornen keck hinein; Der Dornweg muß geloffen ſein. 
Willſt krönen dich mit Roſen dort, Dein Jeſus geht herzhaft voran; 
So muß es hier gelitten ſein. Liebſt Ihn, Sein Fußſtapf trete ein. 
1708. H. 
No. 181. Befiehl du deine Wege. 
Mel.: Herzlich thut mich verlangen. S. Choralbuch. 
1 Befiehl du deine Wege, 2 Dem Herren mußt du trauen, 
Und was dein Herze kränkt, Wenn dirs ſoll wohlergehn, 
Der allertreuſten Pflege Auf Sein Werk mußt du ſchauen, 
Deß, der den Himmel lenkt; Wenn dein Werk ſoll beſtehn. 
Der Wolken, Luft und Winden Mit Sorgen und mit Grämen 
Gibt Wege, Lauf und Bahn, Und mit ſelbſteigner Pein 
Der wird auch Wege finden, Läßt Gott Ihm gar nichts nehmen. 
Da dein Fuß gehen kann. Es muß erbeten ſein. 


211 


Nacfol 


3 Dein ewge Treu und Gnade, 

O Vater, weiß und ſieht, 

Was gut ſei oder ſchade 
Dem ſterblichen Geblüt; 

Und was Du dann erleſen, 
Das treibſt Du, ſtarker Held, 

Und bringſt zum Stand und Weſen, 
Was Deinem Rath gefällt. 


4 Weg haſt Du allerwegen, 
An Mitteln fehlt Dirs nicht, 
Dein Thun iſt lauter Segen, 
Dein Gang ift lauter Licht, 
Dein Werk kann Niemand hindern, 
Dein Arbeit darf nicht ruhn, 
Wenn Du, was Deinen Kindern 
Erſprießlich iſt, willſt thun. 


5 Und ob gleich alle Teufel 
Hie wollten widerſtehn, 

So wird doch ohne Zweifel 
Gott nicht zurücke gehn: 
Was Er Ihm vorgenommen, 
Und was Er haben will, 
Das muß doch endlich kommen 
Zu ſeinem Zweck und Ziel. 


6 Hoff, o du arme Seele, 

Hoff und ſei unverzagt! 

Gott wird dich aus der Höhle, 
Da dich der Kummer plagt, 

Mit großen Gnaden rücken; 
Erwarte nur die Zeit, 

So wirſt du ſchon erblicken 
Die Sonn der ſchönſten Freud. 


7 Auf, auf, gib deinem Schmerze 

Und Sorgen gute Nacht! 

Laß fahren, was das Herze 
Betrübt und traurig macht. 

Biſt du doch nicht Regente, 
Der Alles führen ſolf 

Gott ſitzt im Regimente, 
Und führet Alles wohl. 


ge Chriſti. 


8 Ihn, Ihn laß thun und walten, 

Er iſt ein weiſer Fürſt, 

Und wird Sich ſo verhalten, 
Daß du dich wundern wirſt, 

Wenn Er, wie Ihm gebühret, 
Mit wunderbarem Rath 

Das Werk hinausgeführet, 
Das dich bekümmert hat. 


9 Er wird zwar eine Weile 
Mit Seinem Troft verziehn, 
Und thun an Seinem Theile 
Als hätt in Seinem Sinn 
Er deiner Sich begeben, 
Und ſolltſt du für und für 
In Angſt und Nöthen ſchweben, 
So frag Er nichts nach dir. 


10 Wirds aber ſich befinden, f 
Daß du Ihm treu verbleibſt, 
So wird Er dich entbinden, 
Da dus im Mindſten gläubſt. 
Er wird dein Herze löſen 
Von der ſo ſchweren Laſt, 
Die du zu keinem Böſen 
Bisher getragen haſt. 


11 Wohl dir, du Kind der Treue, 
Du haſt und trägſt davon 
Mit Ruhm und Dankgeſchreie 
Den Sieg und Ehrenkron. 
Gott gibt dir ſelbſt die Palmen 

In deine rechte Hand, 
Und du ſingſt Freudenpſalmen 
Dem, der dein Leid gewandt. 


12 Mach End, o Herr, mach Ende 
An aller unſrer Noth; 
Stärk unſre Füß und Hände, 
Und laß bis in den Tod 
Uns allzeit Deiner Pflege 
Und Treu empfohlen ſein, 
So gehen unſre Wege 
Gewiß zum Himmel ein. 


Paul Gerhardt. 


- 


1658, 
212 


Nachfolge Chriſti. 
No. 182. Ich bin ein kleines Kindelein. 


J. Endlich. 


a; Ich mid ⸗ te ger ne fe = lig ſein, Und 


— —— 
— — — Bere ze — — 


weiß nicht wie ichs mach, Und weiß nicht wie ichs mach. 


2 Mein Heiland, Du biſt mir zu Gut | 4 Ich will, wie man verſprochen hat, 
Ein Kindelein geweſt Mein Heiland, Deine ſein, 
Und haft mich durch Dein theures Blut! Von Eigenſinn und böſer That 


: Von aller Noth erlöſt.: I: Will ich mich halten rein.: 
3 Du baſt mich in der Taufe ja 5 Ich armes Kindlein aber kann 
Mit Deinem Heil bekleidt, Nichts von mir ſelber thun; 
Und eh ich etwas wußt und ſah, Drum hilf mir, o Du ſtarker Mann, 
: Zu Deinem Kind geweiht. : Herr Jeſu, hilf mir nun.: 


Nikolaus Ludwig v. Zinzendorf. f 1760. 
213 


Nachfolge Chriſti. 
No. 183. Ich will ſtreben. 


ee 
1. { Ich will ſtre- ben Nach dem Le-ben, Wo ih fe - lig bin. 


Ich will rin- gen, Ein- zu- dringen, Bis daß ichs ge- winn. 


Hält man mich, ſo lauf ich fort, Bin ich matt, ſo ruft das Wort: 


Bere * 3 


9 
Nur im Hof-fen Fort ⸗ ge- lof-fen Bis zum Klei⸗ nod hin. 


2 Als berufen 
Zu den Stufen 
Vor des Lammes Thron, 
Will ich eilen; 
Das Verweilen 
Bringt oft um den Lohn. 
Wer auch läuft und läuft zu ſchlecht, 
Der verſäumt ſein Kronenrecht. 
Was dahinten, 
Das mag ſchwinden, 
Ich will nichts davon. 
214 


Nachfolge Chriſti. 


3 Jeſu, richte 
Mein Geſichte 
Nur auf jenes Ziel; 
Lenk die Schritte, 
Stärk die Tritte, 


Wenn ich Schwachheit fühl. 


Lockt die Welt, ſo ſprich mir zu; 
Schimpft ſie mich, ſo tröſte Du; 
Deine Gnade 
Führ gerade 
Mich aus ihrem Spiel. 


4 Du mußt ziehen; 
Mein Bemühen 
Iſt zu mangelhaft. 
Wo ihrs fehle, 
Fühlt die Seele; 
Aber Du haſt Kraft, 
Weil Dein Blut ein Leben bringt, 
Und Dein Geiſt das Herz durchdringt; 
Dort wirds tönen 
Bei dem Krönen: 
„Gott iſts, der es ſchafft.“ 


Philipp Friedrich Hiller. 1767. 


2 
No. 184. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 
a - Mel.: S. Choralbuch. 
1 Wer nur den lieben Gott läßt walten 4 Er kennt die rechten Freudenſtunden, 


Und hoffet auf Ihn allezeit, 


Den wird Er wunderlich erhalten 
In aller Noth und Traurigkeit; 
Wer Gott dem Allerhöchſten traut, 


Er weiß wohl, wenn es nützlich ſei; 
Wenn Er uns nur hat treu erfunden, 
Und merket keine Heuchelei, 
So kommt Gott, eh wirs uns verſehn, 
Und läſſet uns viel Guts geſchehn. 


Der hat auf keinen Sand gebaut. 


2 Was helfen uns die ſchweren Sorgen, 5 Denk nicht in deiner Drangſalshitze, 
Was hilft uns unſer Weh und Ach, Daß du von Gott verlaſſen ſeiſt, 
Was hilft es, daß wir alle Morgen Und daß Gott der im Schooße ſitze, 

Beſeufzen unſer Ungemach? Der ſich mit ſtetem Glücke ſpeiſt. 
Wir machen unſer Kreuz und Leid Die Folgezeit verändert viel, 
Nur größer durch die Traurigkeit. Und ſetzet Jeglichem ſein Ziel. 


6 Es ſind ja Gott ſehr ſchlechte Sachen, 
Und iſt dem Höchſten Alles gleich, 
Den Reichen klein und arm zu machen, 
Wie Sein Allwiſſenheit es fügt. Den Armen aber groß und reich. 
Gott, der uns Ihm hat auserwählt, Gott iſt der rechte Wundermann, 
Der weiß auch ſehr wohl, was uns fehlt. Der bald erhöhn, bald ſtürzen kann. 


3 Man halte nur ein wenig ſtille 
| Und ſei doch in fich ſelbſt vergnügt 
Wie unſers Gottes Gnadenwille, 


7 Sing, bet, und geh auf Gottes Wegen, 
Verricht das Deine nur getreu, 
Und trau des Himmels reichem Segen, 
So wird er bei dir werden neu; 
Denn welcher feine Zuverſicht 
Auf Gott ſetzt, den verläßt Er nicht. 
* Georg Neumark. 1657. 


215 


XVI. Gebet, Lob und Dank. 


No. 185. Ach, lieber Gott, behüte mich. 


Heimliches Pſalterſpiel. H. 


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1. Ach, lie > ber Gott, be - hü- te mich Und mei ne 


2 > 
7 rn Ä z 


El - tern gnä - dig⸗- lich, Auch mein Ge- ſchwi = ſter 


vor Ge-fahr Mit Dei- nem ſtar - fen Arm be⸗ wahr. 


Deo nn 


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2 Und Alle, die ung find verwandt, 
Beſchütz durch Deine rechte Hand! 
Behüte mich vor aller Sünd, 

Hilf, daß ich werd ein frommes Kind. 
Johann Heermunn. 1630. 


216 


Gebet, Lob und Dank. 


Na. 186. Ich freue meines Lebens mich. 


J. A. P. Schulz. f 1800. 


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Erf 


| 
Ich ru=fe Dir mit Ju⸗ bel zu 3 


3 
| 2 2 
2 


DZ 


2 Ich freue meines Heilands mich 
Und bete zu Ihm: Segne mich, 
O Gottesſohn, Herr Jeſu Chriſt, 
Der Du der Freund der Kinder biſt. 


3 O heilger Geiſt, ich bitte Dich, 
In Deine Leitung nimm auch mich 
Und laß mein Herz, noch jung und klein, 
Voll Glaubens und Gehorſams ſein. 


No. 187. Nun hilf uns, o Herr Jeſu Chriſt. 
Mel.: Ach, lieber Gott, behüte mich. S. No. 185. 
1 Nun hilf uns, o Herr Jeſu Chriſt, 2 Wir Kinder bitten Eines nur, 


Der Du einſt hier geweſen biſt | Verſags nicht, Herr der Kreatur: 
Ein freundliches und frommes Kind, Hilf uns in Deinem Willen ruhn, 
Ohn alle Schuld, ohn alle Sünd. Lehr uns nach Deinem Vorbild thun. 


3 Gib Deinen Geiſt in unſre Bruſt; 
Hilf lernen uns mit Kindesluſt, 
Damit wir legen rechten Grund 
Und ewig ſtehn in Deinem Bund. 
A. “il (Nach Böhm. Brüd. 1531.) 
1 


Gebet, Lob und Dank. 
Großer Gott, wir loben Dich. 


No. 188. 


| prei - jen Dei 
| wun = dert Dei 
\ 


W n 
2 2 


Zeit, 
. — 
— 


al = ler 


2 Alles, was Dich preifen kann, 
Cherubim und Seraphinen 


Stimmen Dir ein Loblied an. 


Alle Engel, die Dir dienen, 
Rufen Dir in ſelger Ruh 
Heilig, heilig, heilig zu. 


4 


1 Bor - ger Gott, wir 
! Vor Dir beugt die 


So bleibſt Du in 


535 — r 3 1 


Peter Ritter. 1792. 


SS se 
2 2 m zn; m‘ | 


’ 
lo = ben Dich, Herr, wir ; 
Er - de ſich Und be⸗— ö 


Stär⸗ ke, 
Wer⸗ ke; Wie Du warſt vor 


E - wig⸗ keit. 


3 Heilig, Herr Gott Zebaoth, 
Heilig, Herr der Kriegesheere! 
Starker Helfer in der Noth, 
Himmel, Erde, Luft und Meere 
Sind erfüllt von Deinem Ruhm, 
Alles iſt Dein Eigenthum. 


218 


ü 


Gebet, Lob und Dank. 


4 Der Apoſtel heilger Chor, 6 Sie verehrt den heilgen Geiſt, 
Der Propheten große Menge Welcher uns mit Seinen Lehren 
Schickt zu Deinem Thron empor Und mit Troſte kräftig ſpeiſt; 
Neue Lob⸗- und Dankgeſänge. Der, o König aller Ehren, 
Der Blutzeugen große Schaar Der mit Dir, Herr Jeſu Chriſt, 
Lobt und preiſt Dich immerdar. Und dem Vater ewig iſt. 
5 Auf dem ganzen Erdenkreis 7 Du, des Vaters einger Sohn, 
Loben Große und auch Kleine Haſt die Menſchheit angenommen; 
Dich, Gott Vater, Dir zum Preis Du biſt auch von Deinem Thron 
Singt die heilige Gemeine; Zu uns auf die Welt gekommen; 
Sie verehrt auf Seinem Thron Gnade haſt Du uns gebracht, 
Deinen eingebornen Sohn. Von der Sünde frei gemacht. 


8 Herr, erbarm, erbarme Dich! 
Auf uns komme, Herr, Dein Segen, 
Deine Güte zeige ſich 
Allen der Verheißung wegen; 
Auf Dich hoffen wir allein, 
Laß uns nicht verloren ſein! 
1783. Prag. 


No. 189. Sei Lob und Preis mit Ehren. 


Mel.: Nun lob mein Seel den Herren. S. Choralbuch. 


1 Sei Lob und Preis mit Ehren Von Herzen auf Ihn bauen, 
Gott Vater, Sohn und heilgem Geiſt;] Daß unſer Muth und Sinn 
Der woll in uns vermehren, Ihm allezeit anhangen; 
Was Er aus Gnaden uns verheißt; Drauf ſingen wir zur Stund: 
Daß wir Ihm feſt vertrauen, Amen, wir werdns erlangen, 
Uns ganz verlaßn auf Ihn, Glaubn wir von Herzensgrund. 
1549. 
No. 190. Herr, weil Du ſprichſt. 


Mel.: Vater unſer im Himmelreich. S. Choralbuch. 


1 Herr, weil Du ſprichſt: Kommt her zu Mir, 
So komm ich auch und ruf zu Dir: 
Laß mich ſtets folgen Dir allein, 
Gotts fürchtig, fromm, gehorſam fein, 
Gib Demuth, Wahrheit, Zucht und Fleiß, 
Zu Deinem Dienſt Lob Ehr und Preis. 


Johann Gottfried Olearius. 1670. 
219 


Gebet, Lob und Dank. 
No. 191. Danket dem Herrn. 


5 nen 


| 
| T.: Bun ket dem Herrn! Wir dan - fen dem Herrn, Denn Er iſt 


S . in 2 — 


— — 7 u — 
lich, Sie wäh- ret e- wig- lich, Sie wäh- ret e- wig - lich. 


. 
„ 3 
— — 2 
2 Lobet den Herrn! Sein Thun iſt weiſe, 
Ja, lobe den Herrn Und Seine Huld iſt jeden Morgen neu. 
Auch meine Seele, 
Vergiß es nie, was Er dir Guts gethan. 4 Groß iſt der Herr! 
Ja, groß iſt der Herr; 
3 Sein iſt die Macht! Sein Nam iſt heilig, 


Allmächtig iſt Gott, Und alle Welt iſt Seiner Ehre voll. 
230 


vg 


Gebet, Lob und Dank. 


5 Anbetung Ihm! 6 Lobſinget Ihm! 
Anbetung dem Herrn, Wir lobſingen Ihm 
Mit hoher Ehrfurcht In frohen Chören, 
Werd auch von uns Sein Name ſtets ge- Denn Er vernimmt auch unſern Lobge— 
nannt. ſang. 


C. F. W. Herroſen. 


No. 192. Glöcklein Se 


1. undd klingt, Vög⸗ lein wa Wie ein Je - des kann und weiß. 


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a — — 2 
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Kind, u du Sing da- zu Deisnes lie- ben Schöpfers Preis. 


See er 


2 Bet und fing! 


4 Biſt ein Kind, 


Gutes Ding Lern geſchwind 
Uebſt du nimmermehr zu oft. Singen, beten alle Stund. 
Schenket doch Gott begehrt, 


Täglich mehr, als du gehofft. Dank und Flehn aus Kindesmund. 


3 Sing und bet 
Früh und ſpät; 
Kannſt ja nimmermehr beſtehn, 
Wenn nicht treu 
Täglich neu 
Gottes Huld will mit dir gehn. 


5 Lern es bald; 
Biſt du alt, 
Thuſt du dann von ſelber ſo. 
In der Noth 
Und im Tod 
Biſt du dann getroſt und froh. 


Wilhelm Hey. f 1854. 


Gott dir noch Hält gar werth 
| 
| 


221 


Gebet, Lob und Dank. 
No. 193. Beim frühen Morgenlicht. 


| 1. Beim frü⸗hen Morgen-libt _Er - wacht mein Herz und ſpricht: Ge⸗ 


| | 
nn de =ssreesn . 2 
— a TR 
lobt ſei - jus Chri- ſtus! Die Fei- er- glo- cke ſchallt Mit 
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Be — — 
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TE re zu. 


| hei - li-ger Ge- walt: |]: Ge- dobt ſei Je N Chri⸗ſtus! : 
Si; > Be 
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Der lieblichſte Geſang? Ruf ich mit Herz und Sinn: 
Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! : Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! : 

In Gottes heilgem Haus | 

Sprech ich vor allem aus: 4 Und was mein Werk auch ſei, 
Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! (U Ich ſpreche frob dabei: 

Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! 


2 Was tönt der ſchönſte Klang, Bei jedem Anbeginn 


b 


3 Ihm, meinem höchſten Gut, 
Sing ich mit Liebesgluth: 
Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! 


Die Sine Früchte bringt 
Das Herz, das freudig ſingt: 
II: Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! 
222 


Ne 


Gebet, Lob und Dank. 


5 Das lieblichſte Getön Rings auf dem Erdenkreis 
Iſt in des Himmels Höhn: Ertöne Ihm zum Preis: 
Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! : Gelobt ſei Jeſus Chriſtus!: 
| Des Vaters — Wort 7 Singt Himmel, Erd und Meer 
N b fe er s Chriſtus! : Und aller Engel Heer: 
| I: Jef 85 Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! 
i 6 Ihr Menſchenkinder all, Es ſchalle weit und breit 
| Singt laut mit Jubelſchall: In alle Ewigkeit: 
| Gelobt ſei Jeſus Chriſtus! : Gelobt ſei Jeſus Chriſtus!: 
| Aus Unterfranken. 
No. 194. Lobt froh den Herrn. 5. 8. Nägel. f 1526 


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race 

| Ein Lied zu Seiner Eh- re; Lobt froh den Herrn, lobt 12 > Herrn. 
| 

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555 


2 Es ſchallt Dr 4 Wir ſtammeln hier, 
Zu Deinem Heiligthume Doch hörſt Du unſer Lallen 
Aus unſerm Chor Zum Preiſe Dir 
Ein Lied zu Deinem Ruhme, Mit Vaterwohlgefallen. 
| Du, der Sich Kinder auserkor. Dir jauchzen wir, Dir ſingen wir. 
f 3 Vom Preiſe voll, 5 Einſt kommt die Zeit, 
| Laß unſer Herz Dir fingen ! Wo wir auf tauſend Weiſen — 
Das Loblied ſoll O Seligkeit! — 
Zu Deinem Throne dringen, Dich, unſern Vater, preiſen 


| Das Lob, das unſrer Seel entquoll. Von Ewigkeit zu Ewigkeit! 
| 293 G. Geßner. f 1843. 


Gebet, Lob und Dank. 
No. 195. Ich freu mich in dem Herren. 


Bartholomäus Helder. + 1635. 


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1 Ich freu mich in dem Her- ren Aus mei-nes Herzens-grund, 

„1 Bin fröh-lich Gott zu Eh- ren Jetzt und zu al- ler Stund. 


Be: 
S 


Mit Freu⸗den will ich fin - gen Zu Lob dem Na-men Sein, 


| 


Ganz lieb-lich ſoll er- klin - gen Ein neu- es Lie- de- lein. 


2 In Sünd war ich geboren, 
Sündlich war all mein Thun, 
Nun bin ich neu geboren 
In Chriſto, Gottes Sohn. 
Der hat mir Heil erworben 
Durch Seinen bittern Tod, 
Weil Er am Kreuz geſtorben 
Für meine Sündennoth. 


224 


Gebet, Lob und Dank. 


3 All Sünd iſt nun vergeben 4 Dafür will ich Ihm ſagen 
Und zugedecket fein, | Lob und Dank allezeit, 
Darf mich nicht mehr beſchämen Mit Freud und Ehren tragen - 
Vor Gott dem Herren mein. Dies köſtliche Geſchmeid. 
Ich bin ganz neu geſchmücket Will damit herrlich prangen 
Mit einem ſchönen Kleid, Vor Gottes Majeſtät, 
Gezieret und geſticket Hoff darin zu erlangen 
it Heil und Grechtigkeit. Die ewge Seligkeit. 


No. 196. Sei hochgelobt, Herr Jeſu Chriſt. 
Mel.: S. Choralbuch. 


1 Sei hochgelobt, Herr Jeſu Chriſt, 
Daß Du der Kinder Heiland biſt, 
Und daß die kleine Lämmerſchaar 
Dir, König, nicht verächtlich war! 


2 Gelobet ſei des Vaters Rath 
Für Seiner Liebe Wunderthat! 
Sein ewger Sohn wird arm und klein, 
Daß Kinder können ſelig ſein. 


3 Gelobet ſei der heilge Geiſt, 
Der jedes Lamm zum Hirten weiſt, 
Der Kindern zu erkennen gibt, 
Wie brünſtig ſie der Heiland liebt! 


4 Er macht durch Seinen Gnadenzug 
Ein kleines Kind zum Glauben klug, 
Dann lernts mit Freuden das verſtehn, 
Was weiſe Männer oft nicht ſehn. 


5 „Laßt doch die Kindlein her zu Mir!“ 
So rieſſt Du, Herr! drum bin ich hier. 
„Für ſie gehört Mein ganzes Reich, 
Drum ward Ich ſelbſt den Kindern gleich.“ 


6 Sei hochgelobt, Herr Jeſu Chriſt, 
Daß Du der Kinder Heiland biſt, 
Und daß Du, hocherhabner Fürſt, 
Der Kinder Heiland bleiben wirſt! 


Ernſt Gottlieb Woltersdorf. f 1761. 
15 225 


Gebet, Lob und Dank. 
No. 197. *Lieber Herr Jeſu Chriſt. 


1. Lie- ber Herr Je - ſu Chriſt, Der Du im Him- mel biſt, 


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Wo Eng⸗lein ſind: Sieh, wir ſind ſchwach und klein, Mach Du uns 


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2 Lieber Herr Jeſu Chriſt, 
Der Du auf Erden biſt, 
Wo Kindlein ſind, 
Steh mir in Gnaden bei, 
Daß ich Dir folgſam ſei, 
Mach mich von Sünden frei, 
Dein gutes Kind. 


226 


Gebet, Lob und Dank. 
No. 198. Wohlauf, mein Herz, mit Freuden. 


| Alte Volksweiſe. H. 

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1 e mein Herz, mit Freu = den, Aus in- ni- gem Ge— 
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Laß klingn in al- le Wei- ten Dein Lied von Got-tes 
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Den Va⸗ter ſollſt du rüh- men, Der dich ge- 


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Er lehret, ſtrafet, tröſtet 


2 Dein Jeſus iſt gekommen 


Wohl aus des Vaters Schooß, Durchs lautre Wort und Sakrament, 
Er hat auf Sich genommen Die Chriſtus hat erlöfet. 

en b 
Dein Schuld und Jammer groß; 4 Drum auf, mein Herz, und ſinge 


O ſchau wie Er gekämpfet 1 V 
Und durch Sein Blut und bittern Tod Aus innigem Gemüth, 


N Durch alle Wolken dringe 
en e ee Dein Lied von Gottes Güt; 


3 Der beilig Geiſt in Gnaden Du kannſts ja nicht ausreden, 
Vom Himmel niederkam, Was Vater, Sohn und heilger Geiſt 
Der thut dich treu berathen, Dir thun in tauſend Nöthen. 
Weiſt dich auf Gottes Lamm; | A Späth. 


Gebet, Lob und Dank. 
No. 199. Sollt ich meinem Gott nicht ſingen? 


Mel. : S. Choralbuch. 


1 Sollt ich meinem Gott nicht ſingen? 

Sollt ich Ihm nicht dankbar ſein? 

Denn ich ſeh in allen Dingen, 
Wie ſo gut Ers mit mir mein. 

Iſt doch nichts als lauter Lieben, 
Das Sein treues Herze regt, 
Das ohn Ende hebt und trägt 

Die in Seinem Dienſt ſich üben. 
Alles Ding währt ſeine Zeit; 
Gottes Lieb in Ewigkeit. 


2 Wie ein Adler ſein Gefieder 

Ueber ſeine Jungen ſtreckt, 

Alſo hat auch hin und wieder 
Mich des Höchſten Arm bedeckt; 

Alſobald im Mutterleibe, 
Da Er mir mein Weſen gab 
Und das Leben, das ich hab 

Und noch dieſe Stund treibe. 
Alles Ding währt ſeine Zeit; 
Gottes Lieb in Ewigkeit. 


No. 200. 


3 Sein Sohn iſt Ihm nicht zu theuer; 
Nein, Er gibt Ihn für mich hin; 
Daß Er mich vom ewgen Feuer 
Durch Sein theures Blut gewinn. 
O Du ungegründter Brunnen, 
Wie will doch mein ſchwacher Geiſt, 
Ob er ſich gleich hoch befleißt, 
Deine Tief ergründen können? 
Alles Ding währt ſeine Zeit; 
Gottes Lieb in Ewigteit. 


4 Seinen Geiſt, den edlen Führer, 
Gibt Er mir in Seinem Wort, 
Daß Er werde mein Regierer 
Durch die Welt zur Himmelspfort, 
Daß Er mir mein Herz erfülle 
Mit dem hellen Glaubenslicht, 
Das des Todes Macht zerbricht 
Und die Hölle ſelbſt macht ſtille. 
Alles Ding währt ſeine Zeit; 
Gottes Lieb in Ewigkeit. 


Paul Gerhardt. 1653. 


Allein Gott in der Höh ſei Ehr. 


Mel. : S. Choralbuch. 


1 Allein Gott in der Höh ſei Ehr 
Und Dank für Seine Gnade, 
Darum daß nun und nimmermehr 
Uns rühren kann ein Schade. 
Ein Wohlgefalln Gott an uns hat, 
Nun iſt groß Fried ohn Unterlaß, 
All Fehd hat nun ein Ende. 


2 Wir loben, preiſn, anbeten Dich, 
Für Deine Ehr wir danken, 
Daß Du Gott Vater ewiglich 
Regierſt ohn alles Wanken: 
Ganz ungemeſſen iſt Dein Macht, 


Fort gſchieht, was Dein Will hat gedacht, 


Wohl uns des feinen Herren. 


3 O Jeſu Chriſt, Sohn eingeborn 
Deines himmliſchen Vaters, 
Verſöhner der', die warn verlorn, 
Du Stiller unſers Haders, 
Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, 
Nimm an die Bitt von unſrer Noth, 

Erbarm Dich unſer Aller. 


4 O heilger Geiſt, Du größtes Gut, 
Du allerheilſamſt Tröſter, 
Vors Teufels Gwalt fortan behüt, 
Die Jeſus Chriſt erlöſet 
Durch große Martr und bittern Tod, 
Abwend all unſern Jammr und Noth, 
| Dazu wir uns verlaſſen. 


Nikolaus von Hofe (Decius). 1526. 


225 


Gebet, Lob und Dank. 


No. 201. Lobe den Herren, den mächtigen König. 
Mel.: S. Choralbuch. 
1 Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, 
Meine geliebete Seele, das iſt mein Begehren. 
Kommet zu Hauf! 
Pſalter und Harfe wacht auf, 
Laſſet den Lobgeſang hören. 
2 Lobe den Herren, der Alles ſo herrlich vegiereh, 
Der dich auf Adelersfittigen ſicher geführet, 
Der dich erhält, 
Wie es dir ſelber gefällt, 
Haſt du nicht dieſes verſpüret? 
3 Lobe den Herren, der künſtlich und fein dich bereitet, 
Der dir Geſundheit verliehen, dich freundlich geleitet. 
In wie viel Noth 
Hat nicht der gnädige Gott 
Ueber dir Flügel gebreitet! 
4 Lobe den Herren, der deinen Stand ſichtbar geſegnet, 
Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet, 
Denke daran, 
Was der Allmächtige kann, 
Der dir mit Liebe begegnet. 

5 Lobe den Herren, was in mir iſt, lobe den Namen, 
Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. 
Er iſt dein Licht, 

Seele, vergiß es ja nicht, 
Lobende ſchließe mit Amen. 
Joachim Neander. 1679. 


No. 202. Nun danket Alle Gott. 
Mel.: S. Choralbuch. 
1 Nun danket Alle Gott Und uns in Seiner Gnad 
Mit Herzen, Mund und Händen, Erhalten fort und fort, 
Der große Dinge thut Ja uns aus aller Noth 
An uns und allen Enden, Erlöſen hier und dort. 
Der uns von Mutterleib 3 Lob, Ehr und Preis ſei Gott 
Und Kindesbeinen an Dem Vater und dem Sohne, 
Unzählig viel zu gut Und dem, der Beiden gleich 
Und noch jetzund gethan. Im höchſten Himmelsthrone, 
2 Der ewigreiche Gott - Dem dreimal Einen Gott, 
Woll uns bei unſerm Leben Als Er urſprünglich war, 
Ein immer fröhlich Herz Und iſt und bleiben wird 
Und edlen Frieden geben, | Gesund und immerdar. 


Martin Rinkard. Gedichtet 1644. 
229 


Gebet, Lob und Dank. 


No. 203. Nun preiſet Alle. | 
Mel.: S. Choraldud. | 
1 Run preifet Alle 3 Wohlauf, ihr Heiden, 
Gottes Barmherzigkeit! Laſſet das Trauren ſein! 
Lob Ihn mit Schalle, Zu grünen Weiden 
Wertheſte Chriſtenheit! Stellet euch willig ein! 


Er läßt dich freundlich zu Sich laden: Da läßt Er uns Sein Wort verkünden, 
Freue dich, Israel, Seiner Gnaden! Machet uns ledig von allen Sünden. 


2 Der Herr regieret 4 Er giebet Speiſe 
Ueber die ganze Welt. Reichlich und überall, 
Was ſich nur rühret, Nach Vaters Weiſe 
Ihme zu Fuße fällt. Sättigt Er allzumal; 


Viel tauſend Engel um Ihn ſchweben, Er ſchaffet Früh-und⸗Spaten-Regen, 
Pſalter und Harfe Ihm Ehre geben, Füllet uns Alle mit Seinem Segen. 


5 Drum preis und ehre 
Seine Barmherzigkeit; 
Sein Lob vermehre, 
Wertheſte Chriſtenheit! 
Uns ſoll hinfort kein Unfall ſchaden; 
Freue dich, Israel, Seiner Gnaden! 
Matthäus Apelles v. Löwenſtern. 1644. 


No. 204. Lobe den Herren, o meine Seele. 
Mel.: S. Choralbuch. 


1 Lobe den Herren, o meine Seele, 2 Selig, ja ſelig iſt der zu nennen, 

Ich will Ihn loben bis in Tod; Deß Hilfe der Gott Jakobs iſt; 

Weil ich noch Stunden auf Erden | Welcher vom Glauben ſich Nichts läßt 
zähle, trennen 

Will ich lobſingen meinem Gott. Und hofft getroſt auf Jeſum Chriſt. 
Der Leib und Seel gegeben hat, Wer dieſen Herrn zum Beiſtand hat, 
Werde geprieſen früh und ſpat. Findet am Beſten Rath und That. 

Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! 


3 Rühmet, ihr Menſchen, den hohen Namen 
Deß, der ſo große Wunder thut. 
Alles, was Odem hat, rufe Amen 
Und bringe Lob mit frohem Muth. 
Ihr Kinder Gottes, lobt und preiſt 
Vater und Sohn und heilgen Geiſt. 
Hallelujah! Hallelujah! | 
Johann Herrnſchmidt. 1714. 


230 


XVII. Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 205. Ein Vöglein klein ohn Sorgen. 
J. Endlich. 


7 7 
1. Ein Vög - lein klein ohn Sor - gen, Fröh- lich A- bend und 
— 2 
er Ta 
= 


Wäl⸗ dern Und läßt Gott wal- ten, Der es kann er- hal- tem. 
Be 


2 Es kann nicht pflügen noch ſäen, 3 All Fleiß ohn Gottes Gaben, 
Weder ernten noch mähen, Arbeit, Schinden und Schaben 
: Und lebet doch: : Nach kleinem Gwinn : 
In Freuden ohn Beſchweren Thut geben lange Schmerzen, 
Und läßt Gott walten, Der wird erhaben, 
Der es kann ernähren. Der Gott traut von Herzen. 
Um 1650. 


231 


0 Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 206. Du ſchüne Lilie auf dem Feld. 


Friedrich Silcher. + 1860. 
Fu 


1. Du fhö-ne Li = lie auf dem Feld, Wer hat in ſol- cher 
2 2 


Pracht Dich vor die Au - gen mir ge- ſtellt, Wer 


| 

dich ſo ſchön ge- macht? Wer dich ſo ſchön ge = macht? | 
2. 

iE———e — F 

e — — —.— 1 


2 Wie trägſt du ein ſo weißes Kleid | 3 Du ſchöne Lilie auf dem Feld, 


Mit goldnem Staub beſät, | In aller deiner Pracht 
Daß Salomonis Herrlichkeit | Biſt du zum Vorbild mir geftellt, 
: Vor deiner nicht beſteht!: Zum Lehrer mir gemacht.: 


4 Du ſchöne Lilie auf dem Feld, 
Du kennſt den rechten Brauch, 
Du denkſt, der hohe Herr der Welt 
: Verſorgt Sein Blümlein auch. : 
C. J. Ph. Spitta. 1833. 
232 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 207. Sink, o Körnlein, denn hinab. 


J. Endlich. 


1. Sink, o Körnlein, denn hin- ab, Sink ins ſtil- le, küh- le Grab, 


In das Bett von Er -de. Er -de ſtreu ich auf dich her, 


Bis, mein Körnlein, ich nichts mehr Von dir ſe- hen wer- de. 
— — Mr — 
— — 


2 Wüßteſt du, was ich da thu, Blickſt dann aus der Erd hervor, 
Hätteſt Sprache du dazu, Blühſt als eine Blum empor, 
Ach, du ſprächſt mit Weinen: Biſt ganz neu geſchaffen. 

Nie ſeh ich den Himmel mehr, 
Nie den Garten um mich her, | A Ich auch finfe einſt hinab, 
Nie die Sonn mehr ſcheinen! So wie du, ins kühle Grab, 
Mich auch deckt die Erde. 
3 Aber, Körnlein, habe Muth! Aber herrlicher noch ruft 
Sieh, du liegſt fo ſanft und gut, Aus der ſtillen, düſtern Gruft 
Haſt bald ausgeſchlafen. Mich des Schöpfers: Werde! 


Ch. v. Schmidt. 
233 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 208. Vöglein im hohen Baum. 


Friedrich Silcher. + 1860. 


; 25 = ——- == ——— — => 
ee: SERISSErS = 


@ — u=®; 


| 1. Vög⸗lein im ho- hen Baum, Klein ifts, ihr ſeht -es kaum, 


et 

ee 
| m menu 
| Singt doch fo ſchön; Daß wohl von nah und fern Al -le die 


Bere ee: 


Leu⸗ te gern Hor⸗-chen und ſtehn, Hor- chen und ſtehn. 


e 
Kat 


2 Blümlein im Wieſengrund Dürſten nun Menſch und Vieh, 


Blühen ſo lieb und bunt, Kommen zum Bächlein ſie, 
Tauſend zugleich; |: Trinken zumal.: 

Wenn ihr vorübergeht, 

Wenn ihr die Farben ſeht, 4 Habt ihr es auch bedacht, 
: Freuet ihr euch.: Wer hat ſo ſchön gemacht 

Alle die drei? 
3 Wäſſerlein fließt ſo fort Gott der Herr machte ſie, 

Immer von Ort zu Ort Daß ſich nun ſpät und früh 

Nieder ins Thal. : Jedes dran freu: 


Wilhelm Hey. + 1854. 
234 


1 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 209. Weißt du, wie viel Sternlein ſtehen. 


Volksweiſe. 


A 


1 Weißt du, wie viel Sternlein ſte- hen An dem blau-en Himmelszelt? 
8 Weißt du, wie viel Wolken ge- hen Weithin ü- ber al- le Welt? 


An der gan-zen großen Zahl. 


2 Weißt du, wie viel Mücklein ſpielen 
In der hellen Sonnengluth? 
Wie viel Fiſchlein auch ſich kühlen 
In der hellen Waſſerfluth? 

Gott der Herr rief ſie mit Namen, 

Daß ſie all ins Leben kamen, 


: Daß fie nun fo fröhlich find. :)) 


3 Weißt du, wie viel Kinder frühe 
Stehn aus ihrem Bettlein auf, 
Daß ſie ohne Sorg und Mühe 
Fröhlich ſind im Tageslauf? 
Gott im Himmel hat an allen 
Seine Luſt, Sein Wohlgefallen, 
Kennt auch dich und hat dich lieb.: 


Wilhelm Hey. + 1854. 


235 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 210. Wo wohnt der liebe Gott? 
Jubitz. 


— 5 — — — — m nn N — 
& = 3 53 — 2 2 
m? 4 — — 
| . ur 2 . 8 - 


\ 
| 1. Wo wohnt der lie-be Gott? Sieh dort den blau- en Himmel 


— 
an, Wie feſt er ſteht fo lan- ge Zeit, Sich wölbt fo 


— 
hoch, ſich ſtreckt ſo weit, Daß ihn kein Menſch er - faſ-ſen 


| kann, Und ſieh der Ster - ne gold-nen Schein, Gleich als viel 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


tau = ſend Fen- ſter-lein: Das iſt des he - ben Got tes 


Va⸗ter⸗ au⸗ gen nie= der Auf dich und al- le dei-ne Brü=ber. 


2 Wo wohnt der liebe Gott? 3 Wo wohnt der liebe Gott? 
Hinaus tritt in den dunkeln Wald; Die ganze Schöpfung iſt Sein Haus. 
Die Berge ſieh zum Himmel gehn, Doch wenn es Ihm ſo wohl gefällt, 
Die Felſen, die wie Säulen ſtehn, So wählet in der weiten Welt 
Der Bäume ragende Geſtalt; Er Sich die engſte Kammer aus. 


Horch, wie es in den Wipfeln rauſcht, Wie iſt der Menſchen Herz ſo klein, 
Horch, wies im ſtillen Thale lauſcht. Und doch auch da zieht Gott herein. 

Dir ſchlägt das Herz, du merkſt es bald, O halt das deine fromm und rein, 

Der liebe Gott wohnt in dem Wald; So wählt Ers auch zur Wohnung Sein 
Dein Auge zwar kann Ihn nicht ſehen, Und kommt mit Seinen Himmelsfreuden 
Doch fühlſt du Seines Odems Wehen. Und wird nie wieder von dir ſcheiden. 


Wilhelm Hey. + 1854. 
237 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 211. Wie mit grimmgem Unverſtand. 


Louiſe Reichardt. f 1828. 


1. Wie mit . Un - ver-ftand Wel⸗len ſich be- we- gen! 


322 „ „ „ 
ss . — — 
| Zar Fer — 


* 
Nirgends Ret-tung, nirgends Land Nach des Sturmwinds Schlä-gen! 


Ei- ner iſts, der in der Nacht, Ei- ner iſts, der uns be- wacht: 


TChriſt Ky⸗ ri -e, Du wan ⸗delſt auf der See. 


EEE 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


2 Wie vor unſerm Angeſicht Reiche mir dann liebentbrannt, 
Mond und Sterne ſchwinden! Herr, Herr, Deine Glaubenshand. 
Wenn des Schiffleins Ruder bricht, Cbriſt Kyrie, 
Wo nun Rettung finden? Komm zu uns auf die See! 
Wo ſonſt, denn nur bei dem Herrn? 
Seht ihr nicht den Abendſtern? 4 Nach dem Sturme fahren wir 
Chriſt Kyrie, Sicher durch die Wellen, 
Komm zu uns auf die See! Laſſen, großer Schöpfer, Dir 
Unſer Lob erſchallen; 
3 Einſt in meiner letzten Noth Loben Dich mit Herz und Mund, 
Laß mich nicht verſinken, Loben Dich zu jeder Stund. 
Soll ich von dem bittern Strom Chriſt Kyrie, 
Well auf Welle trinken: Ja Dir gehorcht die See! 


Johannes Falk. f 1826. 


No. 212. Wer hat die Blumen nur erdacht. 


1. Wer hat die Blumen nur er⸗ dacht, Wer hat fie fo ſchön ge- macht, 


2 Wer iſts, der ihnen allen ſchafft Daß die Menſchen groß und klein 
In den Wurzeln friſchen Saft, Sich in ihren Herzen freun? 
Gießt den Morgenthau hinein, 
Schickt den hellen Sonnenſchein? 


Wer das iſt und wer das kann 
Und nicht müde wird daran? 


* 


3 Wer iſts, der ſie alle ließ Das iſt Gott in Seiner Kraft, 
Duften noch ſo ſchön und ſüß, Der die lieben Blumen ſchafft. 


Wilhelm Hey. f 1854. 
239 en 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 
No. 213. Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht. 


{ Wenn ich, o Schö⸗pfer, Dei-ne Macht, Die Weisheit Dei - ner 
Die Lie⸗ be, die für Al- le wacht, An- bet- end üs⸗ ber- 


— % 
: } So weiß ich, von Be-wundrung voll, Nicht wie ich 


2 Mein Auge ſieht, wohin es blickt, 3 Wer mißt dem Winde ſeinen Lauf? 


Die Wunder Deiner Werke. Wer heißt die Himmel regnen? 
Der Himmel, prächtig ausgeſchmückt, Wer ſchließt den Schooß der Erde auf, 

Preiſt Dich, Du Gott der Stärke! Mit Vorrath uns zu ſegnen? 
Wer hat die Sonn an ihm erhöht? O Gott der Macht und Herrlichkeit! 
Wer kleidet ſie mit Majeſtät? Gott, Deine Güte reicht ſo weit, 

Wer ruft dem Heer der Sterne? So weit die Wolken reichen. 


240 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


4 Dich predigt Sonnenſchein und Sturm, | Der Menſch, der Schöpfung Ruhm und 


Dich preiſt der Sand am Meere. Preis, 
Bringt, ruſt auch der geringſte Wurm, | Iſt ſich ein täglicher Beweis 
Bringt meinem Schöpfer Ehre! Von Deiner Güt und Größe. 


Mich, ruft der Baum in ſeiner Pracht, . = a ® 
Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, 6 Erheb Ihn ewig, o mein Geiſt, 


f use Erhebe Seinen Namen! 
Bringt unſerm Schöpfer Ehre! Gott, unſer Vater, ſei gepreiſt, 


5 Der Menſch, ein Leib, den Deine Hand | Und alle Welt ſag Amen. 
So wunderbar bereitet; Und alle Welt fürcht ihren Herrn, 
Der Menſch, ein Geiſt, den ſein Berftand Und hoff auf Ihn, und dien Ihm gern, 
Dich zu erkennen leitet; Wer wollte Gott nicht dienen? 
Chriſtian Fürchtegott Gellert. 1757. 


No. 214. Es regnet. A. Späth. 
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| Ze rz: — 
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2 Es regnet, Für jedes Thier ein Tröpflein fällt. 
Gott ſegnet O friſcher Regen, 
Den hohen Baum, den kleinen Strauch, Du Gottesſegen! 
Und all die tauſend Blumen auch. 1 ane 
O friſcher Regen, ee 
Du Gottesſegen! Gett ſegnet 
Eier Die Menſchen alle väterlich, 
3 Es regnet, a | Sein Himmelsthau erquickt auch mich. 
Gott ſegnet O friſcher Regen, 
Was lebt und webt in weiter Welt, Du Gottesſegen! 
J. Hebel. 
16 241 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 215. Was wollen wir fingen und heben an? 


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1. Was wol- len wir fin-gen und be - ben an? 
2. Er bau- et das Land von un⸗ ten her⸗ auf, 
3. Die Vög- lein die ſchweben wohl in der Luft, 
4. Ja Witt wen, ja Wai⸗ſen, ja Kön⸗ge und Herrn, 
5. Und wollt ihr noch wiſ-ſen, wer ein Ack- ers- mann iſt? 
6. Ja Al ⸗ le zu ⸗ fam-men, ja Al ⸗ le zu=-fammn, 
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ei ʒ⸗ nem flei- fi- gen Ack - ers- mann, 
ſä - et gut Korn und Wei- zen dar⸗ auf, 


Sie freu -en ſich ü ber des Ack er- manns Frucht; 
Der Bau- er der muß fie ja Al -le er ⸗nährn; 
Das it un ⸗ ſer lie ⸗ ber Herr Je - ſus Chriſt, 
Es it Sei- ne Leh- re der gött⸗- li- de Sam‘. 


2 


Ja Ack - ers - mann, ja Ack - ers- mann, 

Wohl auf das Land, wohl auf das Land, 
Wenn der Sommer an = geht, wenn der Sommer an- gebt, 
Wenn der Bau-er nicht wär, al-le Ki- ſten wärn leer, 

Der Sat auf die Erd den gött- li- chen Sam), 
Er - bar-me Dich un- ſer, Herr Je — fu Chriſt, 
— — 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


Ei: N N 
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— — — — 

SEE BE FE — — “= 
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r ſpannt fei- ne NRo-je und Wa - gen an. 
Gott Va⸗ ter be- fiehlt ers in Sei - ne Hand. 
So wer⸗ den die Witt- wen und Mai-fen er- nährt. 


Er Al ⸗ le durch ſei⸗- ne Ar beit er⸗ nährt. 
Der nährt uns al - lein ja Al ⸗ le zu⸗ ſamm'. 
Der für uns am Kreuz ge ⸗ ſtor - ben iſt. 

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Aus dem Paderborn'ſchen. 


No. 216. Freuet euch der ſchönen Erde. 


J. F. Reichardt. 7 1814. 


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Er; 


iſt wohl werth der Freud; 


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2 Und doch ift fie Seiner Füße 4 Und doch ſind ſie nur Geſchöpfe 
Reichgeſchmückter Schemel nur, Von des höchſten Gottes Hand, 

Iſt nur eine ſchön begabte, Hingeſät auf Seines Thrones 

Wunderreiche Kreatur. Weites glänzendes Gewand. 


3 Freuet euch an Mond und Sonne 
Und den Sternlein allzumal, 
Wie ſie wandeln, wie ſie leuchten 
Ueber unſerm Erdenthal. 


5 Wenn am Schemel Seiner Füße 
Und am Thron ſchon ſolcher Schein, 
O was muß an Seinem Herzen 
Erſt für Glanz und Wonne ſein! 
C. J. Ph. Spitta. 1833. 


243 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 217. Kommt, laßt uns dach anhören. 


Bartholomäus Helder. f 1635. 


1 e uns doch an- hö- ren Die Vö-gel durch den Wald, 
5 Wie ſie den Schö-pfer eh- ren, Daß Berg und Thal er⸗ſchallt. 


Sie ſin- gen oh- ne Sor - gen, Sind freu-dig, den- ken nicht, 


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Ob ih- nen wohl 5 mor = gen = o - is das ge= bricht. 


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2 Sie trachten nicht nach Schätzen 3 Sie bauen kleine Neſte, 
Durch Sorgen, Müh und Streit, Nicht große Scheunen auf, 
Der Wald iſt ihr Ergötzen, Sind nirgends fremd und Gäſte, 
Die Federn ſind ihr Kleid. Sie kaufen guten Kauf. 
Ihr Tiſch iſt ſtets gedecket, Es ſingt dafür ein Jeder, 
Sie ſind vergnügt und ſatt, So gut er kann und mag, 
Weil jedes, was ihm ſchmecket, Dem Wirthe ſchöne Lieder 
So viel ihm noth iſt, hat. Hindurch den ganzen Tag. 


in 


2 Seht, das große Sonnenlicht 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


4 Der Menſch ſchlägt ſich mit Grillen, Von wem kommt ihr Geſchmeide? 


Iſt blinder, als das Thier, Selbſt König Salomo, 
Sieht nicht auf Gottes Willen In Purpur, Gold und Seide, 

Und ſorget für und für. War nicht bekleidet ſo. 
Was, ſpricht er, werd ich eſſen? 

Was trink ich Armer doch? 7 Man ſieht ſie nimmer ſpinnen, 
Der Herr hat mein vergeſſen! Doch ſind ſie ſo geſchmückt, 
O Menſch, Gott lebet noch. Daß aller Künſtler Sinnen 

Hierüber wird entzückt. 
5 Der dieſe Thierlein ſpeiſet Der Herr, der ſolcher Maßen 
Und durch die Winterzeit Den Blumen Kleider gibt, 
Ihr Körnlein täglich weiſet, Wird unbekleidt nicht laſſen 
Wenn Alles liegt beſchneit, Den Menſchen, den Er liebt. 
Wie ſollte Der nicht geben, 
Was dir von Nöthen iſt, 8 Auf Ihn will ich feſt bauen, 
Den Unterhalt zum Leben, Ich weiß, Er läßt mich nicht; 
Trau Ihm nur als ein Chriſt. Ihm will ich es vertrauen, 
| | Wenn etwas mir gebricht. 
6 Kommt, die ihr Gott nicht trauet, Ich ſorge nicht für morgen, 
Daß Er euch kleiden kann: Noch was ich heut verzehrt 
Geht hin aufs Feld und ſchauet Und laſſe Den nur ſorgen, 
Die ſchönen Lilien an! Der alle Welt ernährt. 


Andreas Heinrich Buchholz. 1648. 


No. 218. Himmel, Erde, Luft und Meer. 


Mel.: Gott ſei Dank durch alle Welt. S. Choralbuch. 


1 Himmel, Erde, Luft und Meer 4 Seht, wie fleucht der Vögel Schaar 
Zeugen von des Schöpfers Ehr; In den Lüften Paar bei Paar! 
Meine Seele, ſinge du, Donner, Blitz, Dampf, Hagel, Wind 
Bring auch jetzt dein Lob herzu. | Seines Willens Diener find, 
| 


5 Seht der Waſſerwellen Lauf, 
Wie ſie ſteigen ab und auf: 
Durch ihr Rauſchen ſie auch noch 
Preiſen ihren Herren hoch. 


An dem Tag die Wolken bricht, 
Auch der Mond und Sternenpracht 
Jauchzen Gott bei ſtiller Nacht. 


3 Seht, der Erde runden Ball 6 Ach, mein Gott, wie wunderlich 
Gott geziert hat überall: Spüret meine Seele Dich! 
Wälder, Felder mit dem Vieh Drücke ſtets in meinen Sinn, 
Zeigen Gottes Finger hie. Was Du biſt und was ich bin. 


Joachim Neander. 1679. 
245 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 219. Geh aus, mein Herz, und ſuche Freud. 


1. Geh aus, mein Herz, und fu = che Freud In die- fer lie- ben 


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| Som-mer - zeit An dei - ned Got- tes Ga- ben, Schau an der 


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ſchö- nen Gär-ten Zier, Und fie - he, wie fie mir und dir Sich 
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Em per > a. 


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| aus -ge- fchmüdet ba = ben, Sich aus -ge-ſchmücket ha- ben. 
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Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


2 Die Bäume ſtehen voller Laub, 7 Welch hohe Luſt, welch heller Schein 
Das Erdreich decket ſeinen Staub Wird dort in Chriſti Garten ſein, 
Mit einem grünen Kleide. Wie muß es da wohl klingen, 

Nareiſſen und die Tulipan, Da ſo viel tauſend Seraphim 
Die ziehen ſich viel ſchöner an, Mit eingeſtimmtem Muth und Stimm 
: Als Salomonis Seide.: I: Ihr Hallelujah ſingen! : 


3 Die Lerche ſchwingt ſich in die Luft, 8 O wär ich da, ach ſtünd ich ſchon 
Das Täublein fleucht aus ſeiner Kluft Ach, ſüßer Gott, vor Deinem Thron 


Und macht ſich in die Wälder. Und trüge meine Palmen: 
Die hochbegabte Nachtigall So wollt ich nach der Engel Weis 
Ergötzt und füllt mit ihrem Schall Erhöhen Deines Namens Preis 
: Berg, Hügel, Thal und Felder.: : Mit tauſend ſchönen Pſalmen.: 
4 Der Weizen wächſet mit Gewalt; 9 Doch will ich gleichwohl, weil ich noch 
Darüber jauchzet Jung und Alt Hier trage dieſes Leibes Joch, 

Und rühmt die große Güte Auch nicht gar ſtille ſchweigen. 
Deß, der fo überflüſſig labt Mein Herze ſoll ſich fort und fort 
Und mit ſo manchem Gut begabt An dieſem und an allem Ort 

: Das menſchliche Gemüthe.: : Zu Deinem Lobe neigen.: 

5 Ich ſelbſten kann und mag nicht ruhn: 10 Hilf mir und ſegne meinen Geiſt 
Des großen Gottes großes Thun Mit Segen, der vom Himmel fleußt, 
Erweckt mir alle Sinnen; Daß ich Dir ſtetig blühe; 
Ich ſinge mit, wenn Alles ſingt, Gib, daß der Sommer Deiner Gnad 
Und laſſe, was dem Höchſten klingt, In meiner Seele früh und ſpat 
: Aus meinem Herzen rinnen. : Viel Glaubensfrücht erziehe.: 
6 Ach denk ich, biſt Du hier ſo ſchön 11 Mach in mir Deinem Geiſte Raum, 
Und läßt Du uns ſo lieblich gehn Daß ich Dir werd ein guter Baum, 

Auf dieſer armen Erden, Und laß mich wohl bekleiben. 
Was wills doch wohl nach dieſer Welt Verleihe, daß zu Deinem Ruhm 
Dort in dem reichen Himmelszelt Ich Deines Gartens ſchöne Blum 

: Und güldnen Schloffe werden! I: Und Pflanze möge bleiben.: 


12 Erwähle mich zum Paradeis 
Und laß mich bis zur letzten Reiſ 
An Leib und Seele grünen: 
So will ich Dir und Deiner Ehr 
Allein, und ſonſten Keinem mehr, 
: Hier und dort ewig dienen.: 


Paul Gerhardt. 1656. 


247 


Gottes Herrlichkeit in der Natur. 


No. 220. Wir pflügen und wir ſtreuen. 
J. A. P. Schulz. f 1800. 


1. Wir pflü⸗gen und wir ftreu-en Den Sa- men auf das Land, 
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| Er ſen- det Thau und Re- gen Und Sonn- und Monden⸗ſchein, 


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Von Ihm kommt al- ler Se - gen, Bon un » jerm Gott al- ru 


248 


_ Gottes Herrlichkeit in der Natur. 
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| Al⸗ le gu-te Ga = be kommt her von Gott dem Herrn, 


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| Drum dankt Ihm, dankt, drum dankt Ihm, dankt, und hofft auf Ihn. 
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2 Was nah iſt und was ferne, 3 Er läßt die Sonn aufgehen, 
Von Gott kommt Alles her; Er ſtellt des Mondes Lauf; 
Der Strohhalm und die Sterne, Er läßt die Winde wehen 
Das Sandkorn und das Meer. Und thut die Wolken auf. 
Von Ihm ſind Büſch und Blätter, Er ſchenkt uns ſo viel Freude, 
Und Korn und Obſt von Ihm; Er macht uns friſch und roth; 
Das ſchöne Frühlingswetter Er gibt dem Viehe Weide 
Und Schnee und Ungeſtüm. Und Seinen Menſchen Brod. 
Alle gute Gabe ꝛc. Alle gute Gabe ıc. 
Nach Matthias Claudius. f 1815. 
No. 221. Herr, ſchau herab von oben. 
Mel.: S. No. 143. 
1 Herr, ſchau herab von oben, Laß uns nicht von Dir trennen 
Sieh uns, Dein Kinder, an, : Kein falſche Lehr, noch Schand.: 


Daß wir Dich täglich loben, 


} G ins bereiten, 
I: Bleiben auf rechter Bahn. 4 O Gott, thu uns bereiten 


Wie es Dir wohlgefällt; 


2 Uns freut aus Deiner Güte Mit Gnad tbu uns geleiten 
2 Die fröhlich Sommerzeit, : Durch dieſe arge Welt.: 
In der wollſt uns behüten 5 Das ſei Dir j 
. Die Nei 1 as ſei Dir jetzt geſungen 
: Die Frücht vor allem Leid,: Zu Ehr, o ſarker Got, 
3 Daß wir dadurch erkennen Von uns viel ſchwachen Jungen. 
Dein väterliche Hand; : Sei bei uns hier und dort.: 


Johann Halbmeyr. 1607. H. 
249 


XVIII. 
(a.) Morgenlieder. 


No. 222. * Wenn die liebe Sonne. 


H. G. Nägeli. + 1836. 


| 1. Wenn die lie - be Son- ne Morgens früh auf - gebt, 
| 


Se - des lie- be Kind- lein Dankt und lobt und fleht. 


* 
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-: 3 
2 Ich will Dir auch danken, 4 Wenn Du bei mir wohneſt, 
Jeſu, treuer Hirt, Kann nicht bös ich ſein, 
Der Sein Schäflein weiden Kann mich ſchon auf Erden 
Und auch führen wird. Mit den Engeln freun. 
3 Will Dich herzlich bitten: 5 Wenn die liebe Sonne 
Bleibe doch bei mir Abends ſchlafen geht, 
Heut am ganzen Tage, Jedes liebe Kindlein 
Daß ich folge Dir. Wieder dankt und fleht. 


6 Und Du bleibeſt bei ihm, 
Liebes Jeſulein: 
Wachend oder ſchlafend 
Läßt Dus Deine ſein. 


250 


ho 


Morgenlieder. 


No. 223. Gott des Himmels und der Erden. 
Mel.: S. Choralbuch. 


1 Gott des Himmels und der Erden, 4 Hilf, daß ich mit dieſem Morgen 
Vater, Sohn und heilger Geiſt, | Geiſtlich auferſtehen mag 
Der es Tag und Nacht läßt werden, Und für meine Seele ſorgen, 


Sonn und Mond uns ſcheinen heißt, Daß, wenn nun Dein großer Tag 
Deſſen ſtarke Hand die Welt Uns erſcheint, und Dein Gericht, 
Und was drinnen iſt, erhält. Ich davor erſchrecke nicht. 

2 Gott, ich danke Dir von Herzen, | 5 Führe mich, o Herr, und leite 

Daß Du mich in dieſer Nacht Meinen Gang nach Deinem Wort, 
VorGefahr, Angſt, Noth und Schmerzen Sei und bleibe Du auch heute 

Haſt behütet und bewacht, Mein Beſchützer und mein Hort! 
Daß des böſen Feindes Liſt Nirgends, als von Dir allein 
Mein nicht mächtig worden iſt. Kann ich recht bewahret ſein. 

3 Laß die Nacht auch meiner Sünden 6 Meinen Leib und meine Seele, 

Jetzt mit dieſer Nacht vergehn: Sammt den Sinnen und Verſtand, 
O Herr Jeſu, laß mich finden Großer Gott, ich Dir befehle 

Deine Wunden offen ſtehn, Unter Deine ſtarke Hand. 

Da alleine Hilf und Rath Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, 
Iſt für meine Miſſethat. Nimm mich auf, Dein Eigenthum. 


7 Deinen Engel zu mir ſende, 
Der des böſen Feindes Macht, 
Liſt und Anſchläg von mir wende, 
Und mich halt in guter Acht. 
Der auch endlich mich zur Ruh 
Trage nach dem Himmel zu. 
Heinrich Alberti. 1644. 


No. 224. Das walt Gott Vater. 
Mel.: S. Choralbuch. 
1 Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Daß ich nun hab die finſtre Nacht 
Gott heilger Geiſt ins Himmels Thron! In Ruh und Frieden zugebracht. 


Man banft Dir eb bie Sonn aufgeht 4 Mein Gott, ich bitt durch Chriſti Blut 
Wanns Licht anbricht, man vor Dirſteht. Nimm mich auch dieſen Tag in Hut; 
2 Drum beug ich dieſen Morgen früh Laß Deine lieben Engelein 
} eat Andacht * = Mein Wächter und Gefährten fein. 
nd ruf zu Dir mit heller Stimm: 5 Mein Aus⸗ uud Ein h 
. gang heut bewahr, 
Dein Ohren neig, mein Red vernimm! Daß mir nichts Uebels widerfahr; 
3 Ich rühm von Herzen Deine Güt, Behüte mich vor ſchnellem Tod 
Weil Du mich gnädig haſt behüt, Und hilf mir, wo mir Hilf iſt noth. 
Martin Behm. 1608. 


251 


Morgenlieder. 


NO. 2255. IJeſu, Du ſüßer Heiland mein. 
1537. (Mich. Vehe's Gſgb.) 


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1. Je- fu, Du fü- ßer Hei⸗ land mein, Früh ruf ich an den 


| | 
Na - men Dein, Dein ſel - ger Nam mein er- es Wort Heut 


2 Das Erſt, das kommt in mein Gedank, 3 Mach Du mich fromm, mach Du mich 


Sobald der Schlaf ſein End erlangt, rein, 
Das Erſt, deß ſich mein Gmüth er- | Entzünd mich in der Liebe Dein, 
freut, Laß mich in Tugend nehmen zu, 
Sei Du, Herr Jeſu, allezeit. So findſt in meinem Herzen Ruh. 
Kyrie Eleiſon. Kyrie Eleiſon. 


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Morgenlieder. 


4 Schleuß jetzund ein das Herze mein 
In das getreue Herze Dein, 
Vom Morgen an bis Abend ſpat 
Halt mich allzeit in Deiner Gnad. 
Kyrie Eleiſon. 


5 Send mir die lieben Engelein, 
Die Deine treue Diener ſein, 
Die nehmen mich in ihre Hut, 
Beſchützen mir Seel, Leib und Gut. 
Kyrie Eleiſon. 


No. 226. 
Mel. : S. 


1 Die güldne Sonne 
Voll Freud und Wonne, 
Bringt unſern Gränzen 
Mit ihrem Glänzen 
Ein herzerquickendes liebliches Licht. 
Mein Haupt und Glieder 
Die lagen darnieder, 
Aber nun ſteh ich, 
Bin munter und fröhlich, 
Schaue den Himmel mit meinem Geſicht. 


2 Laſſet uns ſingen, 
Dem Schöpfer bringen 
Güter und Gaben, 
Was wir nur haben, 
Alles ſei Gotte zum Opfer geſetzt. 
Die beſten Güter 
Sind unſre Gemüther, 
Dankbare Lieder 
Sind Weihrauch und Widder, 
An welchen Er Sich am meiſten ergötzt. 


3 Abend und Morgen 
Sind Seine Sorgen, 
Segnen und mehren, 
Unglück verwehren 
Sind Seine Werke und Thaten allein. 


6 Was ich heut thu, was ich heut mach, 
Auch was ich leid für Ungemach, 
Sei Alls gelitten und gethan 
Zu Deiner Ehr, zu Deinem Ruhm. 
Kyrie Eleiſon. 


7 Amen, Amen, das ſei gewiß, 
Dieweil mein Gott mir gnädig iſt. 
In Seiner Huld und Barmherzigkeit 
Begehr ich zu bleibn in Ewigkeit. 

| Kyrie Eleiſon. 

1625. H. 


Die güldne Sonne. 


Choralbuch. 


Wann wir uns legen, 
So iſt er zugegen; 
Wann wir aufſtehen, 
So läßt er aufgehen 
Ueber uns Seiner Barmherzigkeit Schein. 


4 Alles vergehet, 

Gott aber ſtehet 
Ohn alles Wanken; 
Seine Gedanken 

Sein Wort und Wille hat ewigen Grund. 
Sein Heil und Gnaden 
Die nehmen nicht Schaden, 
Heilen im Herzen 
Die tödtlichen Schmerzen, 

Halten uns zeitlich und ewig geſund. 


5 Gott, meine Krone, 

Vergib und ſchone, 
Laß meine Schulden 
In Gnad und Hulden 

Aus Deinen Augen ſein abgewandt. 
Sonſten regiere 
Mich, lenke und führe, 
Wie Dirs gefället: 
Ich habe geſtellet 

Alles in Deine Beliebung und Hand. 


Paul Gerhardt. 1666. 


253 


Morgenlieder. 
0. 227. Mein erſt Gefühl ſei Preis und Dang 


im 
2 — sr Frese 


1. Mein erſt Ge- fühl 


— wu 


J. H. Knecht. 1793. 


EEE 5 =. 


— 


Preis und Dank, Er - heb Ihn, 


Der 


8 BE Teils 
| . 


| Lob -ge- fang, Lob- fing Ihm, mei- ne Ce - E 


2 Gelobet ſeiſt Du, Gott der Macht, 
Gelobt ſei Deine Treue, 
Daß ich nach einer ſanften Nacht 
Mich dieſes Tags erfreue. 


3 Laß Deinen Segen auf mir ruhn, 
Mich Deine Wege wallen; 
Und lehre Du mich ſelber thun 
Nach Deinem Wohlgefallen. 


4 Nimm meines Lebens gnädig wahr, 
Auf Dich hofft meine Seele; 


Sei mir ein Retter in Gefahr, 
Ein Vater, wenn ich fehle. 


5 Gib mir ein Herz voll Zuverſicht, 


Erfüllt mit Lieb und Ruhe, 
Ein weiſes Herz, das ſeine Pflicht 
Erkenn und willig thue. 


6 Daß ich als ein getreuer Knecht 


Nach Deinem Reiche ſtrebe, 
Gottielig, züchtig und gerecht 
Durch Deine Gnade lebe. 
Chriſtian Fürchtegott Gellert. 1757. 


* Wenn das Lied: „Iſt denn der liebe Heiland todt?“ nach dieſer Melodie geſungen wird, 


ſo wird dieſer erſte Theil wiederholt. 


Morgenlieder. 
No. 228. Im Namen meins Herrn Jeſu Chriſt. 1625. 


Je- ſu Chriſt Steh ich ar- mer 


| a — — . 08 
— aa er Fre: 2 


Sün⸗ der auf, Auf d En = für mich kreu-zigt iſt, Mit 


— 
— — — 


ee — ä — 
= Bere zes 


3532555551 


Seim Blut hat er = kauft, Glaub ich und bin ge ⸗ tauft. 


5755 . F 


2 Ich danke Dir, mein Herr und Gott, 4 Verleih mir ſtarken Glauben, 


Daß Du mich haſt bewacht Gut Hoffnung, rechte Lieb; ; 

Und aller Angſt Gefahr und Noth Laß nichts Dein Gnad mir rauben, 
Die ganze lange Nacht Dein Hilf mir allzeit gib, 
Gewehrt mit Deiner Macht. Daß ich Niemand betrüb. 

3 Herr Gott, Du wollſt heut dieſen Tag 5 Geſegn mich Gott der Vater, 
Im Gutn erhalten mich; Der Sohn und heilig Geiſt. 
Wend ab all Straf und alle Plag, Sei Lob göttlicher Majeſtät, 
Treib von mir hinter ſich Sein Nam ſei hochgepreiſt, 
All feindlich Liſt und Tück. Der mich recht lehrt und weiſt. 
1625. H. 


255 


(b.) CTiſchlieder. 
1. Vor Tiſch. 
No. 229. O Gott, ſpeis uns Deine Kinder. 


Mel.: Schmücke dich, o liebe Seele. S. Choralbuch. 


1 O Gott, ſpeis uns Deine Kinder, Daß ſie uns zu dieſem Leben 
Tröſte die betrübten Sünder; Stärke, Kraft und Nahrung geben, 
Sprich den Segen zu den Gaben, Bis wir endlich zu den Frommen 
Die wir jetzund vor uns haben, An die Himmelstafel kommen. 


Johannes Heermann. 1656. 


2. Nach Tiſch. 
No. 230. Wir danken Gott für Seine Gabn. 


Böhmiſche Brüder. 1539. 


1. Bir ban - fen Gott für Sei- ne Gabn, Die wir von 
2. Und fpei= ſen uns mit Sei- nem Wort, Daß wir ſatt 


Sasse oe 


Ihm em = pfangen 6b, Wir bit - ten un⸗ ſern lie - ben 
ber Gott, Du wollſt ung 
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wer- den bier und dort. Ach lie 


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Herrn, Er woll uns bin ⸗ fort mehr be = ſcheern. 
| gebn Nach die - fer Welt das e- wig Lebn. 


— 2. 9 — Lo ——ͤ—u—2— 


2 SE = 


Michael Prätorius. 1610. 
256 


(c.) Abendlieder. 
No. 231. Bald ift es wieder Nacht. 


Fränkiſche Volksweiſe. 


1. Bald iſt es wieder Nacht, Ja wieder Nacht, Mein Bettlein iſt ge— 
8 
5 0-9 SEE 


828 


macht; Drein will ich mich le- gen, Wohl mit Got-tes Se- gen, Weil 
2 


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Er die ganze Nacht, Die gan-ze Nacht, Gar treulich mich be-wacht. 


2 Dann ſchlaf ich fröhlich ein, 3 Und wirds dann wieder hell, 

Ja fröhlich ein, Ja wieder hell, 

Gar ſicher kann ich ſein; Dann wecken ſie mich ſchnell; 

Vom Himmel geſchwinde Dann ſpring ich ſo munter 

Kommen Engelein linde, Vom Bettlein herunter. 

Und decken ſtill mich zu, Hab Dank, Gott Vater Du, 
Ja ſtill mich zu, Gott Vater Du, 

Und ſchützen meine Ruh. Ihr Englein, auch dazu. 


Wilhelm Hey. f 1854. 
17 257 


Abendlieder. 


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2 Deinr Engel Schaar, die wohn ihm bei, 3 Nun ſchlaf, nun ſchlaf, mein Kindelein, 


Es ſchlaf, es wach, und wo es ſei; Jeſus, der ſoll dein Wächter ſein, 

Das heilig Kreuz behüt es ſchon, Der woll, daß dir geträume wohl, 

Daß es beſitz der Heilgen Kron. Und werdeſt aller Tugend voll. 
Ach Jeſus, Herre mein, Jeſus, der Herre mein, 
Behüt dies Kindelein. Behüt dies Kindelein. 


4 Ein gute Nacht, ein guten Tag 
Geb dir, der alle Ding vermag. 
Hiemit ſollſt du geſegnet ſein, 
Mein herzeliebes Kindelein. 
Jeſus, der Herre mein, 
Behüt dies Kindelein. 
Heinrich von Laufenberg. 1429. 


258 


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VNVo. 233. 


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BT, 
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2 Hab ich Unrecht heut gethan, 
Sieh es, lieber Gott, nicht an! 
Deine Gnad und Jeſu Blut 
Macht ja allen Schaden gut. 


No. 234. 


Mel. : 


1 Nun ruhen alle Wälder, 


Vieh, Menſchen, Städt und Felder, 


Es ſchläft die ganze Welt: 
Ihr aber, meine Sinnen, 
Auf, auf, ihr ſollt beginnen, 


Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 


2 Wo biſt du, Sonne, blieben? 
Die Nacht hat dich vertrieben, 
Die Nacht, des Tages Feind: 
Fahr hin, ein andre Sonne, 
Mein Jeſus, meine Wonne, 


— Gar hell in meinem Herzen ſcheint. 


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Abendlieder. 


-Müde bin ich, geh zur Ruh. 


J. G. Witthauer. 1785. 


3 Alle, die mir ſind verwandt, 
Gott, laß ruhn in Deiner Hand. 
Alle Menſchen, groß und klein, 
Sollen Dir befohlen ſein! 

Louiſe Henſel. 


Nun ruhen alle Wälder. 
S. Choralbuch. 
3 Breit aus die Flügel beide, 


O Jeſu, meine Freude, 

Und nimm Dein Küchlein ein. 
Will Satan mich verſchlingen, 
So laß die Englein ſingen: 

Dies Kind ſoll unverletzet ſein! 


4 Auch euch, ihr meine Lieben, 


Soll heute nicht betrüben 
Ein Unfall noch Gefahr; 
Gott laß euch ſelig ſchlafen, 
Stell euch die güldnen Waffen 
Ums Bett und Seiner Engel Schaar. 
Paul Gerhardt. 1648. 


Abendlieder. 
No. 235. Mein Augen ſchließ ich jetzt. 


Matthäus Apelles v. Wwenſtern. 1644. 


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weil der mü⸗ de Leib be = geh=ret ſei- ne Ruh, Weiß 
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Es fünn-te mich der Tod viel- leicht noch heint* um- ge - ben. 


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* Heint = heute Nacht. 
260 


Abendlieder. 


2 Drum ſag ich Dir, o Gott, von Herzen Lob und Dank; 


Ich will auch ſolches thun hinfort mein Leben lang, 
Weil Du mich dieſen Tag haſt wollen ſo bewahren, 
Daß mir kein Unglück heut hat können widerfahren. 


3 Regiere mein Gemüth und richt es ganz zu Dir, 
Daß keine böſe Luſt durch Träume mich berühr, 
Auch Deinen Engel mir an meine Seiten ſetze, 
Daß mich der Satan nicht durch ſeine Liſt verletze. 


4 Alſo wenn morgen ich das Tageslicht erblick, 
Ich mich gar billig dann zu Deinem Lobe ſchick. 
Ihr Sorgen, weichet hin; Du aber, Herr, verleihe 
Den Gliedern ihre Ruh, daß mir der Schlaf gedeihe. 


5 Und ſo ja dieſe Nacht mein Ende käm herbei, 
So hilf, daß ich in Dir, o Jeſu, wacker ſei, 
Auf daß ich ſeliglich und ſanft von hinnen ſcheide; 
Dann führe meine Seel hinauf zur Himmels freude. 


Matthäus Apelles v. Löwenſtern. 1614. 


No. 236. Wie könnt ich ruhig ſchlafen. 


Friedrich Silcher. 


7 1860. 


1. Wie könnt ich ru= hig ſchla⸗ fen in dunkler Nacht, 


Wenn ich, o Gott und Ba ter, nicht Dein ge - dacht? 


—— 


Abendlieder. 


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Es hat des Ta- ges Trei- ben mein Herz zer ſtreut; 
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2 O decke meine Mängel mit Deiner Huld, 
Du biſt ja Gott die Liebe und die Geduld. 
Gib mir nur, was ich flehe: ein reines Herz, 
Das Dir voll Freuden diene in Glück und Schmerz. 


3 Auch hilf, daß ich vergebe, wie Du vergibſt, 
Und meinen Bruder liebe, wie Du mich liebſt, 
So ſchlaf ich ohne Bangen in Frieden ein 
Und träume ſüß und ſtille, und denke Dein! 
Agnes Franz. 1826. 


No. 237. Nun ſchlaf, mein liebes Kindelein. 


3 Pſalterſpiel. 


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1. Nun ſchlaf, mein lie -bes * de - bi Und 0 dein 


Abendlieder. 


1 


an. Tr — 


Aeug⸗ lein zu, Denn Gott, der will dein Va- ter 


| fein, Drum ſchlaf mit gu- ter Ruh, Drum ſchlaf mit gu-ter Ruh. 


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2 Dein Vater iſt der liebe Gott 5 Ein Kindlein klein ward Er geborn, 
Und wills auch ewig ſein, Am Kreuz Sein Blut vergoß, 
Der Leib und Seel dir geben hat Damit ſtillt Er Seins Vaters Zorn, 
: Wohl durch die Eltern dein. : Macht dich von Sünden los.: 
3 Und da du warſt in Sünd geborn, 6 Hör, was dir Chriſt erworben hat 
Wie Menſchenkinder all, Mit Seiner Marter groß: 
Und lagſt dazu in Gottes Zorn Die heilig Tauf, das ſelig Bad, 
: Um Adams Sünd und Fall,: : Aus Seiner Seiten floß. : 
4 Da ſchenkt Er dir Sein lieben Sohn, 7 Dem Vater und der Mutter dein 
Den ſenkt Er in den Tod; Befiehlt Er dich mit Fleiß, 
Der kam auf Erd von Himmels Thron, Daß ſie dein treue Pfleger ſein, 
I: Half dir aus aller Noth.: : Ziehn dich zu Gottes Preis.: 


8 Der heilig Geiſt, der ſegue dich, 
Bewahr dich alle Zeit: 
Sein heilger Nam behüte dich, 
: Schütz dich vor allem Leid! : 
Johann Matheſius. 1560. 


263 


Abendlieder. 


No. 238. Weinen Heiland im Herzen. 


Friedrich Silcher. 7 1860. 


1. Mei⸗nen Hei - land im Her - zen, da ſchlaf ich fo ſüß, 


Da träum ich ſo je - lig vom Pa - ra- dies, 


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| Da träum ich Go je - lig vom Ya - ra = dies. 
| 


8 Heiland im Auge, 
Da ſchreckt mich kein Feind, 
: Er bleibet dem betenden Kinde vereint. 20 


3 Meinen Heiland im Sinne, 
Bleibt Böſes mir fern, 


+ 
9 0 


4 Drum will ich Ihn halten 
Feſt, feſt und getreu; 
: Mein Vater im Himmel, o ſtehe mir bei! : 
Agnes Franz. 1826. 
264 


XIX. Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 
No. 239. Ich wollt, daß ich daheime wär. 


Heimliches Pſalterſpiel. H. 


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1. Ich wollt, daß ich da- hei⸗me wär Und al-ler Wel- te Troſt ent-behr. 


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| 2 Ich mein, daheim im Himmelreich, 8 Wohlauf, mein Herzund allmein Muth, 
Da ich Gott ſchauet ewiglich. Und ſuch das Gut ob allem Gut. 
3 Wohlauf, mein Seel, und richt dich dar, | 9 Was das nicht iſt, das ſchätz gar klein, 

| Da wartet dein der Engel Schaar. Und jammer allzeit wieder heim. 
41 Denn alle Welt iſt dir zu klein, 10 Du haſt doch hie kein Bleiben nit, 
8 Du kommeſt denn erſt wieder heim. Es ſei nun morgen oder heut. 
1 5 Daheim iſt Leben ohne Tod, 11 Dieweils denn anders nicht mag ſein, 
1 Und ganze Freude ohne Noth. So fleuch der Welte falſchen Schein. 
5 6 Da iſt Geſundheit ohne Weh 12 Und reu dein Sünd und beſſer dich, 
4 Und währet heut und immermehr. Als wollteſt morn gen Himmelreich. 
“ 7 Da find doch tauſend Jahr als heut 13 Ade, Welt, Gott geſegen dich! 
gr Und ift auch kein Verdrießen nit. Ich fahr dahin gen Himmelreich. 
1 Heinrich v. Laufenberg. Um 1430. 
0 No. 240. Chriſtus der iſt mein Leben. 

4 Mel.: S. Choralbuch. 

P 1 Chriſtus der iſt mein Leben, Und kann kein Wort mehr ſprechen, 
E Den ar mein Gewinn, Herr, nimm mein Seufzen auf. 
em thu ich mich ergeben, 5 Wenn mein Herz und Gedanken 
4 Mit Fried fahr ich dahin. Zergehn als wie ein Licht, 
4 2 Mit Freud fahr ich von dannen Das hin und her thut wanken, 
1 Zu Chriſt, dem Bruder mein, Wenn ihm die Flamm gebricht, 
| Auf daß ich zu Ihm komme 6 Alsdann fein ſanft und ſtille, 
I Und ewig bei Ihm ſei. Herr, laß mich ſchlafen ein 
0 3 Ich hab nun überwunden Nach Deinem Rath und Willen, 
9 Kreuz, Leiden, Angſt und Noth, Wenn kommt mein Stündelein; 
IE Durch Sein heilig fünf Wunden 7 Und laß mich an Dir kleben, 

1 Bin ich verſöhnt mit Gott. Wie eine Klett am Kleid, 
4 Wenn meine Kräfte brechen, Und ewig bei Dir leben 
1 = Mein Athem geht ſchwer aus, In himmlſcher Wonn und Freud. 
a 10009. 
I 265 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


No. 241. Es iſt ein Schnitter. 


Louiſe Reichardt. + 1824. 


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1. Es iſt ein Schnitter, der heißt Tod, Der hat Gewalt vom 


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OSTERN STATE, 


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Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


2 Was heut noch ſchön und friſch daſteht, 3 Viel hunderttauſend ungezählt, 


Wird morgen ſchon hinweggeweht, Was nur unter die Sichel fällt: 
Die edlen Nareiſſen, Ihr Roſen, ihr Lilien, 
Die Zierde der Wieſen, Euch wird er austilgen, 
Die ſchön' Hyacinthen, Auch die Kaiſerkronen 


Wird er nicht verſchonen. 


Die türkiſchen Binden. Wird honen. 
: Hüte dich, ſchöns Blümelein! 


II: Hüte dich, ſchöns Blümelein!: 


4 Trotz, Tod, komm her, ich fürcht dich nit! 
Trotz, eil daher mit deinem Schnitt! 
Werd ich nur verletzet, 
So werd ich verſetzet 
In himmliſchen Garten, 
Auf den wir All warten. 
l: Freue dich, ſchöns Blümelein!: 


No. 242. Jeſus meine Zuverſicht 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Jeſus meine Zuverſicht 3 Ich bin durch der Hoffnung Band 


Und mein Heiland iſt im Leben, Zu genau mit Ihm verbunden, 
Dieſes weiß ich, ſoll ich nicht Meine ſtarke Glaubenshand 
Darum mich zufrieden geben, Wird in Ihm gelegt befunden, 


Was die lange Todesnacht Daß mich auch kein Todesbann 
Mir auch für Gedanken macht? Ewig von Ihm trennen kann. 
2 Jeſus, Er mein Heiland lebt, 4 Ich bin Fleiſch und muß daher 
Ich werd auch das Leben ſchauen, Auch einmal zu Aſche werden, 
Sein, wo mein Erlöſer ſchwebt, Das geſteh ich; doch wird Er 
Warum ſollte mir denn grauen? Mich erwecken aus der Erden, 
Läſſet auch ein Haupt ſein Glied, Daß ich in der Herrlichkeit 
Welches es nicht nach ſich zieht? Um Ihn ſein mög allezeit. 


5 Dieſer meiner Augen Licht 
Wird Ihn, meinen Heiland, kennen; 
Ich, ich ſelbſt, ein Fremder nicht, 
Werd in Seiner Liebe brennen; 
Nur die Schwachheit um und an 
Wird von mir fein abgethan. 


Louiſe Henriette, Kurfürſtin von Brandenburg. 1653. 


267 


+ 
* 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 
No. 243. Wo findet die Seele. 


1. Wo fin - det die See- le die Hei- math, die Ruh? Wer 


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deckt fie mit ſchütz- en- den Fit ⸗ti⸗ gen zu? 


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bie tet die Welt kei- ne . mir an, Wo 


= Sün⸗ de nicht kom⸗ men, 1 an = fech⸗ ten kann? 


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Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


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Nein, nein, nein, nein, hier iſt fie nicht: Die Hei- math der 


See⸗ le iſt dro⸗- ben im Licht; Nein, nein, nein, nein, hier iſt fie 


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8 Die 22 math der a * un ben im Licht. 


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2 Verlaſſet die Erde, die Heimath zu ſehn, 
Die Heimath der Seele, fo herrlich, fo ſchön. 
Jeruſalem droben von Golde gebaut, 
Sit dieſes die Heimath der Seele, der Braut? 
I: Ja, ja, ja, ja, dieſes allein 
Kann Ruhplatz und Heimath der Seele nur ſein.: 


3 Wie ſelig die Ruhe bei Jeſu im Licht! 
Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man dort nicht; 
Das Rauſchen der Harfen, der liebliche Klang, 
Bewillkommt die Seele mit ſüßem Geſang. 
: Ruh, Ruh, Ruh, Ruh, himmliſche Ruh 
m Schooße des Mittlers, ich eile dir zu.: 


269 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 
No. 244. Warum ſullt ich mich fürchten ſehr. 


Heimliches Pſalterſpiel. 
— 


1. Warum ſollt ich mich fürch-ten ſehr Vors To- des Grimm und 


— — 


[4 7 
kann all⸗zeit be- hü- ten Vors To- des Grimm und Wü⸗ then? 


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2 Der Tod kann ja mir ſchaden nicht, 
Weil Chriſtus iſt mein Leben, 
Und ob ers Leben raubet mir, 
Muß ers doch wiedergeben, 
Weil Chriſtus iſt mein Leben. 


3 Dazu iſt Sterben mein Gewinn: 
Wie kann der Tod mich ſchrecken? 
Die Welt fahr hin in ihrem Sinn! 
Chriſtus will mich aufwecken: 
Wie kann der Tod mich ſchrecken? 
1650. Tübingen. H. 


270 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


No. 245. Laßt mich gehn. 
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| 
| | 
| 1. Laßt mich gehn, laßt mich gehn, Daß ich Je- ſum möge 


| ſehn; Mei- ne Seel iſt voll Ver-lan - gen, Ihn auf 


e = wig zu um⸗ fan- gen Und vor Sei⸗nem Thron zu ſtehn. 


: „ „„ Lett 
——— f 


2 Süßes Licht, ſüßes Licht, 4 Wie wirds ſein, wie wirds ſein, 
Sonne, die durch Wolken bricht, Wenn ich zieh in Salem ein, 

O, wann werd ich dahin kommen, In die Stadt der goldnen Gaſſen! 
Daß ich einſt mit allen Frommen Herr, mein Gott, ich kanns nicht faſſen, 
Schau Dein holdes Angeſicht. Was das wird für Wonne ſein! 

3 Ach wie ſchön, ach wie ſchön 5 Paradies, Paradies! 
Iſt der Engel Lobgetön! Wie iſt deine Frucht ſo ſüß! 

Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel, Unter deinen Lebensbäumen 

Flög ich über Thal und Hügel Wirds uns ſein, als ob wir träumen! 
Heute noch nach Zions Höhn. Bring uns, Herr, ins Paradies! 


Guſtav Anal. 
271 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


No. 246. Nun lieg ich armes Kindelein. 
J. Endlich. 
11 


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1. Nun lieg ich ar ⸗ mes Kin - de = lein Und 


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ruh in mei- nem Käm⸗-mer⸗ lein, Ich bin durch ei- nen 
2 2 R.9- 


ſanf- ten Tod Ent- gan- gen al- ler Angſt und Noth. 


2 Mit Weinen war ich erſt geborn, 4 Drum legt die Hand auf euren Mund 


Zum Jauchzen bin ich nun erkorn, Und ſeht auf Gott, der euch verwundt, 
Ich ſinge mit der Engelſchaar Der euch zu heilen iſt bereit, 
Das ewig neue Jubeljahr. Wenns dienet eurer Seligkeit. 

3 Drum, liebe Eltern, höret auf 5 An jenem Tag wir werden gehn, 
Zu klagen meinen kurzen Lauf; Da vor Gott Groß und Kleine ſtehn, 
Ich bin vollkommen worden bald, 15 himmeliſchen Chriſttags freud 
Wer ſelig ſtirbt, iſt gnugſam alt. it höchſter Ehr und Herrlichkeit. 


Michael Schirmer. 1653. 
272 


4 Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 

No. 247 Wenn kleine Himmelserben. J. Endlich. 
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. —+ 1 Himmels- er - ben In ih- rer Un-ſchuld 
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| fter - ben, So büßt man fie nicht ein; So büßt man ſie nicht 
ein: Sie wer⸗ den nur dort o- ben Vom Va⸗ter auf⸗ge⸗ 
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ho⸗ ben, Da - mit fie un⸗ ver- lo - ren fein. 
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— — — 2 2 2- 3 wi, 


2 O wohl auch diefem Kinde, Du geheſt ja nur ſchlafen 
Es ſtirbt nicht zu geſchwinde; | Und bleibeſt bei den Schafen, 
l: Zeuch hin, du liebes Kind! : Die ewig unſres Jeſu ſind. 
J. A. Rothe. 1735. 
18 273 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit.“ 
No. 248. Es iſt gewißlich an der Zeit. 


tel.: S. Choralbuch. n 
1 Es iſt gewißlich an der Zeit, 3 Ein Buch wird da geleſen bald, 


Daß Gottes Sohn wird kommen Darin ſo ſteht geſchrieben, 
In Seiner großen Herrlichkeit, Wie Gott wird richten Jung und Alt, 
Zu richten Bös und Frommen: Soll nichts verborgen bleiben: 
Da wird das Lachen werden theur, Da wirds Einem kommen zu Haus, 
Wenn Alles ſoll vergehn im Feur, Was er da hat gerichtet aus 
Wie Paulus davon zeuget. In ſeinem ganzen Leben. 
2 Da hört man der Poſaunen Ton, 4 Hilf, Du heilge Dreifaltigkeit, 
An aller Welten Ende Daß mein Nam werd gefunden 
Wird Gott fordern vor Seinen Thron Im Buch des Lebens allezeit; 
All Menſchen gar behende: An meiner letzten Stunden 
Da wird der Tod erſchrecken ſehr, Weich nicht von mir, Herr Jeſu Chriſt, 
Wenn er wird hören neue Mähr, Der Du allzeit mein Helfer biſt, 
Daß alles Fleiſch ſoll leben. Du wollſt nicht von mir ſcheiden. 


Johannes Magdeburg. Um 1565. 


No. 249. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Wachet auf! ruft uns die Stimme Nun komm, Du werthe Kron, 
Der Wächter ſehr hoch auf der Zinne, | Herr Jeſu, Gottes Sohn! 
Wach auf, du Stadt Jeruſalem! Hoſianna! 
Mitternacht heißt dieſe Stunde; Wir folgen All 
Sie rufen uns mit hellem Munde: Zum Freudenſaal, 
Wo ſeid ihr klugen Jungfrauen? Und halten mit das Abendmahl. 
Wohlauf, der Bräutgam kömmt! 
Steht auf, die Lampen nehmt! 3 Gloria ſei Dir geſungen 
Hallelujah! Mit Menſchen- und mit Engelzungen, 
Macht euch bereit Mit Harfen und mit Cymbeln ſchön. 
Zu der Hochzeit, Von zwölf Perlen ſind die Thore 2 
Ihr müſſet Ihm entgegen gehn. An Deiner Stadt; wir ſtehn im Chore 
. Der Engel hoch um Deinen Thron. 
2 Zion hört die Wächter ſingen; Kein Aug hat je geſehn, 
Das Herz thut ihr vor Freude ſpringen, Kein Ohr hat je gehört 
Sie wachet und ſteht eilend auf. [tig, Solche Freude; 
Ihr Freund kommt vom Himmel präch— Drum jauchzen wir, 
[tig : Und fingen Dir 
Von Gnaden ſtark, von Wahrheit mäch-⸗ Das Hallelujah für und für. 
Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Philipp Nicolai. 1598. 
274 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


No. 250. Niemals ſo ſchön 


Ein neu- es Ba - ra⸗deis 


9: — 7 5. 
Er - " 


2 In diefem Paradeis 
Iſt fein verbotne Speis, 
Kein Biß der Schlangen; 
Kein Tod, noch erblich Sünd 
Allhie ein Wohnung findt, 
Kein Fleck bleibt hangen. 


| 3 Und dieſer edle Gart 


Wird von Gott ſelbſt verwahrt; 
Der Brunn zum Leben 

Durch ſeine Feuchtigkeit 

Thut ihm die Fruchtbarkeit 
Sehr reichlich geben. 


275 


und klar. 
Würzburg. 1671. 


Die Sonn ge = fe 


Der Herr thät pflan = zen, 
. 


4 Der edle Lebensbaum 
Steht zierlich und geraum 
In dieſem Garten. 
Sein edle ſüße Frucht 
Wer Jeſum liebt und ſucht 
Hat zu gewarten. 


5 Zu dieſem Paradeis, 
Zu dem ich euch anweis, 
Geht mit Verlangen. 
Euch wird im Garten Sein 
Der Gärtner Jeſus fein 
Lieblich empfangen. 
1671. Würzburg. H. 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


No. 251. Himmelreich, ich freu mich dein. 
Heimliches Pſalterſpiel. 
| | 


— 5 - 
1. Him - mel-reih, ich freu mich dein, Da ich Gott 
— u > ars 
messe 
| | | 
wer = de ſchau - en, Da - ter, Sohn und Geift ie 


mit den Sro - nen Und die En - gel an den 
— 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 


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au — A 5 * > 5 

1 Eu a > = te 
Ihro - nen. Sor ge um dich! Sor - ge um dich! 


— — — 
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2 Himmelreich, dein lichter Schein 

Vorleuchte meinen Füßen, 

Daß ich ſchon im Vorhof dein 
Die Heimath möge grüßen, 

Daß ich nach der Irr im Frieden 
Ruh und ſchau, was Gott beſchieden. 

Sorge um dich! Sorge um dich! 

Suche nur, was droben, das iſt tugendlich. 


3 Himmelreich, dein Harfenklang, 
Der Engel ſüße Lieder, 
Deiner Heilgen Lobgeſang 
Weckt Herz mir, Mund und Glieder, 
Daß ſchon hier in ſelgen Weiſen, 
Sor ich dein Glück muß preiſen. 
orge um dich! Sorge um dich! 
Suche nur, was droben, das iſt tugendlich. 


4 Himmelreich, möcht ich mich doch 
Ergehn in deinen Auen, 
Ausgeſpannt vom Leibesjoch, 
Dein Herrlichkeit anſchauen! 
O du ſeliges Ergötzen, 
Wann wirſt du mich ewig letzen? 
Sorge um dich! Sorge um dich! 
Suche nur, was droben, das iſt tugendlich. 
277 Heimliches Pſalterſpiel. H. 
1 


Abſchied vom Leben und Ewigkeit. 
No. 252. IIch weiß ein lieblich Engelſpiel. 


| Heimliches Pſalterſpiel. 
er Ar ER N N N 
| — — Wi EEE — — — — — = — 
0 23 * f — be 


1. Ich weiß ein lieb- lich En- gel- ſpiel, Da iſt alls 


| 
| 
| 
Leid zer - gan= gen: Im Him- mel reich iſt Freu- den 


nr BE NER e—N——- = ee 
S 
| — * 


viel Ohn En- des Ziel, Da-hin fol uns ver- lan⸗gen. 


S2 


— 
2 Daß Gott uns durch die Gnade Sein 4 Da ſtehn der Heilgen Chör dabei 
Wollt lieblich dahin weiſen! — Viel hoch auf Himmels Zinnen, 
Nun ſteh auf, edle Seele mein, Und aller Engel Schaaren frei: 
Kehr dich dahin, Was Freud da ſei, 
Sein Lob ſollſt immer preiſen. Das mag kein Herz beſinnen. 
3 In himmeliſcher Heide grün 5 Deß ſei gelobt der Herre mein, 
Solln dein die Engel warten, Den ich alſo erbarme, 
Wenn ſich Gott hie mit dir verſühn, Daß ich durch Ihn erlöſet bin 
So ſei gar kühn Von großer Pein 
Und ſchau Gott, den viel zarten. Am Kreuz mit Seinen Armen.“ 


Heinrich von Laufenberg. Um 1421. H. 
278 


Schluß-Geſänge. 
No. 253. — du hochgebaute Stadt. 


Mel.: S. Choralbuch. 


1 Jeruſalem, 3 Wenn dann zuletzt 
Du hochgebaute Stadt, Ich angelanget bin 
Wollt Gott, ich wär in dir! Im ſchönen Paradies, 

Mein ſehnlich Herz Von höchſter Freud 

So groß Verlangen hat Erfüllet wird der Sinn, 
Und iſt nicht mehr bei mir. 5 Mund voll Lob und Preis. 
Weit über Berg und Thale, Das Hallelujah reine 
Weit über blache Feld Spielt man in Heiligkeit, 
Schwingt es ſich über alle Das Hoſianna feine 

Und eilt aus dieſer Welt. Ohn End in Ewigkeit. 

2 O ſchöner Tag 4 Mit Jubelklang, 
Und noch viel ſchönſte Stund, Mit Inſtrumenten ſchön 
Wann wirſt du kommen ſchier? Auf Chören ohne Zahl, 

Da ich mit Luſt Daß von dem Schall 

Und freiem Freudenmund Und von dem ſüßen Ton 
Die Seele geb von mir Sich regt der Freudenſaal. 
In Gottes treue Hände Mit hunderttauſend Zungen 

Zum auserwählten Pfand, Mit Stimmen noch viel mehr, 
Daß ſie mit Heil anlände Wie von Anfang geſungen 

In jenem Vaterland! Das himmeliſche Heer. 


J. M. Meyfart. 1626. 


Schluß⸗Geſänge. 


No. 254. Unſern Ausgang ſegne Gott. 
Mel.: Liebſter Jeſu, wir find hier. S. Choralbuch. 


Unſern Ausgang ſegne Gott, 
Unſern Eingang gleichermaßen; ; 
Segne unſer täglich Brod, 
Segne unſer Thun und Laſſen; 
Segne uns mit ſelgem Sterben 
Und mach uns zu Himmelserben! 


Hartmann Schenk. 1677. 


279 


Schluß⸗Geſänge. 
No. 255. Gib uns, eh wir gehn nach Haus. 


Mel.: Liebſter Jeſu, wir ſind hier. S. Choralbuch. 


Gib uns, eh wir gehn nach Haus 
Deinen väterlichen Segen, 
Breite Deine Hände aus, 
Leite uns auf Deinen Wegen, 
Laß uns hier im Segen gehen, 
Dort geſegnet auferſtehen. 
Johann Adam Haßlocher. 1727. 


No. 256. Die Gnade unſres Herrn. 
Chr. Gregor. 1763. 
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4 Die Gna⸗ de pet reg ori Se - 2 Chri- ſti, Und die 
5: 


Are 5 N 


Lie ⸗ be Got⸗ tes, Und die Ge-meinſchaft des heil- gen Gei— 


| ſtes Sei mit uns M-Ien, mit uns Al- len. A- men, 


3 Choräle. 


5 (Nach der Zeitfolge ihres Erſcheinens in evangeliſchen Cantionalen.) 

1 Nun bitten wir den heiligen Geiſt. (No. 103.) 

1 1524. Urſpr. aus d. 13. Jahrh. 
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ö KT . 5 =: — — 5 >=: 
; = 1 — 
4 Nun bit-ten wir den bel li- gen Seit u m den rech⸗ten Glauben 
2 — 2 — 4-9 —-9--9 

1 — — 2. ‚> 7 er — 

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al = ler - meiſt, Daß Er uns be - hü⸗ te an unſ⸗rem En ⸗ de, 
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Wenn wir heim⸗fahrn aus die⸗ſem E - len⸗ de. Ky⸗ ri⸗ 


Choräle. 


Nun freut euch lieben Chriſten gmein. 1524. 


Nun freut euch lie- ben Chri⸗ſten gmein, Und laßt uns fröh⸗ lich 
Daß wir ge- troſt und All in Ein Mit Luft und Lie- be - 


f Er: re 
55 FH 


prin = gen, 
in = 920 Was Gott an uns ge- wen- det hat Und 


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Sei⸗ ne ſü⸗ ße Wun⸗der⸗that, Gar theur hat Ers er- wor- ben. 
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. 2 — | 


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Ach Gott vom Himmel,fieh dar -ein Und laß Dich des er- bar- men: \ 
1 Wie wenig find der Heilgen Dein, Ver⸗laſ-ſen find wir Ar- men. 


8 U—U—hW— 
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282 


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14 


Choräle. 


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Dein Wort man läßt nicht ha- ben wahr, Der Glaub iſt auch ver- 
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2 — Ber en 
arvn — — wre Erz TERROR SEN. 
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lo- ſchen gar Bei 


Gelobet ſeiſt Du, Jeſu Chriſt. (No. 69.) 


Ge⸗ lo - bet 


u | 
Menſch ge⸗ bo- ken biſt 


al- len Menſchen- kin -= dern. 


ſeiſt Du, Je - ſu Chriſt, Daß Du 


Von ei⸗ ner Jungfrau, das iſt wahr, 


555 b 


| 


* * 


Choräle. 


E 
Dep freu - et 1 ch der En- gel Schaar. Ky⸗ ri = ee leis. 


5 


Aus tiefer Noth ſchrei ich zu Dir. (a.) 1524. 


S eerrgaee 


Aus tie- fer Noth ſchrei ich zu Dir, Herr Gott, er- hör mein Ru- 
Dein gnä⸗dig Oh⸗ren kehr zu mir Und mei- ner Bitt fie öf— 


fen, fen. Denn fo Du willſt das ſe- hen an, Was Sünd und 
N 


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— . — . E᷑— 6 — ‚1 EEE EI — 


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(a ui 1 u P 2 re E 
“ 


SS EFEZUES 
Erw Ft 


— 
Unrecht iſt ge-than, Wer kann, Herr, vor Dir blei - ben? 


Choräle. 
Aus tiefer Noth ſchrei ich zu Dir. (b.) 


Math. Greitter. 1524. 


en 


Aus tie-fer Noth ſchrei ich zu Dir, 
Dein gnädig Oh⸗- ren kehr zu mir 


Herr Gott, er- hör mein Ru⸗ 
Und mei⸗ ner Bitt fie öf⸗ 
| 


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5 
= iſt ge - than, Wer kann, Herr, vor Dir blei - ben? 
2 


(Ange en der ei⸗ nig Gotts Sohn Va⸗ ters in E- mwig- keit 


Aus Seim Her- zen ent- ſproſ⸗ fen, Gleich wie ge-ſchrie- ben ſteht. 


| — 
2222. ᷣͤ PHE= Fe: 
— — —— —— 


Choräle. 


* 
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2 1 —— 

* — 


Er it der Mor⸗gen⸗ ſter - ne, Sein Glän⸗ zen ſtreckt 


= — 


Er fer ⸗ ne Vor an⸗ dern Ster - nen klar. 


Komm, heiliger Geiſt, Herre Gott. (No. 104.) 


1524. (Spätere Form.) 


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2 
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2 € m 5 — — P EEE m = 
INN — — — 
— . a 2 a | — — 5— 


| 
Komm, hei = li⸗ger Geift, Her- re Gott, Er - füll mit Dei⸗ ner 


| 
Gna-den Gut Dei - ner Gläu-bi - gen Herz, Muth und Sinn, 


u 5 


— = 


N 


Dei-nes Lich tes Glaſt 


* | 


Dein brün-ftig Lieb ent⸗zünd in ihn'n. O Herr, durch 


ist e 


ee ee 
| * 


bat Das Volk aus al - ler Welt Zun⸗ gen, Das ſei Dir, 


FE zu Lob ge⸗ ſun⸗ gen. 


Hal-le - lu - jah! Halle - lu- jah! 


—- — 


== — — 


287 


Choräle. 


Es iſt das Heil uns kommen her. 
1524. (Spätere Form.) 


7 — — 2 — — 
5... 
22 . — a f 5 — 


| Es iſt das Heil uns kom-men her Von Gnad und lau - ter 
| Die Werk die hel- fen nim-mer-mehr, Sie mö-gen nicht be⸗ 


— 


| Gü = te, } 
hi = ten; 


Der Glaub ſieht Se - fum Chri-ftum an, Der 
— 2 be 


hat gnug für uns All ge- than, Er iſt der Mitt-Ier 8 


Ein feſte Burg ift unſer Gott. (No. 114.) 


— Martin Luther. 1529. 


2 f — —— r 
Ein fe - fe Burg iſt un - fer Gott, Ein 
Er hilft uns frei aus al. ler Noth, Die 


— — 


Choräle. 


| 
gu ⸗ te Wehr und Waff - - . 
uns jetzt hat be fro. fen. 


er 
Feind Mit Ernft ers jetzt meint; 


e/ 


— 
— — Ei € 
Groß Macht und viel Pit Sein grau- fam Rüft - ung 


iſt nicht ſeins Glei 


Choräle. 


Es iſt gewißlich an der Zeit. (No. 248.) 1535. 


| ( Es iſt ge⸗ wiß⸗ lich an der Zeit, Daß Got- tes Sohn wird 
| In Sei-ner gro- ßen Herr-lich - keit, Zu rich- ten Bös und 


3 
e Sees 


| fom = men, 
| From- men, 
i 


Da wird das La-chen wer-den theur, Wenn 


Sei Lob und Preis mit Ehren. (No. 189.) 
Hans Kugelmann. 


seen 


\ 

| 

| [Nun lob mein Seel den Her- ren, Was in mir ift, den 3 
| (Sein Wohlthat thut Er meh- ren, Ver-giß es nicht, o Her-ze mein! 


975 


290 


Choräle. 


Hat dir dein Sünd ver- ge - ben Und heilt dein Schwachheit groß, 


Fee 
een 


#2 u 
| 


Er-rett dein ar- mes Le - ben, Nimmt dich in Sei⸗ nen Schooß, 


2 
4 we air 4 222 
Sy 2 Tun a a 
4 > So ® 


| 
Der Herr ſchafft Recht, de- hbü = tet, Die lei- den in Seim Reich. 


Choräle. 


Vater unjer im Himmelreich. 
Herr, weil Du ſprichſt. (No. 190.) 1540. 


STE: a 3 
| > See 


1. Ba = ter un⸗ ſer im Him-mel- reich, Der Du uns Al- le 


hei ⸗ ßeſt gleich Brü-= der fein und Dich * fen an, Und 
ß "men. 
Free 
| 


ü m = 1 — 


willſt das Be- ten von uns han, Gib, daß nicht 


77 
bet al- lein der Mund, Hilf, daß es geh von Her- zens⸗grund. 


Choräle. 


Allein Gott in der Höh ſei Ehr. (No. 200.) 1540. 


Al- lein Gott in der Höh ſei Ehr Und Dank für Sei- ne 
Dar- um, daß nun und nim-mer-mehr Uns rüh⸗ ren kann ein 


— — = 5 — 5 
— . H — 2 2 


> IP — ] 


0 ii; 


— 


Vom Himmel hoch, da komm ich her. (No. 71.) ne 


Vom Himmel hoch, da komm ich her, Ich bring euch gu-te neu-e Mähr; 


2 
r mn Emm 
je SHE 


293 


Choräle. 


Erhalt uns, Herr, bei Deinem Wort. 


Nach dieſer Melodie: No. 128, 130. 1542. 
1 s - ee = wc — 
PR — — == Fe Dr mm m — 2 189-9 I 
— — — 2 — — — 


zz 
Die Je⸗ſum Chriſtum, Deinen Sohn, Wol- len ftürzen von Deinem Thron. 
1 


Der Tag der iſt ſo freudenreich. 


Ein Kindelein ſo löbelich. (No. 28.) 1543. 
— 


—— N_ re 
5 ä ͤ —— SS 
FEE ³·wm». ˙ www BET EI 


| Der Tag der iſt ſo freu = den-reich Al - ler Kre-a- 
| Denn Got- tes Sohn vom Him - mel-reich, Ue - ber die Na— 


RL 2 A 


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294 


Nie 


Choräle. 


ri ⸗ a, du biſt aus ⸗ er korn, Daß du Mut ⸗ ter 
— 2 2 


| wi - reſt. Was ge⸗ ſchah fo wun = der ⸗ lich? Got = tes 


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ag 2 er u ER — 
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VSsizsersesisen 
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| | | 
| Sohn vom Him=mel reich, Der iſt Menſch ge - bo - ren. 
D*. 


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Choräle. 
Chriſt iſt erſtanden. (No. 88.) 


1543. Urſpr. aus d. 12. Jahrh. 


f P 
1. Chriſt iſt er- ſtan -den Von der Mar-ter al -le: Deß 
2. Wär Er nicht er - u Em ai die wär ver = gan = gen, 


| E 
ſolln wir Al -le froh ſein, Chriſt fol un - fer - 
| Seit daß Er er = ſtan⸗- den it, So lobn wir den Herrn 


— — 
Troſt fen. Ay =» ri -e = Jeie. Hal ⸗ le ⸗ Mu = jah! 
Je⸗ſum Chriſt. Ay = ri - e ⸗ leis. 

— — 


tn 


ag | | 
Hal- le - lu⸗ jah! Hal- le - lu- jah! Dep ſolln wir Alle 
— 


| | 


Choräle. 
— Bi 2 
ä . 
| wer - 
3 ſein, se un - © Troſt fein. 5 De eis. 


Ja san See N FE 


Herr Gott, Dich loben Alle wir. (No. 14.) 


Nach dieſer Melodie: No. 102, 121, 196, 224. 
Claude Goudimel. 1543. 


Herr Gott, Dich lo- ben Al 


a 


ſol len bil-lig dan ken Dir Für Dein Ge⸗ſchöpf der 


- gel ſchon, Die um Dich ſchweben in Deim Thron. 


Choräle. 


Allein zu Dir, Herr Jeſu Chriſt. 


Johann Schneeſing. 1545. 


BE ee 


Al - lein I Dir, Herr Je - - ſu Chriſt, Mein Hoffnung 
Ich weiß, daß Du mein Trö — ſter biſt, Kein Troſt mag 


S nn 


— 
ſteht auf Er e den;) 
mir ſonſt we = - = den. Von An ⸗ be ⸗ ginn iſt 


nichts korn, . Er⸗ den 11 kein a ge - born, 


Der mir aus No - 0 hel- fen kann; Dich e 


FESEHFE FEEIESIFFR 


Choräle. 


„ 3 
| 5 sg —— 8 — 1 — — 
2 —— . 
3 
Zu Dem ich mein Ver - trau = - en han. 


Freu dich ſehr, o meine Seele. 
Jeſu, laß mich ja nicht fallen. (No. 135.) 


Claude Goudimel. 1555. 


Freu dich ſehr, o mei⸗ne See⸗ le, Und ver⸗giß all Noth und Qual, 
Weil dich nun Chriſtus, dein Her- re, Ruft aus die- ſem Jammer⸗thal; 


5 ——— 


Se a 
— ==: 2. 
299 


PN 


Choräle. 
Lobt Gott, ihr Chriſten alle gleich. (No. 33.) 


Auf, Seele, auf und ſäume nicht. (No. 66.) 
Nikolaus Hermann. 1560. 


2 2 a em 2 2. 2 b 


Thron, Der heut ſchleußt auf Sein Him- mel - reich Und 


Er SENSE 
Eee 
ee: 


O Lamm Gottes unſchuldig. (No. 74.) 1560. 


O Lamm Got- tes un- fchul - dig, Am Stamm des 
All -zeit fun -den ge- dul - dig, Wie- wohl Du 


1 * 
mg — — — 
. —— — 


Choräle. 


Kreu⸗zes ge⸗ſchlach⸗ tet, 
wa = reſt ver⸗ach = tet. 


— . >= 9 
— 4 2 | 2 L = 
. Dumm : —— un u : 
se: —— — . — 
2 2 — 1 — „ wu 


— 


Nun laßt uns Gott dem Herren. 


Nikolaus Selnecker. 1587. 


Für al -le Sei⸗ ne Ga- ben, Die wir em⸗pfangen ha- ben. 


Choräle. 
Von Gott will ich nicht laſſen. 


Johannes Eckard. 1572. 


| 
{ Von Gott will ich nicht laf- fen, Denn Er läßt nicht von mir, 


Führt mich durch al- le Stra⸗ßen, Da ich ſonſt irr- te ſehr. 


122 022 2 
. — 
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Choräle. 
Laß mich Dein ſein und bleiben. (No. 142.) 1387. 


S = Are Zerre rer) 


Laß mich Dein ſein und blei-ben, Du treu- er Gott und Herr, ö 
1 Von Dir laß mich nicht trei- ben, Halt mich bei Dei- ner Lehr. S 


Sea as 
ee 


Herr, laß mich nur nicht wan- ken, Gib mir - ftän= dig - keit, 


—.— ns 27 e =: 


Da - für will ich Dir dan- ken In a - . E = wig⸗ 


al = le G wig⸗ keit, In al- le E- wig - keit. 


Choräle. 


Wie ſchön leuchtet der Morgenſtern. 


O heilger Geiſt, kehr bei uns ein. (No. 106.) 
Philipp Nicolai. 1598. 


Wie ſchön leuch - tet der Mor-gen-ftern, Voll Gnad und 
| Du Sohn Da vids aus Ja- kobs Stamm, Mein Kö- nig 
— — . 


und mein Bräuti- gam, Haft mir mein Herz be = ſeſ- fen. 
| 


| 
Lieb = lich, freund- lich, Schön und herr⸗lich, groß und ehr - lich, 


—— — SI 
Seen 


reich von Ga- ben, Hoch und ſehr präch-tig er - ha- ben. 


1 | 
Wahr⸗heit von dem Herrn, Du ſü⸗ ße Wurzel Jeſ - je! 
g 


304 


Choräle. - 


Wachet auf! ruft uns die Stimme. (No. 249.) 


Philipp Nicolai. 1599. 


zZ 5 E 2 
Wa⸗chet auf! ruft uns die Stim - me DerWäghter ſehr hoch auf der 
I Mit⸗ter⸗ nacht heißt die- ſe Stun - de, Sie ru⸗ fen uns mit hel⸗lem 


— D . 
F ̃ ˙ — —— — 
Irene . Zen 


Zin- ne, Wachauf, du Stadt Je-ru⸗ ſa⸗ lem. 
Mun⸗ de: Wo ſeid ihr klugen Jungfrau - - en? Wohlauf, der 


| — 
55 


5 


— b³ p — — nn nn nn Te ͤ˖ — — . 
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Choräle. 
Früh Morgens, da die Sonn aufgeht. (No. 91.) 


Sete 


Früh Morgens, da die Sonn auf -geht, Mein Hei- land . ſtus 


m = ee 


auf = er=ftehbt: Hal- le- Iu- jah, Hal⸗ le - In- jah! Ver⸗ 
I 


— Choräle. —— 
Herzlich thut mich verlangen. 


Nach diejer Mel.: No. 80, 181. 


Hans Leo Haßler. 1601. 


Herz⸗ lich thut mich ver- lan - gen Nach ei- nem ſel- gen End; 
Weil ich hie bin um⸗ fan ⸗ gen Mit Trüb⸗ſal und € - - 


= 


O Je ⸗ fu, komm nur bald. 
| 


e 


Aus meines Herzens Grunde. 
Wir danken Gott dem Sohne. (No. 60.) 1601. 


Sehn mich nach ew⸗- ger Freu - den: 
2 


de Sag ich Dir Lob und Tank 


de, Da- zu mein Le⸗ ben lang. 


Choräle. 


O Gott, in Dei- nem Thron, Dir zu Preis, Lob und Eh- ren Durch 


Chri⸗ſtum 45 - ei — - = ren, Dein ein - ge - bor-nen Sohn. 


Nun ruhen alle Wälder. (No. 234.) 1605. 


| 
* ſchläft die gan-ze Welt: Ihr as ber, mei ne Sin- nen, Auf, 


Choräle, 


auf, ihr follt be⸗ gin - nen, Was 


— 
— . nn m 
2225... T 


eu⸗ rem Schöpfer 1 


—— = z ze 
m | — z > — Ss 
Chriſtus der iſt mein Leben. (No. 240.) 
Ach bleib mit Deiner Gnade. (No. 126.) 1609. 


= z 
Dem 15 ich mich er - ge - ben, Mit Fried fahr ich da⸗ hin. 


ä 


Wie ſoll ich Dich 2 (No. 25.) 


Melchior 3 1615. 


1 

Wie ſoll ich Dich em⸗ ie gen, Und wie be- gegn ich Dir? 

O al⸗ ler Welt Ver⸗ lan- gen, O mei- ner See⸗ len Zier! 
2 


Choräle. 


FE nn 


O Je⸗ſu, Je ⸗ fu - - ge Mir ſelbſt die Ja ⸗ckel bei, 


Mir nach, ſpricht Chriſtus unſer Den. 


J. H. Schein. 1628. 


| 
Mir nach prißt@hriftue un-fe Held, Mir nach, ihr Chriſten al - le! 
Ver⸗läug⸗net euch, verlaßt die Welt, Folgt Meinem Ruf und Schal⸗le, 


555 


Chorale. 


Ach Gott und Herr. mug 55 1631. 


Herzliebſter Jeſu. (No. 78.) 


Chriſte, Du Beiſtand Deiner Kreuzgemeine. (No. 117.) 
Johann Crüger. 1640. 


Herz⸗lieb⸗ſter Te - ſu, was haft Du ver- bro⸗ chen, Daß man ein 


en — 


311 


Choräle. 


2 
was für Miſ⸗ je - tha ⸗ ten Biſt Du ge = ra» then? 


555 


Sollt ich meinem Gott nicht ſingen? (No. 199.) 


Johann Schop. 1641. 


Sollt lch mei⸗ nem Gott nicht ſin⸗gen? Sollt ich Ihm nicht dankbar 
Denn ich ſeh in al⸗ len Dingen, Wie fo gut Ers mit mir 


au- ter Lie- ben, Das Sein 


Choräle. 


Got - tes Lieb E 
Pr“ 5 > Mi en — 
Zee =: 
ns 


Werde munter, mein Gemüthe. 


Jeſu, laß mich ja nicht fallen. (No. 135.) 
Johann Schop. 1642. 


ee 5 
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Werde munter, mein Ge-mü⸗ the, Und ihr Sinne, geht ber - für, } 
Daß ihr preis jet Got⸗tes Gü- te, Die Er hat ge- than an mir, 


— 
a | 0 — 


Choräle. 


2 5 N . 

FRE N | 111 222 —ů— — 7 
— a jur nen — — 
— — +4 

8 * 7 — a 


| Durch Sein gnaden-rei⸗ches Walten Hat be- fchü-get und er- hal-ten. 


ee ee 
S 
ee 


Gott des Himmels und der Erden. (No. 223.) 
— Heinrich Alberti. 1643. 


Deſ⸗ſen ſtar- ke Hand die Welt Und was drin- nen iſt er⸗hält. 
an | 


Nun preiſet Alle. (No. 203.) 


Matthäus Apelles v. Löwenſtern. 1644. 


| — + 2 
Nun prei- ſet Al- le Got- tes Barmber - zig- keit; Lobt Ihn mit 


Choräle. 


Schal⸗le, Wer - the- ſte Chri- ſten⸗heit! Er läßt dich freund⸗ lich 
2 


Nun danket Alle Gott. (No. 202.) 


Johann Crüger. 1644. 


| 
Nun dan⸗ ket Al⸗ le Gott Mit Herzen, Mund und Hän⸗den, 
Der gro- ße Din- ge thut An uns und al⸗ len En ⸗ den, 


— 222 — — 


> — 4 — zum mn — 


Der uns von Mut-ter - leib Und Kin- des- bei- nen an 


ie — RT 
6= ee ag = Zr — 


Un = zäh⸗ lig viel zu gut Und noch jetz- und ge - than. 


Auf, auf, mein Herz, mit Freuden. (No. 98.) 
Er Crüger. 1644. 


{ Auf, auf, mein Herz, mit Freu = den Nimm wahr, was heut ge, ſchicht: 
Wie kommt nach gro- gem Lei -den Nun ein fo gro- ßes Licht! 


ge⸗ legt, Da wo man uns hin-⸗ trägt, 


Mein Hei⸗land war 


| Wenn von „nd un = fer Geiſt Gen Him- mel iſt ge = reift. 


—ꝛ 


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Choräle. 


Zeuch ein zu Deinen Thoren. 
Johann Crüger. 1648. 


Zeuch ein zu Dei- nen Tho- ren, Sei mei- nes Her⸗zens Gaſt, 
Der Du, da ich ge⸗ bo = ren, Mich neu ge⸗ bo- ren halt: 


— e 
1 — == 


Srerscses 


= 
Mit Bei - den gleichen Thro- nes, Mit Bei- den gleich ge-preiſt. 
—— 


pe 5 
* — — Fre Pros 
Schmücke dich, o liebe Seele. 


O Gott, ſpeis uns, Deine Kinder. (No. 229.) 


Johann Crüger. 1649. 


Schmücke dich, o lie-be See⸗le, Laß die dunk-le Sünden⸗höh⸗ le, 
Komm ans hel- le Licht ge-gan-gen, Fan- ge herrlich an zu prangen; 


} 


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2 — == S rr p 

Be Per U — — 

317 


Choräle. 


— [5 2 ie: 


"EEE Bi = Js 2 85 — 


Denn der Herr voll Heil und Gna = den N 
Will dich jetzt zu Ga- ſte la ⸗ den, 


Himmel kann ver- wal⸗- ten, Will jetzt Her-berg in dir hal ⸗ ten. 


a —- 3 a RL 2-E = 


Herr Jeſu Chriſt, Dich zu uns wend. (No. 129.) 


O Jeſu Chriſte, wahres Licht. (No. 69.) 1651. 


| * 9 
| Mit Hilf und Gnad Er uns re-gier Und uns den Weg zur Wahrheitffhr. 


e 


3 


Choräle. 


Fröhlich ſoll mein Herze ſpringen. 


Johann Crüger. 1653. 


| — 2 


Er 
Freud Al⸗ le En⸗ gel fin - gen. Hört, hört, wie mit sol=len Cho⸗ 
> #- 


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} 
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zy: — — — —̃ — — 
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2 I 
ren A-Te Luft Lau⸗ te ruft: Chriſtus iſt ge- bo ren. 
8 Fr — — 
2 47 EEE — — | —— 
a — — 


Schwing dich auf zu deinem Gott. 


Jeſu, Deine Paſſion. (No. 82.) Johann Crüger. 1653. 


n — 
Schwing dich auf zu dei⸗ nem Gott, du be-trüb-te See ⸗ le! 
Alter. liegſt du Gott zum Spott In der Schwermuthshöh⸗le? 


Choräle. 


e 


Merkſt du nicht des Sa⸗-tans 5 2, will durch fein Käm⸗ pfen 


— 


Dei⸗nen Troſt, den Je- ſus Chriſt Dir er - wor⸗ ben, däm⸗pfen. 


Jeſus meine Zuverſicht. (No. 242.) 
Jeſus ſoll die Loſung ſein. (No. 59.) Johann Crüger. 1657. 


Je- ſus mei⸗ne Zu-ver-fiht Und mein Heiland iſt im Le - ben, 
Die⸗ſes weiß ich, ſoll ich nicht Dar- um mich zu-frie⸗den ge⸗ ben, 


Was die lan- ge To- des- nacht Mir auch für Ge- dan⸗ ken macht? 


„55 
. 


320 


Choräle. 


Wer nur den lieben Gott lüßt walten. (No. 184.) 


Georg Neumark. 1657. 


— —ͤ —ͤ— ͤ— q —ę— — — 
en a 
. — ar 22 — Ye —— 

— r 
Wer nur den lie - ben Gott läßt wal⸗- ten Und hof - fet 
In al= ler 


2 
auf Ihn al = le = zeit, h 
Noth und Zrau=rig keit; 


Wer Gott dem Al = ler⸗ 


Der hat auf kei- nen Sand ge⸗ baut. 


Nun danket All und bringet Ehr. 


Johann Crüger. 1657. 


5 


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— — — - — 6 — — re ee. „ 
5 — 8 —ö — 


4 
Ihr Menſchen in der Welt, 


FC ZI EFF TE 
= — A = 
—— — — 222 ne 


21 321 


Choräle. 


8 


Dem, deſ-ſen Lob der Te 3 * ver - meibt 


Macht hoch die Thür. (a.) (No. 22.) 


Johann Crüger. 1660. 


| 
Macht boch die Thür, — Thor 2 weit, Es kommt der Herr | 
355 — zen a 5 = — 
7771 
8 i e 


der Herr- lich = keit; Ein nig al = ler 96 = Nig- 
ee I Se IE — Tr Pe 
Dorn 


S 


reich, Ein Hei- land al - ler Welt zu- gleich, Der Heil und 


„ 
| 322 


Choräle. 


— — — —— — — — — — em 


2 
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v.ou: — zZ Fra ee — m 
LENNY — 2 N — 22 — 2 5 > u 
22 2 — — a u m m — — — + 
zu; 77 0 — I I 8 


Ach, was ſoll ich Sünder machen? 


Johann Flittner. 1661. 


— — — zb 
um: Bez mem —— 
er er + een — ——— =: 


Ach, was fol ich Sünder machen? Ach, was ſoll ich fan-gen an? 


7.8 


„ 
Mein Ge-wif- en klagt mich an, Es be - gin- net auf- zu- wa- chen. 


Choräle, 


{ | zZ 
Dies iſt mei- ne Zu = ver-ſicht: Mei- nen Je- ſum laß ich nicht. 


Jeruſalem, du hochgebaute Stadt. (No. 253.) 


Melchior Frank. 1663. 


Z - 
Je = ru⸗- ſa⸗lem, Du hoch⸗-ge-bau⸗te Stadt, MolltGott,ich wär in 
Mein ſehnlich Herz So groß Verlan-gen hat Und iſt nicht mehr bei 


ü ber Berg und Tha⸗ le, Weit ü- ber bla⸗-che 


NN er 2 2 2 


— 2 
Fr BI—— 2 = 
== eh — — 
55 
Feld Schwingt es ſich ü-ber al — le Und eilt aus die⸗ De Wel. 


te e 


Choräle. 


Liebſter Jeſu, wir find hier. (No. 127.) 
Nach dieſer Melodie: No. 254, 355. 
Johann R. Ahle. 1664. (Spätere Form.) 


„ eee eee —— I 
PT ra Be B ———— 20 > Hi 
— ar | 2232 A Be 


Liebiter Je = ſu, wir find hier, Dich und Dein Wort an⸗ zu- hö ren, = 
Len⸗ke Sin-nen und Be-gier Auf die fü - fen Himmelsleh - ren, 


Warum ſollt ich mich denn grämen. 
Johann G. = 1666. 


ame 


War⸗ um ſollt ich mich denn grä- men, Hab ich doch Chriſtum noch, 


Choräle. 


S Se 


Den mir [hen Got-tes Sohn Bei- ge- legt im 4 ben. 


Die güldne Sonne. (No. 226.) 
Johann G. Ebeling. 1666. 


Die güld- ne Son- ne, Voll Freud und Won-⸗ . ſern 


Grän zen Mit ih- rem Glänzen Ein herz-er-quick-en⸗des 


32325 
S 


14 lieb - li- ches Licht. Mein Haupt und Glie-der, Die la - gen lie: 


Choräle. 


en ee — —.— ZN EEE == 5 — 
mer mm r 1 — — — 
5 =. *+ + 
—z 


i 
nie = der, A = ber nun ſteh ich, Bin mun⸗-ter und fröh- lich, 


Lobe den Herren, den mächtigen König. (No. 201.) 


Joachim Neander. 1669. (Spätere Form.) 


=” 
Lo⸗ be den Herren, den mächti= gen Rü-nig der Ch = ren, 

Meine ge- lie- be⸗ te See⸗le, das iſt mein Be⸗geh⸗ ren. Kommet zu 
= 


Hauf! Pſalter und Har⸗fe, wacht auf, Laſ⸗ſet den Lob⸗ge⸗ſang hö- ren. 


Choräle. 
Alle Menſchen müſſen ſterben. 


Johannes Roſenmüller. 1678. 


Al = le — müſ⸗ ſen fter- ben, Al- les Fleiſch ver- 
Was da le- bet, muß ver-der- ben, Soll es an- ders 


F — — — rn. 
nen 

ne, 
— g 5 $ = . — — — ET 


| 
geht wie . 
wer = den neu. Die ⸗ ſer Leib der muß ver- we- fen, 
N 


Choräle. 


Gott iſt gegenwärtig. 


Joachim Neander. 1679. 


=== —— — => — 2 
— — — — . — 8 
Gott iſt ge- gen- wär = tig, Laſ-ſet uns an - be = ten 
Gott it in der Mit - ten, Al- les in uns ſchwei- ge 


2—2 
5 


F 
= — =: 


di in * vor Ihn tre- ten; 55 
Und ſich in- nigſt vor Ihm beu- ge. J Wer Ihn kennt, Wer Ihn 
2. 


Eins iſt noth! ach Herr, dies Ei- ne Leh- re mich er = ken- nen doch, 
Al- les An-dre, wies auch jcheisne, Iſt ja nur ein 


P er 


Choräle. 


5 are 


ſchwe-res Joch, Dar- un- ter das 5 5 ſich na- get und 


I 


pla = get Und den- noch kein wah- res Ver- gnü-gen er- 
er Te 


— 


| 
ja = get. Er- lang ich dies Ei- me, das Al- les er- 


| 
ſetzt, So werd ich mit Ei- nem in Al-lem er- güßt. 


TChoräle. 


Jeſu, meines Lebens Leben. 


Alle Menſchen müſſen ſterben. 
Darmſtädter Cantional. 1687. 


f a 
N 
{ Je = fu, mei- nes Le⸗ bens Le 
Der Du Dich für mich ge⸗ ge 


en, Je⸗ fu, mei⸗ nes 
en In die tief ⸗ſte 


2 


25 Pi] 
Io ⸗ des Tod, N 
See - len - noth, In das Au - ßer ⸗ſte Ver⸗ ber - ben, 
7 2 2 3 
. Mi — u Tr LA Bere MEERE 
2 e 
1 * | 
2 — 
— 
e * 7 + 3 


Nur daß ich nicht möch- te ſter - ben. Tau- ſend, tau-ſend 


ei Dir, 


1 di 


Choräle. 
Was Gott thut, das iſt wohlgethan. 


Johann Pachelbel. 1690. 


Be — Ze 
ee = 1m win Fer: | | 


Gott thut, das iſt mohl-ge-than: Es bleibt oe recht Sein 
Wie Er fängt mei- ne Sa-⸗chen an, Will ich Ihm hal⸗ ten 


ES 
Wil - 1. 
le Er 


ſtil - iſt mein Gott, Der in der Noth Mich 


| 


Jeſu, geh voran. (No. 179.) 


Seelenbräutigam. Adam Dreeſe. 1698. 
5558 
(an > —— . —xx—x—ñ— — a” 
| 555 — —— ee 

Je⸗ fu, geh vor - an Auf der Le- bens - bahn: 
2 . 
run mes —— 


— 


N 
8 332 


Choräle. 


= Zn ag pl =! 
Führ uns an der Hand Bis ins Va - ter - land. 


Dir, Dir, Jehovah, will ich ſingen. 


Darmſtädter Cantional. 1698. 


| 
Dir, Dir, Je - bo - vah, will ich fin - gen; 
Dir will ich mei- ne Lie - der brin- gen: 


Denn wo iſt doch ein fol - cher Gott wie Du? 
Ach, gib mir Dei nes Gei - ſtes Kraft da = zu, 


555555 —— 


Wh 


Choräle. 


thun im Na- men Je- fu Chriſt, 


be Bi Na D R 
— — ze esH3 — — 
— — — 2 —— > 


es Dir durch Ihn ge = fäl - lig iſt. 


F 
S 
7 
O Gott, Du frommer Gott. 1701. 
SE 
= : == 
eis — te 2 


O Gott, Du frommer Gott, Du Brunnquell guter N 
(Obn Den nichts iſt, was iſt, Von Dem wir Al-les ha- ben, 


eier 


Sem Sem em: — — — Ze: 
= —sEreren — r 


Ge- ſun-den Leib gib mir, Und daß in ſol- chem Leib 
— 


Choräle. 


—. 
Ein un- ver⸗ letz- te Seel Und rein Ge-wiſ-ſen bleib. 


5 
er a a 


Ich will Dich lie - ben, mei- ne Stär- ke, Ich will Dich 
Ich will Dich lie - ben mit dem Wer - fe Und im-mer⸗ 


lie - ben, mei- ne gie. 
wäh ⸗ ren - der Be⸗gier. Ich will Dich lie - ben, 


Bis mir das 


Her = ze bricht. 


Choräle. N 
Macht hoch die Thür. (b.) (No. 22.) 


1704. 
en | 
— ——— 
9 1 


Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, Es kommt der 


reich, Ein Hei- land al - ler Welt zu- gleich, Der Heil und 


?e - ben mit Sich bringt, Der-hal - ben jauchzt, mit * den 


1 7 
Herr der Herr- lich- keit; Ein Kö- nig al - ler Kö - nig- 


5 e = = Here 


Choräle. 


| 
fingt: Ge - lo - bet ſei mein Gott, Mein Schöpfer, reich von Rath. 


b 


Gott ſei Dank durch alle Welt. (No. 26.) 1704. 


| 
2 — — — 
Ir — _ 2 | =. 
FAN % 2 @ — 
2 ; — er er Ei 5 Fe ZU Da 
— + 
Gott ſei Dank durch al -le Welt, Der Sein Wort be⸗ſtän⸗dig hält, 


— . ge TOT HP ——— en 
— u — 273 Fee 
— dr rn e — zu >. 


| 


Und der Sün⸗der Troſt und Rath Zu uns her- ge-jen - det hat. 


9 ni — 
— E: * — 2 3 — — —.—— F 1 
u: N 2.— 
— — — w »—1r— L. 


Lobe den Herren, o meine Seele. (No. 204.) 


1714. 


Lo = be den Her ren, o mei ʒ⸗ ne Ge - le, 


Choräle. 


| Ich will Ihn lo - ben bis in Tod, Weil ich noch Stunden auf 


Er = den 8 le, 


Will ich lob-ſin - gen mei- nem Gott. 


| f m — —— . 

, — — — * 

{an 7 — — — — 5 
3 Par Pf «353 


Der Leib und Seel ge- ge- ben hat, Wer-de ge» prie= fen 


früh und ſpat. Hal- le - lu- jah! Hal- le - lu⸗- jah! 


Choräle. 


Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! 1714 


— ——-—-—-¾ — —ę— 
= = wm. Va Jura 2» — 
Er Fee zer . en 5 


„ 


Wer weiß, wie na- he mir mein En - 
Br wie ge⸗ſchwin⸗de und be⸗ N - 


Zeit, her kommt der Tod, 


mei - ne To - des - noth! Mein Gott, ich bitt durch 


En ne m er sm = 
=. 


de! Hin geht die 
Kann kom⸗men 


Ehri - fi Blut: Machs nur mit mei- nem En⸗ de gut! 
$- 


Wir glauben All an Einen Gott. 


(No. 113.) 


1715. (Chriſtian Friedrich Witt.) 


Wir glauben All an 11 nen Gott, Vater, 


Sohn und heilgen Geiſt, 


EEE 


Choräle. 


Den der Che-ru- bi- nen Chor Und die Schaar der En- gel preift, 


—. ̃ ̃ ̃—— , 


O daß ich tauſend Zungen hätte. 
Ich bin getauft auf Deinen Namen. (No. 134.) 
Königs Liederſchatz. 1738. 


2— —— ; 
f 3 IT zZ 
O daß ich tauſend Zungen hät- te Und ei- nen ee 


So ſtimmt ich da-mit in die Wet- te Vom al- ler-tiefiten Herzensgrund 


r 3 — = 
71 


Ein Loblied nachdem andern an Von dem, was Gott an mir ge-tban, 


. Zu un 22 — I A2 Be. 
„75. 


340 


Choräle. 


Eines wünſch ich mir vor allem Andern. (No. 141.) 
— — 1784. 


A 5 


—— ge 


Ei⸗ nes wünſch ich mir vor AI- Nun An = dern, Ei- ne Spei⸗ſe 
Se⸗lig läßts 2 Thrä⸗nen⸗ thal ſich wan⸗- dern, Wenn dies Ei- ne 


früh und ſpät:! ( Un-versrüdt auf Ei⸗ nen Mann zu ſchau - en, 
mit uns geht: \ Der mit blutgem Schweiß und To-des-grau = en 


— "= 
ee: 
een 


Auf Sein Ant-lig nie -der⸗ nf tab un n Kach des Va⸗ters trank. 


O Du Liebe meiner Liebe. 
y Sorbiſche Volksweiſe. Brüder-Choralbuch. 1784. 


| O Du Pie- be meiner Lie = be, Du er-mwünjchte Se - lig - feit, 
2 1 Die Du Dich aus höchſtem Trie-be In das jam-mer-vol = le Leid 


Choräle. 


<= 
| 
Dei⸗ nes Lei⸗dens mir zu gu = te Als einSchlachtichafeinge-ftellt 


Und be⸗zahlt mit Deinem Blute Al⸗ le Miſ⸗ſe⸗ that der Welt. 
2 — 


SE an = m 8 = — 
nn 


Wie groß ift des Allmächtgen Güte! 


Nach Juſtin Heinrich Knecht. 1793. 


DE FE a 


| 
| 
Wie groß ift des All-mächtgen Gü- te! Iſt der ein Menſch, den 


Der mit ver- bär- te- tem Ge-mü⸗ the Den Dank er-ſtickt, der 


ſie nicht rührt, a 
ihr ge-bührt? J Nein, Sei- ne Lie- be zu er- mej-jen, 


Choräle. 


1 a 


Re 


a Sei e- wig mei⸗ ne größ⸗te BEER Der Herr 1 mein noch 


e 


— 
nie ver⸗ geſ⸗ſen, Ver⸗giß, mein Herz, auch Sei- ner nicht. 


Das walte Gott, der helfen kann. 


Juſtin Heinrich Knecht. 1793. 
| 


| 
Das wal⸗ te Gott, der hel = fen kanu! Mit Gott fang ich mein 


Ar⸗ beit an, Mit Gott nur geht es glück- lich fort, Drum 


o —— 2 
Js — 


343 


Choräle. 


| it auch dies mein er - ftes Wort: Das wal - te Gott! 


Womit ſoll ich Dich wohl loben. 


Nach Juſtin Heinrich Knecht. 1799. 


| 
| Wo-mit joll ich Dich wohl lo- ben, Mächti⸗ ger Herr Je= ba- oth? g 
| Sen⸗de mir da=zu von o- ben Deisnes Gei⸗ſtes Kraft, mein Gott; 


| 
| Tauſend, tau-ſend Mal ſei Dir, Gro-ßer Kö— nig, Dank da⸗ für. 


— 


Degifter. 


Die Zahl in Klammern bezeichnet die Seite für die Melodie des betreffenden Lieds. 


Nero. A. 
128 Ach — bei uns Herr Jeſu Chriſt 


„5„5„ „ „%%%%„„ „ ..... 


29 160 
126 Ach bleib mit Kr Gnade (309) ir 
311 


Seite. 


Nro. 


193 Beim frühen Morgenlicht. 
Benedicam Domino [Pſalm 341 9 
12 Benedie anima mea [Pfalm 


PF 57 
Ach Gott und Herr 5 1 . 
Ach Gott vom Simmel | ſieh darein, 282 7467 anima mea [Pſalm 17 
> I hilf ung, o Herr Jeſu Chriſt, 1 Benedictus. ... 62 
mic u a 
185 Ach lieber Gott behüte mich..... 216 15 Bonum est confiteri [Yſalm 92] 58 
232 Ach lieber Herre Jeſu Ehrift....... 258 C 
Ach, was ſoll ich Sünder machen, 323 1 
42 Adeste fideles . 84 16 Cantate Domino [Pſalm 981... 59 
Ad te Domine [Pſalm 25]...... 8 117 TChriſte Du Beiſtand Deiner 
W 53 Kreuzgemeine (311) 149 
41 Alle Jahre wieder . 83 8 Chriſte Du Lamm Gottes (Ag- 
200 1275 Gott in der Höh ſei . une Dei) 2. de 53 
Z 149 Chriſti Blut und Gerechtigkeit... 177 
Allein zu Dir, Herr Jeſu Ehriit... = 88 Chriſt iſt erſtanden (296) 127 
Alle Menſchen müſſen ſterben (). 328 249 Chriſtus der iſt mein Leben (309) 265 
Alle Menſchen müſſen ſterben (d). 331 Cœli enarrant [Pſalm 19]. 71 
137 Alles, was man in der Welt.... 165 Confitebor tibi [Pſalm 111].... 12 
98 Auf, auf mein Herz mit Freuden Confitemini Domino [ Pfalm 
n 135 . ui 15 
123 m einem Berg ein Bäumlein 75 Urn fidelis. 114 
PP 155 
66 auf Seele, auf und ſäume nicht D. 
r 77 Da Jeſus in den Garten ging... 116 
172 *Aus dem Himmel ferne 202 191 Danket dem Herrn 220 
Aus der Tiefe rufe ich [Pſ. 130] 10 Danket dem Herrn, denn Er iſt 
Aus meines Herzens Grunde... 307 freundlich [Pſalm 1181. 15 
Aus tiefer Noth ſchrei ich zu Dir 159 Das Erſte, o Jugend — 188 
1 ͤ — 284 58 Das Jeſulein fol doch mein 
us 2 Noth ſchrei ich zu cp | RER Ja zer 100 
r 5 15 7 ift ein köſtlich Ding [Pſalm 
. Yan a in a A 58 
B. 61 Das neugeborne Kindelein........ 102 
231 Bald ift es wieder Nacht... .. 257 Das walte Gott, der helfen kann, 343 
Beatus vir [Pſalm 1)............. 224 Das walt Gott Vater und Gott 
181 Befiehl Du deine Wege (307)... 211 R 251 


345 


Regiſter. 


Nro. Seite. 


86 Denk Menſch, wie dich dein Heil⸗ 
RD TEBER . 125 


De profundis [Pſalm 130]...... 10 | 


156 ie beite Freund Hei in dem Him⸗ 


65 Der Du zum Heil erſchienen en 
Der Heiland hoch erhaben 
an) Va Chriſt iſt kommen 


—— —õri- „„ 


Der Maie, der Maie 170 
35 — Menſchen Heil, ein kleines 


76 
Der Tag, der iſt jo freudenreidh... 294 


Deus judicium tuum (Palm 
renn 3 
10 Deus misereatur [ Pſalm 67... 56 
152 [Dich Jeſu mein König. . 180 


62 Die armen Heiden jammern mich, 103 
2 Erde iſt des Herrn (Pfalm 
Die Gnade unſres Herrn 280 
Die güldne Sonne (326) 
Die Himmel erzählen [Pſalm 191 7 
Die rg iſt Dein, Herr Jeſu 5 
152 


256 
226 


120 


Chr 
53 Die ſhönſte Misa. SEN 95 
Dir, Dir Jehova will ich fingen... 333 
Domine, Dominus noster 
[Pfalın nah 7 
Domini est terra [Pſalm 24]... 16 
Dominus regit me [Pjalm 23] 8 


43 Du lieber, heilger, frommer 
Theis. t. Kidd. Muc 85 
121 Du lieber Herre Jeſu Chriſt (297) 153 
206 Du ſchöne Lilie auf dem Feld. 232 
E. 
35 Eece nova gaud ia 76 
3 Ehre ſei Gott in der Höhe (Gloria 
in een unsre 
6 Ehre fei Gott in der Höhe (Gloria 
mit laudamus).................. 45 


1 Ehr ſei dem Vater (Gloria Patri) 


41 


Nro. Seite. 
125 Ein edler Schatz der Weisheit. 158 
141 Eines wünſch ich mir (341) 169 
114 Ein feſte Burg (288) 147 
158 Ein Gärtner gebt im Garten.... 187 

28 Ein Kindelein fo löbelich (294)... 69 


36 Ein Kind geborn zu Bethlehem. 78 
Eins iſt noth, ach Herr dies Eine. 329 

205 Ein Vöglein klein ohn Sorgen. — 231 
Erhalt uns Herr bei Deinem Wort 294 

95 Erſtanden iſt der heilge Ehrift... 131 
Es iſt das Heil uns kommen her. 288 

30 Es iſt ein Reis entſprungen. .. 70 
241 Es iſt ein Schnitter 266 
248 Es iſt gewißlich an der Zeit pi 274 
118 Es kennt der Herr die Seinen... 150 


20 Es kommt ein Schiff geladen...... 63 
214 Es regnet.... . re ee 241 
Exaltabo te [Pſalm 1451 11 
F. 

Freu dich ſehr o meine Seele.. 299 

216 Freuet euch der ſchönen Erde.... 243 
95 Freut euch ihr Heilgen 132 
32 Freut euch ihr lieben Ehriften...... 72 


Fröhlich ſoll mein Herze ſpringen. 319 
91 Früh Morgens, da die Sonn auf⸗ 


geht (300) z--eusnenbonzezeunarenuem 129 

G. 
Q nanene r 19-21 
Gebete für Lehrer 23-24 
Gebete für Miſſion. 23 
48 7Geborn iſt der Emanuel 90 
Gebote, dir Zehn. eee 17 
83 Geduldigs Laͤmmlein Jeſu Chriſt. 122 
219 Geh aus mein Herz 246 
173 Geh deinen Weg 255 


19 Gelobet ſei der Herr (Benedictus 62 
29 a ſeiſt Du, Jeſu Chriſt 


— ¼!f 133 

99 Gen Himmel aufgefahren ift...... 136 
255 Gib uns, eh wir gehn nach Haus 

(SAD 280 

192 *Glöcklein klingt. . 221 

1 Gloria Patri. r 41 


346 


Regiſter. 


Nro. Seite. 
3 Gloria in excel sis 42 

6 one in excelsis mit lauda- | 
48 


ů—ͤ —᷑ 333333—ũũ „ 


—z:ũ %% „ „ „ „„ „„ 


(31 
101 Gott fähret auf gen Himmel (307) 138 
995 gieb Dein Gericht [Pſalm 
Gen 1 
26 Gott ſei Dank durch alle Welt 
337 


Gott A mir gnädig [Pfalm 511. 14 
10 Gott ſei uns gnädig [Pſalm 67]. 56 
131 Gott ſprach zu dir, du Kindlein 


n bee 161 

119 Gott Vater in des Himmels 
. l l 151 
188 *Großer Gott wir loben Dich. 218 

H. 

132 Hab ich recht und wahr vernom⸗ 
r 162 
ä 208 


7 Heilig, heilig, heilig, Sanctus). 52 
110 Heilig, heilig, heilig, (Trinitatis) 144 
112 Heilig, heilig, heilig fingt........ 146 

42 — 77 o ihr Glaͤubigen 1 84 
Herr Chriſt, der einig Gotts 
285 


9 Herre, nun läßt Du Deinen Diener 
(Nune dimittis) 54 
2 Herr erbarm By, unfer (Kyrie) 42 


Neo. Eeite, 
71 Herr, was find das für Wunden. 111 
190 Herr, weil Du ſprichſt (292)...... 219 
Herzlich thut mich verlangen.. 307 


78 Herzliebſter Jeſu, was haſt Du 


verbrochen (307) 
218 W Erde, Luft und Meer 

FE 245 

100 Himmelfahrt D 137 

251 Himmelreich, ich freu mich dein. 276 

169 Himmel und Erde ſtimmet an.. 199 

79 Hohes, heilges Marterbild....... 118 

15 A 64 

J. 

164 Ich bete an die Macht der Liebe.. 194 

182 Ich bin ein kleines Kindelein.— 213 
134 Ich bin getauft auf Deinen Nam⸗ 

Herrn 163 

138 Ion em. 166 
Ich danke dem Herrn von ganzem 

Herzen [Pfalm 1111... . 12 

186 „Ich freue meines Lebens mich.. 217 

195 Ich freu mich in dem Herren. 224 

136 JIch glaub an Gott... ...... 164 

151 Ich hab mir auserwählet.. ..... . 179 
Ich hebe meine Augen auf [Pſalm 
re 

252 JIch weiß ein lieblich Engelſpiel, 278 
Ich will ben pam loben allezeit 


e 
Ich mid Sich erhöhen [Pſalm 


Ich will Dich lieben, meine 


170 Herr Gott, Dich loben Alle wir Sl. 193 
aer 200 | 183 Ich will ſtreben . 214 
5 Sr Vak Dich loben wir (Te 239 Ich wollt, daß ich daheime wär. 265 
r 44 | 40 Fi Kinderlein kommet... 82 

130 3 1 Ge erhalt uns für und für 175 Ihr Kinder lernt von Anfang 
n 160 gern . ——õ:·ͥ———j--2˙ 200 

129 535 a Chriſt, Dich zu uns | 228 [Im Namen meins Herrn Jeſu 
n 160 eee. 255 
Herr, mache Dich auf zu Deiner 12⁴ In dem Dörfchen da drüben...... 156 
Ruhe [Pſalm 1321. 12 146 Ser eee 174 
221 Herr, ſchau herab von oben. .. 249 38 In dulei jubilo. . 80 


Herr, unfer Herrſcher [Pſalm 8].. 


* 


7 


92 *Iſt denn der liebe Heiland todt. 129 


347 


Regiſter. 


104 
17 
— 
49 


od). 
J 8 ) Seite. 
Jauchzet dem Herrn alle Welt 
„ Pfalm „eee 58 
* Jedwedem Kindlein 201 
Serufalem, du hochgebaute Stadt 
Re 27 
Jeſu se Paſſion (319) 121 
*Jeſu, Deins Namens Süßigkeit. 183 
Jeſu, Du ſüßer Heiland mein... 252 
Jeſu geh voran (332)——— 2 209 
Jeſu, hochwillkommner Gaft...... 94 
Jeſu laß mich ja nicht fallen (313) 163 
Jeſu, meines Lebens Leben 331 
Jesu Salvator optime 108 
Jeſus iſt uns geboren 105 
Jeſus meine Zuverſicht (320). 267 


Jeſus ſoll die Loſung ſein (320). 101 
* voller Gnad und Wahr- 


104 
58 


K. 
TEN heiliger Geiſt, Herre Gott 


Kommt herzu, laßt uns dem Herrn 


frobloden [Pſalm 95 60 
Kommt laßt uns doch anhören. 244 
6 *Kommt, o liebe Kinder 115 


Kommt und laßt uns Chriſtum 


n 91 
Kripplein, o Weihnachtskripplein 92 
en 42 

2, 
FLaſſet die Kindlein zu mir 

Fommn P 168 
AR 2 55 Dein ſein und bleiben 

eee 169 
gaht mich „ 271 
*Laßt uns das Kindlein grüßen. 79 
Laßt uns erfreuen herzlich fehr... 126 
Laus tibi Christe 112 
Levavi oculos [Pſalm 121]..... 9 
*Lieber Herr Jeſu Chriſt. . 226 


Liebſter Jeſu wir ſind hier (325) 159 
Lobe den Herren, den mächtigen 
(327) 


Nro. 
204 * Herren, o meine Seele 


Siete. 


7)... SEA AN STEHE 30 
12 Lobe den Herrn, meine Seele 
[Pſalm 103 
Lobe den Herrn, meine Seele 
PYſalm 104. eee 17 
27 Lob ſei dem allmächtigen Gott... 68 
194 Lobt froh den Herrn 223 


33 Lobt ER ihr Chriſten alle gleich 


= Lob Gott ihr frommen Chriſten. 148 
ob und Dank wir fagen........ 118 


M. 
22 Macht hoch die Thür (2322. 5336) 65 


Bf 61 
235 [Mein Augen ſchließ ich jetzt.... 260 
238 Meinen Heiland im Herzen.. 264 


227 u. ‚et Gefühl fei Preis ** 


an 
18 Meine Seele erhebet den Pi. 


(Magnificat) . 61 
133 Mir iſt ein kleines Kirchelein. . 163 
Mir nach, ſpricht Ehriftuß......... 310 


Miserere mei Deus [ Pſalm 51] 14 


68 Morgenſtern auf finſtre Nacht.... 109 
233 Müde bin ich, geh zur Ruh... 259 
N. 

Nach Dir Herr, verlanget [Pſ.251 8 

u Nein, nein, nein, Du fannit....... 204 

4 icht ruhen Magdalena konnt. — 134 

= iemals fo ſchön und klar.. 275 
103 Nun bitten wir den heiligen Heiß; 
N 

9 Nune dimittls.!i. nun snoe uk 54 
202 Nun danket Alle Gott (315). 229 


Nun danket All und bringet Ehr. 321 
102 Nun N euch Gottes Kinder all 
(297 


‚—ͤ—ͤ—ũtrdũũũ 33 


282 
187 BR er hilf uns, o Herr Jeſu Chriſt 217 


Nun laßt uns Gott dem Herren... 301 

246 Nun lieg ich armes Kindelein. 272 
Nun lob mein Seel den Herren... = 

30 


203 Nun preiſet Alle (314.22 . 
En 


348 


Regiſter. 


Nro. Seite. 


234 Nun ruhen alle Wälder (308). 259 
237 *Nun ſchlaf mein liebes Kindelein 262 


38 Nun ſinget und ſeid froh...... .... 80 
176 Nur mit Jeſu will ich Pilger 
6 ee 206 
4 
165 O Chriſte Morgenſterne 195 


O daß ich tauſend Zungen hätte. 340 
56 O du fröhliche [Weihnachtszeit]. 98 


89 O du fröhliche [Diterzeit]......... 127 
109 O 85 29 5 ner ehe 8 m 
u Liebe meiner Liebe 
161 O Du liebiter Jeſus Ehriit....... 170 
. 43 
O Gott, Du frommer Gott. 334 
229 O en ſpeis uns Deine Kinder 
enn 256 
80 O 85 voll Blut und Wunden 
100 O beige Geiſt, kehr bei uns ein 
39 *O heilig r 81 
105 O 5 Geiſt, o heiliger Gott, 140 
75 O heiligs Kreuz. e- 114 
115 *O Herre Gott, wir Kindlein... 147 
2 O Himmelsweg . 210 
O hochheiliges Kreuze 123 
ihr Himmel ſchauet an 88 


— O Jeſu Chriſte wahres Licht (318) 109 
23 O Jeſu, heiligs Kindelein. ... 65 
74 O Lamm Gottes unſchuldig (300) 115 


67 O ſüßer Herre Jeſu Ehrift......... 108 
P. 

72 . und Dank wir ſagen 112 

CTT 6 

x 5 P 7 

11 7 
C 

5 + (Himmelfahrt). 16 

EF 8 

4 9 

1 5 (Noſſton). . e 14 

. 56 

7 5 (Epiphanias) 13 

. 58 

1 a Innen ! neeähie 60 


Nro. Seite 
1 ( ( 59 
„ e eee 58 
12 erg le RT, 57 
„ 104 (Pfingiten) RN u 117 
„ ee 12 
„ 118 (Often) 15 
„ Dein A N 9 
255 10 
5 125 (Weihnacht) . 12 
. 11 
10-18 Pfalmtöne 1 56-61 
36 Puer natus in Bethlehem... 78 
Q. 
48 Quem pastores laudavere. 91 
R. 
34 Resonet in laudibus............. 74 
S. 
8 AAA ˙ A W © 52 
4 Schaffe in mir Gott (Offerto- 
Hum, 8 43 
Schmücke dich, o liebe Seele.... 317 
154 *Schönſter Herr Jeſu 182 
Schwing dich auf zu deinem Gott. 319 
47 Seht, 3 in der Krippen 89 
108 Sei ewig gepreist . . 143 
139 Sei getreu bis in den Tod. 167 
196 Sei hochgelobt Herr J. Chr. (297) 225 
189 Sei Lob und Preis wi Ehren 
Waun 219 
16 Singet dem Herrn ein neues Lied 
. 59 
34 Singet friſch und wohlgemuth ... 74 
207 *Sink, o Körnlein, denn hinab.. 233 


199 Sollt ich meinem Gott nicht ſingen 
B % | 1°... + 228 
IN 93 
Surge Domine [Pſalm 132].... 12 
T. 

r EEE 44 
24 Tochter Zion, freue dich 66 
122 Treuer Heiland, wir find hier. 154 
‚P 
81 +llm deinetwillen bin Ich hier... 120 


254 Unſern Ausgang ſegne Gott (325) 279 


349 


Regiſter. 


V. 

Nro. Seite 
Vater unfer, im Himmelreich... 292 

17 Venite exultemus Domino 
[Dfielm like 60 
208 *Böglein im hohen Baum. 234 
31 Vom Himmel hoch (293) ——— 71 
167 Von Freuden muß ich jingen...... 197 
Von Gott will ich nicht laſſen ... 302 


144 Von Grund des Herzens mein... 172 


W. 


249 ap auf, ruft uns die Stimme 
305) 274 
325 


6 „„ „ „ „ „%% „%% % ————, vt. 


Warum ſollt ich mich denn ume 


244 Warum ſollt ich mich fürchten.... 270 
177 Warum willſt du doch fheiden.... 207 
215 Was wollen wir ſingen 242 
150 Weil ich Jeſu Schäflein bin..... 178 
147 Weißt du wer dich innig leber. 175 
209 Weißt du wie viel Sternlein..... 235 
145 Wen Jeſus liebt 173 
222 Wenn die liebe Sonne 250 
45 Wenn ich in Bethlem wär 87 
213 Wenn ich, o Schöpfer, Deine 
„ eee eee 240 
247 Wenn kleine Himmelgerben........ 273 
Werde munter mein Gemütbe..... 313 


212 Wer hat die Blumen nur erdacht 239 
184 Wer nur den lieben Gott läßt 

walten (321) 215 

Wer weiß, wie nahe mir mein Ende 339 

160 *Wie gut muß doch der Heiland fein 190 


Nro. Seite. 


Wie groß iſt des Allmächtgen 
Sin. l ad A dee 342 
Wie berrlich iſts, ein Schäflein. . 186 
Wie konnt ich ruhig ſchlafen .... 261 
Wie mit grimmgem Unverſtand. 238 
Wie ſchön leuchtet der Morgenſtern 304 
25 Wie ſoll ich Dich empfangen (309) 67 
60 55 8 Gott dem Sohne 
230 Wir danken Gott für Seine Gabn 256 
113 Wir N All an Einen Gott 


157 
236 
211 


Lee 146 

168 Wir haben einen Hirten 198 
111 Wir loben Dich, Gott Zebaoth. 145 
220 Wir pflügen und wir ſtreuen. 248 
90 Wir wollen Alle fröhlich fein...... 128 
153 Wir wollen Alle ſingen . 181 
57 Wir wollen loben und preifen...... 99 
166 Wißt ihr, wer mich fo bedacht... 196 
243 Wo findet die Seele 268 


198 Wohlauf mein Herz mit Freuden. 227 
143 Wohlauf und laſſt uns preiſen. 170 
Wohl dem, der nicht wandelt 
ili H.. ü „ eee 
148 Wollt ihr wiſſen, was mein Preis 176 


Womit ſoll ich Dich wohl loben... 344 

210 Wo wohnt der liebe Gott. 236 

162 Wunderſchön prächtige 192 
3. 

Zeuch ein zu Deinen Thoren...... 317 

54 Zu Bethlehem geboren 96 


350 


Das 


Sonnlanfdulbud) 


ift zu folgenden Preiſen in allen Buchhandlungen zu haben: 

Gebunden mit Leinwandrücken, einzeln 45 Cts., beim 
Hundert, 833.00. Das Dutzend, 84.50. 

Gebunden mit Lederrücken, 50 Cts., beim Hundert, 835.00. 
Das Dutzend, 85.00. 

In Muslin, gepreßte Decken, einfach, 60 Cts., beim Hun⸗ 
dert, 845.00. Das Dutzend, 86.00. 

In Muslin, Seitentitel vergoldet, 75 Cts., beim Hun⸗ 
dert, 855.00. Das Dutzend, 87.00. 

In Muslin, Seitentitel und Goldſchnitt, einzeln, 81.00. 

In Morocco, Goldſchnitt, einfach, einzeln, 81.50. 

In Morocco, Goldſchnitt, ganz vergoldet, einzeln $2.00. 

Aecht Morocco, Superfeine, einfach, 82.50. 

Aecht Morocco, Superfeine, ganz vergoldet, 3.00. 

Soeben erſchienen 


Titurgiſche Geſänge zum Tutheriſchen Hauptgottesdienſt, 


Bearbeitet von John Endlich. Preis 25 Cts. 


J. Kohler, S. K. Brobſt & Co. 


Philadelphia. Allentown, Pa. 


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